Oskar Lafontaine "Logisch, dass die SPD Fehler korrigiert"Seite 2/2
Frage: Hat Rot-Rot-Grün 2013 im Bund überhaupt eine Chance?
Lafontaine: Das ist allein eine Frage der politischen Ziele. Ich vermag nicht abzusehen, wie sich bis dahin insbesondere die Sozialdemokraten programmatisch verändern.
Frage: Wäre es denn sinnvoll, dass sich die Linke im Bund oder in einem westlichen Bundesland an einer Regierung beteiligt?
Lafontaine: Eine Regierungsbeteiligung im Westen oder im Bund ist bisher regelmäßig an der SPD oder den Grünen gescheitert. Irgendwann werden diese beiden Parteien erkennen, dass auf Länderebene wirkliche Fortschritte beispielsweise in der Schul- oder Energiepolitik nur in Zusammenarbeit mit den Linken erreicht werden können. Und im Bund gibt’s eine Wiederherstellung des Sozialstaates und eine friedliche Außenpolitik nur mit der Linken.
Frage: Warum profitiert die Linke bislang weder vom steigenden Misstrauen der Deutschen gegenüber dem Kapitalismus noch vom Dauerstreit der schwarz-gelben Koalition?
Lafontaine: Wir dringen mit den besten Vorschlägen nicht durch. Auch einige unserer Landesverbände müssen ihre Streitigkeiten überwinden und sich auf die Sacharbeit konzentrieren. Dazu kommt, dass einige wenige unserer Mitglieder die Partei oder unsere führenden Politiker regelmäßig öffentlich kritisieren, statt mit inhaltlichen Vorschlägen zu glänzen, die unsere Wähler überzeugen würden. In den Medien werden diese Mitglieder Reformer genannt. Das ist erstaunlich, da mir kein einziger Reformvorschlag dieser Personengruppe bekannt wurde.
Frage: Sie haben die rot-rote Landesregierung in Berlin immer wieder kritisiert. Wären Sie froh, wenn dieses Bündnis nach der Abgeordnetenhauswahl 2011 abgelöst wird?
Lafontaine: Ich bin immer dafür, dass sich die Linke an einer Regierung beteiligt. Allerdings nur dann, wenn sie im Sinne ihrer politischen Vorstellungen Fortschritte erreicht. Das wünsche ich mir selbstverständlich auch für Berlin. Dort war es beispielsweise ganz wichtig, dass die Privatisierung der größten Sparkasse Deutschlands durch die Linke verhindert wurde.
Frage: Rot-Rot sollte in Berlin weitermachen?
Lafontaine: Wenn die Bedingungen stimmen selbstverständlich.
Frage: Können Sie sich vorstellen, noch einmal in die Bundespolitik zurückzukehren, wenn Ihr Gesundheitszustand es erlaubt?
Lafontaine: Wir haben eine Führung, die ist gewählt. Spekulationen werden in Umlauf gebracht, um die Führung der Linken zu verunsichern. Das ist ein durchsichtiges Spiel, auf das wir nicht hereinfallen sollten.
Frage: Viele sehen Sie in der Rolle des heimlichen Parteichefs, ist da nichts dran?
Lafontaine: Ach, das sind immer solche netten Zuschreibungen. Gregor Gysi ist ja auch schon oft als heimlicher Parteichef bezeichnet worden. Unsere Parteichefs sind Gesine Lötzsch und Klaus Ernst. Dann haben wir Vordenker und Reformer, Chaoten und Spinner, Betonkommunisten und Regierungssozialisten. Die Medien brauchen solche Bonbons. Im Übrigen: Es gelten die Zuständigkeiten, die auf unserem Parteitag festgelegt worden sind.
Frage: Sind Sie froh, dass Sie sich als Ex-Parteichef nicht mehr für Ihren Lebenswandel, Abrechnungen oder Mitgliederstatistiken rechtfertigen müssen?
Lafontaine: Das ist wohl der Preis, den alle Politiker linker Parteien in Spitzenfunktionen zahlen müssen. Die Versuchung ist groß, Neid gegen sie zu schüren, wenn sie ein höheres Einkommen haben als ein Hartz-IV-Empfänger. So kann man auch von den skandalösen Millionengehältern in den Vorstandsetagen von Banken und Großunternehmen ablenken.
Das Interview führten Cordula Eubel und Matthias Meisner.
- Datum 27.07.2011 - 11:34 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 20
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Lafontaine hat sich nie kaufen oder korrumpieren lassen.
Deshalb hassen ihn auch große Teile der SPD.
doch hat er sich den Problemen auch nie gestellt, weder in Saarbrücken als Ministerpräsident, noch als Finanzminister in der Regierung. Als Finanzminister gehen auf sein Konto einen Haufen Arbeitslose und ein kräftige Verarmung kleiner Selbständiger und Existenzgründer zugunsten sozialer Verbesserungen ohne Zukunft.
Lafontaine hat es sich immer einfach gemacht, es ist blanker Populismus schlechte Entwicklungen aufzuzeigen, aber nie etwas dagegen zu unternehmen.
Die einzige Antwort die Lafontaine und Konsorten kennen, ist immer mehr Geld von Anderen fordern.
Weder hat er sich um Gleichgewichte bemüht, noch darum dass Schwächere in der Gesellschaft stärker werden, seine einzige Antwort lässt sich auf ein Schlagwort zusamenfassen: Alimentation!
Das aber kann, zwar nicht so geschliffen, jeder Idiot fordern.
(Was ja auch jeder Idiot tut)
H.
doch hat er sich den Problemen auch nie gestellt, weder in Saarbrücken als Ministerpräsident, noch als Finanzminister in der Regierung. Als Finanzminister gehen auf sein Konto einen Haufen Arbeitslose und ein kräftige Verarmung kleiner Selbständiger und Existenzgründer zugunsten sozialer Verbesserungen ohne Zukunft.
Lafontaine hat es sich immer einfach gemacht, es ist blanker Populismus schlechte Entwicklungen aufzuzeigen, aber nie etwas dagegen zu unternehmen.
Die einzige Antwort die Lafontaine und Konsorten kennen, ist immer mehr Geld von Anderen fordern.
Weder hat er sich um Gleichgewichte bemüht, noch darum dass Schwächere in der Gesellschaft stärker werden, seine einzige Antwort lässt sich auf ein Schlagwort zusamenfassen: Alimentation!
Das aber kann, zwar nicht so geschliffen, jeder Idiot fordern.
(Was ja auch jeder Idiot tut)
H.
"In Deutschland war die Lohnentwicklung in den letzten Jahren um 30 Prozent schwächer als in Luxemburg."
Wenn das sein einziges Argument für eine steilere Lohnentwicklung ist und es nicht mal näher erläutert wird, was seiner Meinung nach daraus folgt, muss ich eigentlich nicht weiter lesen. Zunächst mal sind Deutschland und Luxemburg ja sowas von überhaupt nicht vergleichbar, da mutet es schon sehr merkwürdig an, wenn Hr. Lafontaine gerade _diesen_ Vergleich zieht. Kommt man vielleicht bei Vergleichen mit anderen großen Ländern in der EU nicht ganz so plakative Ergebnisse?
Gruß
Clownkiller
Ja selbstverständlcih sucht Lafontaine einen Vergleich, der schön klingt und anscheinend seine These deutlich unterstützt. Es klingt halt scheiße, wenn man sagt: "In Frankreich verdient 'ne Putzfrau einen Euro mehr.", auch wenn man damit vielleicht eine viel höhere Aussagekraft hätte. Natürlich sind Deutschland und Luxemburg kaum vergleichbar und natürlich trifft die Lohnentwicklung keine direkte Aussage über die tatsächliche Höhe des Lohns.
Das alles ändert jedoch nichts daran, dass Lafontaine im Kern Recht hat. In Deutschland wird tatsächlich für so niedrige Löhne gearbeitet, dass es u.a. der Rentenkasse schadet. Ich kann nicht verstehen, wieso Sie nicht weiterlesen wollen, wenn Lafontaine (wie fast alle anderen Politiker auch) versucht, seine Thesen mit Populistischen Mitteln zu verkaufen.
Eine vollständige Analyse hätte vermutlich den Rahmen eines kurzen Interviews deutlich gesprengt!
Zunächst mal: Ich habe dann doch weitergelesen :-)
Ansonsten ging es mir hauptsächlich genau um den von Ihnen angesprochenen Populismus, er nervt und ein Politiker sollte mit besseren Argumenten überzeugen!
Und ich hatte auch keine vollständige Analyse verlangt, sondern nur eine Erläuterung oder andere Argumente, denn im Kern geht es eben _nicht_ darum, wie Deutschland im Vergleich zu Luxemburg da steht.
Hr. Lafontaine ist sicher nicht der einzige, der seine Argumentation in der Sache etwas einfach strickt, aber warum ruft er immer nur "Mehr Geld für alle/die Kleinen/die Rentner"?
Ich traue ihm durchaus zu, dass er zu detaillierteren Analysen fähig ist.
Gruß
Clownkiller
Ja selbstverständlcih sucht Lafontaine einen Vergleich, der schön klingt und anscheinend seine These deutlich unterstützt. Es klingt halt scheiße, wenn man sagt: "In Frankreich verdient 'ne Putzfrau einen Euro mehr.", auch wenn man damit vielleicht eine viel höhere Aussagekraft hätte. Natürlich sind Deutschland und Luxemburg kaum vergleichbar und natürlich trifft die Lohnentwicklung keine direkte Aussage über die tatsächliche Höhe des Lohns.
Das alles ändert jedoch nichts daran, dass Lafontaine im Kern Recht hat. In Deutschland wird tatsächlich für so niedrige Löhne gearbeitet, dass es u.a. der Rentenkasse schadet. Ich kann nicht verstehen, wieso Sie nicht weiterlesen wollen, wenn Lafontaine (wie fast alle anderen Politiker auch) versucht, seine Thesen mit Populistischen Mitteln zu verkaufen.
Eine vollständige Analyse hätte vermutlich den Rahmen eines kurzen Interviews deutlich gesprengt!
Zunächst mal: Ich habe dann doch weitergelesen :-)
Ansonsten ging es mir hauptsächlich genau um den von Ihnen angesprochenen Populismus, er nervt und ein Politiker sollte mit besseren Argumenten überzeugen!
Und ich hatte auch keine vollständige Analyse verlangt, sondern nur eine Erläuterung oder andere Argumente, denn im Kern geht es eben _nicht_ darum, wie Deutschland im Vergleich zu Luxemburg da steht.
Hr. Lafontaine ist sicher nicht der einzige, der seine Argumentation in der Sache etwas einfach strickt, aber warum ruft er immer nur "Mehr Geld für alle/die Kleinen/die Rentner"?
Ich traue ihm durchaus zu, dass er zu detaillierteren Analysen fähig ist.
Gruß
Clownkiller
Selbstverständlich ist es notwendig in Koalition mit anderen Parteien Kompromisse einzugehen.
Das bedeutet aber eben nicht, Ziele, für die man steht, nur im Interesse der Teilhabe an der Macht einfach über Bord zu werfen. Die Grünen haben das sehr eindrucksvoll vorgeführt und tun es immer noch.
Die Linke tut genau das nicht, und es ist eben nicht ihre Sache, bei der SPD zu betteln, daß man sie doch mitmachen läßt. So kann es nicht funktionieren. Da sind schon beide Parteien in der Pflicht.
Die Frage, warum die Linke nicht vom schwarz-gelben Versagen profitiert, ist doch aus dem Munde von Journalisten mehr als scheinheilig. Gerade sie haben einen nicht unwesentlichen Anteil daran, daß nicht angemessen über die Ziele der Linken informiert wird. Dagegen wird weidlich ausgeschlachtet, was an Problemen innerhalb der Partei auftritt. Das füllt dann teilweise ganze Seiten.
Und es wird auch noch so getan, als gäbe es das in den anderen Parteien nicht.
Noch ein Satz zur SPD: Um ihre Position in der Gesellschaft zurückzuerobern(den Begriff verwende ich ganz bewußt), sollte sie sich auf ihre ursprünglichen Ziele besinnen und nicht weiter den Kapitalisten in den hinteren Teil kriechen.
Ja selbstverständlcih sucht Lafontaine einen Vergleich, der schön klingt und anscheinend seine These deutlich unterstützt. Es klingt halt scheiße, wenn man sagt: "In Frankreich verdient 'ne Putzfrau einen Euro mehr.", auch wenn man damit vielleicht eine viel höhere Aussagekraft hätte. Natürlich sind Deutschland und Luxemburg kaum vergleichbar und natürlich trifft die Lohnentwicklung keine direkte Aussage über die tatsächliche Höhe des Lohns.
Das alles ändert jedoch nichts daran, dass Lafontaine im Kern Recht hat. In Deutschland wird tatsächlich für so niedrige Löhne gearbeitet, dass es u.a. der Rentenkasse schadet. Ich kann nicht verstehen, wieso Sie nicht weiterlesen wollen, wenn Lafontaine (wie fast alle anderen Politiker auch) versucht, seine Thesen mit Populistischen Mitteln zu verkaufen.
Eine vollständige Analyse hätte vermutlich den Rahmen eines kurzen Interviews deutlich gesprengt!
Der neoliberale Steinbrück, der die "Krise" durch Deregulierung in Dt. erst möglich machte und anschließend das Geld der Steuerzahler den Banken in den Rachen warf, hat in dieser Aufzählung rein gar nichts zu suchen!
Wirklich lustig, diese Einschätzung... :)
Ich würde die Versuche von Analyse und Konzeption seitens Herrn Lafontaine eher als einfältig und zum großen Teil schlichtweg grundfalsch einstufen.
obwohl es da auch gewisse Rotlichtbezirk-Geschichten aus Saarbrücken gibt...
Aber er hat schon zweimal, als es darauf ankam, in den Sack gehauen. Wenn ich abhaue, kann ich mich natürlich auch nicht kaufen lassen...
Kein Zeichen von Verantwortungsbewußtsein!
Der grösste Fehler, den Du gemacht hast, war Schröder den Vortritt zu lassen.
Die bösen Folgen dieses Fehlers zu korrigieren ist Dir nicht mehr vergönnt, und wird die Linke Seite bestimmt eine Generation kosten.
Ich bin gespannt wer Dir irgendwann nachfolgt. Gysi ist leider auch nicht mehr Gesund.
Alles Gute
Die Hoffnung stirbt zuletzt, und das Herz schlägt links!
Gar nicht schade, es wird endlich Zeit, dass sich Herr Lafontaine aus der Politik verabschiedet. Niemand braucht ihn und er hat schon genug Schaden angerichtet.
Bitte begründen Sie Ihre Ansicht. Die Redaktion/cs
Gar nicht schade, es wird endlich Zeit, dass sich Herr Lafontaine aus der Politik verabschiedet. Niemand braucht ihn und er hat schon genug Schaden angerichtet.
Bitte begründen Sie Ihre Ansicht. Die Redaktion/cs
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren