Integration Roland Koch stellt sich hinter Sarrazin

Hessens scheidender Ministerpräsident Roland Koch hat Thilo Sarrazin den Rücken gestärkt. Es stecke "viel Lebenserfahrung" in den umstrittenen Thesen des SPD-Politikers.

Hessens scheidender Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat sich angesichts der öffentlichen Empörung über die Äußerungen Thilo Sarrazins hinter den SPD-Politiker gestellt. Koch warnte im "defacto-Sommerinterview" des Hessischen Rundfunks (hr) davor, das Thema Zuwanderer auszublenden. Immerhin stecke viel Lebenserfahrung in den Berichten Sarrazins. "Ich halte nichts davon, dass das, was er sagt, in diese üblichen Politikreflexe hineingeschoben wird: Darüber darf man nicht reden! Das ist tabuisiert!", sagte Koch.

Allerdings nannte Koch die Thesen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Sarrazin "eine sehr rückwärtsgewandte, pessimistische Beschreibung der Zustände, ohne sich eigentlich ernsthaft mit den Optionen und Chancen zur Lösung zu beschäftigen". In seinem neuen Buch Deutschland schafft sich ab warnt der wegen ähnlicher vorheriger Äußerungen bereits umstrittene Sarrazin davor, dass die Deutschen zu "Fremden im eigenen Land" werden könnten. Er war dafür heftig kritisiert worden.

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Leser-Kommentare
    • Enim
    • 28.08.2010 um 14:13 Uhr

    Ausgerechnet Roland Koch, der seine Wahlkämpfe so gerne mit ausländerfeindlichen Untertönen unterlegte, ausgerechnet dieser Herr Koch unterstützt nun Herrn Sarrazin?! Da bin ich sprachlos.

  1. Koch hat Recht: Das große Problem ist der Tabuisierungsreflex!
    Selten kommen nüchter-sachliche Erwiderungen von denen, die menschen wie Koch und Sarrazin kritisieren. Dabei gäbe es da, jedenfalls bei Koch, einiges.

    Im Zweifel bin ich aber für denjenigen, der zumindest klar denken und argumentieren kann, und seine Schlussfolgerungen auch öffentlich zur Kritik stellt - und gegen denjenigen, der nicht argumentiert, sondern sich mit emotionalem Bashing dem medialen Mainstream anschließt (oder ihm wegbereitet).

    Danke, Koch, danke, Sarrazin! Und jetzt: sachliche Kritik?

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    Seit Jahren wird öffentlich das diskutiert, was Sarazzin erzählt. Wer seinen Thesen und Argumenten folgt, der möge sich bitte mal mit den Rassentheorien des 19. und 20. Jhds. beschäftigen.
    Koch und Sarazzin - nun fehlen nur noch die Gutstimmen der NPDisten und dann wird auch dem letzten klar sein, wohin Sarazzins Karren rennt: gegen die Wand nämlich! Denn über Abstammung, also Rassen hatte schon Kant philosophiert: http://www.uni-protokolle...

    Aber heute spricht man nicht mehr über Rassen sondern über Gene und verdeckt durch diesen modernen Begriff die eigentliche, nämlich rassistische Anschauung. Wohin diese Theorien die Menschen im 20 Jhd. brachten, sollte man eigentlich auch als Sarazzin-Anhänger wissen! Die Ungebildetheit und Dummheit, die die Sarazzin-Anhänger den Migranten aus dem islamischen Raum unterstellen, offenbaren sie nur selbst, wenn sie die Geschichte des Rassismus leugnen und tabuisieren.

    Wer modern sein will, der möge sich auch mal diesen Text zu Gemüte führen: Deklaration von Schlaining: Gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung (PDF), 1995, Abschnitt II: Zur Obsoletheit des Begriffes der „Rasse“

    • Genix
    • 28.08.2010 um 22:37 Uhr

    Das große Problem ist der Tabuisierungsreflex!“

    Deswegen wohl wird jeder Furz von Sarrazin sofort in jeder führenden überregionalen Zeitung verbreitet. Deswegen wohl trat die „Bild“ eine wochenlange Medienkampagne gegen jugendliche „Ausländer“ los, die exakt am Wahltag endete.

    Die "Sache", um die sich alles dreht, ist, dem Ressentiment jeden Weg in eine Einsicht seiner Grundlosigkeit zu versperren, die ungefähr dieses sagt: Was rege ich mich über die blosse Nachbarschaft dieses blöden Türken auf, wenn in Wirklichkeit die Sarrazin und Koch für die Hochkonjunktur der Kleiderkammern und Suppenküchen zuständig sind, in denen ich ihn treffe.

    Seit Jahren wird öffentlich das diskutiert, was Sarazzin erzählt. Wer seinen Thesen und Argumenten folgt, der möge sich bitte mal mit den Rassentheorien des 19. und 20. Jhds. beschäftigen.
    Koch und Sarazzin - nun fehlen nur noch die Gutstimmen der NPDisten und dann wird auch dem letzten klar sein, wohin Sarazzins Karren rennt: gegen die Wand nämlich! Denn über Abstammung, also Rassen hatte schon Kant philosophiert: http://www.uni-protokolle...

    Aber heute spricht man nicht mehr über Rassen sondern über Gene und verdeckt durch diesen modernen Begriff die eigentliche, nämlich rassistische Anschauung. Wohin diese Theorien die Menschen im 20 Jhd. brachten, sollte man eigentlich auch als Sarazzin-Anhänger wissen! Die Ungebildetheit und Dummheit, die die Sarazzin-Anhänger den Migranten aus dem islamischen Raum unterstellen, offenbaren sie nur selbst, wenn sie die Geschichte des Rassismus leugnen und tabuisieren.

    Wer modern sein will, der möge sich auch mal diesen Text zu Gemüte führen: Deklaration von Schlaining: Gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung (PDF), 1995, Abschnitt II: Zur Obsoletheit des Begriffes der „Rasse“

    • Genix
    • 28.08.2010 um 22:37 Uhr

    Das große Problem ist der Tabuisierungsreflex!“

    Deswegen wohl wird jeder Furz von Sarrazin sofort in jeder führenden überregionalen Zeitung verbreitet. Deswegen wohl trat die „Bild“ eine wochenlange Medienkampagne gegen jugendliche „Ausländer“ los, die exakt am Wahltag endete.

    Die "Sache", um die sich alles dreht, ist, dem Ressentiment jeden Weg in eine Einsicht seiner Grundlosigkeit zu versperren, die ungefähr dieses sagt: Was rege ich mich über die blosse Nachbarschaft dieses blöden Türken auf, wenn in Wirklichkeit die Sarrazin und Koch für die Hochkonjunktur der Kleiderkammern und Suppenküchen zuständig sind, in denen ich ihn treffe.

  2. Ich danke dem Himmel, dass sich beide Herren aus der Politik
    zurückgezogen, bzw zurückziehen wollen. Hoffentlich verschwinden sie beide aus der Öffentlichkeit.

  3. Wenn ich bei einer Diskussion Argumente vorbringe und ich persönlich angegriffen oder diffamiert und diskrimminiert werde, weiss ich, das ich Recht habe. Denn die Gegnerin würde sonst versuchen, mir Argumente entgegen zu setzten.

    • paul12
    • 28.08.2010 um 16:46 Uhr

    Man sollte Themen nie tabuiesieren. Weil sonst solche Themen im Umkreis sind, sie aber nie ausgesprochen werden und die Probleme gegebenenfalls schlimmer werden. Aber wenn man Probleme anspricht, sollte man auch immer Lösungsvorschläge bieten können. Kritisieren kann jeder.

    MFG

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    • Genix
    • 28.08.2010 um 22:42 Uhr

    „Man sollte Themen nie tabuiesieren.“

    Dann sollte man vielleicht mal Sarrazins Abschaffungs-These mit der NS-Volkstod-These vergleichen.

    • Genix
    • 28.08.2010 um 22:42 Uhr

    „Man sollte Themen nie tabuiesieren.“

    Dann sollte man vielleicht mal Sarrazins Abschaffungs-These mit der NS-Volkstod-These vergleichen.

  4. Öffentliche Empörung wird mit veröffentlichter Empörung gleichgesetzt !

    es lebe der Allgemeinplatz ....

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