FDP Aufgestiegen, um zu scheitern
Einige Landesfürsten legen Guido Westerwelle nahe, den Parteivorsitz abzugeben – oder zumindest zu schweigen. Vielleicht aber hat die Partei ein ganz anderes Problem. Ein Kommentar
Kennen Sie das Peter-Prinzip ? 1969 formulierten Laurence J. Peter und Raymond Hull diesen Satz: "In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen." Welcher deutsche Politiker fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie den Satz lesen?
Guido Westerwelle sei ein "perfekter" Oppositionspolitiker , hat der hessische FDP-Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn gesagt. Das war Westerwelle tatsächlich; der Ausgang der Bundestagswahl ist der beste Beleg. Nun allerdings ist er nicht mehr nur Parteivorsitzender , sondern auch Außenminister und Vizekanzler . Das erste weiß man, das zweite ahnt man, vom dritten spürt man wenig.
Das Peter-Prinzip erklärt – Holzschnitt, wir wissen es –, warum Menschen so oft in ihren Jobs scheitern: Wer seine Arbeit gut macht, dem trauen die anderen auch mehr zu. Irgendwann aber kommt der Punkt, an der er von der neuen Aufgabe überfordert ist. Hier endet der Aufstieg, und fortan macht der Mensch einen Job, den er nicht mehr wirklich beherrscht. Guido Westerwelle hat gleich drei davon.
Sollte man deshalb einstimmen in das Geschrei der hessischen und saarländischen Liberalen , Westerwelle möge den Parteivorsitz aufgeben (seine innenpolitische Beteiligung stark abschwächen) und sich auf seine Regierungsämter konzentrieren? Nein, denn selbst wenn er's täte: Es würde sich nicht viel ändern.
Tatsächlich geht es um mehr, als nur um Westerwelle. Es geht um die gesamte Partei: Kann die FDP als Organisation gegenwärtig konstruktive Regierungsarbeit leisten? Kann sie Kompromisse erarbeiten beim Sparpaket , bei den AKW-Laufzeiten ? Kann sie in Sachen Bundeswehrreform zielorientiert auf die CDU einwirken, um eine traumatisierte CSU im Zaum zu halten?
Klar doch! Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich mit der CDU zusammen, werden Liberale aus Hessen, Baden-Württemberg oder Schleswig-Holstein antworten. Das stimmt – auf Landesebene. Nach elf Monaten liberaler Regierungsbeteiligung im Bund drängt sich jedoch die Frage auf, ob das Peter-Prinzip statt nur auf Personen vielleicht auch auf ganze Organisationen anzuwenden ist.
- Datum 25.08.2010 - 19:26 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 39
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Damit die Feudalistische Dekadente Partei sich endlich selbst versenkt...
und der Herr Westerwelle ist nicht das Problem der fdp!
Er ist nur die Spitze des Eisbergs, der Kulminationspunkt sozusagen.
In der Splitterpartei gibt es ernsthafte Überlegungen, Herrn Brüderle an die Spitze zu hieven.
Allein diese Vorstellung ist doch wohl so grotesk, dass sie als Ausdruck von Panik, schon jenseits von Verzweiflung, gewertet werden muß.
Schaut man sich die Riege der führenden fdp-Politiker an, kommt man zwangsläufig zu dem Schluß, dass es der Partei an ernsthaften Persönlichkeiten nicht nur fehlt, es gibt sie in dieser Formierung nicht!
und der Herr Westerwelle ist nicht das Problem der fdp!
Er ist nur die Spitze des Eisbergs, der Kulminationspunkt sozusagen.
In der Splitterpartei gibt es ernsthafte Überlegungen, Herrn Brüderle an die Spitze zu hieven.
Allein diese Vorstellung ist doch wohl so grotesk, dass sie als Ausdruck von Panik, schon jenseits von Verzweiflung, gewertet werden muß.
Schaut man sich die Riege der führenden fdp-Politiker an, kommt man zwangsläufig zu dem Schluß, dass es der Partei an ernsthaften Persönlichkeiten nicht nur fehlt, es gibt sie in dieser Formierung nicht!
Das Anwenden der Prinzips auf die FDP ist wohl nicht mehr nötig. Denn die Strukturen unserer etablierten Parteien unterstützen das Prinzip vorzüglich. Aber solche politischen Parteien haben nicht mehr als sich selbst. Sie stellen keine Waren her, sie sind die Dienstleistung in Person. Dadurch erklärt sich auch, warum womöglich ein Weggang Westerwelles aus den Strukturen der FDP als Partei, Fraktion oder Regierungsteil so wenig verändern würde. Es gibt ja keine Alternative!
Westerwelle als Peter-Prinzip ist jedoch unvollständig. Er hat in meinen Augen das zusätzliche Problem, das er nicht von außen getrieben wurde in immer höhere Aufgaben, sondern dies sein ein innerer, eigener Impuls, wahrscheinlich der bestimmende, ist. Die FDP ist insofern die Leidtragende, dass Westerwelle hier die beste Möglichkeit sah, sich zum "König von Deutschland" aufzuschwingen - oder dem so nahe wie möglich zu kommen. Und natürlich ist er dann von sich aus nicht zu einer Reformation in der Lage. Das käme einem Verrat seiner selbst gleich.
So versteht er Kritik an ihm wahrscheinlich eher auch als Mangel von Verstehen bei anderen oder eine kommunikative Disfunktion des Mediums. Westerwelle KANN gar nicht eines seiner Ämter aufgeben. Dieser Gedanke ist weniger eine Majestätsbeleidigung als vielmehr destruktiv für seine Überzeugung, er wäre das Beste für Deutschland. Und die FDP ist ihm jahrelang darin gefolgt. Auch sie kann nicht einfach ihre Einstellung über Bord werfen.
wird es wohl nie begreifen. Pöbeleien gegen den Gegner - oder noch schlimmer - gegen den Koalitionspartner werden von den Wählern abgestraft. Um beim Wähler Sympathie zu gewinnen bedarf es eines anderen Verhaltens. Am besten niemals unangenehm auffallen, ein freundliches Verhältnis zum Partner vortäuschen und den Eindruck erwecken, unspektakulär solide Arbeit zu leisten.
Es tut mir leid. Beim Bund hatten wie es mit den Abkürzungen WDM stand für "WegDaMit".
Es gibt keinen Politiker den ich weniger schätze.
Schröder war auch nicht gut. Nur hat er etwas bewegt, wenn auch manchmal in die falsche Richtung. Da ist er sogar Frau Merkel über. Also wen wollen wir gegen wen eintauschen? Null Profil gegen Durchhaltevermögen beim Politik-Mikado,oder Einbildung gegen Duckmäuser? Ich habe keine Ahnung. Das Ergebnis sehen wir in Berlin.
Sehr geehrter Herr Westerwelle sie haben zuviel und wie HartzIV-Empfänger bekommen zu viel. Das ist echtes "Team-würk" eben Demokratie wie sie heute aussieht.
Mit Westerwelle verbinde ich: Spaßpolitiker, Polit-Clown, Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen, mieses Schul-Englisch, Prediger von Anstand und Moral, Michael Mronz, Absturz der FDP, Steuersenkungsversprechen, realitätsfremd, usw.
Gibt es irgend einen Grund ihn als Parteivorsitzenden zu halten?
Hoffentlich bleibt er dieser Partei erhalten sie hat in wirklich verdient und gleiches gilt für Lindner.
Also liebe FDP mit voll besetzter Brücke und Volldampf in die Versenkung und den Deckel drauf für immer wie bei der Titanic.
habe eben einen interessanten kommentar zum lieben guido gefunden:
http://www.theeuropean.de...
der unmut an der basis wird immer größer..kein wunder..komsequent wäre es, jetzt zurückzutreten..das macht er aber nicht..da ist der zu stolz..
Das muss man sich erst mal geben, da fordern führende FDP'ler, dass Westerwelle als Parteivorsitzender für ihre Partei wegen Unfähigkeit nicht mehr tragbar ist, aber Deutschland soll durch diesen unfähigen, egoistischen Spaßpolitiker weiterhin im Ausland vertreten werden und als Vizekanzler ist er auch noch gut genug.
Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass die FDP das Deutschland wirklich antun möchte!
ist das schon und wird nur gestützt, wenn sich weiterhin 5% für diese Politsekte erwärmen. Ich hoffe aber, dass WW durch seine Auftritte soviel Licht in das Dunkel brachte und damit seine eigene Anhängerschaftn dezimiert hat. Das ist hoffentlich kein frommer Wunsch. Er hat schon viel zu oft zündeln dürfen ("das musste malb gesagt werden.")Dies gebe ich jetzt gern an ihn zurück.
ist das schon und wird nur gestützt, wenn sich weiterhin 5% für diese Politsekte erwärmen. Ich hoffe aber, dass WW durch seine Auftritte soviel Licht in das Dunkel brachte und damit seine eigene Anhängerschaftn dezimiert hat. Das ist hoffentlich kein frommer Wunsch. Er hat schon viel zu oft zündeln dürfen ("das musste malb gesagt werden.")Dies gebe ich jetzt gern an ihn zurück.
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