Castor-Protest Ende eines heißen Wochenendes
Erschöpft, aber zufrieden bauen die Atom-Gegner bei Gorleben ihre Lager ab. Die Polizei spricht von 78 Beamten, die von Demonstranten verletzt wurden.
Es ist wie eine finale Machtdemonstration. Kurz nach neun Uhr überfliegen sieben Hubschrauber der Polizei das Camp Gedelitz. Die Aktivisten dort bauen nach der 45 Stunden langen Sitzblockade vor dem Zwischenlager Gorleben gerade ihre Zelte ab, viele heben kaum einen müden Blick zum Himmel.
Viel gibt es nicht mehr aufzuräumen, die meisten sind direkt nach der Sitzblockade vor dem Endlager Gorleben mit kleinem Gepäck nach Hause gefahren. Im großen Zelt gibt es ein letztes Frühstück, Suppe, Weißbrot mit Marmelade und Müsli. Mitfahrgelegenheiten nach Berlin, Köln/Bonn, Hamburg, Leipzig oder Göttingen werden gesucht.
Im Musenpalast in Laasen, einem kleinen Zirkuszelt mit diversen Anbauten, gibt es Improvisationen vom Saxofon und Akkordeon. Am Buffet vegetarische Suppe, nebenan Coffee to stop. Ab morgen ist hier wieder Pferdewiese, darum keine Kippen auf den Boden. Vorn auf der Dorfstraße fahren endlose Polizeikolonnen, auch sie wollen nach Hause.
Vier Tage Protestaktionen, Blockaden und Polizeieinsätze liegen hinter Castor-Gegnern und Polizisten. Auf beiden Seiten gab es Gewaltausbrüche, doch diese waren Einzelfälle. In der Gesamtschau war die große Mehrheit aller Protestaktionen und Blockaderäumungen friedlich.
Die Castor-Gegner werten dieses lange Wochenende als großen Erfolg . Noch nie wurde ein Castor-Transport solange aufgehalten , an den Protesten beteiligten sich viel mehr Menschen als in den zurückliegenden Jahren. Den Grund dafür sehen die Vertreter aller beteiligten Initiativen in der Art, wie die Bundesregierung die Verlängerung der AKW-Laufzeiten durchsetzen will. Mathias Ehler von Greenpeace sagt, die Bundesregierung müsse sich jetzt eingestehen, es nicht mehr nur mit den Menschen im Wendland zu tun zu haben, "sondern mit allen - mit dem Volk."
Kerstin Rudek von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg drückt ihre Bewunderung für die "Entschlossenheit und Besonnenheit" der vielen Menschen aus, die hier protestierten: "Mit uns muss gerechnet werden."
Allein Ulrike Donath, Vertreterin des anwaltlichen Notdienstes, zieht ein bitteres Fazit. Die "Ausraster" einiger Polizisten seien von der Polizeiführung bewusst in Kauf genommen worden. Wer junge Polizisten kurz nach ihrer Ausbildung in 24-stündige Einsätze schicke, "begeht kalkulierten Rechtsbruch." Vor allem die Einheiten der Bundespolizei hätten "sofort Gas und Knüppel" gegen sitzende Demonstranten eingesetzt.
- Datum 09.11.2010 - 14:38 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wenn man aufmerksam Zeitung liest, sind die Chancen für alle Beteiligten grösser, an einem ganz normalen Wochenende hier in Wiesbaden in gewaltsame Auseeinandersetzungen zu geraten, als innnerhalb von 4 Tagen Castorprotest.
Ich freue mich über die guten Nachrichten:
------------- (taz) -------------------
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat den Polizeieinsatz beim Castor-Transport im Wendland als äußerst schwierig und kräftezehrend bezeichnet. "Die Polizisten sind bis an die Grenzen ihrer Belastung gekommen"
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Jezt bin ich gespannt, was passiert, wenn nächstes Mal doppelt so viele Bürger ins Wendland kommen und die Polizei nicht nur an die Grenzen, sondern über die Grenzen bringen.
Was geschieht dann? Einsatz der Bundeswehr im Inneren? Wie sehr wird die Regierung gegen das Volk vorgehen? Wie lange kann sie sich das leisten?
Respekt übrigens vor der Gewerkschaft der Polizei, welche die Missstände anprangert. Da hat man das Gefühl, dass es bei der Polizei selbständig denkende Menschen gibt.
Lasst uns die Bewegung "Deutschland 21" nennen, worin Gorleben und Stuttgart zusammengefasst sind (ich war eigentlich kein Stuttgart21-Gegner. Das hat sich allerdings mit dem brutalen Polizeieinsatz geändert).
Fraglich, ob nächstes Mal doppelt so viele Bürger kommen. Und es ist unwahrscheinlich, daß es eine parlamentarische Mehrheit geben wird für eine Gesetzesänderung die den Einsatz der Bundeswehr erlauben würde. Zumal sich die Polizei - auch wenn viele das anders sehen werden - sehr zurückgehalten und sich sehr viel gefallen lassen hat.
Fraglich, ob nächstes Mal doppelt so viele Bürger kommen. Und es ist unwahrscheinlich, daß es eine parlamentarische Mehrheit geben wird für eine Gesetzesänderung die den Einsatz der Bundeswehr erlauben würde. Zumal sich die Polizei - auch wenn viele das anders sehen werden - sehr zurückgehalten und sich sehr viel gefallen lassen hat.
Für die Pseudodemokraten Randalierer und Kriminellen von Gor-
leben habe ich null Verständnis. Sie tun so, als würden sie die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren. Weit gefehlt.
Nicht wer am lautesten schreit hat recht. Die Masse der Menschen muß arbeiten und hat keine Zeit für diesen Firlefanz.
Im übrigen wurde schwarz/gelb u.a. deswegen gewählt, weil die
Aussicht bestand, daß die AKW-Laufzeiten verlängert werden und
Gorleben weiter erkundet wird.Die Behauptung von Gabriel und
Trittin, daß sich die Menschen mit dem Atomausstieg versöhnt
hätten ist schlichtweg falsch und arrogant. Wie kommen
diese
beiden Herren dazu solches zu behaupten. Nichts als Wahlkampf. Ohne Substanz. Das ist das Markenzeichen von
rot/grün. Die Grünen die Partei gegen alles.
Moin,
dies von Ihnen vorgetragenen scheinbaren Zusammenhänge werden in der politischen Diskussion gerne benutzt, um die Gegenseite zu diskreditieren. Die Argumente werden dadurch aber nicht besser oder wahrer.
Dadurch, dass nur eine Minderheit demonstriert und nicht die breite Masse, wie Sie feststellen, ist aber noch lange nichts darüber ausgesagt, welche Meinung diese Mehrheit tatsächlich vertritt. Es gibt sicherlich mehr Kernkraft-Kritiker als jetzt in Gorleben waren. Die schweigende Mehrheit, wie man gerne sagt, ist aber eben nur schweigend und kann nicht nach Belieben der einen oder anderen Position zugerechnet werden. Die Gründe sind hierfür vielschichtig. Sie waren nicht da, das ist die einzige Aussage, die dazu richtig ist.
Stimmt, schwarz/gelb wurde gewählt, aber das sagt wieder nichts über die Gewichtung der Laufzeitverlängerung beim Wahlverhalten aus, ich nehme einmal an, bei vielen Wählern hat die mögliche Laufzeitverlängerung eine untergeordnete Rolle gespielt. Die Gewichtung ist aber nie wirklich gemessen worden. Bei bisherigen Umfragen zur Kernkraft kamen aber immer wieder Zahlen heraus, die Ihre Annahmen eben nicht stützen, selbst die atomfreundlichste im FOCUS (Forsa, April 2010) spricht von 44% Befürwortern der Laufzeitverlängerung. Die meisten wirklich beunruhigenden Nachrichten zu Asse kamen erst danach.
Beste Grüße
Grabert
"Für die Pseudodemokraten Randalierer und Kriminellen von Gor-
leben habe ich null Verständnis. Sie tun so, als würden sie die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren. Weit gefehlt.
Nicht wer am lautesten schreit hat recht. Die Masse der Menschen muß arbeiten und hat keine Zeit für diesen Firlefanz."
Nicht auszudenken wo wir zivilisatorisch wären, wenn sich die Menschen alle so duckmichelnd verhalten würden, wie sie das fordern.
Dass sich Teile der Bevölkerung GEGEN die reaktionären Ignoranten stellen und für sozialen Fortschritt kämpfen und dafür auch Sanktionen in Kauf nehmen.
"Firlefanz", so wie früher das Frauenwahlrecht, die Abschaffung der Todesstrafe, freie Meinungsäusserung, usw..
Moin,
dies von Ihnen vorgetragenen scheinbaren Zusammenhänge werden in der politischen Diskussion gerne benutzt, um die Gegenseite zu diskreditieren. Die Argumente werden dadurch aber nicht besser oder wahrer.
Dadurch, dass nur eine Minderheit demonstriert und nicht die breite Masse, wie Sie feststellen, ist aber noch lange nichts darüber ausgesagt, welche Meinung diese Mehrheit tatsächlich vertritt. Es gibt sicherlich mehr Kernkraft-Kritiker als jetzt in Gorleben waren. Die schweigende Mehrheit, wie man gerne sagt, ist aber eben nur schweigend und kann nicht nach Belieben der einen oder anderen Position zugerechnet werden. Die Gründe sind hierfür vielschichtig. Sie waren nicht da, das ist die einzige Aussage, die dazu richtig ist.
Stimmt, schwarz/gelb wurde gewählt, aber das sagt wieder nichts über die Gewichtung der Laufzeitverlängerung beim Wahlverhalten aus, ich nehme einmal an, bei vielen Wählern hat die mögliche Laufzeitverlängerung eine untergeordnete Rolle gespielt. Die Gewichtung ist aber nie wirklich gemessen worden. Bei bisherigen Umfragen zur Kernkraft kamen aber immer wieder Zahlen heraus, die Ihre Annahmen eben nicht stützen, selbst die atomfreundlichste im FOCUS (Forsa, April 2010) spricht von 44% Befürwortern der Laufzeitverlängerung. Die meisten wirklich beunruhigenden Nachrichten zu Asse kamen erst danach.
Beste Grüße
Grabert
"Für die Pseudodemokraten Randalierer und Kriminellen von Gor-
leben habe ich null Verständnis. Sie tun so, als würden sie die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren. Weit gefehlt.
Nicht wer am lautesten schreit hat recht. Die Masse der Menschen muß arbeiten und hat keine Zeit für diesen Firlefanz."
Nicht auszudenken wo wir zivilisatorisch wären, wenn sich die Menschen alle so duckmichelnd verhalten würden, wie sie das fordern.
Dass sich Teile der Bevölkerung GEGEN die reaktionären Ignoranten stellen und für sozialen Fortschritt kämpfen und dafür auch Sanktionen in Kauf nehmen.
"Firlefanz", so wie früher das Frauenwahlrecht, die Abschaffung der Todesstrafe, freie Meinungsäusserung, usw..
Was, ist das war, nur etwa 25.000 Demonstranten? Und dann so ein Aufstand? Und das wird von den Umweltverbänden als großer Erfolg gefeiert? Wie viele Menschen leben im Umreis von 200 km von Gorleben? Und davon haben sich lächerliche 25.000 auf den Weg gemacht? Und so ein paar Leute meinen, sie hätten die moralische Pflicht und das Recht einen derartigen Polizeieinsatz zu verursachen? Nichts gegen Demonstrationen gegen den Castor. Und auch ein paar Blockaden gehören dazu. Aber diesmal wurde der Bogen überspannt.
c00lixi0 schrieb: "Und so ein paar Leute meinen, sie hätten die moralische Pflicht und das Recht einen derartigen Polizeieinsatz zu verursachen?"
Niemand hat die Polizei gerufen. Die hätte auch getrost in ihren warmen Stuben bleiben können. Nicht die Demonstraten haben den Polizeieinsatz zu verantworten, sondern immer der Innenminister. Zur Absicherung des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung (denn dazu ist normalerweise die Polizei zuständig bei einer Demo) hätten ein paar Polizisten gereicht.
Und noch eins. Jeden Freitag bis Sonntag sind mehr Polizisten für die Volksbelustigung Fußball unterwegs als bei diesem Castortransport.
auch Volksbelustigung Castortransport schreiben sollen.
auch Volksbelustigung Castortransport schreiben sollen.
Fraglich, ob nächstes Mal doppelt so viele Bürger kommen. Und es ist unwahrscheinlich, daß es eine parlamentarische Mehrheit geben wird für eine Gesetzesänderung die den Einsatz der Bundeswehr erlauben würde. Zumal sich die Polizei - auch wenn viele das anders sehen werden - sehr zurückgehalten und sich sehr viel gefallen lassen hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die 20.000 Polizisten nach diesem Wochenende für eine Laufzeitverlängerung sind, denn das bedeutet über 4.000 Tonnen mehr Atommüll und wie viele Castoren wären das zusätzlich, die unser schönes Land duchqueren? 1000? 2000?
Wieviele zusätzliche Wochenende in Kälte und Dreck wären das? 500? 1000?
Nicht nur dass durch den Uranabbau, eines der dreckigsten Geschäfte der Welt, Menschen enteignet, vertrieben und an Leib und Leben geschädigt werden, nein auch der Müll der entsteht ist hochgiftig, Betrieb und Lagerung höchst unsicher, Entrechtung und Enteignung im Wendland an der Tagesordnung.
Eine absolut undemokratische Technologie!
doch an, dass die Umweltschützer beim Wegschaffen ihres eigenen Mülls vorbildlch waren.
@Kohlmeise
Vielleicht können Sie es sich nicht vorstellen, aber es wird alles aufgeräumt.
Waren Sie einmal bei einer solchen Blockade? Das Aufräumen und Entsorgen des Mülls nehmen die lieben 'Chaoten' in den nächsten Tagen in die Hand (siehe www.castorticker.de , 12:23 Uhr). Das war bei jedem Castor-Transport hier so und wird auch diesmal so sein. Während der Räumungsaktion durch die Polizei selbst ist dies leider nicht möglich.
@Kohlmeise
Vielleicht können Sie es sich nicht vorstellen, aber es wird alles aufgeräumt.
Waren Sie einmal bei einer solchen Blockade? Das Aufräumen und Entsorgen des Mülls nehmen die lieben 'Chaoten' in den nächsten Tagen in die Hand (siehe www.castorticker.de , 12:23 Uhr). Das war bei jedem Castor-Transport hier so und wird auch diesmal so sein. Während der Räumungsaktion durch die Polizei selbst ist dies leider nicht möglich.
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