Eskalation in Stuttgart Minister verteidigt Polizeieinsatz – Merkel besorgt

Verletzte und Festnahmen in Stuttgart: Innenminister Rech gibt den Demonstranten die Schuld an der Gewalteskalation. Der Bundestag befasst sich mit dem Polizeieinsatz.

Proteste gegen Stuttgart 21 auch vor der Konzernzentrale der Deutschen Bahn in Berlin

Proteste gegen Stuttgart 21 auch vor der Konzernzentrale der Deutschen Bahn in Berlin

Die Eskalation der Gewalt bei der Stuttgart-21-Demo hat alle Seiten geschockt. Doch wer ist dafür verantwortlich? Polizei und Demonstranten, Befürworter und Gegner schieben sich gegenseitig die
Schuld zu.

Für die schwarz-gelbe Landesregierung in Baden-Württemberg ist die Schuldfrage eindeutig. Innenminister Heribert Rech sieht die Verantwortung allein bei den Aktivisten: Die Polizei sei entsetzt gewesen über die Aggressivität, die ihr entgegenschlug, sagte der CDU-Politiker im SWR-Fernsehen. "Von ihnen ist die Gewalt ausgegangen, nicht von der Polizei." Der Einsatz von Wasserwerfern sei "bedauerlich", aber, so sagte der Minister im ZDF- heute journal , "im äußersten Notfall sind auch Wasserwerfer erforderlich". Auch hätten die Demonstranten nicht mit der Polizei sprechen wollen. "Unsere Anti-Konflikt-Teams sind einfach abgewiesen worden."

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Rech zufolge waren "sehr schnell, sehr viele gut organisierte Demonstranten vor Ort", die sich sehr gewaltbereit gegenüber der Polizei gezeigt hätten. Auf die Frage, dass auch Kinder vor Ort waren, sagte er: "Wenn Kinder in die vorderste Linie gebracht werden von ihren Müttern, von ihren Vätern, wenn sie instrumentalisiert werden, wenn sich Mütter mit den Kindern der Polizei in den Weg stellen, dann müssen sie eben auch mit einfacher körperlicher Gewalt weggebracht werden."

Auch Rechs Kabinettskollegin, Verkehrsministerin Tanja Gönner kritisierte das Vorgehen der Demonstranten. Sie sagte im Deutschlandfunk, man werde "nachdenklich, wenn man Baustellen für Zukunftsprojekte derartig absichern " müsse. So hätten Schüler einen Polizeiwagen besetzt. Die Ministerin deutete an, dass Demonstranten Kinder "bewusst nach vorne geschoben" hätten. "Ich bin mir nicht sicher, ob man das als friedlich bezeichnen kann." Einen Baustopp schloss Gönner erneut aus. Das Projekt stehe für die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs und des ganzen Landes. "Wir sind bereit, dafür auch in die Opposition zu gehen", sagte die CDU-Politikerin mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden März .

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, verteidigte den Einsatz als "nicht nur rechtmäßig, sondern auch vollkommen angemessen". Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte er: "Wo ein Abdrängen von Demonstranten nicht mehr möglich sei, darf und muss unmittelbarer Zwang durch Wasserwerfer, Reizgas oder Schlagstöcke eingesetzt werden."

Dem widersprach der Grünen-Landtagsabgeordnete Werner Wölfle energisch: "Die einzige Tat der Demonstranten war, dass sie den Park nicht geräumt haben." Von den Projektgegnern sei immer wieder die Hand zum Dialog ausgestreckt worden. "Der einzige, der nur die Faust zeigte, ist dieser Ministerpräsident", sagte Wölfle über Baden-Württembergs Regierungschef Stefan Mappus (CDU). Auch der Grünen-Chef Cem Özdemir sieht die Landesregierung als Ausgangspunkt der Gewalt. Deren Innenminister habe "auf skandalöse Weise ältere Damen, Jugendliche, die friedlich demonstrieren, und Mütter zusammenprügeln" lassen, sagte er im ARD- Morgenmagazin . Rech würde "Deutschland mit Putin-Russland" verwechseln. Özdemir appellierte an die Landesregierung, zurückzukehren zu vernünftigen Umgangsformen."

Der monatelange Konflikt um das Groß-Projekt war am Vorabend in Gewalt umgeschlagen: Ein Großaufgebot der Polizei setzte bei Auseinandersetzungen mit Demonstranten Wasserwerfer, Reizgas und Schlagstöcke ein. Aktivisten hatten versucht, die Räumung des Parks mit Sitzblockaden zu verhindern. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes wurden 114 verletzte Demonstranten behandelt, 16 davon mussten ins Krankenhaus. Zudem seien sechs Polizisten verletzt worden.

Demonstranten berichteten von einem harten Vorgehen der Polizei. Matthias von Herrmann von der Initiative Parkschützer sagte, die Protestierenden würden kriminalisiert. Die Gewalt sei ausschließlich von der Polizei ausgegangen. "Es gab Schläge ins Gesicht und an die 400 Augenverletzungen durch Tränengas." Vor allem der Einsatz gegen eine Schülerdemonstration mache sie wütend.

Innenminister Rech verwies darauf, dass der angemeldete Protestzug keine Genehmigung für den Schlossgarten gehabt hatte und in Gewalt ausgeartet sei. Genaueres werde Polizeipräsident Siegfried Stumpf am Vormittag mitteilen. Dabei werde er auch "dokumentieren, wie die gestrige Schülerdemonstration instrumentalisiert wurde, wie dort Widerstandshandlungen gegen die Polizei gefahren wurden, wie Polizeifahrzeuge angegriffen und besetzt wurden, wie Reifen zerstochen wurden, und wie die Polizei darauf reagiert hat".

Stuttgart 21: Pro

Ohne Stuttgart 21 wird Baden-Württemberg vom internationalen Bahnverkehr abgehängt. So ermögliche der Bau den Lückenschluss in der europäischen Magistrale Paris-Budapest.

Die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm wird halbiert. Zudem werden Flughafen und Landesmesse an die Schnellbahnstrecke nach Ulm angebunden. Auch der Schienenregionalverkehr profitiere von dem Projekt.

Das Projekt bringt die Bauwirtschaft in Schwung und schafft rund 4000 neue Arbeitsplätze. Die verkehrsgünstige Lage des neuen Europaviertels am Bahnhof erleichtert die Ansiedlung von Dienstleistungen mit Tausenden neuen Arbeitsplätzen.

Auf derzeit noch mit Gleisen bedeckten Flächen werden Parkanlagen erweitert, außerdem entsteht neuer Wohn- und Arbeitsraum im Stadtzentrum.

Der Bau des unterirdischen Bahnhofs zieht viel weniger Probleme für die Fahrgäste nach sich als die Modernisierung des Kopfbahnhofes "unter dem rollenden Rad".

Contra

Die Kosten laufen aus dem Ruder, das Geld könnte besser in Bildung, sowie das Gesundheits- und Sozialwesen gesteckt werden.

Die Modernisierung des Kopfbahnhofes (K21) würde mehrere Milliarden Euro weniger kosten, vor allem wegen weniger Tunnelkilometern. Zudem müssten Teile des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes von Paul Bonatz nicht abgerissen werden.

Auch bei K21 kann der Bahnhof an die Schnellbahntrasse angeschlossen werden und dem Regionalverkehr würde wie im Fall von S21 kein Geld entzogen.

Im Schlossgarten werden alte Bäume gefällt und der Park wird durch die hohen Lichtaugen des unterirdischen Bahnhofs verschandelt.

Wird Stuttgart21 gebaut, wird sich künftig das Klima im Stuttgarter Kessel aufheizen. Bislang kühlen sich die unbebauten Flächen des Gleisvorfeldes nachts stark ab und halten dadurch die Temperaturen in Grenzen. Zudem wird die Feinstaubbelastung durch den Abtransport des Bauschutts steigen.

Die Linkspartei sieht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel als mitverantwortlich für die Eskalation. "Dieser Gewaltausbruch der Polizei geht auch auf Merkels Konto", sagte Linken-Chef Klaus Ernst. Die CDU-Vorsitzende habe die " rücksichtslose Durchsetzung von Stuttgart 21 ohne Not öffentlich zur Chefsache erklärt". Damit habe sie Mappus und die Polizeiverantwortlichen zu einem "überharten Vorgehen" ermuntert. Merkel müsse jetzt zur Deeskalation beitragen und eine öffentliche Erklärung abgeben, forderte Ernst. Die Formel für eine Deeskalation der Lage sei einfach und alternativlos: "Sofortiger Baustopp plus Gewaltverzicht!" 

Zuvor hatte die Kanzlerin an die Gegner des Bahnprojekts appelliert, gewaltfrei zu demonstrieren. "Ich wünsche mir, dass solche Demonstrationen friedlich verlaufen. Das muss immer versucht werden und alles muss vermieden werden, was zu Gewalt führen kann", sagte sie in einem Interview des SWR. Zugleich verteidigte sie das Bahnprojekt erneut als sinnvoll und richtig. Wer mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene bringen und die Logistik modernisieren wolle, der müsse auch zu den dafür notwendigen Maßnahmen bereit sein. Bei der Landtagswahl im März gehe es auch um die Zukunftsfähigkeit des Landes insgesamt, sagte Merkel.

Der Polizeieinsatz hatte auch ein Nachspiel im Bundestag . Am Morgen kam der Innenausschuss zu einer Sondersitzung zusammen, die von der Fraktion der Linke beantragt worden war. Allerdings wird sich das Gremium erst am kommenden Mittwoch ausführlich mit der Gewalteskalation befassen. Bisher hätten Bundesregierung und Bundespolizei lediglich die Formalien geschildert, sagte der Vorsitzende des Ausschusses, Wolfgang Bosbach. Heute könne es auch noch keine Erkenntnisse zu den Vorgängen geben.

Gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 gibt es seit Wochen heftigen Widerstand aus der Bevölkerung . Der bisherige Stuttgarter Kopfbahnhof soll während der insgesamt zehnjährigen Bauzeit durch eine Verlegung in den Untergrund zu einer Durchgangsstation gemacht werden, außerdem soll in Richtung Ulm eine Schnellbahnverbindung entstehen. Die Gegner warnen vor hohen Kosten , negativen ökologischen Folgen und Sicherheitsgefahren durch das Milliardenprojekt.

 
Leser-Kommentare
    • bowie
    • 01.10.2010 um 8:32 Uhr

    Wo recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

    Es ist beschämend wie hier Kinder und Greise verprügelt und verletzt werden. Das zeigt wie wenig Menschenachtung eine schwarz geführte Regierung hat. Wie wenig sie die Demokratie achtet zeigt ihre Verweigerungshaltung einem Plebiszit gegenüber.

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    • joG
    • 01.10.2010 um 9:53 Uhr

    ....es ist beschämend, dass Personen zu Schaden kamen.

    Viel beschämender scheint mir aber, dass ein politischer Prozess, der so lange brauchte und so weit abgeschlossen war, dass Verträge ausgehandelt und unterschrieben waren, von den Bürgern nicht akzeptiert wird. Das ist ein ziemliches Versagen der Verfassung des Landes. Das dürfte nicht geschehen.

    • Nonus
    • 01.10.2010 um 12:30 Uhr

    Das Ganze erinnert mich an die Proteste gegen die Studiengebühren. Die begannen auch erst, als der Beschluss verabschiedet war.
    Warum beginnen die Proteste erst, wenn schon Teile des Gebäudes abgerissen werden? Egal ob das Projekt sinnig, oder unsinnig ist, der Protest ist unsinnig, weil er zu spät kommt.

    Und wenn Eltern ihre Kinder zu solchen Aktionen mit nehmen, na dann sind die Eltern selber Schuld! Kinder haben da Nichts zu suchen. Punkt.

    Es ist geradezu erschreckend, mit welcher inflationären Selbstverständlichkeit der Begriff des Verprügelns gebraucht wird. Auch werden immer wieder die "Schwachen" der Gesellschaft, hier Greise und Kinder, angeführt, um m.E. in demagogischer Weise Ressentiments gegen den Staat zu schüren. Dieses Verhalten schadet der Demokratie, die im Grundsatz jedem die Möglichkeit einräumt, seine Haltung zu kommunizieren. Wenn man allerdings erst nachdem alle entscheidenden Instanzen passiert sind aktiv wird, dann können Staat und Polizei nicht anders, als für die Durchsetzung des nun legalen Vorhabens einzutreten. Die Räumung - und auch die Anwendung von Gewalt - geschah erst nach mehrfacher Aufforderung, das Areal zu räumen. Doch das möchte man seitens Demonstranten i.d.R. nicht wahrhaben. Schaut man sich die Filmberichte an, so kann man mitunter auch den Eindruck gewinnen, dass viele Demonstranten geradezu nach einer Verunglimpfung der Polizei heischen. Bei diesem Verständnis von Demokratie besteht meinerseits Erleichterung darüber, dass kein Plebiszit besteht: Ich fühle mich von derzeitigen, weitgehend amateurhaften Volksvertretern in Berlin und auf Landesebene (noch) besser vertreten, als dies bei stärkerem Einbezug des Volkes bei Einzelentscheidungen möglich wäre. Denn leider ist die Bereitschaft zu sachlicher Entscheidungsfindung und Weitsichtigkeit keine angeborende Tugend.

    • joG
    • 01.10.2010 um 9:53 Uhr

    ....es ist beschämend, dass Personen zu Schaden kamen.

    Viel beschämender scheint mir aber, dass ein politischer Prozess, der so lange brauchte und so weit abgeschlossen war, dass Verträge ausgehandelt und unterschrieben waren, von den Bürgern nicht akzeptiert wird. Das ist ein ziemliches Versagen der Verfassung des Landes. Das dürfte nicht geschehen.

    • Nonus
    • 01.10.2010 um 12:30 Uhr

    Das Ganze erinnert mich an die Proteste gegen die Studiengebühren. Die begannen auch erst, als der Beschluss verabschiedet war.
    Warum beginnen die Proteste erst, wenn schon Teile des Gebäudes abgerissen werden? Egal ob das Projekt sinnig, oder unsinnig ist, der Protest ist unsinnig, weil er zu spät kommt.

    Und wenn Eltern ihre Kinder zu solchen Aktionen mit nehmen, na dann sind die Eltern selber Schuld! Kinder haben da Nichts zu suchen. Punkt.

    Es ist geradezu erschreckend, mit welcher inflationären Selbstverständlichkeit der Begriff des Verprügelns gebraucht wird. Auch werden immer wieder die "Schwachen" der Gesellschaft, hier Greise und Kinder, angeführt, um m.E. in demagogischer Weise Ressentiments gegen den Staat zu schüren. Dieses Verhalten schadet der Demokratie, die im Grundsatz jedem die Möglichkeit einräumt, seine Haltung zu kommunizieren. Wenn man allerdings erst nachdem alle entscheidenden Instanzen passiert sind aktiv wird, dann können Staat und Polizei nicht anders, als für die Durchsetzung des nun legalen Vorhabens einzutreten. Die Räumung - und auch die Anwendung von Gewalt - geschah erst nach mehrfacher Aufforderung, das Areal zu räumen. Doch das möchte man seitens Demonstranten i.d.R. nicht wahrhaben. Schaut man sich die Filmberichte an, so kann man mitunter auch den Eindruck gewinnen, dass viele Demonstranten geradezu nach einer Verunglimpfung der Polizei heischen. Bei diesem Verständnis von Demokratie besteht meinerseits Erleichterung darüber, dass kein Plebiszit besteht: Ich fühle mich von derzeitigen, weitgehend amateurhaften Volksvertretern in Berlin und auf Landesebene (noch) besser vertreten, als dies bei stärkerem Einbezug des Volkes bei Einzelentscheidungen möglich wäre. Denn leider ist die Bereitschaft zu sachlicher Entscheidungsfindung und Weitsichtigkeit keine angeborende Tugend.

    • Chali
    • 01.10.2010 um 8:32 Uhr

    Recht hat der Mann!

    Wer sich mit seiner Obrigkeit anlegt, muss die Folgen tragen.

    Zumal die Leute sich ihre Obrigkeit ja gewählt haben!

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    ...allerdings NOCHMAL wählen werden ?

    Je nun, man sieht jedenfalls mit Staunen wie die CDU Mitglieder ihrer Hauptwählerschicht niederwerfen lässt...

    Aber der CDU im Ganzen scheint heftig das Profil auszugehen, wenn sie dieses mit (Wehrpfl..., äh die ist ja schon vom Tisch), Atom und finanziell aus dem Rudr laufenden Megabauprojekten schärfen will.

    laut ihrer logik hätten die ddr-sicherheitskräfte 89 das recht und die pflicht gehabt, die demonstranten zusammenzuknüppeln und notfalls zu erschießen, die mauertoten wären auch korrekt, chinas himmlischer frieden wunderbar, nordkorea ein rechtsstaat, bushs irakkrieg demokratie ...

    Was ich hier und in anderen Zeitungen als Komentar lese erschreckt mich und lässt mich Fragen, ob der eine oder andere hier überhaupt in Staatskunde/Politik aufgepasst hat?

    Demonstrationen gehören zur Demokratie. Und: in einer Demokratie gehört es auch dazu sich den Argumenten zu stellen. Das sehe ich überhaupt nicht. Frau Gönner finde ich interessant. Anscheined will sie gerne draufhauen, auch wenn sie in Oposition geht. Arme Politiker ...

    Die vielen lauten und stillen (welche nicht in Stuttgart sind) Demonstranten kommen aus allen Teilen der Bevölkerung.
    Viele von diesen Demonstranten haben auch die CDU gewählt, andere konnten und können noch nicht wählen (Schüler) und nun erleben sie, dass Demokratieverständnis bei Verantwortlichen so aus sieht:
    Wir sind das Volk, wir wurden ja auch gewählt. Also hauen wir mal drauf. Egal wer da steht. Auch wenn es Kinder sind?

    Langsam mache ich mir über unsere Demokratie und den gewählten Demokraten echt sorgen...

    ...allerdings NOCHMAL wählen werden ?

    Je nun, man sieht jedenfalls mit Staunen wie die CDU Mitglieder ihrer Hauptwählerschicht niederwerfen lässt...

    Aber der CDU im Ganzen scheint heftig das Profil auszugehen, wenn sie dieses mit (Wehrpfl..., äh die ist ja schon vom Tisch), Atom und finanziell aus dem Rudr laufenden Megabauprojekten schärfen will.

    laut ihrer logik hätten die ddr-sicherheitskräfte 89 das recht und die pflicht gehabt, die demonstranten zusammenzuknüppeln und notfalls zu erschießen, die mauertoten wären auch korrekt, chinas himmlischer frieden wunderbar, nordkorea ein rechtsstaat, bushs irakkrieg demokratie ...

    Was ich hier und in anderen Zeitungen als Komentar lese erschreckt mich und lässt mich Fragen, ob der eine oder andere hier überhaupt in Staatskunde/Politik aufgepasst hat?

    Demonstrationen gehören zur Demokratie. Und: in einer Demokratie gehört es auch dazu sich den Argumenten zu stellen. Das sehe ich überhaupt nicht. Frau Gönner finde ich interessant. Anscheined will sie gerne draufhauen, auch wenn sie in Oposition geht. Arme Politiker ...

    Die vielen lauten und stillen (welche nicht in Stuttgart sind) Demonstranten kommen aus allen Teilen der Bevölkerung.
    Viele von diesen Demonstranten haben auch die CDU gewählt, andere konnten und können noch nicht wählen (Schüler) und nun erleben sie, dass Demokratieverständnis bei Verantwortlichen so aus sieht:
    Wir sind das Volk, wir wurden ja auch gewählt. Also hauen wir mal drauf. Egal wer da steht. Auch wenn es Kinder sind?

    Langsam mache ich mir über unsere Demokratie und den gewählten Demokraten echt sorgen...

    • w.h.k.
    • 01.10.2010 um 8:45 Uhr

    Entfernt. Beteiligen Sie sich mit sachliche Argumenten an der Diskussion. Die Redaktion/sh

    • bowie
    • 01.10.2010 um 8:52 Uhr

    Frau Merkel ist ja im Übrigen nur über den garantiert auf den Fuß folgenden Wählerstimmenverlust besorgt, nicht etwa über das mangelnde Bürgerrechts- und Demokratieverständnis ihrer Partei.

    Aber bei den nächsten Wahl werden trotzdem wieder 40% X schwarz wählen in Ba-Wü. Das Wahlvolk WILL scheinbar unbedingt zum Narren gehalten werden.

    • bowie
    • 01.10.2010 um 8:53 Uhr

    ist jede Demonstration, jeder Widerstand, jede Blockade unrecht, nur weil gewählte Parteien das beschlossen haben, wogegen demonstriert wird? Sind wir eine so unmündige Demokratie?

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    • JackB
    • 01.10.2010 um 9:45 Uhr

    Demonstrationen haben friedlich zu verlaufen, Widerstand ist dies nicht.

    Nein. Es ist aber dann Unrecht, wenn gegen geltendes Recht verstoßen wird. Nur weil ich Frau Merkel nicht im Amt sehen will werde ich sie doch an der Ausführung des Selbigen nicht hindern!

    So weit mir bekannt ist, hat S21 viele Gerichte beschäftigt, die alle entschieden haben, dass S21 rechtmäßig ist. Sobald Verträge unterzeichnet sind, kann das auch ein Volksentscheid nicht rückgängig machen. Es hätte viel früher dagegen vorgegangen werden müssen!

    Demonstrationen sind schön und gut. Aber die Blockade/Besetzung des Parks ist keine Demonstration. Es ist in diesem Fall eine Straftat! (IMHO)

    wir sind die Erben von Drittem Reich und DDR.....

    • JackB
    • 01.10.2010 um 9:45 Uhr

    Demonstrationen haben friedlich zu verlaufen, Widerstand ist dies nicht.

    Nein. Es ist aber dann Unrecht, wenn gegen geltendes Recht verstoßen wird. Nur weil ich Frau Merkel nicht im Amt sehen will werde ich sie doch an der Ausführung des Selbigen nicht hindern!

    So weit mir bekannt ist, hat S21 viele Gerichte beschäftigt, die alle entschieden haben, dass S21 rechtmäßig ist. Sobald Verträge unterzeichnet sind, kann das auch ein Volksentscheid nicht rückgängig machen. Es hätte viel früher dagegen vorgegangen werden müssen!

    Demonstrationen sind schön und gut. Aber die Blockade/Besetzung des Parks ist keine Demonstration. Es ist in diesem Fall eine Straftat! (IMHO)

    wir sind die Erben von Drittem Reich und DDR.....

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