Terrorgefahr Unionspolitiker fordern neue Überwachungsgesetze

CDU-Innenpolitiker üben Druck auf Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger aus: Sie fordern neue Überwachungsmöglichkeiten für das Internet. Die FDP sperrt sich.

Deutsche Polizisten stellen Barrikaden vor dem Berliner Reichstag auf

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Nach den jüngsten Terrorwarnungen erwarten Unionspolitiker von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zügig die Strafprozessordnung zu ändern. Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach und sein CSU-Kollege Hans-Peter Uhl forderten die Ministerin in der Neuen Osnabrücker Zeitung auf, sie solle eine Regelung aufnehmen, die es ermöglicht, verschlüsselte Kommunikation zu überwachen.

"Wir brauchen dringend eine sichere Rechtsgrundlage für die Strafverfolgungsbehörden, um auch verschlüsselte Kommunikation Terrorverdächtiger über das Internet überwachen zu können", sagte Bosbach. Bislang könnten Verdächtige sich der Verfolgung durch konspiratives Verhalten zu einfach entziehen. Uhl mahnte, der Staat könne seine Bürger nur durch konsequente Aufklärung effektiv schützen. "Dabei ist das Abhören auch verschlüsselter Kommunikation eine zentrale Maßnahme."

FDP-Generalsekretär Christian Lindner forderte Unionspolitiker zur Zurückhaltung auf. Er lobte zugleich ausdrücklich das Vorgehen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). "Ich würde mir wünschen, dass mancher Politiker, insbesondere der Union, selbst auch besonnen wäre und in dieser sehr sensiblen Situation nicht schon wieder über die Verschärfung der Sicherheitsgesetze reden würde", sagte Lindner am Dienstagabend bei n-tv. Es gebe genügend Gesetze, sie müssten nur richtig angewandt werden. "Es ist eine Symbol- und Scheindebatte, immer nur über Gesetzesverschärfungen zu debattieren.", sagte er weiter.

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Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Bundestag, Thomas Oppermann, warnte vor "Gesetzgebungspanik". Er sei entschieden dagegen, "dass die Situation ausgenutzt wird, um Gesetzgebungsverfahren durchzudrücken, für die man sonst keine Mehrheiten bekommt", sagte er. Wenn man die bestehenden Gesetze anwenden wolle, dürfe aber nicht bei der Polizei gekürzt werden.

Die Forderung von Niedersachsens CDU-Innenminister Uwe Schünemann nach einem Einsatz der Bundeswehr im Inneren wiesen beide Politiker strikt zurück. Auch Bosbach widersprach energisch. "Wir wollen auch nicht, dass die Bundeswehr zu einer Art Hilfspolizei umfunktioniert wird, die immer dann gerufen werden kann, wenn die Polizeibehörden des Bundes und der Länder überlastet sind", sagte er dem Hamburger Abendblatt . Die Gefahrenabwehr müsse grundsätzlich Aufgabe der Polizei bleiben.

Rückendeckung erhielt Schünemann dagegen vom Obmann der Unionsfraktion im Verteidigungsausschuss, Henning Otte. Über einen solchen Einsatz müsse in klar umrissenen Fällen nachgedacht werden, sagte er der Hamburger Morgenpost . Ihm sei nicht ersichtlich, warum die Bundeswehr in Afghanistan Menschen und Objekte vor Anschlägen schützen müsse, dies aber bei zentralen Einrichtungen in Deutschland nicht erlaubt sei.

Derweil drang Unionsfraktionschef Volker Kauder auf eine rasche Entscheidung zugunsten der Vorratsdatenspeicherung. "Die Unionsfraktionen sind zusammen mit der Bundespolizei und den Landespolizeien der Auffassung, dass wir die Vorratsdatenspeicherung brauchen, sagte Kauder. Dabei gehe es "gar nicht in erster Linie um Terrorismusbekämpfung, sondern um schwere Kriminalität wie Kinderpornografie".

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger lehnte dagegen eine flächenübergreifende Vorratsdatenspeicherung erneut entschieden ab. "Die Vorratsdatenspeicherung ist, nachdem der erste Anlauf in der letzten Regierung unternommen wurde, vollumfänglich für verfassungswidrig erklärt worden", sagte sie. Die FDP-Politikerin warf der Union vor, sie wolle "anlasslos und verdachtslos von Millionen Menschen monatelang alles speichern, ohne dass es dafür ein Bedürfnis gibt". Sie plädierte dafür, nur "anlassbezogen, konkret Daten nicht zu löschen" und diese "den Sicherheitsbehörden unter engen Voraussetzungen zur Verfügung zu stellen". Dafür werde sie einen entsprechenden Vorschlag vorlegen.

Der Fraktionschef Kauder wies zudem einen Vorstoß des Vorsitzenden des Bundestags-Rechtsausschusses, Siegfried Kauder, zurück. Dieser hatte sich dafür ausgesprochen, die Pressefreiheit einzuschränken, um zum Beispiel Berichte über mögliche Anschlagziele zu verhindern. Dabei handele es sich um eine private Meinung seines Bruders, sagte der Fraktionsvorsitzende. "Das ist nicht die Auffassung der CDU/CSU- Fraktion, und deswegen wird da auch nichts kommen", sagte er.

 
Leser-Kommentare
  1. Ein Blick auf das Titelbild und ich
    muss schon wieder daran erinnern:

    http://www.sparpaket-stop...

    Wer hier keinen Zusammhang sieht,
    der ist blind und lebt in einer
    anderen Welt.

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    ja ja irgendwie wollen die es schaffen unser Recht so zu beschneiden das nur noch die Erinnerung bleibt.Es liegt an uns,ob wir es zulassen.

    • Fifty4
    • 25.11.2010 um 7:44 Uhr

    So einfach will sich die Regierung der Armen entledigen. Die einen sollten das bis zur nächsten Wahl nicht vergessen, damit den anderen es auch nichts nützt wenn sie sich warm anziehen.

    ja ja irgendwie wollen die es schaffen unser Recht so zu beschneiden das nur noch die Erinnerung bleibt.Es liegt an uns,ob wir es zulassen.

    • Fifty4
    • 25.11.2010 um 7:44 Uhr

    So einfach will sich die Regierung der Armen entledigen. Die einen sollten das bis zur nächsten Wahl nicht vergessen, damit den anderen es auch nichts nützt wenn sie sich warm anziehen.

  2. 2. ~ 1249

    [...]. Bis auf Otte sind es die selben Namen, auch die selben Vorschläge, die früher schon abgelehnt wurden. "Nach den jüngsten Terrorwarnungen erwarten Unionspolitiker von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zügig die Strafprozessordnung zu ändern." Geht nicht, darf nicht. Und wieso heißt es hier "Unionspolitiker"? Selbst die Union ist nicht geschlossen für solchen Unsinn. Doch mir gefällt bereits der Ansatz nicht: "nach den jüngsten Terrorwarnungen..." - die kamen von Leuten aus der CDU, zumindest für die Öffentlichkeit. Und nach wie vor ist es unverständlich, worin überhaupt die logische Verbindung zwischen Terror und internet-Überwachung bestehen soll. Von Bosbach ist man solches schon gewohnt, Uhl [...]. Auch wenn es nur übelste Phantasien ohne Hand und Fuß sind. Die einzige Meldung in den Medien, die ich noch akzeptieren würde, wäre, dass man Schünemann aus dem Amt jagt. Denn es kann nicht gut sein, wenn so jemand für Sicherheit sorgen soll. Ich bin gleichermaßen verblüfft, dass ich einmal einer Meinung mit der FDP bin und diese Partei hier sogar ihre Wurzeln zeigt. Sogar Lindner erscheint mir plötzlich sympathisch. Liegt aber nur an den Vergleichspersonen...

    Bitte verzichten Sie auf beleidigende Äußerungen und formulieren Sie Ihre Kritik konstruktiv. Danke, die Redaktion/vv

  3. wie immer .. aus einem konstruierten Fall wie Terrorismus wird eine Bresche für andersweitige Gesetze, die weiter den Überwachungsstaa t unterstützen, gefordert und wieder ist das Internet an allem dran schuld.

    So einfach kann manchmal Politik sein ...
    Wenn Terroristen einen Anschlöag verüben wollen, dann tun sie es. Und wenn an jedem Baum und jeder Ecke in Deutschland ein Polizist mit Schutzweste und MP rumsteht.

    Oder als Alternative und Unterstützung in diesem Fall die 1-€-Jobber als Hippos nehmen, ihnen einen grünen Overall und eine Holzatrappe als MP verpassen und die Aufschrift "HiWi" auf der Bekleidung -Achtung Ironie-

  4. Zunächst möchte ich die entsprechenden Unionspolitiker kann zu ihrem Vorstoß beglückwünschen. Außerdem würde ich gerne einen Testlauf am Beispiel der Unionsfraktion vorschlagen, da hier augenscheinlich eine der größten Gefahren für unsere freiheitliche Demokratie zu finden sind. Ließe man diesen Leuten freien Lauf, wäre von der "Freiheit" kaum mehr etwas übrig, wenn tatsächlich mal ein Anschlag einträte.

  5. Noch mehr Kameras, noch mehr Eingriff in die Privatsphäre und wofür? Eine terroristische Attacke die nicht statt findet? (Es sind in den letzten 10 Jahren mehr Menschen durch amerikanische Polizisten als durch Terroristen gestorben). Es geht doch nur um Panikmache um von wichtigen Themen abzulenken und die schlechten Wahlergebnisse zu vertuschen. Eine tolle Regierung, die Milliarden für angebliche Sicherheit verschwendet, anstatt sie zum Beispiel in Bildung zu investieren.

  6. einfach ein paar der entlassenen Soldaten, die es im Zuge der Verkleinerung der Bundeswehr bestimmt zu Hauf geben wird wieder als Polizisten ein. Wo ist das Problem?!

    Eine Leser-Empfehlung
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    ...die ursprüngliche Idee war, Soldaten, die man ohnehin bezahlt, sozusagen "zweitzuverwerten".

    Es geht nicht um Sicherheit für uns.

    Es geht um den billigen Anschein von Sicherheit, gepaart mit hübschen Technologieprojekten und dem Privatisieren der Überwachungskosten. Müssten die Politiker die Kosten der VDS aus Steuermitteln aufbringen, statt es den TelKos aufzudrücken, dann würden diese Kosten auf sie selbst zurückfallen, weil dann kann man ja nicht durch Sparen/Wohltaten glänzen.

    Wenn ausserdem noch Generalüberwachungsmöglichkeiten der ganzen Bevölkerung dabei abfallen, man weiss nie wozu man das nochmal brauchen kann.

    Das ganze Sicherheitsgeschrei der Scharfmacher (überwiegend, aber nicht nur aus CDU/CSU) ist einfach nur eine freche Blendgranate, mit der sie uns eine VERSCHLECHTERUNG unserer Sicherheit (das Kaputtsparen der normalen Polizei und deren Ersatz durch billige Technik) als VERBESSEREUNG verkaufen wollen.

    Zitat
    "Ihm sei nicht ersichtlich, warum die Bundeswehr in Afghanistan Menschen und Objekte vor Anschlägen schützen müsse, dies aber bei zentralen Einrichtungen in Deutschland nicht erlaubt sei."

    Das ist das rhetorische Mittel der aufgezwungenen Wahl:
    Mit einer als wahr postulierten, aber entweder unpassenden (oder sogar falschen Aussage) die Notwendigkeit einer zweiten Aussage begründen:
    Die Bundeswehr ist in Afghanistan IM KRIEG, dort herrscht Kriegsrecht. Das ihr Politiker das nicht zugebt ist eine Schande, ändert aber nichts an dem Kategoriefehler. Ausserdem SOLLTE die Bundeswehr dort gar nicht irgendwas schützen, da ihr Einsatz seit Jahren von der Mehrheit des Souveräns ABGELEHNT wird.

    Herr Otte, es ist unmittelbar aus der Verfassung ersichtlich, warum die Bundeswehr sowas nicht darf und die Verfassungsmütter/väter, die diesen Passus hineinschrieben haben GENAU Leute wie SIE vor Augen gehabt, als sie das taten.

    Wen die FDP eine Rest ihrer Glaubwürdigkeit behalten will, darf sie keinen Millimeter zurückweichen, den dafür hat sie in der letzten Wahl sicherlich alleine 5% dazubekommen

    ...die ursprüngliche Idee war, Soldaten, die man ohnehin bezahlt, sozusagen "zweitzuverwerten".

    Es geht nicht um Sicherheit für uns.

    Es geht um den billigen Anschein von Sicherheit, gepaart mit hübschen Technologieprojekten und dem Privatisieren der Überwachungskosten. Müssten die Politiker die Kosten der VDS aus Steuermitteln aufbringen, statt es den TelKos aufzudrücken, dann würden diese Kosten auf sie selbst zurückfallen, weil dann kann man ja nicht durch Sparen/Wohltaten glänzen.

    Wenn ausserdem noch Generalüberwachungsmöglichkeiten der ganzen Bevölkerung dabei abfallen, man weiss nie wozu man das nochmal brauchen kann.

    Das ganze Sicherheitsgeschrei der Scharfmacher (überwiegend, aber nicht nur aus CDU/CSU) ist einfach nur eine freche Blendgranate, mit der sie uns eine VERSCHLECHTERUNG unserer Sicherheit (das Kaputtsparen der normalen Polizei und deren Ersatz durch billige Technik) als VERBESSEREUNG verkaufen wollen.

    Zitat
    "Ihm sei nicht ersichtlich, warum die Bundeswehr in Afghanistan Menschen und Objekte vor Anschlägen schützen müsse, dies aber bei zentralen Einrichtungen in Deutschland nicht erlaubt sei."

    Das ist das rhetorische Mittel der aufgezwungenen Wahl:
    Mit einer als wahr postulierten, aber entweder unpassenden (oder sogar falschen Aussage) die Notwendigkeit einer zweiten Aussage begründen:
    Die Bundeswehr ist in Afghanistan IM KRIEG, dort herrscht Kriegsrecht. Das ihr Politiker das nicht zugebt ist eine Schande, ändert aber nichts an dem Kategoriefehler. Ausserdem SOLLTE die Bundeswehr dort gar nicht irgendwas schützen, da ihr Einsatz seit Jahren von der Mehrheit des Souveräns ABGELEHNT wird.

    Herr Otte, es ist unmittelbar aus der Verfassung ersichtlich, warum die Bundeswehr sowas nicht darf und die Verfassungsmütter/väter, die diesen Passus hineinschrieben haben GENAU Leute wie SIE vor Augen gehabt, als sie das taten.

    Wen die FDP eine Rest ihrer Glaubwürdigkeit behalten will, darf sie keinen Millimeter zurückweichen, den dafür hat sie in der letzten Wahl sicherlich alleine 5% dazubekommen

    • Tom030
    • 24.11.2010 um 8:32 Uhr

    Bitte äußern Sie sich zum Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/vv

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    Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie zum Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/vv

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  7. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie zum Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/vv

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    zeigt mir eure aufmerksamkeit ....!

    gruß horst

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    gruß horst

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