Rechtsextremismus Dortmunder protestieren gegen Neonazis

Mehrere Tausend Menschen sind in Dortmund gegen einen Neonazi-Aufmarsch auf die Straße gegangen, um friedlich zu demonstrieren. Dennoch gab es über hundert Festnahmen.

Polizeibeamte sperren weiträumig die Straßen rund um das Gelände einer Kundgebung von Rechtsextremen ab

Polizeibeamte sperren weiträumig die Straßen rund um das Gelände einer Kundgebung von Rechtsextremen ab

Am Rande der friedlichen Proteste gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Dortmund lieferten sich Demonstranten aus der linken Szene Scharmützel mit der Polizei. Diese nahm 111 Personen wegen Vermummung und Widerstandes gegen Beamte vorläufig fest. Ein Beamter wurde leicht verletzt.

Mehrere Organisationen hatten zu Gegendemonstrationen aufgerufen, nachdem Rechtsextreme eine Kundgebung mit 1000 Teilnehmern in Dortmund angemeldet hatten. Die Polizei erwartete nach eigenen Angaben zwischen 10.000 und 15.000 Gegendemonstranten. Das Bündnis "Dortmund stellt sich quer" blockierte die zentralen Gleise des Dortmunder Hauptbahnhofs, um die Anreise der Rechtsradikalen zu erschweren.

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Die Extremisten durften nach einem Eilentscheid des Bundesverfassungsgerichts nicht durch die Stadt ziehen, sondern nur auf einem Parkplatz demonstrieren. Daran wollten sich die rechten Demonstranten offensichtlich nicht halten. In Dortmund Scharnhorst verließen rund 500 Rechtsextremisten auf ihrer Anreise "fluchtartig" den Zug und marschierten laut Polizei in Richtung Innenstadt. Die Polizei hielt sie jedoch auf.

Ursprünglich hatte die Dortmunder Polizei die Demonstration verboten , nachdem sie einen Aachener Neonazi festgenommen hatte, in dessen Besitz Sprengstoff gefunden worden war. Nach Angaben der Polizei stand er in engem Kontakt zu den Anmeldern der Demonstration. Das Bundesverfassungsgericht hob das Verbot jedoch in einer Eil-Entscheidung auf. Die Gefahrenprognose der Polizei habe nicht auf einer hinreichend gestützten Grundlage beruht, begründeten die Karlsruher Richter ihre Entscheidung. Es gebe nicht genügend Hinweise dafür, dass Sprengstoff nach Dortmund gelangt sei.

Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth warnte davor, dass Dortmund zur Hochburg Rechtsradikaler werden könnte. "Dortmund ist die Heimat von Menschen unterschiedlicher Religionen – die Nazis wollen diese Menschen heimatlos machen", sagte sie.

Die aus Dortmund stammende Grünen-Landtagsabgeordnete Daniela Schneckenburger bewertete das große Interesse an der Gegenkundgebung als Beweis für eine gut funktionierende demokratische Kultur. "Es ist jedoch schwer erträglich, dass das Bundesverfassungsgericht trotz einer erhöhten Gefahrenlage von Rechts wieder den Aufmarsch militanter Neonazis genehmigt hat", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag.

 
Leser-Kommentare
    • Klares
    • 04.09.2010 um 19:17 Uhr

    Nach dem Sarrazin Eklat, ich ehemaliger CDU-Wähler, bin ab jetzt auch Rechtradikal.

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    für die vielen verklemmten Kleinbürger sich offen zu ihrer faschistische Einstellung zu bekennen. Schuld haben natürlich wieder die anderen....

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um eine sachbezogene Diskussion. Danke. /Die Redaktion pt.

    • iriahi
    • 04.09.2010 um 22:19 Uhr

    was Sie zu diesem Wandel führt? Gut, die Sarrazin-Angelegenheit, klar. Kann man sich dran stören. Aber was ist das Besondere an dieser Sache, die diesen Sinneswandel bei Ihnen verursacht?

    Vielleicht hat herr S.tatsächlich damit recht das Deutschland immer dümmer wird.Denn nur die Dummen wählen rechts.

    Sie waren es doch offensichtlich schon immer.So etwas nennt sich Scheinheiligkeit.
    Sarrazin - ein denkbar schlechtes Alibi.

    für die vielen verklemmten Kleinbürger sich offen zu ihrer faschistische Einstellung zu bekennen. Schuld haben natürlich wieder die anderen....

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um eine sachbezogene Diskussion. Danke. /Die Redaktion pt.

    • iriahi
    • 04.09.2010 um 22:19 Uhr

    was Sie zu diesem Wandel führt? Gut, die Sarrazin-Angelegenheit, klar. Kann man sich dran stören. Aber was ist das Besondere an dieser Sache, die diesen Sinneswandel bei Ihnen verursacht?

    Vielleicht hat herr S.tatsächlich damit recht das Deutschland immer dümmer wird.Denn nur die Dummen wählen rechts.

    Sie waren es doch offensichtlich schon immer.So etwas nennt sich Scheinheiligkeit.
    Sarrazin - ein denkbar schlechtes Alibi.

    • Klares
    • 04.09.2010 um 19:19 Uhr

    Wegen Doppelpostings entfernt. /Die Redaktion pt.

  1. Zitat:
    "Das Bündnis "Dortmund stellt sich quer" blockierte die zentralen Gleise des Dortmunder Hauptbahnhofs, um die Anreise der Rechtsradikalen zu erschweren."

    Eine unverantwortliche Aktion. Ich frag mich wer da die Extremisten sind.

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    Wenn für Sie das blockieren von Gleisen das extremste der Gefühle ist, sollten Sie vielleicht in Zukunft Fernseher und Radio auslassen und am besten überhaupt nicht mehr das Haus verlassen. Die Realität weltweit hat da nämlich noch einiges mehr zu bieten.

    Aber vielleicht geht's Ihnen bei Ihrer Kritik auch weniger um die Aktion an sich, als um das politische Statement dahinter?

    Wenn für Sie das blockieren von Gleisen das extremste der Gefühle ist, sollten Sie vielleicht in Zukunft Fernseher und Radio auslassen und am besten überhaupt nicht mehr das Haus verlassen. Die Realität weltweit hat da nämlich noch einiges mehr zu bieten.

    Aber vielleicht geht's Ihnen bei Ihrer Kritik auch weniger um die Aktion an sich, als um das politische Statement dahinter?

  2. "Es ist jedoch schwer erträglich, dass das Bundesverfassungsgericht trotz einer erhöhten Gefahrenlage von Rechts wieder den Aufmarsch militanter Neonazis genehmigt hat", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag."

    "Am Rande der friedlichen Proteste gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Dortmund lieferten sich Demonstranten aus der linken Szene Scharmützel mit der Polizei. Diese nahm 111 Personen wegen Vermummung und Widerstandes gegen Beamte vorläufig fest."

    So viel zu der Gefahr "von Rechts" durch den 19jährigen Bastler mit seinen Feuerwerkskörpern, der wohl zufälligerweise gerade zur rechten Zeit hops genommen worden war.

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    Das, was Sie 'Feuerwerkskörper' nennen, waren laut ZEIT Online "mit Glasscherben umwickelte Sprengsätze". Wollen Sie da wirklich Vergleiche zu "Scharmützeln" wie "Vermummung und Widerstand" ziehen?

    Das, was Sie 'Feuerwerkskörper' nennen, waren laut ZEIT Online "mit Glasscherben umwickelte Sprengsätze". Wollen Sie da wirklich Vergleiche zu "Scharmützeln" wie "Vermummung und Widerstand" ziehen?

  3. der wind in deutschland steht günstig, auf gehts in eine neue runde der fröhlichen relativierung rechten gedankenguts....

    auf geht das!

  4. Das, was Sie 'Feuerwerkskörper' nennen, waren laut ZEIT Online "mit Glasscherben umwickelte Sprengsätze". Wollen Sie da wirklich Vergleiche zu "Scharmützeln" wie "Vermummung und Widerstand" ziehen?

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    Obwohl doch angeblich zu befürchten war, dass die schon an eine ganze Horde von Rechtsterroristen weitergegeben waren, die nur darauf warteten, die auf der Demo zu schmeißen.^^

    Bei "Scharmützeln, Vermummung und Widerstand" muss man noch die Möglichkeit einer "leichten" Untertreibung hier in Betracht ziehen.
    Jedenfalls war es wie immer. Während einzig und allein die linke Gewalt absehbar war, genügt jeder Mist um die erstangemeldete rechte Demo erst einmal zu verbieten. Reine Schikane zumal absehbar ist, dass spätestens das BVerfG da nicht mitspielt.

    Obwohl doch angeblich zu befürchten war, dass die schon an eine ganze Horde von Rechtsterroristen weitergegeben waren, die nur darauf warteten, die auf der Demo zu schmeißen.^^

    Bei "Scharmützeln, Vermummung und Widerstand" muss man noch die Möglichkeit einer "leichten" Untertreibung hier in Betracht ziehen.
    Jedenfalls war es wie immer. Während einzig und allein die linke Gewalt absehbar war, genügt jeder Mist um die erstangemeldete rechte Demo erst einmal zu verbieten. Reine Schikane zumal absehbar ist, dass spätestens das BVerfG da nicht mitspielt.

  5. "Es ist jedoch schwer erträglich, dass das Bundesverfassungsgericht trotz einer erhöhten Gefahrenlage von Rechts wieder den Aufmarsch militanter Neonazis genehmigt hat", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag."
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    Für mich ist es unerträglich, daß Sie das BVerfG hier derart kritisieren. Immerhin gewährt Ihnen, Frau Schneckenburger, das BVerfG die Grundlage zur politischen Betätigung. Oder glauben Sie tatsächlich, daß Sie ohne das BVerfG so einfach auf der Grundlage des Grundgesetzes Ihre Politik vertreten könnten ? Überschätzen Sie bitte nicht Ihre Möglichkeiten, und unterschätzen Sie nicht die Gegenkräfte, die ebenso das BVerfG als Hindernis einordnen!!

  6. Wenn für Sie das blockieren von Gleisen das extremste der Gefühle ist, sollten Sie vielleicht in Zukunft Fernseher und Radio auslassen und am besten überhaupt nicht mehr das Haus verlassen. Die Realität weltweit hat da nämlich noch einiges mehr zu bieten.

    Aber vielleicht geht's Ihnen bei Ihrer Kritik auch weniger um die Aktion an sich, als um das politische Statement dahinter?

    Antwort auf "Unverantwortlich"
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    Statement war offensichtlich völlig unpolitisch.
    Blockieren von Gleisen (inklusive ICE Gleisen) kann Menschen erheblichen Schaden zufügen. Derartige Aktionen sind daher als extremistisch einzustufen.

    Statement war offensichtlich völlig unpolitisch.
    Blockieren von Gleisen (inklusive ICE Gleisen) kann Menschen erheblichen Schaden zufügen. Derartige Aktionen sind daher als extremistisch einzustufen.

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