Atommüll : Röttgen lehnt Atomtransport nach Russland ab

Alte Brennelemente aus einem DDR-Forschungsreaktor wollte Deutschland in Russland entsorgen. Nun hat der Umweltminister die nötige Genehmigung verweigert.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen bei der Einfahrt in den unterirdischen Salzstock in Gorleben am 2. Dezember 2010

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat die Genehmigung für den umstrittenen Atomtransport aus dem westfälischen Zwischenlager Ahaus nach Russland verweigert. Das teilte Röttgen am Montag in Bonn mit. Per Castor-Transport sollten 951 Brennelemente, die ursprünglich aus einem DDR-Forschungsreaktor stammen, in das russische Atomkombinat Majak gebracht werden.



Er sehe nicht die Voraussetzungen für eine schadlose Verwertung der Brennelemente, sagte Röttgen, zum Beispiel sei die russische Aufbereitungsanlage derzeit nicht in Betrieb.



Die Brennelemente aus dem DDR-Forschungsreaktor Rossendorf bei Dresden waren 2005 nach Ahaus gebracht worden. Auf Intervention Sachsens sollten sie nach Majak gehen, weil sie aus der früheren Sowjetunion stammten. Grundlage für den Rücktransport hätte der zwischen den USA, Russland und der Internationalen Atomenergiebehörde geschlossene Vertrag über die Rückholung von Brennelementen aus Forschungsreaktoren sein sollen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte die Beförderung der Castor- Behälter auf deutschem Territorium genehmigt, das für die Ausfuhr der Castoren zuständige Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaftskontrolle (Bafa) hatte die dafür erforderliche Erlaubnis des Bundesumweltministeriums beantragt.

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Kommentare

8 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Hat Muttis bester hier mit ihrem Einverständnis ...

ein kleines Türchen zu den GRÜNEN wieder aufgemacht?

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass diese Umstände der Bundesregierung und dem für Reaktorschutz zuständigen Umweltministerium vor ein paar Wochen, als man den Vertrag mit den Russen gesschlossen hat, nicht bekannt waren. Ich glaube, man wollte einmal die Stimmung in D testen, wie den die Bereitschaft ist, eine solche Endlagerung außerhalb Deutschlands zu akzeptieren.

Zugleich fährt Mutti einen massiven ante-grün Kurs, um die konservativen Wähler v.a. in BW wieder an die Union zu binden. Machtstrategisch will sie aber auf alle Fälle die Option mit den GRÜNEN aufrechterhalten, schon um Guidos Gurkentruppe nicht übermächtig werden zu lassen. Zügig nach der Wahl in BW wird daher wieder auf Kuschelkurs mit den GRÜNEN umgeschaltet, schon um in Berlin überhaupt eine Machtoption nach der Abgeordnetenhauswahl zu haben. Als kleine Geste des guten Willens ist doch die nunmehrige Aktion von Röttgen gut geeignet. Deshalb hat er wohl auch den Atomkompromis damals im Kanzleramt nicht unterzeichnet. Mutti wollte einen möglichst "unbefleckten" tauglichen Unterhändler für Gespräche mit Künast & Co. behalten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Röttgen eine solche Aktion ohne Rücksprache mit dem Kanzleramt durchzieht.

CHILLY

Hohe Achtung

Endlich gibt es Frauen und Männer die begreifen daß
man den Dreck welchen man selbst verursacht hat nicht
anderen Nationen aufbürdet.

Obwohl viele westliche Staaten Russland als ein korruptes
Land betrachten, für die Aufnahme von atomarem Abfal wird
Russland als benutzbar betrachtet.

Die Strahlung des atomaren Mülls ist für den deutschen Souverän zu hoch , für den russischen Bürger als jedoch
noch angemessen betrachtet.

Warum?