Stuttgart 21 Schnellbahn von zweifelhaftem Nutzen

Die EU will eine Schnellbahnstrecke durch die Schwäbische Alb. Doch in Zeiten billiger Flugtickets ist unklar, ob irgendwer von Paris nach Bratislava durchfahren will.

Bekommen die Befürworter von Stuttgart 21 jetzt Hilfe aus Brüssel? Im Gespräch mit der Rheinischen Post sagte Siim Kallas, der Verkehrskommissar der Europäischen Union, er halte das Projekt für "unverzichtbar". Die Kommission lege "allergrößten Wert darauf", dass die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris nach Bratislava, an der Stuttgart liegt, gebaut werde.

Die EU-Kommission habe sich in den Streit um Stuttgart 21 eingeschaltet und den Bau der Schnellbahnstrecke von Stuttgart nach Ulm für unverzichtbar erklärt, hieß es in Meldungen und Berichten. Das stimmt nicht ganz: Die Kommission ist für den Bahnhof gar nicht zuständig. Sich in den Bahnhofsstreit einzumischen, könne nicht die Absicht des Kommissars gewesen sein, erfuhr ZEIT ONLINE aus seinem Umfeld.

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Auch Kallas’ Sprecherin relativierte seine Worte: "Die Entscheidung über Art und Bauweise der Bahnhöfe obliegt allein den Mitgliedsländern", sagte sie auf Nachfrage. Der EU-Kommission sei lediglich "extrem wichtig", dass die Lücken auf den Schnellfahrstrecken zwischen Stuttgart, Wendlingen und Ulm geschlossen würden.

Die Bahntrasse von Paris nach Bratislava ist Teil eines Schwerpunktprogramms der EU, zu dem Straßen, Häfen, der Flugverkehr und das Schienennetz gehören. In einer Entscheidung von 2004 werden insgesamt 30 Großprojekte aufgelistet, mit deren Bau noch vor 2010 begonnen werden sollte. Unter Nummer 17 ist die Bahnstrecke von Stuttgart nach Ulm zu finden, die im Rahmen der Bauarbeiten für Stuttgart 21 neu gebaut werden soll. Dafür hat die EU-Kommission mehr als 215 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Mit dem Neubau soll ein Teilstück des bisherigen Trassenverlaufs, die Geislinger ( # ) Steige, umgangen werden. Denn der Aufstieg zur schwäbischen Alb ist ein Nadelöhr für die ICE-Züge der Bahn, die auf dem steilen und kurvenreichen Abschnitt nicht schneller als 70 Kilometer pro Stunde fahren können. Die Hälfte der 60 Kilometer langen Neubaustrecke soll in Tunneln verlaufen.

Um, wie von der EU verlangt, die Lücke auf der Achse Paris-Bratislava zu schließen, bräuchte man den neuen Tiefbahnhof nicht, argumentieren die S-21-Gegner. Auch ihr Alternativkonzept, der Kopfbahnhof 21, könne die neue Strecke bedienen.

Stuttgart 21: Pro

Ohne Stuttgart 21 wird Baden-Württemberg vom internationalen Bahnverkehr abgehängt. So ermögliche der Bau den Lückenschluss in der europäischen Magistrale Paris-Budapest.

Die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm wird halbiert. Zudem werden Flughafen und Landesmesse an die Schnellbahnstrecke nach Ulm angebunden. Auch der Schienenregionalverkehr profitiere von dem Projekt.

Das Projekt bringt die Bauwirtschaft in Schwung und schafft rund 4000 neue Arbeitsplätze. Die verkehrsgünstige Lage des neuen Europaviertels am Bahnhof erleichtert die Ansiedlung von Dienstleistungen mit Tausenden neuen Arbeitsplätzen.

Auf derzeit noch mit Gleisen bedeckten Flächen werden Parkanlagen erweitert, außerdem entsteht neuer Wohn- und Arbeitsraum im Stadtzentrum.

Der Bau des unterirdischen Bahnhofs zieht viel weniger Probleme für die Fahrgäste nach sich als die Modernisierung des Kopfbahnhofes "unter dem rollenden Rad".

Contra

Die Kosten laufen aus dem Ruder, das Geld könnte besser in Bildung, sowie das Gesundheits- und Sozialwesen gesteckt werden.

Die Modernisierung des Kopfbahnhofes (K21) würde mehrere Milliarden Euro weniger kosten, vor allem wegen weniger Tunnelkilometern. Zudem müssten Teile des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes von Paul Bonatz nicht abgerissen werden.

Auch bei K21 kann der Bahnhof an die Schnellbahntrasse angeschlossen werden und dem Regionalverkehr würde wie im Fall von S21 kein Geld entzogen.

Im Schlossgarten werden alte Bäume gefällt und der Park wird durch die hohen Lichtaugen des unterirdischen Bahnhofs verschandelt.

Wird Stuttgart21 gebaut, wird sich künftig das Klima im Stuttgarter Kessel aufheizen. Bislang kühlen sich die unbebauten Flächen des Gleisvorfeldes nachts stark ab und halten dadurch die Temperaturen in Grenzen. Zudem wird die Feinstaubbelastung durch den Abtransport des Bauschutts steigen.

Die Proteste gegen den Bahnhofsbau in Stuttgart haben aber überdeckt, dass es auch an den Plänen für Neubaustrecke nach Ulm grundsätzliche Kritik gibt. Matthias Lieb, Landesvorsitzender des Verkehrclubs Deutschland (VCD) in Baden-Württemberg nennt sie ein "falsches Projekt zur falschen Zeit". Auch in den neuen Tunneln müssen die Züge hinter Stuttgart auf die schwäbische Alb hinauf, nur um kurz vor Ulm wieder ins Tal zu fahren. "Für ICEs bedeutet das einen enormen Energieverbrauch, für heutige Güterzüge ist die Steigung nicht zu schaffen", sagte Lieb ZEIT ONLINE.

Der Abschnitt zwischen Stuttgart und Ulm würde also auch in Zukunft ein Engpass auf der Achse Paris-Bratislava bleiben. Ohnehin ist nicht ganz klar, warum die Europäische Kommission so sehr auf dem Projekt beharrt. Für den Grünen-Europaabgeordneten Michael Cramer ist die Achse "völlig verrückt". Sie sei für den Güterverkehr nicht geeignet und würde ohnehin wenig genutzt.

Stattdessen sollten EU und Bundesregierung sich darauf konzentrieren, die viel häufiger befahrene Nord-Süd-Achse von Rotterdam nach Genua durchgehend zu modernisieren. Zu dieser Strecke, die zwei der wichtigsten Häfen Europas verbindet, gehört auch der Schweizer Gotthard-Tunnel, wo am Freitag der Durchstich gelang. Doch anders als in der Schweiz kommt der Ausbau dieser Magistrale in Deutschland nicht voran.

Leser-Kommentare
  1. ... so billig. Und war da nicht auch mal was mit dem CO2-Ausstoß?
    Zwischen Paris und Straßburg fahren ICE und TGV bis zu 320 km/h. In Deutschland geht es dann mit 80 km/h die Alb rauf.

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    • joG
    • 16.10.2010 um 18:47 Uhr

    ...von Paris nach Bratislava und wie viel eine Bahnfahrt?

    ...soll eine Strecke mit mehreren Milliarden Aufwand gebaut werden, auf denen noch nicht einmal Güterzüge fahren können? Da müßte ja ein Ticket 10 000 Euro kosten. Und dafür kann man auch einen Hubschrauber nach Bratislava mieten.

    • yeksaa
    • 16.10.2010 um 22:43 Uhr

    Wo leben Sie?

    Die Bahn, die ich auf jener Strecke jede Woche nutze, erreicht selten 320km/h, und auch, wenn die neue Strecke gebaut werden würde - es geht nur um wenige Minuten.

    Bei allem Respekt, doch die Beförderungszahlen des Flugverkehrs widerlegt eindeutig Ihre Aussage - Flugtickets sind nach wie vor sehr günstig erhältlich.

    • yeksaa
    • 16.10.2010 um 22:48 Uhr

    Schwarzbuch Deutsche Bahn

    ISBN 978-3-570-10036-3

    Bezieht sich nicht nur auf Stuttgart21, sondern legt dar, wie viele "faule Eier" die Bahn schon in den Sand setzte - Mio um Mio für nichtigste Projekte - und alles vom Staat mit Steuergeldern subventioniert.

    Lohnt sich!

    Paris - Bratislava

    Czech Airlines 265,26 EUR, Air France 344,24 EUR, etwa 6 Stunden

    Bahn - Preisauskunft nicht möglich, Fahrzeit mindestens 14 Stunden

    • joG
    • 16.10.2010 um 18:47 Uhr

    ...von Paris nach Bratislava und wie viel eine Bahnfahrt?

    ...soll eine Strecke mit mehreren Milliarden Aufwand gebaut werden, auf denen noch nicht einmal Güterzüge fahren können? Da müßte ja ein Ticket 10 000 Euro kosten. Und dafür kann man auch einen Hubschrauber nach Bratislava mieten.

    • yeksaa
    • 16.10.2010 um 22:43 Uhr

    Wo leben Sie?

    Die Bahn, die ich auf jener Strecke jede Woche nutze, erreicht selten 320km/h, und auch, wenn die neue Strecke gebaut werden würde - es geht nur um wenige Minuten.

    Bei allem Respekt, doch die Beförderungszahlen des Flugverkehrs widerlegt eindeutig Ihre Aussage - Flugtickets sind nach wie vor sehr günstig erhältlich.

    • yeksaa
    • 16.10.2010 um 22:48 Uhr

    Schwarzbuch Deutsche Bahn

    ISBN 978-3-570-10036-3

    Bezieht sich nicht nur auf Stuttgart21, sondern legt dar, wie viele "faule Eier" die Bahn schon in den Sand setzte - Mio um Mio für nichtigste Projekte - und alles vom Staat mit Steuergeldern subventioniert.

    Lohnt sich!

    Paris - Bratislava

    Czech Airlines 265,26 EUR, Air France 344,24 EUR, etwa 6 Stunden

    Bahn - Preisauskunft nicht möglich, Fahrzeit mindestens 14 Stunden

  2. schlagen sich auf die Seite des Milliardengrabes. Erst die entthronte Merkelin, ihr muss mal vermittelt werden, dass es ein Volk gibt, es wird sie überraschen. Noch mehr wundern wird sie sich angesichts der Feststellung, dass die Mehrheit schon lange dahin ist. Dann der Niebel, "es gibt nichts zu vermitteln" eine interessante Auffassung von Demokratie. Naja, es werden ja auch Hotels gebaut auf S21.
    Dann die IHK, der BDI, alles Institutionen die so wichtig sind für die Demokratie wie ein Kropf.
    Und die vielen unsinnigen Entscheidungen der EU bedürfen keines Kommentars. nach dem Mott Geld ist da, es muss nur vernichtet werden und was wir mit üppigen Bezügen und Subventionen nicht wegkriegen...
    Naja, es sollten ja die Sachargumente gelten. Wenn es diese denn gäbe.
    Wass brauchen wir eine Schnellverbindung Paris - Bratislava wenn in den Metropolen Deutschland nichts mehr geht. Verspätungen und Zugausfälle sind eher die Regel denn die Ausnahme. Das Volk will Bürgerbahn statt Größenwahn.

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    • matbhm
    • 16.10.2010 um 23:38 Uhr

    Klar, Sie wissen natürlich, was des Volkes Wille ist. Es ist schon erstaunlich, mit welchem Selbstverständnis die paar tausend Demonstranten in Stuttgart sich als Repräsentanten des Volkes ausgeben.

    Und an den Autor des Artikels: Irgendwie scheint an Ihnen die Umweltdebatte vorbeigegangen zu sein, wenn Sie dem Fliegen das Wort reden. Darüber hinaus: Warten Sie nur ein paar Jahre, dann wird's mit dem Billigfliegen vorbei sein. Denn dann greift die um sich greifende Energieknappheit. Und: Man sollte lieber die europaweite Subventionierung des Flugverkehrs (nicht nur die fehlende Besteuerung von Flugtreibstoffen) unterlassen und die so eingesparten Gelder in das Bahnnetz stecken.

    Übrigens: Alles wäre leichter, wenn nicht der Transrapid als Zukunftstechnologie (in Deutschland natürlich keine Chance ... weder der Transrapid noch die Zukunft) von den Krämerseelen der alten Bahn, allen voran Mehdorn, geschlachtet worden wäre.

    • matbhm
    • 16.10.2010 um 23:38 Uhr

    Klar, Sie wissen natürlich, was des Volkes Wille ist. Es ist schon erstaunlich, mit welchem Selbstverständnis die paar tausend Demonstranten in Stuttgart sich als Repräsentanten des Volkes ausgeben.

    Und an den Autor des Artikels: Irgendwie scheint an Ihnen die Umweltdebatte vorbeigegangen zu sein, wenn Sie dem Fliegen das Wort reden. Darüber hinaus: Warten Sie nur ein paar Jahre, dann wird's mit dem Billigfliegen vorbei sein. Denn dann greift die um sich greifende Energieknappheit. Und: Man sollte lieber die europaweite Subventionierung des Flugverkehrs (nicht nur die fehlende Besteuerung von Flugtreibstoffen) unterlassen und die so eingesparten Gelder in das Bahnnetz stecken.

    Übrigens: Alles wäre leichter, wenn nicht der Transrapid als Zukunftstechnologie (in Deutschland natürlich keine Chance ... weder der Transrapid noch die Zukunft) von den Krämerseelen der alten Bahn, allen voran Mehdorn, geschlachtet worden wäre.

  3. Meiner Meinung nach sollte man dafür sorgen, dass Kerosin deutlich teurer wird, ein Unding das gerade Flugzeugtreibstoff von der Ökosteuer ausgenommen ist. Dann würden sich auch mehr Menschen für die Bahn entscheiden. Aber solange selbst die EU- Beschäftigten nicht auf die Idee kommen Bahn zu fahren sondern sich teure Business class tickets bezahlen lassen habe ich da wenig Hoffnung. Verdammte Bigotterie!

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    • fennek
    • 16.10.2010 um 19:30 Uhr

    Der eigentliche Skandal ist, dass auf Kerosin überhaupt keine Steuern erhoben werden, weil man sich 1) nicht einigen konnte ob Start-oder Zielland diese Steuern einnimmt und 2) die Lobby der Fluggesellschaften vorbildlich gearbeitet hat.

    "Doch heute lohnt sich der Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn nur noch, wenn die Fahrzeit unter drei Stunden liegt."

    Diese Behauptung -mit Verlaub- entbehrt jeglicher Grundlage. Wenn Sie Fahrzeit zum Flughafen, Zeit für Sicherheitschecks und Fahrt vom Flughafen zur Reisezeit rechnen landen Sie eher bei 5. Des weiteren fallen die entwürdigenden "Sicherheits-" kontrollen und das teilweise freche Gebaren von Stewardessen weg, wenn man mit der Bahn fährt. Nachteil bei Bahnfahrten sind in D leider die häufigen Verspätungen. Erstaunlicherweise ist man bei der Bahn mittlerweile freundlicher als bei der Lufthansa.

    Es geht auch eigentlich nicht um ein Ticket von Bratislava nach Paris. Sondern um das von Stuttgart in beide Richtungen. Da hat die Bahn noch Chancen.

    Die ökologischen Argumente ist eindeutig auf Seite der Bahn - absurd sich an Bäume zu ketten und dann in den Urlaub zu fliegen.

    Wenn Sie glauben die heutigen Preise bei Flugreisen (Lufthansa Tickets Economy Zürich-Berlin 7 Euro Steuern) sind in irgend einer Weise nachhaltig... dann spreche ich Ihnen den ökonomischen Verstand ab.

    Freundlich,

    fennek

    • ngw16
    • 16.10.2010 um 20:00 Uhr

    ich habe mal spaßeshalber dieses bei der Bahnauskunft eingegeben.
    zum Fahrpreis keine Angabe, Fahrtzeit einfach ca. 16h

    Was machen da 30 Minuten Ersparnis nach Ulm aus?
    Ein Klacks zur Gesamtfahrzeit.

    Welcher Geschäftsmann will so lange unterwegs sein?

    • fennek
    • 16.10.2010 um 19:30 Uhr

    Der eigentliche Skandal ist, dass auf Kerosin überhaupt keine Steuern erhoben werden, weil man sich 1) nicht einigen konnte ob Start-oder Zielland diese Steuern einnimmt und 2) die Lobby der Fluggesellschaften vorbildlich gearbeitet hat.

    "Doch heute lohnt sich der Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn nur noch, wenn die Fahrzeit unter drei Stunden liegt."

    Diese Behauptung -mit Verlaub- entbehrt jeglicher Grundlage. Wenn Sie Fahrzeit zum Flughafen, Zeit für Sicherheitschecks und Fahrt vom Flughafen zur Reisezeit rechnen landen Sie eher bei 5. Des weiteren fallen die entwürdigenden "Sicherheits-" kontrollen und das teilweise freche Gebaren von Stewardessen weg, wenn man mit der Bahn fährt. Nachteil bei Bahnfahrten sind in D leider die häufigen Verspätungen. Erstaunlicherweise ist man bei der Bahn mittlerweile freundlicher als bei der Lufthansa.

    Es geht auch eigentlich nicht um ein Ticket von Bratislava nach Paris. Sondern um das von Stuttgart in beide Richtungen. Da hat die Bahn noch Chancen.

    Die ökologischen Argumente ist eindeutig auf Seite der Bahn - absurd sich an Bäume zu ketten und dann in den Urlaub zu fliegen.

    Wenn Sie glauben die heutigen Preise bei Flugreisen (Lufthansa Tickets Economy Zürich-Berlin 7 Euro Steuern) sind in irgend einer Weise nachhaltig... dann spreche ich Ihnen den ökonomischen Verstand ab.

    Freundlich,

    fennek

    • ngw16
    • 16.10.2010 um 20:00 Uhr

    ich habe mal spaßeshalber dieses bei der Bahnauskunft eingegeben.
    zum Fahrpreis keine Angabe, Fahrtzeit einfach ca. 16h

    Was machen da 30 Minuten Ersparnis nach Ulm aus?
    Ein Klacks zur Gesamtfahrzeit.

    Welcher Geschäftsmann will so lange unterwegs sein?

  4. kein Mensch wird von Paris aus diese Magsitrale nutzen. Als Urlaubsfahrt ist sowas ja auch nicht geeignet. Es ist einfach nur Quatsch.

  5. Die Gegenargumente überzeugen leider nicht. Speziell Michael Cramer sollte doch wissen, dass erst nachdem neue Zugverbindungen gebaut werden Nachfrage entsteht. Und selbst wenn es kurzfristig keinen Anstieg der Nachfrage gäbe, was ist mit dem Ziel, die Verbindungen in den Osten auszubauen? Soll man die alle kappen, weil "kein Mensch" in den 90ern dahin wollte? Wo ist plötzlich die Argumentation geblieben, dass Kurzstreckenflüge eher vermieden werden sollten, zugunsten der Bahn? Es ist eine Frage der Prioritäten und das Argument der niedrigen Flugkosten ist deshalb lächerlich. Unter diesem Gesichtspunkt müsste man die Bahnfahrerei nämlich ganz bleiben lassen. Ich frage mich, weshalb sich die Grünen wegen ein paar Bäumen und dem Juchtenkäfer von ihren Prinzipien verabschieden.

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    ...hätten Sie sich Ihren Kommentar sparen können. 3 Fahrgäste pro Monat Stuttgart-Bratislava. Über 3 Stunden Fahrt ist Flugzeug sinnvoller. Und neue Strecken schaffen Bedarf? Mitnichten! Die Franzosen überlegen bereits, die ersten TGV-Strecken stillzulegen: Wegen mangelnder Nachfrage.

    ...hätten Sie sich Ihren Kommentar sparen können. 3 Fahrgäste pro Monat Stuttgart-Bratislava. Über 3 Stunden Fahrt ist Flugzeug sinnvoller. Und neue Strecken schaffen Bedarf? Mitnichten! Die Franzosen überlegen bereits, die ersten TGV-Strecken stillzulegen: Wegen mangelnder Nachfrage.

  6. > Doch heute lohnt sich der Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn nur noch, wenn die Fahrzeit unter drei Stunden liegt.

    Achja? Weiß denn jetzt auch schon jemand, wie teuer die Flugtickets zu Projektende in 15 Jahren (wird nicht viel früher sein;-)) sein werden?
    Ich nehme an, dass 'lohnen' sich auf wirtschaftliche Überlegungen bezieht. Kann gut sein, dass kein privat geführtes Unternehmen sich ein solches Projekt vornehmen würde. Infrastruktur ist teuer und zahlt sich erst nach Jahrzehnten aus.
    Es geht auch nicht darum, dass man schneller von Paris nach Budapest kommt. Diese Strecke ist mit 10h vielleicht etwas zu lang (obwohl das in einem Nachtzug auch ertragbar wäre). Die Teilstrecken werden aber weitaus besser mit der Bahn bedient und ermöglichen somit eine Verlagerung vom Flugverkehr auf die Schiene. Beispielsweise ist die geplante Fahrzeit von Paris nach München 4h - im Gegensatz zu 8h vor dem Ausbau. Wieso sollte ich dafür das Flugzeug nehmen?

    Dass keiner die Strecke fährt, glaube ich nicht und kann das aus eigener Erfahrung auch bestätigen. Ich fahre ab und zu die Strecke Stuttgart-Paris: Selbst früh morgens ist der Zug überdurchschnittlich voll.

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    • Jenss
    • 17.10.2010 um 15:05 Uhr

    Eine schnellere Verbindung baucht S21 überhaupt nicht, das kann erreicht werden indem die alte Strecke ausgebaut wird.

    Dass man deswegen 5 Mrd in Stuttgart verbuddeln muss, um den Bahnhof tiefer zu legen ist totaler Blödsinn. Stuttgart kann auch über den alten Kopfbahnhof an die alte, dann ausgebaute Strecke angeschlossen werden.

    Der Zeitverlust ist minimal, da ICEs heute an beiden Enden Triebköpfe haben und nicht ein Zug um-gekoppelt werden muss.

    Wenn ein Durchgangsbahnhof so wichtig wäre, wäre London, Paris und Berlin auch nicht angeschlossen, die haben nämlich Kopfbahnhöfe.

    Die Argumenatation der Befürworter ist hier überhaupt nicht schlüssig. Letztlich "braucht" man S21 nur um den kleinen Stuttgarter Flughafen an den ICE anzuschließen, und dafür 5 MRD ausgeben?

    Hat Gott plötzlich Gold und Manna regnen lassen?

    • Jenss
    • 17.10.2010 um 15:05 Uhr

    Eine schnellere Verbindung baucht S21 überhaupt nicht, das kann erreicht werden indem die alte Strecke ausgebaut wird.

    Dass man deswegen 5 Mrd in Stuttgart verbuddeln muss, um den Bahnhof tiefer zu legen ist totaler Blödsinn. Stuttgart kann auch über den alten Kopfbahnhof an die alte, dann ausgebaute Strecke angeschlossen werden.

    Der Zeitverlust ist minimal, da ICEs heute an beiden Enden Triebköpfe haben und nicht ein Zug um-gekoppelt werden muss.

    Wenn ein Durchgangsbahnhof so wichtig wäre, wäre London, Paris und Berlin auch nicht angeschlossen, die haben nämlich Kopfbahnhöfe.

    Die Argumenatation der Befürworter ist hier überhaupt nicht schlüssig. Letztlich "braucht" man S21 nur um den kleinen Stuttgarter Flughafen an den ICE anzuschließen, und dafür 5 MRD ausgeben?

    Hat Gott plötzlich Gold und Manna regnen lassen?

    • lemar
    • 16.10.2010 um 17:21 Uhr

    Die Argumente dieses Artikels gegen das TEN-Projekt 17, die Achse Paris-Bratislava sind so armseelig, dass es selbst einem Bahnhofsgegner wehtun muss!

    1. billige Flugpreise - ist es nicht dieselbe grün gefärbte Bewegung, die fordert zur Senkung von CO2-Emissionen Billigflüge mit Sondersteuern zu belegen? Wäre die Verlegung von Personenverkehr aus der Luft auf die Schiene nicht eine Maßnahme, den anthropogenen Klimawandel wirkungsvoll einzudämmen?

    2. niemand fährt/fliegt von Paris nach Bratislava - am TEN-Korridor 17 liegen die Städte Paris, Reims, Straßburg, Karlsruhe, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Salzburg, Linz, St. Pölten, Wien und Bratislava, weiter nach Osten noch Györ und Budapest. Ich denke, jeder kann sich selbst vorstellen wieviel Individualverkehr jeden Tag zwischen Städten an dieser Achse stattfindet, sei es mit Auto, Flugzeug, Bus oder Zug. Und wieviel bereits o.g. CO2-Ausstöße man vermeiden könnte, wäre die Zug-Strecke attraktiver - sprich, schneller.

    Und dann mag ein Durchgangsbahnhof vielleicht nur 15 Minuten auf dem Weg dahin bringen...Viel wichtiger würde ich aber das vom Projekt ausgehende Signal bewerten: "Schaut her, wir investieren, um die Umwelt zu entlasten, aber erhalten dabei unsere Mobilität und den damit verbunden Lebensstandard!"

    Leider scheinen sich nur wenige Protestierer bewusst zu sein, dass sie nicht für das "sowohl als auch" eintreten, sondern für das "entweder, oder". Und das sogar zu Lasten ihres eigenen Wohlstandes.

  7. Die Argumentation dieses Artikels iswt wenig triftig. Erstens geht es nicht darum, dass Leuet von Paris nach Bratislava fahren, sondern eher von Bratislava nach Prag oder München oder von Prag nach Stuttgart oder von Paris nach München... Zweitens schafft man mit Infrastruktur auch Bedarf. Investoren überlegen sich, ob sie lieber in Standorte mit guten oder schlechten Verkehrsanbindungen investieren. Und dass Flugtickets in den nächsten Jahrzehnten nicht billiger werden, davon darf man wohl ausgehen.

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    ...oder wissen Sie nicht, wo Prag und Bratislava liegen? Über 3 Stunden lohnt der Zug nicht - steht klar im Artikel, also demnach auch Paris-München nicht. Und von Prag nach Stuttgart fahren 3 Leute - im Monat.

    ...und die Bahn wird in den 15 Jahren immer billiger, oder wie ? Mal abgesehen vom Preis, dem miesen Service, den überfüllten Zügen und allem anderen Sche... den die Bahn sich noch extra bezahlen lässt...ist das Flugzeug (fast) immer pünktlich.

    Daran sollte man arbeiten !!

    • ngw16
    • 17.10.2010 um 14:08 Uhr

    Und inwiefern sind Personen, die von Bratislava nach Prag oder München wollen, von der Thematik S21 betroffen?

    ...oder wissen Sie nicht, wo Prag und Bratislava liegen? Über 3 Stunden lohnt der Zug nicht - steht klar im Artikel, also demnach auch Paris-München nicht. Und von Prag nach Stuttgart fahren 3 Leute - im Monat.

    ...und die Bahn wird in den 15 Jahren immer billiger, oder wie ? Mal abgesehen vom Preis, dem miesen Service, den überfüllten Zügen und allem anderen Sche... den die Bahn sich noch extra bezahlen lässt...ist das Flugzeug (fast) immer pünktlich.

    Daran sollte man arbeiten !!

    • ngw16
    • 17.10.2010 um 14:08 Uhr

    Und inwiefern sind Personen, die von Bratislava nach Prag oder München wollen, von der Thematik S21 betroffen?

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