Stuttgart 21 Südwest-SPD will Bürger über Bahnhofsbau entscheiden lassen
Bisher hat sie das Projekt unterstützt. Nun will die SPD einen Bürgerentscheid über den Bahnhofsneubau herbeiführen. Vor Jahren war ein solcher Versuch gescheitert.
Als die Bahn begann, am Altbau des Stuttgarter Hauptbahnhofes Fakten zu schaffen, erstarkte der Protest: Tausende demonstrieren nahezu täglich gegen den Abriss des historischen Gebäudes, das einem modernen unterirdischen Neubau weichen soll.
Die Bahn als Bauherr des Vier-Milliarden-Euro-Projektes sieht sich nach allen politischen Verhandlungen und der jahrelangen Planung im Recht. Das Unternehmen hält den Protest für verspätet. Doch die Gruppe der Befürworter schrumpft: Gut ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg kündigte die oppositionelle SPD an, die Bürger über den unterirdischen Hauptbahnhof entscheiden zu lassen. Sie würde damit auch in Kauf nehmen, dass das Projekt trotz der begonnenen Bauarbeiten noch gestoppt wird.
Zu dem Bauvorhaben Stuttgart 21 gehören ein neuer Durchgangsbahnhof unter der Erde, ein unterirdischer Schienenring und die Anbindung der Stadt an die geplante Schnellbahnstrecke nach Ulm. Mit dem alten Bahnhofsgebäude sollen auch etwa 280 Bäume im nahe gelegenen Schlosspark fallen. Die Sozialdemokraten befürworteten das Bauvorhaben bisher, wie die Regierungskoalition aus CDU und FDP.
SPD-Landeschef Nils Schmid sagte nun, er sei überzeugt, dass die Mehrheit der Baden-Württemberger das Projekt wolle: "Wir haben gute Argumente und müssen uns vor dem Bürger nicht verstecken." Am Mittwoch will Schmid den vom früheren SPD-Vordenker und Bundesentwicklungsminister Erhard Eppler unterbreiteten Vorschlag eines Volksentscheids vorstellen.
Die Bahn, die CDU und die FDP sehen indes trotz der Proteste keinen Grund, den Bau zu stoppen. Bahn-Chef Rüdiger Grube sagte, Stuttgart bekomme den "modernsten Bahnhof der Welt". Die Stadt werde "viel attraktiver, sie wird grüner, Flughafen und Messe kriegen einen ICE-Anschluss, die Reisezeiten werden kürzer und die Kaufkraft wird wesentlich gesteigert", warb Grube.
Bisher hatten Projektbefürworter argumentiert, ein Volksentscheid sei angesichts der geschlossenen Verträge zwischen Bahn, Land und Stadt unmöglich. Schon 2007 sammelten Gegner in einem Bürgerbegehren mehr als 60.000 Stimmen für eine Volksbefragung – dreimal so viel wie nötig. Aber die Mehrheit im Stuttgarter Gemeinderat, eine Allianz aus CDU, FDP und SPD, lehnte den möglichen Bürgerentscheid aus formalen Gründen ab. Gerichte bestätigten dies später.
Die
Gegner des Bauvorhabens
lassen nichts unversucht, ihr Ziel zu erreichen. Die Stuttgarter Polizei räumte in der Nacht ein besetztes Baumhaus. Etwa 100 Demonstranten eilten den Besetzern zur Hilfe, einige bildeten zeitweise eine Sitzblockade um den Baum herum. Polizeibeamte trugen elf Demonstranten weg.
- Datum 07.09.2010 - 18:28 Uhr
- Quelle dpa
- Kommentare 35
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Wahlkampf.
Vor 10 Jahren wäre ich dafür gewesen. Wir sind nicht in einer Stimmungsdemokratie und sollten es auch nicht dazu kommen lassen.
280 Bäume sind doch kein Argument, es gibt 100.000 Bäume in diesem Land.
...auch und gerade in einer repräsentativen Demokratie. Die den Plebiszit ausdrücklich zulässt. In Stuttgart hat man ihn mit juristisch fragwürdigen Winkelzügen trotz Zusage des Oberbürgermeisters Schuster verhindert. Daß der Souverän sich das nicht gefallen lässt - damit war zu rechnen.
Aber die Mehrheit im Stuttgarter Gemeinderat, eine Allianz aus CDU, FDP und SPD, lehnte den möglichen Bürgerentscheid aus formalen Gründen ab.
Gerichte bestätigten dies später.
Ob der Bürgerentscheid durchgeführt wird oder in Hamburg fällt ein
Ascheneimer um, das macht noch nicht einmal PENG!
Reine Geldverschwendung und nicht rückgängig zu machen.
Wo kommen wir dahin, wenn Baumaßnahmen trotz vorliegender
Beschlüsse aus Jux und Dollerei jederzeit gestoppt werden können.
Die Stadt wäre eine einzige Bauruine.
Bäume sind nun einmal wichtig...ich meine wir haben 80Millionen Menschen in Deutschland, wenn da jetzt mal ein paar tausend unnötige umgebracht werden störts doch keinen.
Naja naive Menschen gibt es überall und immer :)
...auch und gerade in einer repräsentativen Demokratie. Die den Plebiszit ausdrücklich zulässt. In Stuttgart hat man ihn mit juristisch fragwürdigen Winkelzügen trotz Zusage des Oberbürgermeisters Schuster verhindert. Daß der Souverän sich das nicht gefallen lässt - damit war zu rechnen.
Aber die Mehrheit im Stuttgarter Gemeinderat, eine Allianz aus CDU, FDP und SPD, lehnte den möglichen Bürgerentscheid aus formalen Gründen ab.
Gerichte bestätigten dies später.
Ob der Bürgerentscheid durchgeführt wird oder in Hamburg fällt ein
Ascheneimer um, das macht noch nicht einmal PENG!
Reine Geldverschwendung und nicht rückgängig zu machen.
Wo kommen wir dahin, wenn Baumaßnahmen trotz vorliegender
Beschlüsse aus Jux und Dollerei jederzeit gestoppt werden können.
Die Stadt wäre eine einzige Bauruine.
Bäume sind nun einmal wichtig...ich meine wir haben 80Millionen Menschen in Deutschland, wenn da jetzt mal ein paar tausend unnötige umgebracht werden störts doch keinen.
Naja naive Menschen gibt es überall und immer :)
wäre eine Transrapidstrecke die bessere Investition.
...auch und gerade in einer repräsentativen Demokratie. Die den Plebiszit ausdrücklich zulässt. In Stuttgart hat man ihn mit juristisch fragwürdigen Winkelzügen trotz Zusage des Oberbürgermeisters Schuster verhindert. Daß der Souverän sich das nicht gefallen lässt - damit war zu rechnen.
Natürlich leben wir in Zeiten, die Volksabstimmungen mit Blick auf häufigen politischen "Murks" sinnvoll erscheinen lassen. Ein Referendum in wesentlichen Sachfragen, insbesondere hinsichtlich zukünftiger gesellschaftlicher Auswirkungen (z.B. Bildung, Energie usw.), ist zeitgemäß...
Wie glaubwürdig ist denn aber ausgerechnet die SPD mit diesem Ansinnen jetzt? Herrn Eppler würde man das persönlich abnehmen! Das passt zu ihm, aber seine Partei? Wenn man sich das Theater in der SPD hinsichtlich der "Integrations-Frage" ansieht, müssen Zweifel aufkommen, wie ehrlich das Ansinnen eines Referendums gemeint ist.
Beim Thema Integration/Migration hat die Partei ebensolange geschlafen wie bei "Stuttgart 21". Nun scheint im "Ländle" der wahlkampftaktisch geeignete Moment gekommen zu sein, beim Volk bürgernah durch die Forderung nach einer Volksabstimmung zu punkten. Das Parteiverhalten bei der Integrations-(Sarrazin)Diskussion zeigt aber, dass ihr die Mehrheit der Basis - gerade vor dem Hintergrund eigener Versäumnisse - nicht immer willkommen ist... Das ist unethisches Verhalten, weil man sich aussuchen möchte, wann etwas folgerichtig ist und wann nicht!
Dieses Verhalten einer Interessen-Organisation (also auch Klientel-orientiert!) ist genau das Verhalten, was gesellschaftliche Diskussionen auslöst und ärgerlich macht! Die Nichtwählerpartei und die sich bildende "neue bürgerliche APO" wird so weiter Zulauf erfahren (s.a. http://richtungswechsel.info)
nach einen Bürgerentscheid bis zu den Politikern (wenigstens einigen) herumspricht und diese auch darauf reagieren.
Das hätte der CDU und Schuster und der angebliche Bürgerrechte Partei FDP genauso gut zu Gesicht gestanden.
Wenn man den anderen das Feld überlässt, braucht man sich über Wählerwechsel nicht zu beschweren.
So weit mir bekannt ist, war die Haltung in der SPD nie ganz eindeutig Pro S 21. Nur die Spitze (außer wohl bei Drexler)
Aber vielleicht war Drexler ja nur ein Trojanisches Pferd - dann hätte er seinen Job ziemlich gut gemacht.
"Am 24. Juli 2009 wurde Drexler als Sprecher des umstrittenen Projekts Stuttgart 21 vorgestellt. Er soll das Kommunikationsbüro leiten und die Öffentlichkeit über das Bahnprojekt und dessen Fortschreiten informieren."
http://de.wikipedia.org/w...
Denn das mit der Kommunikation und der Öffentlichkeit ging ja eher nach hinten los.
nach einen Bürgerentscheid bis zu den Politikern (wenigstens einigen) herumspricht und diese auch darauf reagieren.
Das hätte der CDU und Schuster und der angebliche Bürgerrechte Partei FDP genauso gut zu Gesicht gestanden.
Wenn man den anderen das Feld überlässt, braucht man sich über Wählerwechsel nicht zu beschweren.
So weit mir bekannt ist, war die Haltung in der SPD nie ganz eindeutig Pro S 21. Nur die Spitze (außer wohl bei Drexler)
Aber vielleicht war Drexler ja nur ein Trojanisches Pferd - dann hätte er seinen Job ziemlich gut gemacht.
"Am 24. Juli 2009 wurde Drexler als Sprecher des umstrittenen Projekts Stuttgart 21 vorgestellt. Er soll das Kommunikationsbüro leiten und die Öffentlichkeit über das Bahnprojekt und dessen Fortschreiten informieren."
http://de.wikipedia.org/w...
Denn das mit der Kommunikation und der Öffentlichkeit ging ja eher nach hinten los.
Entfernt. Bitte äußern Sie sich zu den konkreten Inhalten des Artikels. Die Redaktion/sh
auch die entsprechenden LINKS reinstellen?
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Aber die Mehrheit im Stuttgarter Gemeinderat, eine Allianz aus CDU, FDP und SPD, lehnte den möglichen Bürgerentscheid aus formalen Gründen ab.
Gerichte bestätigten dies später.
Ob der Bürgerentscheid durchgeführt wird oder in Hamburg fällt ein
Ascheneimer um, das macht noch nicht einmal PENG!
Reine Geldverschwendung und nicht rückgängig zu machen.
Wo kommen wir dahin, wenn Baumaßnahmen trotz vorliegender
Beschlüsse aus Jux und Dollerei jederzeit gestoppt werden können.
Die Stadt wäre eine einzige Bauruine.
Entfernt. Die Redaktion/sh
Sehr interessanten Sachen, die Sie hier so schreiben,
jedoch bissi weit vom Thema entfernt und sehr emotional.
Sehr interessanten Sachen, die Sie hier so schreiben,
jedoch bissi weit vom Thema entfernt und sehr emotional.
auch die entsprechenden LINKS reinstellen?
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