Westerwelle-Intimus Helmut Metzner soll Zugang zu mindestens fünf vertraulichen Regierungsunterlagen gehabt haben, die dem Geheimschutz unterlagen. Das geht laut Leipziger Volkszeitung aus schriftlichen Erklärungen des Außenamts-Staatssekretärs Wolf-Ruthart Born an SPD-Abgeordnete hervor.
 
Guido Westerwelle hatte sich in der abgelaufenen Woche von Metzner getrennt , weil dieser 2009 die US-Botschaft über die schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen auf dem Laufenden gehalten hatte.

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann forderte Westerwelle auf, wegen "offensichtlicher Überforderung durch das Doppelamt" – Außenminister und Parteivorsitzender – "sich für ein Amt zu entscheiden". Grad und Charakter des Geheimnisverrats durch Metzner würden bewusst "nicht aufgeklärt, weil es nicht im Interesse der FDP liegt und weil offensichtlich eine Vermischung von Partei- und Regierungsinteressen vorliegt", sagte Oppermann. Es stelle sich "die Frage nach der politischen Verantwortung von Guido Westerwelle".

Wikileaks hatte enthüllt, dass ein Mitarbeiter der FDP die US-Botschaft vor einem Jahr über die Koalitionsverhandlungen informiert hatte. Metzner offenbarte sich als Informant und wurde von seinen Aufgaben entbunden. Den Vorwurf des Geheimnisverrats wies er zurück. "Ich habe Botschaftsvertretern zu keiner Zeit Dokumente vertraulichen Inhalts ausgehändigt oder angeboten", sagte er dem Magazin Focus . Vielmehr habe er allgemein zugängliche Informationen weitergegeben.