Wikileaks Niebel wirft dem "Spiegel" Verantwortungslosigkeit vor

Als "schräge Wahl" beschrieb der "Spiegel" die Einschätzung von US-Diplomaten über den Entwicklungsminister. Eine offenbar verkürzte Darstellung; Niebel ist verärgert.

Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) hat den Umgang des Spiegel mit den von Wikileaks bereitgestellten US-Diplomatendepeschen kritisiert. Niebel sagte der Leipziger Volkszeitung : "Nachdem ich den Originalbericht über meine Person gelesen habe, kann ich die Aufarbeitung des 'Spiegel' nicht als verantwortungsvollen Journalismus bezeichnen. Auch durch Weglassen kann man falsche Informationen streuen."   

Der Spiegel hatte nach eigenen Angaben fünf Monate lang rund 50 Redakteure und Dokumentare die Wikileaks-Akten durchforsten lassen. In einer Depesche, die sich unter anderem mit der Ernennung Niebels zum Entwicklungshilfeminister befasste, übersetzte die Zeitschrift die Bezeichnung " odd pick " mit "schräge Wahl" – "ungewöhnlich", "seltsam" oder "überraschend" wäre treffender gewesen. Außerdem zitierte der Spiegel die Einschätzung, Niebel bringe keine Qualifikation für sein Fachgebiet mit.

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Das Magazin erwähnte aber nicht, dass Niebel auch positiv eingeschätzt wurde. Die US-Diplomaten schrieben nach Angaben der Leipziger Volkszeitung, mit dem Ministerium unter einer neuen Leitung könne es "zusätzliche Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit" geben. Besonders gute Perspektiven gebe es nun für die Kooperation in der Afghanistan-Arbeit.

Was der Spiegel als Recherche-Ergebnis zusammengetragen und abgedruckt habe, sei "nicht seriös recherchiert", sagte Niebel. Es passe jedoch zu dem Bild, das das Magazin schon vor der Wikileaks-Veröffentlichung von ihm gezeichnet habe.

Die Wikileaks-Seite und damit auch die fraglichen Dokumente sind nicht mehr über die Domain www.wikileaks.org zugänglich, sondern waren zeitweise nur noch über ihre IP-Adresse abrufbar. Wikileaks teilte im Kurzmitteilungsdienst Twitter mit, die Domain sei von der US-Firma everydns.net "gekillt" worden. Dieser Internet-Dienstleister sorgte dafür, dass die IP-Adresse eines Rechners mit der Internet-Adresse (Domain) wikileaks.org verbunden wird. Die Plattform hat mittlerweile in der Schweiz eine neue Internetadresse und ist nun unter www.wikileaks.ch zu erreichen.

Wikileaks war nach eigenen Angaben erst vor wenigen Tagen Ziel eines massiven Hackerangriffs gewesen. Am Donnerstag hatte der Internetdienstleister Amazon der Plattform das Gastrecht auf seinen Servern aberkannt. 

Im Fall des enttarnten US-Informanten und ehemaligen Westerwelle-Büroleiters mahnte Niebel zur Gelassenheit. Er verteidigte das Vorgehen von M., der die US-Botschaft im Herbst 2009 mit Informationen aus den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen versorgt hatte, als "ganz normales tägliches Geschäft" in der Politik. "Das war kein Maulwurf." Der Fall war durch die Wikileaks-Enthüllungen an die Öffentlichkeit gelangt.

Der Büroleiter war für die internationalen Kontakte in der FDP-Zentrale zuständig gewesen. "Alle Parteien haben solche Mitarbeiter, die die Kontakte zu den Botschaften pflegen", sagte Niebel. "Ich weiß nicht, ob hier nicht doch ein bisschen zu viel draus gemacht wird." Niebel versicherte, dass keine vertraulichen Papiere übergeben worden seien. "Was in den Koalitionsrunden im Beisein von Mitarbeitern besprochen wurde, ist vollkommen unbedenklich." Vertrauliches sei "in anderen Kreisen verhandelt worden".

 
Leser-Kommentare
    • colca
    • 03.12.2010 um 10:36 Uhr

    Niebel, Niebel...?
    War das nicht der mit dieser bizarren Meinung am letzten Sonntag bei Anne Will?
    Zitat:
    "Ich bestreite dass es einen Informanten aus der FDP gibt. Es ist geradezu lächerlich, es ist jeder Realität fern."
    Quelle: http://daserste.ndr.de/an...

    Dieser Mensch würde gut daran tun, einfach mal ein paar Tage den Mund zu halten. In dieser Schamfrist könnte er ja zum Beispiel seinen IM-verseuchten Parteiapparat durchleuchten, um die deutsche Regierung vor weiteren gelben Spitzeln zu schützen.
    Wenn übrigens die US-Botschaft von Entwicklungshilfeminister Niebel glaubt, dass sich mit ihm "zusätzliche Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit" besonders in Afghanistan ergeben, so ist das ja wohl kaum als etwas Positives zu betrachten. Die Frage ist jetzt nur, ob damit eine Ausweitung der amerikanischen Zwangsgebühr von 15% auf deutsche Aufbaumittel (siehe dazu - http://www.spiegel.de/pol... ) gemeint ist, oder ob sich die neue Zusammenarbeit auch auf die amerikanischen Todesschwadronen und den illegalen Drohnenmord an deutschen Staatsbürgern in Pakistan bezieht.
    Immerhin ist der Herr Niebel doch so stolz auf seine Vergangenheit als Fallschirmjäger...

    18 Leser-Empfehlungen
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    • joG
    • 03.12.2010 um 14:08 Uhr

    ....nicht mögen. Das ist legitim. Dass Sie aber so tun, als wäre es nicht richtig, dass Der Spiegel etwas vorurteilsfreier berichten sollte, belastet Ihre persönliche Glaubwürdigkeit.

    Es mag ja sein, dass man hier schlampige und tendenziös gefärbte Übersetzungen von Zitaten in den Medien schätzt. Die öffentlichen Anstallten und Presse sind mit solchen Zitaten Falschinformationen verzerrenden laufend präsent und heischen damit die Gunst von Wählern, Politikern und Volk. Schließlich untermauern sie oft den nationalen Geist der Region und tun somit den Seelen gut. Selektive Informationsweitergabe, die die Meinung der Leitkultur stützt, ist ebenfalls ein beliebtes Spiel.

    Das hat hier Tradition und war bereits ein Problem, als man Reagan völlig falsch beurteilte und zieht sich bis heute durch die Berichterstattung durch. Das ist schädigend für die betroffenen Personen wie hier bei Niebel. Es ist gleichsam üble Nachrede und ein Delikt, das aber staatsanwaltlich zu verfolgen sittenwidrig zu sein scheint.

    Dabei ist es keineswegs trivial und für die Nation ist es hoch gefährlich, wenn man seine politischen Meinungen und damit seine Politik auf falsche Informationen aufbaut. Wie will man aber überhaupt beurteilen, was stimmt, wenn man selbst grundlegend falsch informiert ist? Das kann die öffentliche Ordnung gefährden und stört sie sogar oft. Aber man ignoriert die, wie hier so oft das Balken im eigenen Auge.

    • joG
    • 03.12.2010 um 14:08 Uhr

    ....nicht mögen. Das ist legitim. Dass Sie aber so tun, als wäre es nicht richtig, dass Der Spiegel etwas vorurteilsfreier berichten sollte, belastet Ihre persönliche Glaubwürdigkeit.

    Es mag ja sein, dass man hier schlampige und tendenziös gefärbte Übersetzungen von Zitaten in den Medien schätzt. Die öffentlichen Anstallten und Presse sind mit solchen Zitaten Falschinformationen verzerrenden laufend präsent und heischen damit die Gunst von Wählern, Politikern und Volk. Schließlich untermauern sie oft den nationalen Geist der Region und tun somit den Seelen gut. Selektive Informationsweitergabe, die die Meinung der Leitkultur stützt, ist ebenfalls ein beliebtes Spiel.

    Das hat hier Tradition und war bereits ein Problem, als man Reagan völlig falsch beurteilte und zieht sich bis heute durch die Berichterstattung durch. Das ist schädigend für die betroffenen Personen wie hier bei Niebel. Es ist gleichsam üble Nachrede und ein Delikt, das aber staatsanwaltlich zu verfolgen sittenwidrig zu sein scheint.

    Dabei ist es keineswegs trivial und für die Nation ist es hoch gefährlich, wenn man seine politischen Meinungen und damit seine Politik auf falsche Informationen aufbaut. Wie will man aber überhaupt beurteilen, was stimmt, wenn man selbst grundlegend falsch informiert ist? Das kann die öffentliche Ordnung gefährden und stört sie sogar oft. Aber man ignoriert die, wie hier so oft das Balken im eigenen Auge.

  1. Spiegel bilden die Wirklichkeit eben nur scheinbar ab.

    1) sie zeigen nur die Spiegel-zugewandte Vorderseite, die "Oberfläche",
    2) sie zeigen nur, was innerhalb des eigenen Rahmens liegt
    3) sie zeigen alles etwas anders - eben "spiegel"verkehrt.

    Mit selektiver Information und purer Meinungsmache glänzte das Magazin schon häufiger. hier nur ein Aspekt unter beliebig vielen:
    http://spiegelkritik.de/2...

    Ich habe mir ein paarmal den Spaß gemacht und einige Spiegel-Artikel kritisch gegengelesen mit den Fragen:
    1) welche sachhaltigen Informationen sind überhaupt drin
    2) welche Meinung wird vermittelt
    3) inwiefern kann 1) tatsächlich 2) argumentativ stützen?

    Die Antwort auf 1) war ziemlich spärlich, auf 2) ziemlich deutlich und auf 3) ziemlich dürftig. Diese Gegenprobe kann ich jedem, der dem Slogan "Spiegel-Leser wissen mehr" auf den Leim gegangen ist, nur wärmstens ans Herz legen.

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    • chamsi
    • 03.12.2010 um 10:56 Uhr

    auch einmal bei der ZEIT machen :)

    ..lieber Bild angucke...

    1. Im obigen ZEIT-Artikel wird nicht etwa aus den Veröffentlichungen von Wikileaks zitiert, sondern aus der "Leipziger Volkszeitung". Ob die zitierte Erweiterung des Zitats über Niebel stimmt, und zwar quellenmässig, hat die ZEITonline-Redaktion folglich nicht selber überprüft. Wenigstens gibt sie nicht vor, es getan zu haben.

    2. Es würde interessieren, ob Sie den Niebel-Zitatenzusammenhang an der Quelle, also in den bisher öffentlich zugänglichen Wikileakseiten überprüft haben. Dann wäre es im Interesse ihrer Kommentierung von Bedeutung, dass Sie wörtlich zitieren würden. Da Sie solches unterlassen haben, nehme ich an, dass Sie einfach aus dem ZEIT-Artikel entnehmen, was Sache sei.

    3. Ohne SPIEGEL, ohne New York Times, ohne le monde, ohne Guardian und ohne El Pais, welche alle mit sehr grossem Rechercheaufwand während Monaten die Wikileakquellen überprüft haben, und zwar bereits zum zweiten Mal inenrhalb eines Jahres, wüssten weder Sie noch die ZEIT-Redaktion noch ich, was die imperiale US-Weltpolitik hintergründig so alles tut oder lässt. Solche Recherchearbeit ist personell und finanziell aufwändig. Sich über diesen Aufwand lustig zu machen, etwa zu behaupten, das Wissen, welches mit Hilfe der Recherche für die Öffebntlichkeit sichergestellt worden ist, sei "unbedeutend" oder "längst bekannt", ohne selber nachzurpüfen, ist meiner Ansicht nach sehr sehr billig.

    Jedenfalls wissen SPIEGEL-Leser im konkreten Fall wirklich bedeutend mehr als ZEIT-Leser.

    • joG
    • 03.12.2010 um 14:15 Uhr

    ....ist in den hiesigen Medien nicht so sehr weit verbreitet. Man muss schon eher sagen, dass die Medien (vor allem die öffentlichen) hier hinsichtlich verseucht sind. Das ist so gravierend, dass man zu vielen Themen in der Bevölkerung eine fast einheitliche Meinung vorfindet, die als Gute Sitte und Wahrheit gilt, obwohl eine kurze Internet Suche sie falsifizieren würde.

    Aber das weiß eigentlich jeder, der sich für solche Dinge der deutschen Politik interessiert. Wie man da aber glauben kann, man wäre eine gesunde Volksgemeinschaft, die die von ihr ausgehenden Gefahren der Vergangenheit überwunden hätte, bleibt mir ein Rätsel.

    sondern auch unser Bewußtsein bildet die Wirklichkeit nur scheinbar ab.
    Es gibt allerdings Variabilität im Wahrheitsgehalt.
    Herr Niebel darf sich zu gute halten als Minister eines nach eigenem früheren Bekunden abzuschaffend seienden Ministeriums besonders vertauenswürdig zu erscheinen.
    Eine umfassende Würdigung seiner Person unterbinden leider die
    Forumsrichtlinien.

    • chamsi
    • 03.12.2010 um 10:56 Uhr

    auch einmal bei der ZEIT machen :)

    ..lieber Bild angucke...

    1. Im obigen ZEIT-Artikel wird nicht etwa aus den Veröffentlichungen von Wikileaks zitiert, sondern aus der "Leipziger Volkszeitung". Ob die zitierte Erweiterung des Zitats über Niebel stimmt, und zwar quellenmässig, hat die ZEITonline-Redaktion folglich nicht selber überprüft. Wenigstens gibt sie nicht vor, es getan zu haben.

    2. Es würde interessieren, ob Sie den Niebel-Zitatenzusammenhang an der Quelle, also in den bisher öffentlich zugänglichen Wikileakseiten überprüft haben. Dann wäre es im Interesse ihrer Kommentierung von Bedeutung, dass Sie wörtlich zitieren würden. Da Sie solches unterlassen haben, nehme ich an, dass Sie einfach aus dem ZEIT-Artikel entnehmen, was Sache sei.

    3. Ohne SPIEGEL, ohne New York Times, ohne le monde, ohne Guardian und ohne El Pais, welche alle mit sehr grossem Rechercheaufwand während Monaten die Wikileakquellen überprüft haben, und zwar bereits zum zweiten Mal inenrhalb eines Jahres, wüssten weder Sie noch die ZEIT-Redaktion noch ich, was die imperiale US-Weltpolitik hintergründig so alles tut oder lässt. Solche Recherchearbeit ist personell und finanziell aufwändig. Sich über diesen Aufwand lustig zu machen, etwa zu behaupten, das Wissen, welches mit Hilfe der Recherche für die Öffebntlichkeit sichergestellt worden ist, sei "unbedeutend" oder "längst bekannt", ohne selber nachzurpüfen, ist meiner Ansicht nach sehr sehr billig.

    Jedenfalls wissen SPIEGEL-Leser im konkreten Fall wirklich bedeutend mehr als ZEIT-Leser.

    • joG
    • 03.12.2010 um 14:15 Uhr

    ....ist in den hiesigen Medien nicht so sehr weit verbreitet. Man muss schon eher sagen, dass die Medien (vor allem die öffentlichen) hier hinsichtlich verseucht sind. Das ist so gravierend, dass man zu vielen Themen in der Bevölkerung eine fast einheitliche Meinung vorfindet, die als Gute Sitte und Wahrheit gilt, obwohl eine kurze Internet Suche sie falsifizieren würde.

    Aber das weiß eigentlich jeder, der sich für solche Dinge der deutschen Politik interessiert. Wie man da aber glauben kann, man wäre eine gesunde Volksgemeinschaft, die die von ihr ausgehenden Gefahren der Vergangenheit überwunden hätte, bleibt mir ein Rätsel.

    sondern auch unser Bewußtsein bildet die Wirklichkeit nur scheinbar ab.
    Es gibt allerdings Variabilität im Wahrheitsgehalt.
    Herr Niebel darf sich zu gute halten als Minister eines nach eigenem früheren Bekunden abzuschaffend seienden Ministeriums besonders vertauenswürdig zu erscheinen.
    Eine umfassende Würdigung seiner Person unterbinden leider die
    Forumsrichtlinien.

  2. Schadenfreude ist die schönste Freude, aber wenn Hackerstreiche nur dazu dienen, in den Spiegel zu kommen, werden Kreise nicht gestört, dann schließen sie sich:
    http://bit.ly/dZoCKn

  3. "Die Wikileaks-Seite und damit auch die fraglichen Dokumente sind nicht mehr über die Domain www,wikileaks.org zugänglich, sondern nur noch über ihre IP-Adresse."

    Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass nicht die amerikanische Regierung dafür verantwortlich ist, sondern die Großbanken, welche die angekündigte, nächste Veröffentlichung fürchten.

    Banken haben im Zuge ihrer phishing-Bekämpfung mittlerweile jahrelang Erfahrung darin, Seiten offline zu nehmen. Sie haben beste Kontakte und damit Zugriff auf das nötige Know How um das zu bewerkstelligen.

    Die Schnelligkeit, in der wikileaks nun offline geht spricht weiterhin für die Banken, welche sich rühmen innerhalb von durchschnittlich 6 Stunden jede phishing-Seite offline zu nehmen.

    Wenn ich dagegen an die Regierung denke, jetzt mal speziell die deutsche, dann waren nach mehreren Wochen immer noch ein Großteil der Kinderporno-Seiten online. Die Regierung hat entweder nicht die Kontakte, nicht das Know how oder einfach fehlende Motivation die Seiten offline zu nehmen. In jedem Fall ein Armutszeugnis.

    Aus meiner Sicht spricht alles dafür, dass die Banken den Druck auf die Dienstleister ausgeübt haben um wikileaks für den Laien unauffindbar zu machen.

    An dieser Stelle ein großes Lob an ZEIT.online dass Sie die IP-Adresse direkt verlinken und damit allen auch ohne Hintergrundwissen weiterhin den Zugriff auf wikileaks erlauben.

    • chamsi
    • 03.12.2010 um 10:56 Uhr

    auch einmal bei der ZEIT machen :)

    Eine Leser-Empfehlung
  4. ich habe in den wikileaks noch keine Überraschungen erfahren. Jeder weiß z.B., wie man die Minister Westerwelle und Niebel einschätzen muß. Dazu braucht es kein Wikileaks. Es zeigt, dass die US Diplomaten offensichtlich nicht auf den Kopf gefallen sind. Auch alle anderen Einschätzungen, so amüsant sie in ihrer Offenheit zu lesen sein mögen, bringen nichts Neues -- wenn man davon absieht, daß es wenigstens in vertraulichen Berichten etwas mehr um die ungeschminkte Wahrheit geht - beruhigend.
    Auch Präsident Mubarak hatte recht: die Invasion des Iraq durch die USA war Granatenfehler. Wußte das jemand nicht (außer dem damaligen Triumvirat Bush/Cheney/Rumsfeld)?

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    Wenn Sie allein die Diplomatenkommentare bewerten, erfahren Sie von WikiLeaks in der Tat nichts Neues. Allerdings interessieren mich persönliche Bewertungen einiger US-Diplomaten genausowenig wie die Home stories der Regenbogenpresse.

    Auf dramatische Weise neu ist aber doch das eine oder andere, beispielsweise:
    - Der Freundesstaat USA spioniert hierzulande in Regierungsnähe.
    - US-Soldaten schießen wahllos auf Zivilisten und Pressevertreter.

    Sie sollten vermeiden, die narzistischen Kränkungen deutscher Politikaster für Politik zu halten. Dann werden Sie bei WikiLeaks auch Neues erfahren.

    Wenn Sie allein die Diplomatenkommentare bewerten, erfahren Sie von WikiLeaks in der Tat nichts Neues. Allerdings interessieren mich persönliche Bewertungen einiger US-Diplomaten genausowenig wie die Home stories der Regenbogenpresse.

    Auf dramatische Weise neu ist aber doch das eine oder andere, beispielsweise:
    - Der Freundesstaat USA spioniert hierzulande in Regierungsnähe.
    - US-Soldaten schießen wahllos auf Zivilisten und Pressevertreter.

    Sie sollten vermeiden, die narzistischen Kränkungen deutscher Politikaster für Politik zu halten. Dann werden Sie bei WikiLeaks auch Neues erfahren.

  5. 7. Niebel

    ist in der Tat eine schräge Wahl. Man höre sich nur das an, was er eben über die unbedarfte Plaudertasche sagt: er sei kein Spion sondern habe nur seiner Stellenbeschreibung entsprochen. Da bleibt einem nur noch, sich die härteste Stelle auf dem Tisch aussuchen und *plonks!*. Seine Auslassungen und Empörungen bei Anne Will sprachen schon für sich.
    Auch wenn es sich gemein anhört: so gut hab ich selten gelacht, als das ganze Getratsche am Wochenende gemeldet wurde. Die Spatzen pfiffen’s schon lange von den Dächern, aber so präsentiert, das kann schon erheitern. Danke, Wikileaks!

    10 Leser-Empfehlungen
  6. Wenn ich die Protagonisten ( WW, Bäuerle, Niebel, Rösler, Lindner, außer Frau Leuthaus) der FDP sehe, kommt es mir vor, als wenn sie nur noch freigegebene Standardsätze als Meinung außern können und das gebetsmühlenhaft. Wenn es mal darüberhinausgeht treffen sie garantiert wieder ein Fettnäpfchen. Politischer Kindergarten würde ich das nennen wollen.

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