Bildungspolitik Liberale machen Ländern die Schulen streitig

Die FDP-Bundesspitze drängt auf einen Kurswechsel in der Bildungspolitik. Künftig soll der Bund auch in der Schulpolitik mitreden dürfen. Das Projekt birgt Zündstoff.

Vor vier Jahren sicherten sich die Bundesländer die Hoheit über die Bildung. Im Zuge der Föderalismusreform verzichtete der Bund auf jegliche direkte Mitsprache in der Schulpolitik, reklamierte im Gegenzug andere Bereiche für sich, in denen bisher die Länder das Sagen hatten. Seitdem profilieren sich die Länder ungehindert gegeneinander mit ihren teils reichlich unterschiedlichen Schulsystemen, nicht immer zum Vorteil der Schüler und Bildungshäuser.

Versuche, die Kleinteiligkeit des Systems im Sinne der Betroffenen zu vereinheitlichen, blieben seit der Reform erfolglos. Nun unternimmt die FDP einen Vorstoß. FDP-Vize Cornelia Pieper verlangte die "sofortige Aufhebung des Kooperationsverbotes des Bundes mit Ländern in der Schulpolitik". Anders als bisher müsse der Bund gemeinsam mit den Ländern nationale Bildungsstandards setzen und Schulen besser ausstatten können. Diese Zusammenarbeit solle im Grundgesetz verankert werden, sagte sie dem Magazin Focus .

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Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sind Parteichef Guido Westerwelle und Generalsekretär Christian Lindner offen für ein Aufweichen des Kooperationsverbots, das seit 2006 im Grundgesetz steht. Das Thema Bildungspolitik könnte ein Baustein für ein neues Profil sein, um aus dem Umfragetief wieder herauszukommen, so die herrschende Ansicht.

Das Projekt birgt aber innerparteilichen Zündstoff, weil in den Landesverbänden mit Regierungsbeteiligung dieser Schwenk der Bundesführung nicht auf Begeisterung stoßen dürfte. Zudem fehlt für die erforderliche Grundgesetzänderung eine Mehrheit.

Zu einer einheitlichen Schulpolitik gehörten auch zentrale Bildungsinitiativen aus Berlin für die beste Ganztagsschule oder den besten naturwissenschaftlich-technischen Unterricht, berichtet Focus in seinem Beitrag über Pieper. Der frühere FDP-Chef und Außenminister Klaus Kinkel unterstützte diesen Kurs: "Das Kooperationsverbot muss weg! Die FDP muss endlich ihre Haltung ändern", sagte er dem Magazin.

 
Leser-Kommentare
  1. Moin,

    da wünsche ich viel Glück! Den deutschen Stammespartikularismus überwinden? Tausende und Abertausende von Pfründen in Kultusministerien abschaffen wollen? Politischer Selbstmord! Aber es hätte einen Vorteil. Die FDP wäre endlich weg vom Fenster.

    CU

  2. Es gibt heute schon FDP-Minister in Sachen Bildung und Schule in manchem Bundesland. Deren Wirken würde mit durchleuchtet. Viel Vergnügen, FDP, und tschüß.

    • kael
    • 29.08.2010 um 13:00 Uhr

    die Bildungs-Kleinstaaterei endlich zu beenden. Millionen von "Mobilen" (was ja immer gewollt und gefordert wird) und deren schulpflichtigen Kindern würde eine endlich übergreifend strukturierte Bildung zur Chancengleichheit verhelfen.

    Mit dem für den Einzelnen absurden "Bildungs-Wettbewerb" der Länder wäre endlich Schluss.

    Aber die Länder-Politiker werden ihren eigenen Föderalismus und die damit verknüpften Segnungen kaum zum Wohle des Großen und Ganzen aufgeben. Bis sie ihren Fehler kapiert haben, ist es vielleicht schon zu spät.

  3. Wenn diese Diskussion nicht aus den schlechten Umfragen der FDP kommen würde und jetzt ein neues populäres Thema gesucht würde.
    Das Ziel ist gut und sollte umgesetzt werden. Die Länder haben bewiesen, dass sie unfähig sind, die Bildung zu ogranisieren oder strukturieren oder konzeptionieren. Finanzieren hab ich noch vergessen. Entmachtet die Länder in diesem Fall - sie haben es nicht anders verdient!!!

  4. Bildungsfernheit künstlich produziert

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    seinen Kindern an. Wie soll diese Generation die Zivilisationserkrankung, Überfettung finanzieren?
    Könnte in Mathe . durchgerechnet werden.

    seinen Kindern an. Wie soll diese Generation die Zivilisationserkrankung, Überfettung finanzieren?
    Könnte in Mathe . durchgerechnet werden.

  5. Das fordert die SPD doch schon lange. ZEIT ist vergesslich.

    • JKrems
    • 29.08.2010 um 13:10 Uhr

    Wenn auch - vielleicht - aus den falschen Gründen, aber endlich könnte dieser Fehler korrigiert werden. Ich habe mir schon damals an den Kopf gepackt, weil ich es für die komplett falsche Richtung hielt. Wettbewerb gerne, aber dann doch bitte, in dem man Schulen Gestaltungsräume bietet und nicht, indem man 16 fast komplett verschiedene Bildungsstandards schafft. Danke, FDP! Du stehst zwar sonst nicht sonderlich hoch auf meiner Liste, aber in diesem Fall: Viel Erfolg!

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    • Buh
    • 29.08.2010 um 15:20 Uhr

    Wenn man bedenkt dass Grüne, SPD und Linke diesen von der SPD miteingeführten Mist schon längst lautstark fordern und sich insbesondere FDP und Union dagegen gewandt haben ist dieses Manöver sehr durchschaubar.

    Es geht NUR um PLuspunkte bei den dummen Bürgern.

    Meint ihr wirklich die FDP hat auch nur die geringste Cahcne? Um das durchzusetzen braucht es diue Zurücknahme der Grundgesetzänderung, alsow eider eine Grundgesetzänerdrung.
    Die Mehrheit im bundestag könnte es geben, aber die union wird dies zu verhindenr iwssen. Keine Chance also solange Schwarz-Gelb regiert.

    • Buh
    • 29.08.2010 um 15:20 Uhr

    Wenn man bedenkt dass Grüne, SPD und Linke diesen von der SPD miteingeführten Mist schon längst lautstark fordern und sich insbesondere FDP und Union dagegen gewandt haben ist dieses Manöver sehr durchschaubar.

    Es geht NUR um PLuspunkte bei den dummen Bürgern.

    Meint ihr wirklich die FDP hat auch nur die geringste Cahcne? Um das durchzusetzen braucht es diue Zurücknahme der Grundgesetzänderung, alsow eider eine Grundgesetzänerdrung.
    Die Mehrheit im bundestag könnte es geben, aber die union wird dies zu verhindenr iwssen. Keine Chance also solange Schwarz-Gelb regiert.

  6. Sollen den nicht alle Kinder in Deutschland in den Genuss guter Bildung kommen? Filtern, gliedern, aussotieren bei so einer Geburtenrate ist einfach pervers.

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