SPD : Steinmeier zieht sich vorübergehend aus der Politik zurück

SPD-Fraktionschef Steinmeier nimmt sich eine Auszeit: Er will seiner schwer erkrankten Frau eine Niere spenden. Schon am Mittag werde er sich in ärztliche Obhut begeben.
Nimmt sechs Wochen Auszeit: SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier © Sean Gallup/Getty Images

"Ich muss mich für einige Wochen aus dem öffentlichen Raum verabschieden": Mit diesen Worten hat SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier eine Auszeit von seinem politischen Leben angekündigt. Der Grund ist die schwere Erkrankung seiner Frau Elke Büdenbender.

Die Richterin leidet unter einer fortgeschrittenen Nierenschädigung. Nach den Worten ihres Mannes habe sich ihr gesundheitlicher Zustand "in den vergangenen Wochen" akut zugespitzt. "Es kommt nur noch eine Organtransplantation infrage und ich werde selbst der Organspender sein." Die Familie habe sich für eine solche Lebendspende entschieden, da die Wartezeiten für Spendernieren so lang seien.

Steinmeier will sich nach eigenen Angaben noch am Mittag in ärztliche Obhut begeben. Die Operation für die Verpflanzung der Niere soll dann im Laufe dieser Woche stattfinden.

"Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich für einige Wochen auf der politischen Bühne nicht präsent sein kann", sagte Steinmeier. Er gehe davon aus, dass er noch in diesem Jahr wieder seine Arbeit aufnehmen werde und "sie mich in alter Frische wiedersehen". Das sage die ärztliche Expertise für die Operation voraus. 

Der Fraktionsvorsitzende verband seine Äußerungen mit der Bitte an die Medien, angesichts der Erkrankung seiner Frau seine Privatsphäre zu respektieren. "Ich bitte Sie, von eigenen Nachforschungen abzusehen." Er werde die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit informieren. Den Ort des Klinikums, an dem der Eingriff stattfinden wird, und auch die genaue Zeit der Operation nannte Steinmeier nicht.

Vertreten wird Steinmeier der dienstälteste SPD-Abgeordnete Joachim Poß. Dieser werde die Geschäfte als Fraktionsvorsitzender leiten. Dies sei mit SPD-Chef Sigmar Gabriel abgestimmt. Den Posten hatte Steinmeier nach der Bundestagswahl im September 2009 übernommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte ihrem früheren Vize-Kanzler – beide standen zwischen 2005 und 2009 der Großen Koalition vor – Kraft und Zuversicht für die Genesung seiner Ehefrau. Die Nachricht, dass seine Frau so ernsthaft erkrankt ist, habe Merkel traurig und besorgt gemacht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Kanzlerin habe am Morgen mit Steinmeier telefoniert. Sie habe ihre Hoffnung auf baldige Besserung ausgedrückt und ihm alles Gute gewünscht.

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Kommentare

43 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Steinmeier - Karriere eines Bürokraten

Hat Steinmeier eigentlich mal einen Wahlkreis gewonnen?

Stationen einer neoliberalen Kariere:

Von 1993 bis 1994 war Steinmeier Leiter des persönlichen Büros des niedersächsischen Ministerpräsidenten, danach Ressortkoordinator. 1996 wurde er zum Staatssekretär und Leiter der niedersächsischen Staatskanzlei ernannt. Im Anschluss an die Wahl von Gerhard Schröder zum Bundeskanzler im Jahr 1998 folgte ihm Steinmeier nach Bonn. Im November 1998 berief ihn Gerhard Schröder zum Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Beauftragten für die Nachrichtendienste.

Nach dem Rücktritt des Kanzleramtsministers Bodo Hombach wurde Steinmeier am 7. Juli 1999 Chef des Bundeskanzleramtes. Auf eine gleichzeitige Ernennung zum Bundesminister für besondere Aufgaben verzichtete man. Steinmeier war auch hier ein enger politischer Vertrauter Schröders. Er wirkte meist als Manager im Hintergrund und repräsentierte als Politiker den Typus des Machtmaklers.[6] Zudem schrieb er Strategiepapiere der SPD wie:

* Reform des Renten- und Gesundheitssystems im Dezember 2002
* Agenda 2010 (Mitarbeit bei der Konzeption)

Er gehörte dem Steuerungskreis zur Umsetzung der Hartz-Reformen an und war an der Vorziehung der Steuerreform 2003 beteiligt.

( Wikipedia )

noch einmal: Was soll das? @ Anne Bonny

Nachdem die Redaktion Ihren ersten völlig unqualifizierten Beitrag entfernt hat - zu Recht, wie ich finde - kommen Sie nun wieder mit Dingen, die mit Steinmeiers Auszeit nichts zu tun haben. Es ist einfach widerlich, was Sie da betreiben.
Steinmeier hat kein grosses Aufheben gamcht, sondern als öffentliche Person mitgeteilt, weshalb er während der nächsten Wochen nicht öffentlich auftreten wird.
Ihr Versuch, Steinmeier quasi zum Unmenschen zu machen, zeugt von grosser Respektlosigkeit, sonst von nichts.

Menschliche Größe verdient menschlichen Respekt!

Herr Steinmeier ordnet seine Karriere und seine persönliche Gesundheit dem Wohlergehen seiner Ehefrau unter und verdient hierfür uneingeschränkten Respekt.

Die Art und Weise wie Sie, Anne Bonny, diese Meldung missbrauchen um Ihren Hass über Herrn Steinmeier heraus zu geifern ist stößt mich ab und ist meiner Meinung nach absolut niederträchtig und widerwärtig.

Und auch wenn ich kein Anhänger Steinmeiers bin, wünsche ich seiner Frau und ihm ein gutes Gelingen der Operation und eine baldig Genesung!

@ 3. Steinmeier - Karriere eines Bürokraten

Gratuliere. Fehlerfrei von Wikipedia abgeschrieben.

Nur, was haben Ihre Ergüsse mit dem ZEIT-Artikel zu tun?

OK, Thema verfehlt. Kommt schon mal vor. Aber was wollen Sie uns ahnungslosen Lesern eigentlich Wesentliches mitteilen?

Dass man kein "Bürokrat" sein darf und einen Wahlkreis gewonnen haben muss, um eine Niere spenden zu dürfen?

Ich nehm's dankbar zur Kenntnis.