Stuttgart 21 Mappus sieht bei sich keine Fehler

Baden-Württembergs Landeschef Mappus hat den Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner verteidigt. Die Beamten dagegen geben zu, die Situation unterschätzt zu haben.

Polizisten am Absperrzaun rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof

Polizisten am Absperrzaun rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof

Er müsse sich nicht entschuldigen, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) in Stuttgart. Entschuldigen könne sich nämlich nur, wer einen Fehler gemacht habe. Er jedoch habe "bis dato" keinen Hinweis auf einen solchen Fehler. Gemeint war der fragwürdige Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner vom vergangenen Donnerstag, als im Stuttgarter Schlossgarten Schlagstöcke, Wasserwerfer und Pfefferspray zum Einsatz kamen. Natürlich sei "ein tiefes Bedauern da", fügte der Regierungschef hinzu. Entschuldigen aber, wie gesagt, müsse er sich nicht.

Die Stuttgarter Polizei gibt sich reumütiger. Sie spricht von einer Fehleinschätzung der Situation vor der gewaltsamen Räumung des Schlossgartens . Entscheidend dafür sei gewesen, dass "die Polizei nicht zum Einsatzort gekommen ist, dass sie blockiert wurde", sagte der Stuttgarter Polizeipräsident Siegfried Stumpf. "Wir haben zu diesem Zeitpunkt nicht mit diesen Blockaden gerechnet. Es ist uns bisher noch nie so viel Gegendruck entgegengebracht worden."

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Auch Stumpf äußerte Bedauern. "Es tut uns Leid, dass das so gelaufen ist", sagte Stumpf. Die Bilder vom vergangenen Donnerstag täten auch der Polizei weh. "Wir wollen alles dafür tun, dass dies ein einmaliges Ereignis bleibt."

Stuttgart 21: Pro

Ohne Stuttgart 21 wird Baden-Württemberg vom internationalen Bahnverkehr abgehängt. So ermögliche der Bau den Lückenschluss in der europäischen Magistrale Paris-Budapest.

Die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm wird halbiert. Zudem werden Flughafen und Landesmesse an die Schnellbahnstrecke nach Ulm angebunden. Auch der Schienenregionalverkehr profitiere von dem Projekt.

Das Projekt bringt die Bauwirtschaft in Schwung und schafft rund 4000 neue Arbeitsplätze. Die verkehrsgünstige Lage des neuen Europaviertels am Bahnhof erleichtert die Ansiedlung von Dienstleistungen mit Tausenden neuen Arbeitsplätzen.

Auf derzeit noch mit Gleisen bedeckten Flächen werden Parkanlagen erweitert, außerdem entsteht neuer Wohn- und Arbeitsraum im Stadtzentrum.

Der Bau des unterirdischen Bahnhofs zieht viel weniger Probleme für die Fahrgäste nach sich als die Modernisierung des Kopfbahnhofes "unter dem rollenden Rad".

Contra

Die Kosten laufen aus dem Ruder, das Geld könnte besser in Bildung, sowie das Gesundheits- und Sozialwesen gesteckt werden.

Die Modernisierung des Kopfbahnhofes (K21) würde mehrere Milliarden Euro weniger kosten, vor allem wegen weniger Tunnelkilometern. Zudem müssten Teile des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes von Paul Bonatz nicht abgerissen werden.

Auch bei K21 kann der Bahnhof an die Schnellbahntrasse angeschlossen werden und dem Regionalverkehr würde wie im Fall von S21 kein Geld entzogen.

Im Schlossgarten werden alte Bäume gefällt und der Park wird durch die hohen Lichtaugen des unterirdischen Bahnhofs verschandelt.

Wird Stuttgart21 gebaut, wird sich künftig das Klima im Stuttgarter Kessel aufheizen. Bislang kühlen sich die unbebauten Flächen des Gleisvorfeldes nachts stark ab und halten dadurch die Temperaturen in Grenzen. Zudem wird die Feinstaubbelastung durch den Abtransport des Bauschutts steigen.

Allerdings müssten dafür auch die Demonstranten einen Beitrag leisten, sagte Stumpf weiter. Schließlich sei von denen die Aggression ausgegangen. Der Polizei-Inspektor Dieter Schneider sagte, erst der "massive Widerstand" der Projektgegner habe dazu geführt, dass die Polizei Pfefferspray, Wasserwerfer und Schlagstöcke eingesetzt habe. Landespolizeipräsident Wolf Hammann verwies auf "Bilder von Aggression" gegen die Beamten. Stumpf sagte, der eingesetzte Wasserwerfer habe eigentlich das Baufeld sichern sollen, habe dann aber zur Räumung eingesetzt werden müssen.

Polizeipräsident Stumpf sagte, es habe keine Einflussnahme auf den Polizeieinsatz aus dem Innen- und Staatsministerium gegeben. "Für diesen Einsatz bin ich verantwortlich", sagte Stumpf. Einen Rücktritt lehnte er ab.

Während der Demonstration gegen das Fällen von Bäumen im Schlossgarten waren zwischen 130 und 400 Menschen verletzt worden. Viele von ihnen erlitten Augenverletzungen. Am Nachmittag berät der Innenausschuss des baden-württembergischen Landtags in einer nichtöffentlichen Sondersitzung über den Einsatz, der bundesweit Kritik ausgelöst hat.

Auch Mappus verwies im Hinblick auf die Aufklärung des Polizeieinsatzes auf den Innenausschuss. Vor einem abschließenden Urteil sollte man Parlament und Polizei erst die Zeit geben, das gesamte Material zu sichten und zu bewerten, sagte der Regierungschef.

Leser-Kommentare
  1. einen Fehler zuzugeben. Lassen Sie sich doch nicht Stück für Stück vorführen. Das kann nur zu einem erheblichen Verlust in die politischen Instanzen führen.

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    • WiKa
    • 05.10.2010 um 16:24 Uhr

    …dabei wäre es so einfach den inneren Frieden zu wahren. Dies würde aber voraussetzen, dass auch Leute wie Mappus echte Demokratie können. Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Mappus geht zwar einen besonderen Weg, der mutet aber sehr feudal an.

    Es wäre so einfach … würde sich die Landesregierung dazu entschließen den Showdown vorzuverlegen. Die Auseinandersetzung ist ja bereist auf zu einer Entscheidungsschlacht hochstilisiert. Also sollte der nicht gewählte sondern der ernannte Mappus mal ein Stück Demokratieverständnis zeigen und für die Auflösung des Parlamentes sorgen, dann ließen sich die Dinge schnell klären. Sowas wäre eine echte Stärke.

    http://qpress.de/2010/10/...

    • WiKa
    • 05.10.2010 um 16:24 Uhr

    …dabei wäre es so einfach den inneren Frieden zu wahren. Dies würde aber voraussetzen, dass auch Leute wie Mappus echte Demokratie können. Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Mappus geht zwar einen besonderen Weg, der mutet aber sehr feudal an.

    Es wäre so einfach … würde sich die Landesregierung dazu entschließen den Showdown vorzuverlegen. Die Auseinandersetzung ist ja bereist auf zu einer Entscheidungsschlacht hochstilisiert. Also sollte der nicht gewählte sondern der ernannte Mappus mal ein Stück Demokratieverständnis zeigen und für die Auflösung des Parlamentes sorgen, dann ließen sich die Dinge schnell klären. Sowas wäre eine echte Stärke.

    http://qpress.de/2010/10/...

  2. ...Mappus hat keine Fehler gemacht und wird auch nie welche machen. Das steht so in der Satzung der Landesregierung BW.
    Diejenigen, die verletzt wurden - weil sie womöglich einem ganzkörper-gepanzerten Polizisten eine Kastanie an den Helm gebollert haben - sollen froh sein, dass sie noch leben.
    Man hätte auch noch härter hinlangen können.
    Die finanziellen Interessen der S21-Protagonisten würden auch das rechtfertigen.
    Tja - wir müssen uns wohl damit abfinden, in einer Kapitaldiktatur zu leben. Oder wir wehren uns...

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    ...und haben damit gegen die Kapital-(Medien-)macht viel Arbeit zu leisten. Weil das Volk den Medien noch zuviel blindes Vertrauen entgegenbringt. Merke: Zeitunglesen entbindet nicht vom eigenen Denken - im Gegenteil.

    ...und haben damit gegen die Kapital-(Medien-)macht viel Arbeit zu leisten. Weil das Volk den Medien noch zuviel blindes Vertrauen entgegenbringt. Merke: Zeitunglesen entbindet nicht vom eigenen Denken - im Gegenteil.

  3. Alles "alternativlos". Oder nicht?

    "Mappus sieht bei sich keine Fehler": Entscheidend ist, was der Wähler denkt.

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    Zitat aepfelundbirnen:
    > "Mappus sieht bei sich keine Fehler": Entscheidend ist, was > der Wähler denkt.

    Da sei der Wahlcomputer vor. Leider ist der inzwischen nicht mehr erlaubt. Da geht das dann nur durch bedauerliche Verzähler bei einer Wahl, wie bei der letzten Schleswig-Holstein-Wahl im Wahlkreis Nordfriesland...

    http://www.zeit.de/politi...

    Zitat aepfelundbirnen:
    > "Mappus sieht bei sich keine Fehler": Entscheidend ist, was > der Wähler denkt.

    Da sei der Wahlcomputer vor. Leider ist der inzwischen nicht mehr erlaubt. Da geht das dann nur durch bedauerliche Verzähler bei einer Wahl, wie bei der letzten Schleswig-Holstein-Wahl im Wahlkreis Nordfriesland...

    http://www.zeit.de/politi...

  4. Politiker wie Mappus, die übrigens nicht vom Volk direkt gewählt wurden, sehen prinzipiell keine Fehler bei sich. Innenminister Rech scheint schon an Altersstarrsinn zu leiden, wenn er immer noch von den aggressiven Demonstranten faselt. Die hohen Polizeibeamten Deutschland's sind eher selten dadurch aufgefallen, jemals irgendeinen Fehler bei sich zu suchen, obwohl der örtliche Polizeieinheitsführer von der Einsatzleitung nicht darüber informiert wurde, dass zur gleichen Zeit eine genehmigte Demonstration von Kindern und Jugendlichen im Stuttgarter Schlosspark stattfand. Der Vorsitzende Richter am Stuttgarter Landgericht, Reicherter, wurde von einem gezielten Strahl eines gepanzerten Wasserwerfers von den Beinen gefegt. Aber nein, Fehler wurden von niemand gemacht. Wieso sollte also irgendjemand die Verantwortung für das Polizeidesaster übernehmen? Da klingt es wie Hohn und die Zornesröte schiesst mir ins Gesicht, wenn dann Frau Dr. Merkel die Demonstranten zur Deeskalation und zu friedlichen Demonstrationen aufruft. Meine harte Erziehung verbietet es mir, das auszusprechen, was mir auf der Zunge liegt!

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    dann ist es raus,denn so empfinden die meisten......
    In einer Plutokratie gibt es nicht viele Verbaltabus....

    dann ist es raus,denn so empfinden die meisten......
    In einer Plutokratie gibt es nicht viele Verbaltabus....

  5. Jetzt kommen MP Mappus und seine 'Kollegen' mit leicht durchschaubaren politischen Taschenspielertricks daher... Wie groß muss da zum einen ob der politischen Hilflosigkeit die Verzweiflung sein und wie groß die Angst, vorzeitig aus dem Amt gejagt zu werden...

    • 1985
    • 05.10.2010 um 14:59 Uhr

    Auf welcher Verhandlungsbasis will Her Mappus den Verhandeln,darauf dass wenn das recht auf Protest wahrgenommen wird notfalls mit grenzenloser Gewalt reagiert wird?

    Bei Stuttgart schneiden sich die Geister ich wollte dem Fortschritt und einem Modernem Bahnhof auch nicht im Weg stehen
    Aber die Leute sind ja anscheinend auch über die ca. -11.000.000.000 Milliarden Euro kosten im Unklaren gelassen worden
    Und die sind bei ca -21.000Euro pro Kopf pro Einwh. Staatsverschuldung ein starkes gegen Argument

    Da ist so ein Protest vorprogrammiert,Politik manipuliert und um in so einem Prozess die wahren Zahlen und Fakten zu erkennen dauert

    Politik hat sich auf das Volk abzustimmen und nicht umgekehrt

    Dass ist schon ein harter Brocken dass ein Politiker welcher sein Gehalt von den Staatsbürgern erhält Gewalt gegen diese als richtig empfindet da frage ich mich wo noch der gesunde Respekt vor der Demokratie und der Mehrheit die diese aus macht bleibt

  6. Ich denke das ist Stuttgarter Theater was da gerade aufgeführt wird.

    Ich glaube das ganze Theater versteht kein Mensch der nicht aus Stuttgart kommt.
    Ich habe noch kein Argument in diesem ganzen Theater von den Gegnern gehört was auch nur ansatzweise gegen den neuen Bahnhof spricht.

    Bin aus Berlin und wen auch immer ich frage- stehts schütteln alle den Kopf über so viel Rückständigkeit der Stuttgarter.

    Nicht mal das Geld kann als Argument gelten.
    Investitionen in Infrastruktur kosten eben.
    Was glauben denn die Stuttgarter was der Berliner Hauptbahnhof gekostet hat? Oder der BBI bis er fertig ist kostet?
    Und interessiert das auch nur irgendjemanden in Berlin oder Brandenburg? Nein, weil eben neues Geld kostet.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Hickey
    • 05.10.2010 um 15:13 Uhr

    Entfernt. Widersprechen Sie anderen Diskussionsteilnehmer bitte mit sachlichen Gegenargumenten. Die Redaktion/sh

    • Hickey
    • 05.10.2010 um 15:15 Uhr

    Kommt eben aus dem Westen, Berlin = Osten, Stuttgart = Westen.

    Solidaritätszuschlag als Stichwort sollte reichen, es gibt übrigens einige Westdeutschestädte die aufgrund von Transferleistungen, im Gegensatz zu den Ostdeutschen Städte, pleite sind.

    Vielleicht sollten sie als Berliner einmal ihren Horizont erweitern, über den Tellerrand blicken etc...

    Ich habe noch kein Argument in diesem ganzen Theater von den Gegnern gehört was auch nur ansatzweise gegen den neuen Bahnhof spricht.

    Da gäbe es jede Menge Antworten zu, aber das ist alles schon gesagt. Nur manche wollen es nicht hören.

    Bin aus Berlin und wen auch immer ich frage- stehts schütteln alle den Kopf über so viel Rückständigkeit der Stuttgarter.

    Ich bin auch aus Berlin und zu 100% anderer Meinung als Sie - watt nu?

    Was in Stuttgart gerade passiert, ist der schon lange überfällige Aufschrei der bevölkerung gegen korrupte Politik und Seilschaften, in der solche Projekte gedeihen, die mit Lügen, verfälschten Gutachten zum Geld verdienen einer kleinen Clique per Hinterzimmerdiplomatie gegen die Bevölkerung vorangetrieben werden.

    Was auch für den unnötigen Berliner Hauptbahnhof, den falschen BBI-Standort wie auch für das Berliner Stadtschloß, aber auch den Potsdamer Parlamentsneubau gilt.

    Es werden unnötig Milliarden verbraten, die für andere wirklich wichtige Projekte fehlen, wie z.B. den Güterverkehr und den Bahnausbau in der Fläche, der mit solchen Projekten verhindert wird.

    Der Berliner Hauptbahnhof hat 1,2 Milliarden Euro gekostet.

    Der internationale Flughafen Berlin-Brandenbug soll insgesamt 2 Milliarden Euro kosten.

    Der neue Bahnhof für Stuttgart sollte 5 Milliarden Euro kosten und jüngere Schätzungen ergeben bereits über 10 Milliarden Euro. Manche sprechen sogar von fast 19 Milliarden Euro (Vieregg & Rößler).

    Vergleichen Sie bitte die Zahlen.

    Bei S21 geht es nicht mehr um den Bahnhof, aber auch nicht um die Landtagswahl, wie die CDU ausweichend darzustellen versucht.
    Hier ist die ganze Repräsentative Demokratie auf dem Prüfstand - ein Stresstest.

    Die Befürworter halten an der demokratischen Legitimation fest. Diese wurde aber damals mit einem Kostenfaktor erreicht, der heute nicht mehr stimmt. Die Legitimation zum Bau des Projekts ist zwar vorhanden, aber nur zu dem Preis, als die Mehrheit zustande kam.
    In einem juristischen Disput hätte dieses Projekt also keine Chance mehr.

    Die Repräsentative Demokratie mit Regierung/Opposition ist die wohl ineffizienteste Form einer Demokratie. Darum, weil Gesetze dermassen parteiisch verabschiedet werden, dass sie beim Regierungswechsel gleich wieder geändert oder gekippt werden.
    Ineffizient auch, weil jeder Schritt entweder auf eine Partei oder eine Person heruntergebrochen wird. Und noch keine Partei/Personaldebatte hat jemals ein Problem gelöst.

    Bsp: Wem soll ein Hersteller von Solar-Panels die Stimme geben, den Grünen oder den Liberalen? No Chance, den Liberalen die Stimme zu geben und in der Sache den Grünen zuzustimmen.

    Dies ist in einer Direkten Demokratie anders. Dort wird pro Sachvorlage gearbeitet. Der Bürger kann sich also in der Sache für Alternativen entscheiden, während er konservativ wählt.

    In D wird eine Sache alleine durch eine Partei definiert - und dies 4 Jahre lang. Darum wird mehr über Personen und Parteien debattiert, als über die Sache selbst.

    Hier bei der ZEIT sind doch Pros und Contras aufgeführt. Warum lesen Sie die denn nicht? Wozu braucht man einen 10 km langen Tunnel vom Hbf zum Flughafen, na garnicht. Das wäre zB ein Argument gegen S21. Von den exorbitanten Kosten ganz zu schweigen und zu schweigen auch von den 100 ha Immobilienfläche, bei denen sich wahrsch jeder zweite unserer schwarz-gelben Volksvertreter in BaWü ne goldene Nase verdient, auf die ein oder andere Weise

    • C.L.
    • 05.10.2010 um 17:08 Uhr

    Hallo Robert,

    ohne allzugroßen Aufwand finden sich die Argumente

    - Wenn ein renomierter Architekt wie Prof. Frei Otto den Planungsstab verläßt weil ihm die Risiken in diesen Boden einen Untergrundbahnhof zu setzen zu hoch sind. Beim vor ca. 10 Jahren gebauten Engelbergtunnel (15 km entfernt) hat es jetzt auch die Fahrbahn angehoben. Der Boden in dieser Region ist wirklich sehr problematisch.

    - Das aktuelle Projekt löst nur ein Teilproblem der Infrastruktur. Die von Kanzlerin Merkel angesprochene Aufgabe der Verlagerung ders Verkehrs von Straße auf die Schiene wird vom aktuellen Entwurf nur teilweise erfüllt. Speziell der Güterverkehr profitiert zu wenig von den eingesetzten Milliarden

    diese Liste lässt sich leicht fortsetzen

    "Was glauben denn die Stuttgarter was der Berliner Hauptbahnhof gekostet hat? Oder der BBI bis er fertig ist kostet?
    Und interessiert das auch nur irgendjemanden in Berlin oder Brandenburg? Nein, weil eben neues Geld kostet."

    und BaWü es mit dem Länderfinanzausgleich bezahlt!

    • kael
    • 06.10.2010 um 12:29 Uhr

    Zitat: "Bin aus Berlin und wen auch immer ich frage- stehts schütteln alle den Kopf über so viel Rückständigkeit der Stuttgarter."

    Die Rentner aus Berlin haben schon immer den Kopf geschüttelt, egal was passierte.

    Aber vergessen Sie bitte nicht, dass der gesamte Berliner "Fortschritt", auf den Sie so stolz zu sein scheinen, "fremdfinanziert" wurde, sozusagen als westdeutsche Spende für die völlig marode Stadt an der Spree, die aber unbedingt Hauptstadt werden wollte. Da lässt es sich natürlich trefflich über andere lästern.

    Ich würd mich zuerst informieren, bevor ich den Kopf schüttle. Dann raff ich vielleicht auch, dass in S21 auch Berliner Steuergelder zu Gunsten von Wirtschaftsinteressen versenkt werden.

    Aber naja, so lange man in Berlin Probleme wie wilde Hundehaufen hat ...

    • Hickey
    • 05.10.2010 um 15:13 Uhr

    Entfernt. Widersprechen Sie anderen Diskussionsteilnehmer bitte mit sachlichen Gegenargumenten. Die Redaktion/sh

    • Hickey
    • 05.10.2010 um 15:15 Uhr

    Kommt eben aus dem Westen, Berlin = Osten, Stuttgart = Westen.

    Solidaritätszuschlag als Stichwort sollte reichen, es gibt übrigens einige Westdeutschestädte die aufgrund von Transferleistungen, im Gegensatz zu den Ostdeutschen Städte, pleite sind.

    Vielleicht sollten sie als Berliner einmal ihren Horizont erweitern, über den Tellerrand blicken etc...

    Ich habe noch kein Argument in diesem ganzen Theater von den Gegnern gehört was auch nur ansatzweise gegen den neuen Bahnhof spricht.

    Da gäbe es jede Menge Antworten zu, aber das ist alles schon gesagt. Nur manche wollen es nicht hören.

    Bin aus Berlin und wen auch immer ich frage- stehts schütteln alle den Kopf über so viel Rückständigkeit der Stuttgarter.

    Ich bin auch aus Berlin und zu 100% anderer Meinung als Sie - watt nu?

    Was in Stuttgart gerade passiert, ist der schon lange überfällige Aufschrei der bevölkerung gegen korrupte Politik und Seilschaften, in der solche Projekte gedeihen, die mit Lügen, verfälschten Gutachten zum Geld verdienen einer kleinen Clique per Hinterzimmerdiplomatie gegen die Bevölkerung vorangetrieben werden.

    Was auch für den unnötigen Berliner Hauptbahnhof, den falschen BBI-Standort wie auch für das Berliner Stadtschloß, aber auch den Potsdamer Parlamentsneubau gilt.

    Es werden unnötig Milliarden verbraten, die für andere wirklich wichtige Projekte fehlen, wie z.B. den Güterverkehr und den Bahnausbau in der Fläche, der mit solchen Projekten verhindert wird.

    Der Berliner Hauptbahnhof hat 1,2 Milliarden Euro gekostet.

    Der internationale Flughafen Berlin-Brandenbug soll insgesamt 2 Milliarden Euro kosten.

    Der neue Bahnhof für Stuttgart sollte 5 Milliarden Euro kosten und jüngere Schätzungen ergeben bereits über 10 Milliarden Euro. Manche sprechen sogar von fast 19 Milliarden Euro (Vieregg & Rößler).

    Vergleichen Sie bitte die Zahlen.

    Bei S21 geht es nicht mehr um den Bahnhof, aber auch nicht um die Landtagswahl, wie die CDU ausweichend darzustellen versucht.
    Hier ist die ganze Repräsentative Demokratie auf dem Prüfstand - ein Stresstest.

    Die Befürworter halten an der demokratischen Legitimation fest. Diese wurde aber damals mit einem Kostenfaktor erreicht, der heute nicht mehr stimmt. Die Legitimation zum Bau des Projekts ist zwar vorhanden, aber nur zu dem Preis, als die Mehrheit zustande kam.
    In einem juristischen Disput hätte dieses Projekt also keine Chance mehr.

    Die Repräsentative Demokratie mit Regierung/Opposition ist die wohl ineffizienteste Form einer Demokratie. Darum, weil Gesetze dermassen parteiisch verabschiedet werden, dass sie beim Regierungswechsel gleich wieder geändert oder gekippt werden.
    Ineffizient auch, weil jeder Schritt entweder auf eine Partei oder eine Person heruntergebrochen wird. Und noch keine Partei/Personaldebatte hat jemals ein Problem gelöst.

    Bsp: Wem soll ein Hersteller von Solar-Panels die Stimme geben, den Grünen oder den Liberalen? No Chance, den Liberalen die Stimme zu geben und in der Sache den Grünen zuzustimmen.

    Dies ist in einer Direkten Demokratie anders. Dort wird pro Sachvorlage gearbeitet. Der Bürger kann sich also in der Sache für Alternativen entscheiden, während er konservativ wählt.

    In D wird eine Sache alleine durch eine Partei definiert - und dies 4 Jahre lang. Darum wird mehr über Personen und Parteien debattiert, als über die Sache selbst.

    Hier bei der ZEIT sind doch Pros und Contras aufgeführt. Warum lesen Sie die denn nicht? Wozu braucht man einen 10 km langen Tunnel vom Hbf zum Flughafen, na garnicht. Das wäre zB ein Argument gegen S21. Von den exorbitanten Kosten ganz zu schweigen und zu schweigen auch von den 100 ha Immobilienfläche, bei denen sich wahrsch jeder zweite unserer schwarz-gelben Volksvertreter in BaWü ne goldene Nase verdient, auf die ein oder andere Weise

    • C.L.
    • 05.10.2010 um 17:08 Uhr

    Hallo Robert,

    ohne allzugroßen Aufwand finden sich die Argumente

    - Wenn ein renomierter Architekt wie Prof. Frei Otto den Planungsstab verläßt weil ihm die Risiken in diesen Boden einen Untergrundbahnhof zu setzen zu hoch sind. Beim vor ca. 10 Jahren gebauten Engelbergtunnel (15 km entfernt) hat es jetzt auch die Fahrbahn angehoben. Der Boden in dieser Region ist wirklich sehr problematisch.

    - Das aktuelle Projekt löst nur ein Teilproblem der Infrastruktur. Die von Kanzlerin Merkel angesprochene Aufgabe der Verlagerung ders Verkehrs von Straße auf die Schiene wird vom aktuellen Entwurf nur teilweise erfüllt. Speziell der Güterverkehr profitiert zu wenig von den eingesetzten Milliarden

    diese Liste lässt sich leicht fortsetzen

    "Was glauben denn die Stuttgarter was der Berliner Hauptbahnhof gekostet hat? Oder der BBI bis er fertig ist kostet?
    Und interessiert das auch nur irgendjemanden in Berlin oder Brandenburg? Nein, weil eben neues Geld kostet."

    und BaWü es mit dem Länderfinanzausgleich bezahlt!

    • kael
    • 06.10.2010 um 12:29 Uhr

    Zitat: "Bin aus Berlin und wen auch immer ich frage- stehts schütteln alle den Kopf über so viel Rückständigkeit der Stuttgarter."

    Die Rentner aus Berlin haben schon immer den Kopf geschüttelt, egal was passierte.

    Aber vergessen Sie bitte nicht, dass der gesamte Berliner "Fortschritt", auf den Sie so stolz zu sein scheinen, "fremdfinanziert" wurde, sozusagen als westdeutsche Spende für die völlig marode Stadt an der Spree, die aber unbedingt Hauptstadt werden wollte. Da lässt es sich natürlich trefflich über andere lästern.

    Ich würd mich zuerst informieren, bevor ich den Kopf schüttle. Dann raff ich vielleicht auch, dass in S21 auch Berliner Steuergelder zu Gunsten von Wirtschaftsinteressen versenkt werden.

    Aber naja, so lange man in Berlin Probleme wie wilde Hundehaufen hat ...

    • lsg0y
    • 05.10.2010 um 15:00 Uhr

    Die können gar nicht anders...

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