Berlin Rechtspopulist Wilders kritisiert Merkel

Der Niederländer Geert Wilders hat in Berlin vor einer Islamisierung gewarnt und Bundeskanzlerin Merkel angegriffen. Deutschlands Identität sei in Gefahr.

Der niederländische Geert Wilders in Berlin: Er folgte der Einladung des CDU-Politikers Rene Stadtkewitz

Der niederländische Geert Wilders in Berlin: Er folgte der Einladung des CDU-Politikers Rene Stadtkewitz

Begleitet von Protesten hat der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders in Berlin eine anti-islamische Rede gehalten und darin auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angegriffen. Der Gründer der in den Niederlanden erfolgreichen Partei für Freiheit (PVV) warnte vor rund 500 zahlenden Gästen vor einer "Islamisierung Europas". Deutschlands nationale Identität, seine Demokratie und Prosperität seien bedroht durch die politische Ideologie des Islam.

Merkel und die etablierten Parteien akzeptierten diese Islamisierung Deutschlands, sagte der 47-Jährige weiter. Mit abfälligen Bemerkungen über Muslime oder den Propheten Mohammed hielt er sich dieses Mal zurück. Vor der Tür stimmten mehr als 100 Wilders-Gegner Sprechchöre wie "Nazis raus" an.

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Die Demonstranten versammelten sich nach Polizeiangaben vor einem Hotel in der deutschen Hauptstadt, wo Wilders einen Vortrag über "Islam und Integration" hielt. Die Kundgebung, zu der die SPD und das Aktionsbündnis "Rechtspopulismus stoppen" aufgerufen hatten, verlief den Angaben zufolge ruhig. Die Demonstranten hielten Plakate mit Aufschriften wie "Stop Wilders" hoch. Auf anderen war ein Bild des 47-jährigen umstrittenen Niederländers mit Hitler-Schnurrbart zu sehen.

Etwa 250 Polizisten waren vor Ort im Einsatz. Nach dem Ende von Wilders' Vortrag löste sich die Protestkundgebung auf. Ort und Uhrzeit des Auftritts waren bis zuletzt geheim gehalten worden. Eingeladen hatte Wilders der frühere Berliner CDU-Landespolitiker René Stadtkewitz, der vor kurzem die Gründung einer neuen Partei mit dem Namen Die Freiheit angekündigte. Wilders' Partei stützt in den Niederlanden künftig eine konservative Minderheitsregierung. Am Montag beginnt in Amsterdam ein Prozess gegen ihn wegen Anstachelung zum Hass auf Muslime.

Wilders sagte: "Ich spreche über den Islam, nicht über die Muslime." Es gebe zahlreiche moderate Muslime. Der Islam aber sei nicht moderat, sondern auf die gewaltsame weltweite Einführung des islamischen Rechts ausgerichtet. Dieses benachteilige Frauen und schließe Nicht-Muslime aus. Wilders bemühte mehrmals die deutsche Geschichte. Er sprach von einer Bedrohung durch den Islam und verglich diese mit dem Nationalsozialismus und Kommunismus. Die herrschende Klasse nehme diese Gefahr nicht wahr. "Sind wir dabei, die verhängnisvollen Fehler der Weimarer Republik zu wiederholen?"

Die Deutschen sollten historisch gespeiste Schuldgefühle ablegen und Respekt vor sich selbst haben, sagte Wilders. "Ein Deutschland voller Moscheen und voller verschleierter Frauen ist nicht mehr das Deutschland Schillers und Heines, Bachs und Mendelssohns." Der Niederländer lobte Thilo Sarrazin , dessen Thesen zur mangelnden Integrationsbereitschaft muslimischer Zuwanderer eine heftige Debatte ausgelöst hatten. Das sei ein Anzeichen dafür, dass Deutschland mit sich ins Reine komme. Gelesen habe Sarrazins Buch aber nicht.

Der Chef der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, warf Wilders' einen "Affront gegen die weltoffene Tradition Berlins" vor. Dort lebten und arbeiteten Hunderttausende Muslime. "Wir müssen allen Versuchen von eitlen Rechtspopulisten und islamophoben Eiferern Einhalt gebieten, diese Mitbürger auszugrenzen und zu diffamieren", sagte Trittin.

 
Leser-Kommentare
  1. Echte Diskriminierung von Minderheiten ist verwerflich.
    Jeder wird mit damit einverstanden sein, außer natürlich orthodoxe politische Extremisten.
    Daher hat die Bekämpfung von Diskriminierungen einen edlen Anschein.

    Und niemand hat den Mut, objektiv die Verschärfung der Gesetze gegen Diskriminierung zu betrachten. Doch durch die Verschärfung dieser Gesetze haben wir ein Monster erstellt, das uns verschlingen wird.

    Unter dem Vorwand der Bekämpfung von Diskriminierung ist Zensur eingeführt.
    Meinungsfreiheit existiert nicht länger.

    Die Meinungsfreiheit wurde der Freiheit der Religion untergeordnet.
    Religionsfreiheit gibt religiös inspirierten Menschen das Privileg zu tun, was sie glauben, was ihre Religion ihnen gebietet, zu tun.
    Die Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen, schweren Kindesmissbrauch, politische und religiöse Agitation, Organisation einer Parallelgesellschaft, Apartheid - ist alles erlaubt, wenn es einen Gott gibt, der es verlangt.
    Und, schlimmer noch, Antidiskriminierungsgesetze verbieten de facto jede Kritik an solchen religiös inspirierten Versuchen, unsere Freiheit und Demokratie zu unterminieren. Zensur ist Teil des täglichen Lebens in Europa.

    Jeder sollten der Öffentlichkeit seine Ansichten über die Gefahren totalitärer Ideologien und Religionen präsentieren können.
    Sie könnten sich danach als unbegründet herausstellen.

  2. Ich denke, dem was Herr Wilders gesagt hat kann man wenig entgegensetzen. Daher warscheinlich auch die geringe Beteiligung in diesem Forum, die meissten tummeln sich lieber im S21 Forum, da ist es noch so schön kuschelig.

    Herr Wilders sagt was eigentlich fast alle denken.
    Ich bin seit Sarazzin wie vom Donner gerührt. Als Linker, (oder bin ich jetzt ein Rechter?) möchte ich die leidlich erkämpften Freiheiten u.a. für Frauen, Homosexuelle, Meinungsfreiheit in allen Bereichen der Gesellschaft akzeptiert sehen. Die, die diese Grundwerte nicht leben wollen müssen umdenken oder sich ein Land suchen, wo sie besser ihre Auffassungen umsetzen können. Nichtbeachten des Grundgesetzes ist ein Strafdelikt. Man kann Straftäter z.B. ausweisen. Integrierte Muslime, welche unsere Grundwerte achten sind herzlich willkommen.
    Es geht doch nur darum.Ist das zuviel verlangt? Bin ich wegen Eintreten für die Rechte von z.B. Homosexuellen jetzt ein Rechtextremer?

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    Sehe ich genauso wie Sie.
    Die traditionelle Links/Rechts-Schubladenordnung funktioniert aber, glaube ich nicht mehr:
    Ich halte zb Wilders nicht fuer einen "Rechtspopulisten", sondern fuer einen wahren Linken,oder fuer das, was ein furchtloser und von Mainstream-Denke unbeeinflusster Linker eigentlich sein sollte:
    er ist gegen die Ausbreitung des Islams, einer frauenfeindlichen,homophoben Ideologie, die ein Problem mit Meinungs-und Pressefreiheit hat. Eine Religion, welche Atheisten und Andersglaeubige als Menschen 2.Klasse betrachtet -
    ich wuensche Wilders viel Erfolg...

    Sehe ich genauso wie Sie.
    Die traditionelle Links/Rechts-Schubladenordnung funktioniert aber, glaube ich nicht mehr:
    Ich halte zb Wilders nicht fuer einen "Rechtspopulisten", sondern fuer einen wahren Linken,oder fuer das, was ein furchtloser und von Mainstream-Denke unbeeinflusster Linker eigentlich sein sollte:
    er ist gegen die Ausbreitung des Islams, einer frauenfeindlichen,homophoben Ideologie, die ein Problem mit Meinungs-und Pressefreiheit hat. Eine Religion, welche Atheisten und Andersglaeubige als Menschen 2.Klasse betrachtet -
    ich wuensche Wilders viel Erfolg...

    • dumbi
    • 02.10.2010 um 21:01 Uhr

    Statt an Deutschlands Geistesgrößen zu erinnern, sollte man lieber die holländische Geistesgröße Erasmus von Rotterdem denken, Humanist und verfechter religiöser Toleranz.

    Das kann man Herrn Wilders wohl nicht vorwerfen.

  3. ...spielt doch keine Rolle bei dieser Debatte. Daher wundert mich immer diese Pauschalisierung seitens der Medien: hier links = Ausländer/Minoritätenfreundlich = gut und da rechts = Ausländerfeinlichkeit = schlecht. Ich als Immigrant dieses großartigen Landes Deutschland finde Wilders hat in vielfacher Weise recht. Mag sein, dass seine Sprachwahl hart ist (nicht in dieser Rede), aber inhaltlich stehen wir tatsächlich vor der Frage, Islam oder Freiheit, da in einem komplexen Werte- und Gesellschaftssystem des Islam die Freiheit, wie wir es im Westen genießen und toll finden, nicht existieren kann. Jeder, der sich mit dem Islam beschäftigt und nicht die Augen zumachen will, wird das bestätigt finden. Daher würde ich mit meinen ausländischen Wurzeln einen Mann wie Wilders in Deutschland definitiv wählen.

  4. Sehe ich genauso wie Sie.
    Die traditionelle Links/Rechts-Schubladenordnung funktioniert aber, glaube ich nicht mehr:
    Ich halte zb Wilders nicht fuer einen "Rechtspopulisten", sondern fuer einen wahren Linken,oder fuer das, was ein furchtloser und von Mainstream-Denke unbeeinflusster Linker eigentlich sein sollte:
    er ist gegen die Ausbreitung des Islams, einer frauenfeindlichen,homophoben Ideologie, die ein Problem mit Meinungs-und Pressefreiheit hat. Eine Religion, welche Atheisten und Andersglaeubige als Menschen 2.Klasse betrachtet -
    ich wuensche Wilders viel Erfolg...

    Antwort auf "Er hat recht"
    • am4875
    • 02.10.2010 um 21:23 Uhr

    Zitat ikke1000:
    "Die Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen, schweren Kindesmissbrauch, politische und religiöse Agitation, Organisation einer Parallelgesellschaft, Apartheid - ist alles erlaubt, wenn es einen Gott gibt, der es verlangt.
    Und, schlimmer noch, Antidiskriminierungsgesetze verbieten de facto jede Kritik an solchen religiös inspirierten Versuchen, unsere Freiheit und Demokratie zu unterminieren."

    Was Sie hier schildern, sind allesamt Straftatbestände, die in unserer Gesellschaft strafrechtliche Konsequenzen nachsichziehen und somit auch nicht geduldet werden. Eine Gruppe aber, die es für sich in Anspruch nimmt, derartiges unter Religionsfreiheit (=Straffreiheit) zu stellen und sich somit faktisch von unseren Gesetzen loslöst, muß in ihre Schranken verwiesen werden - da ist Toleranz meiner Meinung nach sträflicher Leichtsinn und eine Bedrohung unserer Gesellschaftsordnung.
    Weiterhin sprechen Sie von "religiös inspirierten Versuchen..." - diese Vorstöße, die ja schon weitgehend keine Versuche mehr sind, sind nicht religiös sondern politisch ideologisch motiviert, weshalb sie auch so gefährlich für unsere freiheitliche Gesellschft sind.
    Ich hoffe inständig, daß alle Toleranz predigenden Elfenbeinturmbewohner endlich zu uns in die Realität herabsteigen und erkennen, daß die Sorge ihrer Mitmenschen sich darauf bezieht, in eine archaische Gesellschaftsordnung zurückgedrängt zu werden - und vor allem, daß diese Sorgen ihre Berechtigung haben!

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    ...ich habe diese Handlungen/Einstellungen nicht gutgeheißen.

    Ich bin selbst Ungläubiger.

    ...ich habe diese Handlungen/Einstellungen nicht gutgeheißen.

    Ich bin selbst Ungläubiger.

  5. Also ich meine mal,ich mag ja den Wilders und das Merkele, denke ich mal, mag ihn auch. Aber laut sagen kann sie das freilich nicht. Aber sie macht sich schon Sorgen,daß rechts vonne CDU noch wer sein könnte.

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    • jomo3
    • 02.10.2010 um 22:17 Uhr

    denn was sie politisch produziert, ist schon richtig schlechte Küche mit angebranntem, verdorbenem, dauerhaft falscher Rezeptur und sie weiß das.
    Und richtig schön wäre es, wenn nicht jeder deutsche Medienpromi über die Einheit schwatzen würde, sondern auch mal einer schweigen könnte.

    Schweigen in den Medien mal für einen Moment ist wohl zu viel verlangt.

    • jomo3
    • 02.10.2010 um 22:17 Uhr

    denn was sie politisch produziert, ist schon richtig schlechte Küche mit angebranntem, verdorbenem, dauerhaft falscher Rezeptur und sie weiß das.
    Und richtig schön wäre es, wenn nicht jeder deutsche Medienpromi über die Einheit schwatzen würde, sondern auch mal einer schweigen könnte.

    Schweigen in den Medien mal für einen Moment ist wohl zu viel verlangt.

    • jomo3
    • 02.10.2010 um 21:52 Uhr

    ... von der blonden Herrenrasse wird gern geschwatzt, wenn es darum geht, Menschen rechts der Mitte zu diffamieren.

    Es gibt sie doch garnicht mehr, keine Sorge.
    Die künftigen Herren sind ziemlich dunkelhaarig und sprechen und schreiben Deutsch schlecht und das spielt auch bald keine Rolle mehr.

    Wilders hat Mut im Gegensatz zum politischen Rest in EU.
    Sie denken wie er, trauen sich aber nicht wegen Parteiräson und so weiter ... traurig, traurig

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