Arbeitsmarkt Steinmeier für Aufschub der Rente mit 67
Der SPD-Fraktionschef lenkt im parteiinternen Rentenalter-Streit ein. Auch Steinmeier will die Regelung nun aussetzen, grundsätzlich aber beharrt er auf der Rente mit 67.
© Barbara Sax/AFP/Getty Images

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte, es sei wichtig, vor einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit die Förderung älterer Arbeitnehmer zu verstärken. "Wenn wir den Leuten sagen, ihr müsst länger arbeiten, dann müssen sie auch tatsächlich länger arbeiten können", sagte er der Märkischen Allgemeinen .
An dem grundsätzlichen Ziel der Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre will Steinmeier jedoch festhalten . Dies sollte schrittweise bis 2029 möglich sein. Nach dem noch von der Großen Koalition aus Union und SPD verabschiedeten Gesetz sollte der erste Altersjahrgang 2012 einen Monat länger arbeiten. Die Lebensarbeitszeit sollte dann in den Folgejahren jeweils um einen weiteren Monat ausgeweitet werden. Steinmeier plädiert dafür, die Verschiebung des früheren Renteneintritts durch schnellere Schritte in späteren Jahrgängen zu kompensieren.
Der SPD-Fraktionschef gibt sich überzeugt, dass es in der SPD weiter eine Mehrheit für die Rente mit 67 gibt. "Wir kommen um bestimmte Fakten nicht herum", sagte Steinmeier. Dazu gehöre die Tatsache, dass in 15 Jahren ein Beitragszahler auf einen Rentner kommen werde. Glücklicherweise habe sich die durchschnittliche Rentenbezugszeit seit Ende der 50er Jahre von damals 8 auf jetzt 18 Jahre erhöht.
Innerhalb der SPD gab es zuvor Streit um das künftige Rentenalter . SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte gefordert, die beschlossene Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre auszusetzen. Steinmeier widersprach dem prompt: An der Verlängerung der Lebensarbeitszeit führe kein Weg vorbei. Steinmeier hatte die Reform zur Zeit der Großen Koalition mit auf den Weg gebracht. Unterstützung fand Gabriels Vorstoß bei den Gewerkschaften.
- Datum 17.08.2010 - 17:36 Uhr
- Quelle dpa
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wird seinen Posten in der heutigen SPD nur behalten können, wenn er von seine gestrigen Standpunkten wenigstens graduell etwas abrückt.
Deswegen tut er das.
Konsequenter wäre, seinem gestrigen Chef nachzufolgen.
Diese Art der Einigung zwischen Gabriel und Steinmeier erscheint sehr erzwungen.
Ansonsten muss man sagen, dass die Rente mit 67 im Jahr 2029 vollendet sein soll. Wenn man feststellt, dass die Rente mit 67 im Jahr 2010 nicht funktioniert, heißt das nicht, dass sie im Jahr 2029 nicht funktioniert. Tatsache ist, dass die relative Anzahl der Berufstätigen im Alter zwischen 60 und 65 Jahren wieder ansteigt. Anstatt Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben, können erst einmal deutsche Arbeitnehmer in Lohn und Brot kommen.
Warum nicht auch Pension mit 67?
"Wenn wir den Leuten sagen, ihr müsst länger arbeiten, dann müssen sie auch tatsächlich länger arbeiten können"
Und wenn sie es nicht können, Herr Steinmeier?
Dann führt dies zu einer Rentenreduktion. Das ist rechnerisch und sachlich korrekt. Und ich sehe keinen versicherungstechnischen Trick, dieser Schlussfolgerung vor dem Hintergrund der herrschenden demographischen Randbedingungen auszuweichen. Warum kommuniziert man dies nicht offen?
Sie sagen, das sei aber ungerecht? Nun, das ist nicht ungerechter wie die Tatsache, dass jemand mit längeren Phasen der Arbeitslosigkeit in der Mitte oder zu Beginn seines Arbeitslebens in der Konsequenz weniger Rente erhält.
Warum nur versuchen Politiker immer wieder die Mathematik auszutricksen? Sie wissen doch, dass das auf Dauer nicht funktionieren kann.
Herzlichst Crest
Es geht logischerweise nur ums Geld, nicht um die Menschen. Würde man an die Menschen denken, dann ist es sozialpolitisch nicht zu verantworten, die jüngere Generation einige Jahre länger ohne Einkommen auf der Straße stehen zu lassen. Allen sollte klar sein, dass es an Arbeit mangelt.
Gegenüber der älteren Generation ist es ungerecht, weil theoretisch der Ruhestand verkürzt wird. Das „glückliche“ Argument der erhöhten Rentenbezugszeit seit den 50er Jahren verfängt dabei nicht.
Alles in allem keine gesellschaftlich ausgewogene Situation. Und ehrlich sind die Politiker allemal nicht, weil sie wegen der Masse der Rentner bei allzu deutlichen Worten um ihre Wiederwahl fürchten – zurecht!
Wenn also nicht eine Nivellierung der Renten stattfindet, zwischen viel und wenig, dann sind die Brandherde abzusehen, ob nun mit oder ohne 67er Rentenbeginn.
Und wenn die Politik hier nicht im Sinne des Bürgers praktikable Lösungen findet, dann wird es einvernehmlich und leise auf ein „Sozialverträgliches Frühableben“ hinauslaufen. Den Begriff dafür haben wir ja schon seit Jahren. >>> http://qpress.de/2010/07/...
Deutschland hat die niedrigste Fertlitätsrate Europas (7,9 Kinder auf 100 Frauen/Jahr), die Lebenserwartung ist dramatisch angestiegen, die Immigration findet in die Soziualsysteme statt, die Emmigration betrifft die Leistungsträger, die Gleichstellung von Schwulen- und Lesbenehen wird Milliarden kosten (die natürlich beim Nachwuchs eingespart werden). Ergo: Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab") hat echt Recht und der gesunde Menschenverstand (der uns sagt, dass das Land am Ende ist) wird (da sozial ungerecht) einfach abgeschafft.
...ist einer von denen, die ausschliesslich von unseren Steuergeldern alimentiert werden, gut davon leben und eine fette Pension einstreichen werden.
Zum Dank für dieses Rundumsorglospaket zerstört er mit seinen Gesinnungsgenossen von der grünenSPDFDPDCUCSU-Partei unseren in der Verfassung festgelegten Sozialstaat.
Soll Rente ab 67 ein Thema sein, sollten zunächst einmal wirksame Mechanismen geschaffen werden, um die auf dem Arbeitsmarkt vorherrschende Altersdiskriminierung ab 50 wirkungsvoll zu unterbinden.
Bitte äußern Sie sich sachlich und vor allem argumentativ zu den Inhalten des Artikels. Danke, die Redaktion/fk.
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