Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist 2010 zum dritten Mal in Folge gestiegen. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden im vergangenen Jahr 41.332 Erstanträge gestellt – das waren knapp 13.700 oder 49,5 Prozent mehr als 2009, wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte. Die Zunahme im vergangenen Jahr war den Angaben zufolge unter anderem auf einen weiteren Anstieg der Asylbewerberzahlen aus Hauptherkunftsländern wie Afghanistan, Serbien, Iran, Mazedonien und Somalia zurückzuführen. Auch blieb die Zahl der Asylbewerber aus dem Irak vergleichsweise hoch.

Im vergangenen Jahr wurden laut Innenministerium 7704 Menschen als Flüchtlinge nach der Genfer Konvention anerkannt, das waren 16 Prozent aller Asylbewerber. Bei weiteren 2691 Menschen oder 5,6 Prozent der Antragsteller insgesamt stellte das Bundesamt ein Abschiebungsverbot fest, weil den Asylbewerbern in ihren Heimatländern zum Beispiel die Todesstrafe oder Folter drohe. Abgelehnt wurden die Anträge von 27.255 Menschen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte, Flüchtlingsschutz und Asyl hätten in Deutschland einen hohen Stellenwert. "Politisch Verfolgte können daher darauf vertrauen, in Deutschland eine sichere Aufnahme zu finden, wenn sie als Asylberechtigte oder Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention anerkannt werden."

2010 hätten allerdings vermehrt Menschen besonders aus Serbien und Mazedonien Asyl beantragt, bei denen die Voraussetzungen der Anerkennung als Flüchtlinge nicht vorgelegen hätten. "Derartige Asylanträge wurden und werden auch künftig konsequent und zügig abgelehnt, um die Dauer des unrechtmäßigen Aufenthalts in Deutschland und die mit diesem verbundene Belastung der öffentlichen Haushalte möglichst zu minimieren", sagte de Maizière.

Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl erklärte, einer der wesentlichen Gründe für den deutlichen Anstieg der Asylbewerberzahlen sei die weitere Verschärfung der Situation in einigen Kriegs- und Krisenstaaten, darunter Iran, Afghanistan, Irak und Somalia. Dass Serbien und Mazedonien auf vorderen Plätzen in der Liste der Herkunftsstaaten stehen, verweise auf extreme Armut und fortdauernde Ausgrenzung, unter denen insbesondere Roma in diesen Staaten litten.