Streit um Vertriebenen-Präsidentin Steinbach-Rückzug weckt Ängste in der Union
Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Steinbach, zieht sich aus dem CDU-Vorstand zurück. In der Union löst das Angst vor einer neuen rechten Partei aus.
Nach dem angekündigten Rückzug von Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach aus der CDU-Führung hat der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt (CSU), vor dem Entstehen einer Partei rechts von der Union gewarnt. Der Verzicht Steinbachs auf eine erneute Kandidatur für den Bundesvorstand der CDU sei "ein erstes Zeichen der Desintegration" in der Schwesterpartei. "Wenn sich rechts von der CDU eine Protestpartei etabliert, dann hat das auch Auswirkungen auf die CSU", sagte der Europaabgeordnete der Mitteldeutschen Zeitung .
Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel müsse die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung zur Chefsache machen, forderte Posselt. "Wenn sie weiter von der Opposition in dieser Weise zerschossen wird, dann hat das massive politische Konsequenzen für Deutschland." Er warnte vor "österreichischen Verhältnissen". Dort hatte die konservative ÖVP immer mehr Stimmen an die rechtspopulistische FPÖ abgeben müssen.
Steinbach hatte ihren Rückzug aus der CDU-Spitze auch mit fehlendem Rückhalt in der Union begründet. Sie habe dort nur noch eine "Alibifunktion", die sie nicht mehr wahrnehmen möchte, sagte sie in einem Welt -Interview. "Ich stehe dort für das Konservative, aber ich stehe immer mehr alleine." Sie will beim Parteitag im November nicht mehr für den CDU-Vorstand kandidieren, in den sie im Jahre 2000 gewählt worden war.
Hintergrund sind interne Äußerungen Steinbachs zur Rolle Polens beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, die durch Indiskretionen bekannt geworden waren und für erheblichen Wirbel gesorgt hatten .
Auch im Hinblick auf die von Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin angestoßene Integrationsdebatte forderten Unionspolitiker, den konservativen Kern von CDU und CSU zu stärken. "Wir müssen uns gesellschaftspolitisch neu ordnen, wenn sich jene, die sich als konservativ, bürgerlich und liberal empfinden, bei uns nicht mehr wohl fühlen", sagte der innenpolitische Sprecher der Union, Hans- Peter Uhl (CSU), den Stuttgarter Nachrichten.
Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sagte derselben Zeitung: "Ich glaube, dass eine Partei, die bürgerlich-konservativ ist und den notwendigen Sicherheitsabstand zu rechtsradikalen Parteien hält, locker über 5 Prozent kommt und sogar ein zweistelliges Ergebnis erzielen kann." Allerdings setze das voraus, "dass bekannte und populäre Persönlichkeiten diese Partei führen würden und die sehe ich weit und breit nicht".
Laut dem Meinungsforschungsinstitut Emnid sympathisieren fast 20 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland mit einer Partei, die weder extrem noch fremdenfeindlich ist, aber deutlich rechts von der aktuellen CDU steht.
Für die Opposition hat sich der Fall Steinbach mit deren angekündigtem Rückzug aus der CDU-Spitze allerdings noch nicht erledigt. Sie verlangt vielmehr, dass die BdV-Vorsitzende auch aus dem Menschenrechtsausschuss des Bundestages abberufen werden müsse. "Wer so unsensibel revisionistische Thesen verteidigt wie sie, ist nicht geeignet, in wichtigen menschenrechtlichen und historischen Fragen sachgemäß zu urteilen", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, Spiegel Online .
Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte weitere Konsequenzen. Steinbach gehe es nicht um Versöhnung, sondern um das "revisionistische Geschichtsbild" ihres Verbandes, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer. "Spätestens jetzt gilt es, dem entschieden entgegenzutreten und dem Spuk eine klare Absage aller Demokraten zu erteilen."
Unionsfraktionschef Volker Kauder wies die Forderung nach weiteren Konsequenzen jedoch zurück. In seiner Partei gebe es Punkte, in denen die "rote Linie" nicht überschritten werden dürfe. Dazu gehöre, nie das Existenzrecht Israels oder die klare Verantwortung des Dritten Reichs für Verbrechen infrage zu stellen. Dies sei durch Steinbach aber auch nicht geschehen. "Damit ist der Fall für uns gegessenn", betonte Kauder. An die eigene Partei gerichtet sagte Kauder aber auch, eine Diskussion um eine schärferes konservatives Profil halte er nicht für notwendig.
Auch Bundeskazlerin Angela Merkel stellte sich am Freitag hinter Steinbach. Die Aussage der CDU-Abgeordneten sei "sehr weitgehend interpretiert worden, auch über das Maß hinaus, das eigentlich da eine Interpretation verträgt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.
Der polnische Botschafter in Deutschland, Marek Prawda, sagte dagegen , er fühle sich durch die jüngste Debatte an Nazi-Propaganda erinnert. Der sei es auch darum gegangen, "die Kriegsschuld auf andere zu schieben". Natürlich werde mit der Diskussion um die polnische Teil-Mobilmachung vom März 1939 der Versuch einer Relativierung unternommen.
Aus polnischer Sicht sei das "keine große Überraschung – so etwas haben wir in der Vergangenheit leider immer wieder aus Kreisen des Bundes der Vertriebenen gehört", sagte Prawda. Allerdings hob der Vertreter Polens in Deutschland hervor, dass er die gegenseitigen Beziehungen zwischen Berlin und Warschau nicht belastet sehe: "Die deutsch-polnischen Beziehungen sind viel zu stark, um durch so etwas ernsthaft in Gefahr gebracht zu werden", sagte Prawda.
- Datum 10.09.2010 - 12:50 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 71
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Gähn, wann kümmert man sich endlich um die Probleme HEUTE, die Probleme der Jugend?
Eine Generation kreist um sich selbst...
Frau Steinbach - und nicht nur sie im Verband der Vertriebenen - ist mit ihrem Revisionismus unerträglich für jede politische Partei.
Wie abstrus die deutsche politische Diskussion geworden ist, kann man gut an den Vorwürfen gegen Frau Steinbach erkennen. Man wirft ihr also allen Ernstes vor, sie sei "unsensibel". Der Bundestag als große Selbsterfahrungsgruppe, wo alle lieb und nett zueinander sein müssen. Und alle sind ganz furchtbar traurig, wenn jemand "unsensibel" ist.
Wenn jemand unsensibel ist serviert er Wahrheiten vielleicht zu gut gewürzt.
Wenn jemand wie Frau Steinbach und ihre Gesellen historische Unwahrheiten verbreitet, gegen ein Nachbarvolk hetzt, außenpolitisch wie ein Elefant im Porzellanladen trampelt ist das nicht "unsensibel" sondern schadet unserem Land.
Salonfaschisten wie Frau Steinbach haben im politischen Diskurs der Bundesrepublik absolut nichts verloren.
Wenn jemand unsensibel ist serviert er Wahrheiten vielleicht zu gut gewürzt.
Wenn jemand wie Frau Steinbach und ihre Gesellen historische Unwahrheiten verbreitet, gegen ein Nachbarvolk hetzt, außenpolitisch wie ein Elefant im Porzellanladen trampelt ist das nicht "unsensibel" sondern schadet unserem Land.
Salonfaschisten wie Frau Steinbach haben im politischen Diskurs der Bundesrepublik absolut nichts verloren.
Das hätte einen großen Nutzen:
1. Man wüßte, wo die braunen Brüder und Schwestern sich herumtreiben.
2. Man könnte den Verfassungsschutz mit der Beobachtung beauftragen.
3. Man wüßte endlich, auf wen außer auf NPD-Schergen man die Volksverhetzungsparagrafen anwenden könnte, wahrscheinlich mit großem Erfolg.
4. Man könnte die Partei verbieten, und die NPD und DVU bitte gleich mit.
Die Kommentare hier und in anderen Medien wimmeln nur so von Geschichtsrevisionisten, Relativierern, Leugnern und Geschichtsklitterern.
Warum fordern wir eigentlich von Einwanderern Verfassungstreue wenn unter uns so viele Verfassungsfeinde sind?
wie ich diesen Kommentar von CM als "Empfohlenen Kommentar" kennzeichnen kann?
Aber was genau ist denn "Rechts"? Ernsthaft: Welche Qualität bzw welcher Qualitätsmix ist damit gemeint?
Es scheint mir immer etwas billig, einen solch emotional aufgeblasenen Ausdruck zu verwenden, da er letztlich nichts besagt.
wie ich diesen Kommentar von CM als "Empfohlenen Kommentar" kennzeichnen kann?
Aber was genau ist denn "Rechts"? Ernsthaft: Welche Qualität bzw welcher Qualitätsmix ist damit gemeint?
Es scheint mir immer etwas billig, einen solch emotional aufgeblasenen Ausdruck zu verwenden, da er letztlich nichts besagt.
Wenn jemand unsensibel ist serviert er Wahrheiten vielleicht zu gut gewürzt.
Wenn jemand wie Frau Steinbach und ihre Gesellen historische Unwahrheiten verbreitet, gegen ein Nachbarvolk hetzt, außenpolitisch wie ein Elefant im Porzellanladen trampelt ist das nicht "unsensibel" sondern schadet unserem Land.
Salonfaschisten wie Frau Steinbach haben im politischen Diskurs der Bundesrepublik absolut nichts verloren.
Vielleicht können sie mir ja eine Unwahrheit nennen, die Frau Steinbach verbreitet. Aber bitte Originalzitate mit Quellenangabe.
Vielleicht können sie mir ja eine Unwahrheit nennen, die Frau Steinbach verbreitet. Aber bitte Originalzitate mit Quellenangabe.
Wer dieser Tage in "BILD" hineinsieht traut übrigens seinen Augen kaum. Dort wird unter dem Motto "Das wird man ja wohl noch sagen können" gehetzt, wie es seit vielen Jahren selbst "BILD" nicht mehr geschafft hat.
Wenn der Axel-Springer-Verlag sich hinter die Salonfaschisten um Steinbach und Co. stellt müssen wir uns nicht wundern, wenn wir Deutschland in fünf Jahren nicht wiedererkennen. Das Zentralorgan der deutschen Stammtische, die auflagenstärkste Massenverblödungswaffe Europas, ist eine Gefahr für die Demokratie.
Heuchelei insbesondere in der Berichterstattung unsere Presse.
Da sagt ein Vertriebenenfunktionär, dass "Polen im März 1939 die Mobilmachung seiner Truppen durchgeführt hat" und Frau Steinbach sagt, dass ihr Kollege mit dieser Feststellung recht hat.
Das wird von Teilen der Presse und anderen interessierten Kreisen verfälscht zu: "Frau Steinbach sagt, die polnische Mobilmachung vom März 1939 war der Grund für den Ausbruch des 2. Weltkriegs".
Das das so nicht richtig gewesen sein kann, ist allein daran zu erkennen, dass Hitler die Lüge "polnischer Überfall auf den Sender Gleiwitz" brauchte, um den deutschen Angriff zu rechtfertigen.
So dumm ist nicht einmal Frau Steinbach, deren Ansichten mir meistens nicht gefielen, um das zu behaupten, was ihr jetzt untergeschoben wird.
Lesen Sie mal die Leserkommentare in der Berichterstattung um Frau Steinbach. Ihre Fans nehmen kein Blatt vor den Mund und sprechen das aus, was ihr wohl den sofortigen Ausschluss aus der CDU einbringen würde. Alle verkappten Nazis applaudieren, und es sind mehr als man wahrhaben will.
Die "Argumente" setzen sich zusammen aus Halbwahrheiten, verdrehten Wahrheiten und glatten Lügen, garniert mit aberwitzigen Verschwörungstheorien über einen bevorstehenden polnischen Angriffsplan gegen Deutschland. Wenn man dagegen Einspruch einlegt, weil es historisch falsch ist, werden diverse Autoren auch aus dem Umfeld von Frau Steinbach zitiert.
Dabei wird immer und immer wieder gefordert, die "freie Meinungsäußerung" nicht zu beschränken. Zumindest scheinen sich diese Leute bewußt zu sein, daß sie sich haarscharf am Rand der Volksverhetzung bewegen. Wenn Nazis Meinungsfreiheit fordern sollten wir hellwach sein, denn dann wird die Meinungsfreiheit schnell durch eine sich gegenseitig aufstachelnde Meute von Nazis mißbraucht - wir stehen kurz davor.
"Man wird doch noch sagen dürfen" ist für mich das Unwort des Jahres:
http://community.zeit.de/user/cm/beitrag/2010/09/09/man-wird-doch-noch-sagen-dürfen
....recht genau. Wie gegen Westerwelle oder Sarrazin wurde auch gegen Steinbach eine regelrechte Mobbing Kampagne in den Medien geführt. Dazu gehört in allen Fällen auch eine besondere Aufbereitung und Formulierung der Informationen. Da die Methode recht beliebt ist im Lande, hat man damit Erfahrung und kann innert kürzester Zeit den gesamten Informationsfluss parallel schalten.
Das ist gesellschaftstechnologisch beeindruckend aber für die Demokratie auch sehr schade, da es die Glaubwürdigkeit der medial vermittelten Informationen grundlegend in Frage stellt und weite Teile der Bevölkerung in Irrglauben leben lässt.
Lesen Sie mal die Leserkommentare in der Berichterstattung um Frau Steinbach. Ihre Fans nehmen kein Blatt vor den Mund und sprechen das aus, was ihr wohl den sofortigen Ausschluss aus der CDU einbringen würde. Alle verkappten Nazis applaudieren, und es sind mehr als man wahrhaben will.
Die "Argumente" setzen sich zusammen aus Halbwahrheiten, verdrehten Wahrheiten und glatten Lügen, garniert mit aberwitzigen Verschwörungstheorien über einen bevorstehenden polnischen Angriffsplan gegen Deutschland. Wenn man dagegen Einspruch einlegt, weil es historisch falsch ist, werden diverse Autoren auch aus dem Umfeld von Frau Steinbach zitiert.
Dabei wird immer und immer wieder gefordert, die "freie Meinungsäußerung" nicht zu beschränken. Zumindest scheinen sich diese Leute bewußt zu sein, daß sie sich haarscharf am Rand der Volksverhetzung bewegen. Wenn Nazis Meinungsfreiheit fordern sollten wir hellwach sein, denn dann wird die Meinungsfreiheit schnell durch eine sich gegenseitig aufstachelnde Meute von Nazis mißbraucht - wir stehen kurz davor.
"Man wird doch noch sagen dürfen" ist für mich das Unwort des Jahres:
http://community.zeit.de/user/cm/beitrag/2010/09/09/man-wird-doch-noch-sagen-dürfen
....recht genau. Wie gegen Westerwelle oder Sarrazin wurde auch gegen Steinbach eine regelrechte Mobbing Kampagne in den Medien geführt. Dazu gehört in allen Fällen auch eine besondere Aufbereitung und Formulierung der Informationen. Da die Methode recht beliebt ist im Lande, hat man damit Erfahrung und kann innert kürzester Zeit den gesamten Informationsfluss parallel schalten.
Das ist gesellschaftstechnologisch beeindruckend aber für die Demokratie auch sehr schade, da es die Glaubwürdigkeit der medial vermittelten Informationen grundlegend in Frage stellt und weite Teile der Bevölkerung in Irrglauben leben lässt.
Jeder europäischer Bürger hat das Recht sich in der EU aufzuhalten, wo er will. Soll doch Frau Steinbach und ihre Verbandsfunktionäre ihren Wohnsitz in der "alten Heimat" nehmen. In Polen werden sie sicher "herzlich willkommen" sein.
Im letzten Jahrhundert grasierte der Nationalismus in Europa und alle wollten ihren eigenen Staat. Da wurden auch von "Nationen" Verbrechen begangen, um dies Ziel zu erreichen und andere Nationalitäten von "ihrem Land" zu vertreiben.
Heute ist dieser Wahn überstanden und es gibt in Europa die Niederlassungsfreiheit. Nun darf auch Frau Steinbach ins frühere Westpreußen ziehen.
Bleibt die Frage: Wann wird der Nationalismus wiederkehren und alles wieder umgekehrt?
Vorsicht, wenn Sie glauben, das könne nicht mehr geschehen. Da kennen Sie den menschlichen Wahnsinn schlecht.
Im letzten Jahrhundert grasierte der Nationalismus in Europa und alle wollten ihren eigenen Staat. Da wurden auch von "Nationen" Verbrechen begangen, um dies Ziel zu erreichen und andere Nationalitäten von "ihrem Land" zu vertreiben.
Heute ist dieser Wahn überstanden und es gibt in Europa die Niederlassungsfreiheit. Nun darf auch Frau Steinbach ins frühere Westpreußen ziehen.
Bleibt die Frage: Wann wird der Nationalismus wiederkehren und alles wieder umgekehrt?
Vorsicht, wenn Sie glauben, das könne nicht mehr geschehen. Da kennen Sie den menschlichen Wahnsinn schlecht.
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