Auf einer Internetseite sollen Verbraucher künftig Produkte benennen können, die ihrer Meinung nach nicht das enthalten, was Aufmachung oder Angaben versprechen. So die Pläne der Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU). Verbraucherschützer sollten die Fälle dann prüfen und kommentieren. Die Unternehmen könnten Stellungnahmen abgeben. "Ich will den Dialog zwischen Verbrauchern und Wirtschaft ausbauen. Die Verbraucher müssen mit der Wahrheit bedient werden", sagte Aigner laut Medienberichten.

Demzufolge soll die Verbraucherzentrale Hessen im Frühjahr im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums mit der Internetseite online gehen. Vertreter der Lebensmittelbranche reagierten skeptisch auf die Pläne. Kai Falk vom Handelsverband Deutschland sagte der Bild am Sonntag , es bestehe die Gefahr, dass "diese Plattform mehr Verunsicherung als Klarheit schafft". Zu den Plänen, auch solche Produkte ins Netz zu stellen, die zwar nach geltenden Vorschriften gekennzeichnet sind , aber von Käufern als irreführend empfunden werden, sagte Matthias Horst vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, dies könne einzelne Firmen und Produkte "zu Unrecht in Verruf bringen".

Allerdings gibt es auch schon seit Jahren viele Seiten im Netz , auf denen sich Kunden über ihre Erfahrungen austauschen und Produkte kritisieren.

Anfang September hatte der Chef der Verbraucherorganisation Foodwatch, Thilo Bode, Aigner vorgeworfen, beim Schutz der Konsumenten zu versagen. Besonders im Bereich der Nahrungsmittelindustrie wolle die Politik "nichts mehr gegen die Industrie entscheiden", sagte er.