Bundeswehr Guttenberg, der Wegrationalisierer
Der Minister hatte einen Reformvorschlag "ohne Denkverbote" bestellt. Die Experten empfehlen radikale Schnitte bei der Bundeswehr, Guttenberg stimmt dem zu.
Wer Wichtiges zu sagen hat, macht normalerweise nicht viele Worte. Die Autoren eines Berichts, der in Berlin schon vor seiner Veröffentlichung für Gesprächsstoff sorgt, haben Wesentliches mitzuteilen und schrieben dennoch ein kleines Buch. 114 Seiten umfasst der Bericht der Strukturkommission der Bundeswehr mit dem Titel: "Vom Einsatz her denken. Konzentration, Flexibilität, Effizienz". Die Verfasser haben sich mit einer der größten Bundeseinrichtungen beschäftigt und mit dem Ministerium, das über den zweitgrößten Etat verfügt.
Am Dienstag übergab Frank-Jürgen Weise, im Hauptberuf Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) und im Nebenberuf für einige Wochen Vorsitzender der Strukturkommission, den Bericht an Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Der bekräftigte während des Termins seinen Reformwillen: "Mit kosmetischen Maßnahmen wird es nicht getan sein."
Als Guttenberg die Kommission im April einsetzte , gab er Weise mit auf dem Weg, dass es keine Denkverbote gebe. Das klang nach einer Floskel, doch der als Reformer bekannte 59-Jährige hielt sich daran. Seine Vorschläge, die schon seit einigen Tagen durch die Medien geistern, sind tatsächlich radikal. Die Kommission schlägt unter anderem vor, die Hälfte des Personals im Verteidigungsministerium einzusparen. Momentan arbeiten an beiden Hauptstandorten in Bonn und Berlin rund 3300 Angestellte und Beamte, 1500 seien völlig ausreichend, sagt Weise.
Die Mitarbeiter seien zwar "tüchtige Menschen", das Verteidigungsministerium aber eine "ineffiziente Behörde" – und damit kennt der BA-Chef sich aus. Er kritisiert zum Beispiel "diese verschiedenen Stäbe, die zum Teil die Information verfälschen und blockieren." In der ARD sagte Weise: "Aus meiner Sicht braucht man höchstens die Hälfte der Menschen, die dann konzeptionell und intellektuell stark sind."
Zu den bereits bekannten Vorschlägen der Kommission signalisierte Guttenberg grundsätzliche Zustimmung: "Ich glaube, dass die Richtung durchaus stimmt." Es sei wichtig, dass "Probleme an der Wurzel angegangen werden".
Dass im Verteidigungsministerium und in der Truppe zahlreiche Doppelstrukturen vorhanden sind, hat auch Guttenberg schon öffentlich angeprangert. Er überlegt, das Amt des Generalinspekteurs aufzuwerten und dessen Einfluss auf die Teilstreitkräfte zu erhöhen. Momentan haben die Inspekteure des Heeres, der Luftwaffe, der Marine und des Sanitätsdiensts für viele Aufgaben eigene Stäbe, im Ministerium gibt es wiederum Stäbe, die die politische Steuerungsfähigkeit sicherstellen sollen, dazu kommen die Stäbe des Generalinspekteurs und Einrichtungen wie das Einsatzführungskommando oder das Streitkräfteamt. Bereits Guttenbergs Vorgänger, Franz Josef Jung, versuchte die Doppelstrukturen zu beseitigen, scheiterte aber am Widerstand der Generäle. Nun scheint der Wille in der politischen und militärischen Führung da zu sein.
Die Reformer stoßen aber nicht nur auf Zustimmung. Der Bundeswehrverband protestierte bereits gegen weitere Einsparungen. In den kommenden Jahren sollen acht Milliarden Euro aus dem Verteidigungsetat gestrichen werden. Das verunsichert Soldaten und Beamte. Und auch die Vorschläge der Weise-Kommission sorgen für Unruhe. Denn nicht nur die Mitarbeiterzahl im Ministerium müsste deutlich sinken, die Experten empfehlen auch noch einen Umzug aller Mitarbeiter von Bonn nach Berlin. Am Rhein verbliebe dann nur eine "untergeordnete" Bundeswehrbehörde.
Dafür müsste jedoch das Bonn-Berlin-Gesetz geändert werden, was sehr unwahrscheinlich scheint: Im Koalitionsvertrag stünde "klipp und klar" dass die schwarz-gelbe Regierung sich zum Bonn-Berlin-Gesetz bekenne, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Und es gibt keinen Grund, daran jetzt zu rütteln." Abgeordnete von CDU und SPD stimmen dem zu. Der verteidigungspolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Rainer Arnold, fürchtet, dass der Umzug des Verteidigungsministeriums eine Art Dominoeffekt auslösen könnte und dann weitere Häuser in die Hauptstadt streben.
- Datum 26.10.2010 - 12:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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hier werden zig Millionen Steuergeld verschwendet und wenn sich endlich einer findet, der das ändern will, wird er mit Propagandafloskeln wie "Wegrationalisierer" beschimpft.
Was soll das?
... der Ruf nach Privatisierung und Public-Private-Partnership folgen. Was hat denn den Präsident des DIHK zum Mitglied des Gremiums gemacht? Seine Mitarbeit in diversen Kontroll- und Beratergremien bzw. im Verwaltungsrat von IKB, HSH Nordbank und KfW?
Im Übrigen ist der Trick so alt wie die Alpen: Man erklärt die halbe Ministerialbürokratie für liebe und fleißige aber eben leider unfähige Hilfstruppen. Da die Mehrheit im Publikum dem aus eigener Anschauung unwidersprochen zustimmt, werden es die Kritiken an den „alternativlosen“ und von „Denkverboten befreiten“ Vorschlägen doppelt schwer haben. Zudem wird auf das Paket der Button „Reform“ geklebt, schon laufen die Dinge reibungslos.
…man muss nur mit der Zeit gehen und beim PPP streichen wir schon mal gleich 2P und machen die Bundeswehr ganz privat … einfach die Truppe an Blackwater verkaufen (jetzt Xe oder so)
http://qpress.de/2010/08/...
Bei konsequenter Umsetzung könnte dann aus der Bundeswehr einer der größten Steuerzahler werden, schließlich geht es doch nur ums Geld und da sollte ja wohl jedes Mittel recht sein, oder?
So alte Traditionen wie Landesverteidigung, Vaterland, Ehre und diesen ganzen Schnörkes vergessen und ein richtiges Profit-Center daraus machen. Wie heißt es so schön: „Von den Amerikanern lernen, heißt siechen lernen“ … (°!°)
…man muss nur mit der Zeit gehen und beim PPP streichen wir schon mal gleich 2P und machen die Bundeswehr ganz privat … einfach die Truppe an Blackwater verkaufen (jetzt Xe oder so)
http://qpress.de/2010/08/...
Bei konsequenter Umsetzung könnte dann aus der Bundeswehr einer der größten Steuerzahler werden, schließlich geht es doch nur ums Geld und da sollte ja wohl jedes Mittel recht sein, oder?
So alte Traditionen wie Landesverteidigung, Vaterland, Ehre und diesen ganzen Schnörkes vergessen und ein richtiges Profit-Center daraus machen. Wie heißt es so schön: „Von den Amerikanern lernen, heißt siechen lernen“ … (°!°)
…man muss nur mit der Zeit gehen und beim PPP streichen wir schon mal gleich 2P und machen die Bundeswehr ganz privat … einfach die Truppe an Blackwater verkaufen (jetzt Xe oder so)
http://qpress.de/2010/08/...
Bei konsequenter Umsetzung könnte dann aus der Bundeswehr einer der größten Steuerzahler werden, schließlich geht es doch nur ums Geld und da sollte ja wohl jedes Mittel recht sein, oder?
So alte Traditionen wie Landesverteidigung, Vaterland, Ehre und diesen ganzen Schnörkes vergessen und ein richtiges Profit-Center daraus machen. Wie heißt es so schön: „Von den Amerikanern lernen, heißt siechen lernen“ … (°!°)
Die Bundeswehrreform ist schon so alt wie die Bundeswehr selbst. Viel verschwendetes Steuergeld, viel Korruption, siehe F.J.Straus "Die Starfighter Affaire", viel Geschwätz über "die Verteidigungs Armee", die Ausland Einsätze "sie verteidigen unsere Demokratie" usw.
Wenn wir also eine Bundeswehr brauchen, dann macht einen effizienten Betrieb daraus - streng kontrolliert durch den Bundes Rechnungshof. Ein Betrieb mit ordentlich bezahlten Berufssoldaten mit einer "Ausrüstung nach dem neuesten Stand der Technik". Beschafft Flugzeuge die fliegen können und keine Hubschrauber aus Papier. Keinen Pfennig Steuergeld für nicht gelieferte Wahren.
Das wird letztendlich auch ein zu Guttenberg nicht schaffen - also brauchen wir diese Armee überhaupt?
.
eine Srukturkommission aus dem BMVg, einigen Offizieren aus dem Generalstab und einigen MAD-Führungskräften die Bundesagentur für Arbeit (Chef Herr Weise) durchleuchten!
Danach steht es 1:1 und der Steuerzahler gewinnt gleich doppelt!
P.S.: Dass Herr Weise so einen "Nebenjob" annimmt, verwundert schon. In dem meisten Betrieben würde so ein Vorgang eine außerordentliche Kündigung nach sich ziehen.
Der hat doch genug Probleme im eigenen Haus!
nur beim PS. nicht. Ich denke, Herr Weise ist unausgelastet und hat deshalb Zeit als Unternehmensberater für die Bundeswehr tätig zu werden.
Herr Weise ist Reserveoffizier. Und mit ineffizienten Behörden kennt er sich aus.
nur beim PS. nicht. Ich denke, Herr Weise ist unausgelastet und hat deshalb Zeit als Unternehmensberater für die Bundeswehr tätig zu werden.
Herr Weise ist Reserveoffizier. Und mit ineffizienten Behörden kennt er sich aus.
Hört sich alles so’n klein wenig nach Verteidigungs-Super-Agentur an, global aufgestellt, mit kleinen, aber effizienten Filialen in allen Ländern, bereit jeden Auftrag kompetent und zeitnah auszuführen. Überhaupt, es sind mal wieder jede Menge schneidig rhetorischer Positivismen vernehmbar: Konzentration,Flexibilität,Effizienz,schlanke Strukturen,Einsatzrealität,stärkere Einsatzorientierung, Das hört der Bürger doch gerne,da will man sich doch geradezu aufs Pferd werfen, ie Fahne in der Hand, dem bösen Feind,dort zu…,ja wo denn eigentlich, sein Mütchen zu kühlen. Da wird doch selbst dem hartgesottesten Kommiskopf und Bürokraten das Herz aufgehen, bei soviel Verständis für die administrativen Belange, fürs Sparen, fürs Volk und Vaterland und er und die seinen werden alles in ihrer Macht liegende tun, um alsbald, voll Stolz die “mission accomplished” zu melden.
Die viel angeprangerten mehrfach vorhandenen Organisationsstrukturen hatten ursprünglich durchaus ihren Sinn,1.die Verteidigungsbereitschaft sollte auch bei regionalen Totalausfällen erhalten bleiben, und nicht zuletzt war unseren nicht gerade demokratieverwöhnten Gründungsvätern auch wichtig, eine horizontale, sich gegenseitig kontrollierende Führungebene erreichen, da eine zentralistisch streng hierarchische Top-Down Befehlskette möglicherweise zwar etwas schneller zu arbeiten im Stande ist, die Gefahr eines Machtmissbrauches dabei aber umso grösser wird.
Und Kostensparen bei erhöhter Einsatzdauer und -frequenz?
Zu Nummer 3: Es wurden Doppelstrukturen bemängelt, also Abteilungen, die quasi das Gleiche bearbeiten -- und das insbesondere in der Führung des Ministeriums. Das ist ein Unterschied zur klassischen Rasenmähermethode bei der Reduktion des Personalbestandes in Behörden, die häufig neue Probleme schafft und alte nur bedingt löst. Wenn man (wie ich) berufsbedingt einen gewissen Insider-Einblick in die Strukturen von Verteidigungsministerium und Bundeswehr hat, weiß man, dass es in der Tat ineffiziente Strukturen gibt: Wenn man eine Armee auf Status "Kalter Krieg" belässt, ein Kalter Krieg aber nicht mehr herrscht und dann noch neue Aufgaben hinzukommen, ergibt sich paralleles Vor-sich-hin-wursteln ganz von selbst.
Zu Nummer 5: Eine vollkommen effiziente Armee zu schaffen ist ehrlicherweise unrealistisch. Aber sie sollte schon deutlich effizienter sein als die jetzige Bundeswehr samt BMV. Darum geht es hier.
Das alles sage ich ungeachtet der Tatsache, dass ich von dem Einsatz in Afghanistan nichts halte, und dass ich angesichts des Mangels an wirksamen zivilen Maßnahmen an den übrigen Auslandseinsätzen in der jetzigen Form große Bedenken habe. Was bringt eine Operation Atalanta, wenn die sozialen Probleme in Somalia nicht ernsthaft angegangen werden und man den Leuten dort stattdessen noch ihre Meere leerfischt?
die Dynamik des Krieges dort in Afghanistan ist eine andere als die laengst ueberfaellige Bundeswehrreform sie darstellt.Dennoch-es gibt da viele Momente,wo die Verankerung der Bundeswehr als Berufsarmee im Grundgesetz- mit dem Konzept des"Staatsbuergers in Uniform"besser einhergehen/koordiniert werden muss.Dass der Westen so oder so-in Afghanistan mehr und mehr in einen verschaerften Mehrfrontenkrieg gezogen wird-das negieren leider auch die strikten Abzugsbefuerworter.
Andererseits-eine Strategieaenderung-hin zu mehr integrierten Wiederaufbaukonzepten-mit Sicherung durch Milizen und Militaers-auch das ist dringend erforderlich.
Und - Afghanistan als"Zuendhoelzchen der Weltpolitik"ist viel zu wichtig,als dass man es erneut einem Zustand der Selbstzerfleischung mit regionalen- aber eben auch supranationalen Truppen von Westen(Iran),Norden (Tajiskistan und Nordallianz) und Osten(Pakistan und Pashtunenstaemme der FATA)anheim geben kann.
Denn-das haette auch verheerende Folgen fuer das gesamte globale Gleichgewicht,wuerde dann erneut die Zentralmacht in Kabul umkaempft werden.Denn - Indien und China waeren auch nicht"nur"in Kashmir mehr gefordert - ultranationalistische Kraefte gerade in Indien wuerden gewaltigen Aufwind erhalten und-der Rauch dieser Konflikte koennte auch bei uns allmaehlich die Sonne verdunkeln.
Die Tragik dieses Landes liegt in der Freiheitsliebe stolzer Staemme und – dem Missbrauch dieser fragilen Strukturen durch korrupte Feudalherren begruendet.
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