Paketbomben Regierung plant Zugriff auf Daten von Logistikern

Wegen der Paketbomben plant die Bundesregierung eine schwarze Liste für Flughäfen. Zudem will sie Zugang zu den Datenbanken der Logistik-Unternehmen.

Im Bundesverkehrs- und im Innenministerium gibt es wegen der Paketbombenfunde aus dem Jemen offenbar Überlegungen, die Luftfrachtkontrolle zügig zu verschärfen. Beide Behörden prüften die Erstellung schwarzer Listen für Flughäfen, deren Sicherheitsvorkehrungen nicht westlichen Standards entsprächen, berichtete das Magazin Der Spiegel . In Deutschland eintreffende Sendungen von diesen Flughäfen würden dann stärker kontrolliert.

In diesem Zusammenhang will Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) der EU einen Fünf-Punkte-Katalog zur schnellen Verbesserung der Sicherheit vorlegen. Im internationalen Frachtverkehr seien nationale Alleingänge wenig hilfreich, sagte de Maizière der Bild am Sonntag . Als wichtigste Maßnahme forderte er ein Raster, "mit dessen Hilfe verdächtige Sendungen anhand von Frachtlisten herausgefiltert werden können". Wenn zum Beispiel eine jüdische Gemeinde in Chicago gebrauchte Kopierer aus dem Jemen erhalten solle, "dann ist das ungewöhnlich und muss kontrolliert werden", sagte de Maizière.

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Laut Spiegel beinhaltet dies, dass die Sicherheitsbehörden künftig elektronisch die Datenbanken der Logistikkonzerne einsehen dürfen, um Absender, Adressaten und Deklarierung der Sendung bestimmen zu können. Weiterhin will sich der Minister der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zufolge dafür stark machen, Sofortmaßnahmen auf europäischer Ebene abzustimmen sowie die Zuständigkeiten für die Bereiche Sicherheit und Gefahrenabwehr zusammenzulegen.

In Deutschland könnte dies bereits recht bald geschehen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer signalisierte, die Kontroll-Zuständigkeit des Luftfahrt-Bundesamtes an die Bundespolizei abgeben zu wollen. "Wenn wir zu der Erkenntnis gelangen, dass andere Organisationsstrukturen effektiver wären, wird es keine Ressortegoismen geben", sagte der CSU-Politiker dem Spiegel . Die dem Bundesinnenministerium unterstellte Bundespolizei ist bislang nur für die Personenkontrollen zuständig, die Überprüfung der Luftfracht ist dagegen Aufgabe des Luftfahrt-Bundesamtes.

Die FDP warf de Maizière eine falsche Prioritätensetzung vor. "Kraft und Zeit hätten besser in die Kontrolle der Fracht investiert werden sollen, statt in grundrechtlich sensible, aber technisch fragwürdige Neuentwicklungen wie den Körperscanner", sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) dem Spiegel .

Am vergangenen Dienstag war in der Poststelle des Bundeskanzleramts eine Paketbombe entdeckt und unschädlich gemacht worden, die nach Regierungsangaben mutmaßlich von griechischen Linksextremisten verschickt worden war. Unabhängig davon waren in den vergangenen Tagen in Großbritannien und Dubai zwei Paketbomben entdeckt worden, die per Luftfracht aus dem Jemen in die USA geschickt werden sollten. Eine davon war in Köln-Bonn umgeladen worden. Das Terrornetzwerk al-Qaida bekannte sich, Urheber der Paketbomben zu sein und kündigte weitere Anschläge an.

 
Leser-Kommentare
  1. Bin ich der einzige dem dabei ein ungutes Gefühl beschleicht? Bei den ganzen Ungereimtheiten bekomme ich das Gefühl, dass dies evt. sogar fokussiert wurde - damit man einen Grund hat, auf solche Daten zugreifen zu können...

  2. ... das unsere Regierung genau wissen will wer wem wann was schickt .

    • Elite7
    • 06.11.2010 um 14:31 Uhr

    Und bald kommen sie wieder auf die Idee, alle total Überwachen zu müssen. Dann kommt wieder die alte Debatte auf Vorratsdatenspeicherung ja, nein? Fingerabrduck auf Personalausweis mit Chip ja oder nein? Lasst die Leute doch einfach zufrieden! Das Paket war für Frau Merkel. Wenn sie sonen Schiss hat, kann sie ihre Post gerne kontrollieren lassen, aber nicht meine.

    • Shishi
    • 06.11.2010 um 14:51 Uhr

    Also meine lieben Kommentatoren vor mir, sie sollten sich doch besser mal überlegen das wir eh schon in einer welt leben in dem der gläserne bürger schon längst reealität ist. Doch machen wir uns sogar selber dazu (Facebook lässt grüßen), aber dennoch was würden sie den schreiben wen diese packtbomben durch gekommen wären? Von daher war es wirklich nur eine frage der zeit bevor die sicherheitsmaßnahmen sich verschärfen. Solang wir noch nicht im kreis tanzen und uns an den händen halten wird es immer solche maßnahmen geben um einfach das risiko einzuschränken.
    MfG
    Shishi

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    währe, würden sich bestimmt viele Menschen freuen und alleine das zeigt doch, das was die Politiker verzapfen nicht mehr ganz richtig sein kann, wenn manm ihnen schon den Tod wünscht.

    währe, würden sich bestimmt viele Menschen freuen und alleine das zeigt doch, das was die Politiker verzapfen nicht mehr ganz richtig sein kann, wenn manm ihnen schon den Tod wünscht.

  3. währe, würden sich bestimmt viele Menschen freuen und alleine das zeigt doch, das was die Politiker verzapfen nicht mehr ganz richtig sein kann, wenn manm ihnen schon den Tod wünscht.

    • Evolux
    • 06.11.2010 um 16:59 Uhr

    Man sollte nochmals an die Recherchen der Washington Post"Americas Top Secret" erinnern.
    Erschaffung eines gigantsichen Milliardenmarkt im Bereich Sicherheit und Überwachung-nichts anderes ist es hier auch.

    Vor knapp einem Jahr war es der Detroit-Bomber,der den markt für die Körperscanner angestossen hat,nun sind es die Paketbomber,die das Geld locker machen für Detektionsgeräte(die es seltsamerweise schon überall gibt).
    Ferner wünscht man jetzt die Logistikdaten,um diese in den gesamten Überwahungskomplex hinüberzuführen(Profilerstellung usw).
    Auch die biometrischen Ausweise und die VDS sind ein Teil da von.

    Irgendwie wird uns hier doch nicht die Wahrheit erzählt.
    Welche Lücken soll es denn nach Milliardeninvestitionen und vor allem Milliardengewinnen in der schon ziemlich privatisierten Sicherheitsindustrie noch geben,die sich mit den Bürger und Grundrechten gerade noch vertragen?
    Wie weit will man denn hier gehen?

    Zum Überbringer der Al-Kaida-Aqap-Info bei den Paketbomben,der
    Site Intelligence Group von Rita Katz.
    Das war bis vor 2008 auch eine Non-Profit-Organisation-nun wohl nicht mehr:
    "“After several years of public service, the SITE Institute, a non- profit organization, has ceased its operations.
    Some of the activities formerly conducted by the SITE Institute will now be carried out by the SITE Intelligence Group, a for-profit entity."
    http://www.powerbase.info...
    Wie soll man das verstehen?
    Wer zahlt hier jetzt für was?

  4. Wie weit darf eine Regierung gehen, um die Sicherheit der Bundesbürger zu gewährleisten? Durch solche Maßnahmen wird zwar unsere Sicherheit verbessert, aber die Freiheit unbeobachtet das zu tun, was man will, geht dabei verloren. Aber was bringt es denn der Bundesregierung auf solche Daten zugreifen zu können?

  5. Langsam aber sicher erreichen die Terroristen ihr Ziel. Die vorangegangenen Kommentare zeigen bereits eine massive Verunsicherung in der Bevölkerung. Die freiheitlich, demokratische Grundordnung wird systematisch angegriffen und beschädigt. Die Terroristen agieren in einem seit langem voraus zu berechnenden Umfang. Der Aufwand bei derartigen Terrorversuchen ist relativ gering, dafür die Wirkung immens. Der größte Schwachpunkt einer Demokratie ist deren Freiheitsgedanke und das wird gnadenlos ausgenutzt. Mit liberalen Gesetzen kann man eine Demokratie nicht gegen derartige Angriffe schützen, also müssen die Gesetze verschärft und die Überwachung immer weiter ausgebaut werden. Das ist ein Teufelskreis und hier beneide ich die Politiker wirklich nicht. Im Moment befinden wir uns nicht nur in einer Konfliktsituation mit islamistischen Kräften sondern auch in einem immer stärker werdenden Widerspruch zwischen Arm und Reich. Hier gibt es ebenfalls ein nicht zu unterschätzendes Gewaltpotenzial für die Zukunft. Unsere Gesellschaft läuft somit Gefahr, zwischen den "Fronten" zerrieben zu werden. Entweder wir leben in absoluter Freiheit, oder in einer relativen Sicherheit, welche nur mit immer intensiveren Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet werden kann. Diese Maßnahmen sind auf Dauer allerdings nicht finanzierbar.

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    ganz sicher nicht von irgendwelchen Terroristen zerstört, sondern von unserer Legislative, die der Meinung ist, immer mehr und immer besser und am besten alles überwachen zu müssen.

    Demokratien werden NICHT durch Bomben, Briefbomben, Anschläge oder Flugzeuganschläger oder Anschläge mit Flugzeugen "zerstört", sondern nur durch EIGENES VERSAGEN.

    Oder hat die ETA die spanische Demokratie in die Knie gezwungen? Die RAF die BRD, die IRA GB und Irland?

    ...

    ganz sicher nicht von irgendwelchen Terroristen zerstört, sondern von unserer Legislative, die der Meinung ist, immer mehr und immer besser und am besten alles überwachen zu müssen.

    Demokratien werden NICHT durch Bomben, Briefbomben, Anschläge oder Flugzeuganschläger oder Anschläge mit Flugzeugen "zerstört", sondern nur durch EIGENES VERSAGEN.

    Oder hat die ETA die spanische Demokratie in die Knie gezwungen? Die RAF die BRD, die IRA GB und Irland?

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