"Ich muss mich für einige Wochen aus dem öffentlichen Raum verabschieden": Mit diesen Worten hat SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier eine Auszeit von seinem politischen Leben angekündigt. Der Grund ist die schwere Erkrankung seiner Frau Elke Büdenbender.

Die Richterin leidet unter einer fortgeschrittenen Nierenschädigung. Nach den Worten ihres Mannes habe sich ihr gesundheitlicher Zustand "in den vergangenen Wochen" akut zugespitzt. "Es kommt nur noch eine Organtransplantation infrage und ich werde selbst der Organspender sein." Die Familie habe sich für eine solche Lebendspende entschieden, da die Wartezeiten für Spendernieren so lang seien.

Steinmeier will sich nach eigenen Angaben noch am Mittag in ärztliche Obhut begeben. Die Operation für die Verpflanzung der Niere soll dann im Laufe dieser Woche stattfinden.

"Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich für einige Wochen auf der politischen Bühne nicht präsent sein kann", sagte Steinmeier. Er gehe davon aus, dass er noch in diesem Jahr wieder seine Arbeit aufnehmen werde und "sie mich in alter Frische wiedersehen". Das sage die ärztliche Expertise für die Operation voraus. 

Der Fraktionsvorsitzende verband seine Äußerungen mit der Bitte an die Medien, angesichts der Erkrankung seiner Frau seine Privatsphäre zu respektieren. "Ich bitte Sie, von eigenen Nachforschungen abzusehen." Er werde die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit informieren. Den Ort des Klinikums, an dem der Eingriff stattfinden wird, und auch die genaue Zeit der Operation nannte Steinmeier nicht.

Vertreten wird Steinmeier der dienstälteste SPD-Abgeordnete Joachim Poß. Dieser werde die Geschäfte als Fraktionsvorsitzender leiten. Dies sei mit SPD-Chef Sigmar Gabriel abgestimmt. Den Posten hatte Steinmeier nach der Bundestagswahl im September 2009 übernommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte ihrem früheren Vize-Kanzler – beide standen zwischen 2005 und 2009 der Großen Koalition vor – Kraft und Zuversicht für die Genesung seiner Ehefrau. Die Nachricht, dass seine Frau so ernsthaft erkrankt ist, habe Merkel traurig und besorgt gemacht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Kanzlerin habe am Morgen mit Steinmeier telefoniert. Sie habe ihre Hoffnung auf baldige Besserung ausgedrückt und ihm alles Gute gewünscht.