Grüne "Das neue Afghanistan-Mandat ist nicht akzeptabel"
Kurz vor der Abstimmung über das Afghanistan-Mandat kritisiert Grünen-Chefin Roth im Interview die Strategie der Regierung. Diese setze auf Offensive statt auf Abzug.
© Thomas Niedermueller/Getty Images

Claudia Roth, Vorsitzende der Grünen, wird dem Afghanistan-Mandat nicht zustimmen
ZEIT ONLINE: Frau Roth, der Bundestag entscheidet Freitag über die Mandatsverlängerung. Es sieht so aus, ob das Parlament mit einer breiten Mehrheit zustimmt. Die Grünen jedoch sind auf die Charmeoffensive der Regierungsparteien nicht eingeschwenkt, oder?
Claudia Roth: Ich halte dieses Mandat für schlichtweg nicht akzeptabel. Die breite Mehrheit der Grünen wird dem Mandat nicht zustimmen. Denn es entspricht überhaupt nicht unseren Anforderungen.
ZEIT ONLINE: Was stört Sie an dem Textentwurf der Regierung?
Roth: Wir erwarten, dass ein Mandat einen konkreten Abzugsplan enthält. Dazu gehört auch, ehrlich zu sagen, dass mit einem militärischen Abzug die Verantwortung nicht endet. Wir brauchen einen Friedensplan, der Angaben zum zivilen Wiederaufbau nach dem Abzug enthält. Bisher fehlt die langfristige Perspektive. Der Entwurf der Bundesregierung liefert eine unendliche Reihe von Konjunktiven. Das reicht uns definitiv nicht aus.
ZEIT ONLINE: Die Bundesregierung hat sich sehr um die Zustimmung der Opposition bemüht ...
Roth: ... Bei dieser Regierung weiß man doch gar nicht, mit wem man es zu tun hat. Außenminister und Verteidigungsminister interpretieren den Mandatstext ganz unterschiedlich. Wenn Guttenberg dann auch noch sagt, ihm seien Jahreszahlen bei der Abzugsfrage völlig wurscht, dann diskreditiert er Westerwelle der sagt, 2011 wird es losgehen. Das ist mir alles nicht konkret genug. Es fehlt eine klare Beschreibung der einzelnen Schritte: Was kommt 2011, was 2012 und wie soll der Abzug bis 2014 gelingen.
ZEIT ONLINE: Was sollte nach Ansicht der Grünen denn im Mandat stehen?
Roth: Ich verlange von der Bundesregierung einen klaren Abzugsplan ohne schwammige Ausflüchte. Andere Länder haben das doch auch. Präsident Obama hat vor Kurzem bekräftigt, dass die USA im Spätsommer mit dem Abzug beginnen wollen. 2011 ist ein Datum, das andere Staaten, die in Afghanistan engagiert sind, klar als Beginn des Rückzugs nennen. Ich finde es richtig, nun Daten klar zu benennen. Es kann doch nicht sein, dass Deutschland am Ende alleine am Hindukusch ist.
ZEIT ONLINE: Wie bewerten Sie, dass die SPD das Mandat mittragen wird?
Roth: Wenn ich mir die Reden von SPD-Kollegen anhöre, die die richtigen Kritikpunkte nennen, und dann ankündigen, dem Mandat dennoch zuzustimmen, kann ich das nicht nachvollziehen.
ZEIT ONLINE: Es klingt so, als ob die Grünen den gesamten Isaf-Einsatz nicht mehr mittragen wollen?
Roth: Die Isaf verfolgt nicht mehr eine Strategie, die die Absicherung des zivilen und politischen Wiederaufbaus klar in den Mittelpunkt stellt. Ein Mandat für diesen Auftrag haben die Grünen und ich persönlich lange Zeit unterstützt. Isaf hat nun aber eine offensive Militärstrategie. Das sogenannte Partnering setzt darauf, dass man ins Feld hinaus geht, den Gegner militärisch besiegt. Hinzu kommen gezielte Tötungen von Taliban-Kommandeuren. Das führt vor allem zu einer Eskalation der Situation. Man meint, so eine bessere Ausgangsposition für Verhandlungen mit den Taliban zu bekommen. Ich habe im September mit Präsident Karsai in Kabul gesprochen. Und ich finde es sehr bedenklich, dass er das neue Vorgehen der Isaf, das gezielte Töten und die nächtliche Jagd auf Taliban, ablehnt, die Verantwortlichen aber nicht auf ihn hören. Nicht nur er, sondern auch viele Experten vor Ort sagen, dass mit dieser Offensiv-Strategie die notwendige politische Lösung konterkariert wird.
ZEIT ONLINE: Nach militärischen Offensiven findet doch aber auch Wiederaufbau statt.
Roth: Das reicht aber nicht aus. Entwicklungsminister Niebel beweihräuchert sich selber und sagt, dass mehr Geld für Afghanistan zur Verfügung steht. Ich möchte mal wissen, wie das verteilt wird. Niebels Konzept sieht vor, dass ausschließlich Projekte von Nichtregierungsorganisationen finanziert werden, die im Mandatsgebiet der Bundeswehr stattfinden. Das lehnen aber viele große Organisationen ab, da sie unabhängig vom Militär arbeiten wollen. Auch deswegen kann ich dem Mandat nicht zustimmen.
ZEIT ONLINE: Werden Sie denn persönlich mit Nein stimmen?
Roth: Bei den Mandatsabstimmungen gelten Nein-Stimmen und Enthaltungen als Ablehnung. Es geht ja darum, wie viele Abgeordnete zugestimmt haben. Ich werde mich enthalten. Damit will ich mich auch von der Linkspartei unterscheiden, die populistisch einen sofortigen Abzug fordert. Das würde bedeuten: Nach uns die Sintflut. Davon distanziere ich mich.
ZEIT ONLINE: Viele deutsche Soldaten in Kundus sagen, dass die Bundeswehr endlich Erfolge erziele und ein Abzug zu früh kommt. Was sagen Sie zu solchen Argumenten?
Roth: Die Frage ist doch, was bedeutet militärischer Erfolg. Durch die Offensiven der Amerikaner, und gerade den Einsatz von Spezialkräften, werden Taliban-Kämpfer gezielt getötet, aber dann rücken noch radikalere Aufständische nach, die aus dem Grenzgebiet zu Pakistan kommen. Das ist alles andere als Deeskalation. Die Amerikaner töten gegenwärtig die Taliban-Anführer, mit denen sie angeblich eigentlich verhandeln wollen. Es fehlt eine politische Perspektive. Dieser Konflikt ist aber militärisch nicht zu gewinnen, das sagt sogar die Isaf selbst. Die notwendige politische Lösung wird durch die Offensiv-Strategie aber gerade erschwert. An dieser offensiven Militärstrategie, die in die Irre führt, soll die Bundeswehr nicht teilnehmen.
ZEIT ONLINE: Die politischen Gegner werfen den Grünen nun vor, dass sie ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. Schließlich hat eine rot-grüne Bundesregierung vor zehn Jahren den Einsatz auf den Weg gebracht.
Roth: Westerwelle hat versucht, die Grünen als verantwortungslos darzustellen. Das ist einfach nur billig und leicht durchschaubar. Gleichzeitig hat er die Sozialdemokraten im Bundestag über den Klee gelobt. Wir hatten in jedem Kreisverband Diskussionen über den Einsatz, die Grünen haben sich intensiv damit auseinandergesetzt. Wir schleichen uns nicht aus der Verantwortung. Die Grünen haben eine klare Auffassung, wie ein Einsatz auszusehen hat. Möglicherweise hatten wir am Anfang noch Vorstellungen, die wir revidieren mussten. Wir wollen langfristig bei dieser Verantwortung mitwirken, das heißt aber nicht, einfach so einem widersprüchlichen und unklaren Mandat zuzustimmen.
- Datum 27.01.2011 - 19:00 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Sie haben doch, samit ihrer "GRÜNEN"-Fraktion den Afghanistankrieg der Bundeswehr mit zu verantworten (inclusive SPD).
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung war vom ersten Tag an gegen diesen Krieg. Und jetzt spielen Sie sich als Friedensengel auf? Mit Verlaub, das ist eine unerhörte Frechheit! Halten Sie den Wahl-Michel für so dement, dass er sich nicht mehr erinnern kann?
wenn Frau Roth und ihre Grünen endlich schlau aus dem angerichteten Schaden geworden wären.
40 Milliarden Euro bisher verplempert und jedes Jahr im Krieg länger wird die Steuerzahler 3 Milliarden Euro kosten.
Geld, das wir in Deutschland viel dringender anderswo benötigen, etwa bei der Bildung.
Sie hat doch gute Gründe genannt aus denen sie meint, dass jetzt eine andere Entscheidung gefällt werden muss, eben weil andere Tatsachen, ein anderes Mandat vorhanden ist.
Dass die meist Deutschen das schon immer bescheuert fanden ist eine andere Sache.
Ich hab nie verstanden, warum die Grünen sich dem Krieg hingegeben haben, aber wenn es nun ein Einlenken gibt, weil gezieltes Töten zb nicht mehr mitgetragen werden kann, dann unterstütze ich das, und bin froh, dass sie zur Besinnung kommen.
Warum ein "nein" aber populistisch sein soll entgeht mir. Da macht die gute alte Grüne wohl eher Politkämpfchen.
wenn Frau Roth und ihre Grünen endlich schlau aus dem angerichteten Schaden geworden wären.
40 Milliarden Euro bisher verplempert und jedes Jahr im Krieg länger wird die Steuerzahler 3 Milliarden Euro kosten.
Geld, das wir in Deutschland viel dringender anderswo benötigen, etwa bei der Bildung.
Sie hat doch gute Gründe genannt aus denen sie meint, dass jetzt eine andere Entscheidung gefällt werden muss, eben weil andere Tatsachen, ein anderes Mandat vorhanden ist.
Dass die meist Deutschen das schon immer bescheuert fanden ist eine andere Sache.
Ich hab nie verstanden, warum die Grünen sich dem Krieg hingegeben haben, aber wenn es nun ein Einlenken gibt, weil gezieltes Töten zb nicht mehr mitgetragen werden kann, dann unterstütze ich das, und bin froh, dass sie zur Besinnung kommen.
Warum ein "nein" aber populistisch sein soll entgeht mir. Da macht die gute alte Grüne wohl eher Politkämpfchen.
nur daran, wie und wann man da wieder weg kommt.
Denn selbst wenn sie sofort gingen, so bliebe es dennoch auch Eure Entscheidung, daß sie da waren!
Es ändert nichts an Eurer Verantwortung, unsere Kriegbeteiligung einschließlich der tödlichen Folgen geht auch zu Euren Lasten, Claudia Roth-Sprecherin und politisch Handelnde im Namen und Auftrag der GRÜNEN.
So einfach werdet Ihr aus der Verantwortung nicht entlassen!
Klasse!
Das Mandat unterscheidet sich nicht grundlegend von dem Mandat, welches Ihre Partei gebilligt hat und mit dem sie in den Krieg zogen. Ach ja, uns wird ja immer noch verkauft, daß dies eine ganze tolle Idee war und erst jetzt alles ganz schlimm sei. :-) Claudiasprech.... wir sind empört!
Das ist wieder so ein weltbewegendes Interview, bei dem einen die "Dagegengrünen" auf die Nerven gehen. Die Bundesregierung hat das neue Mandat zur Abstimmung vorgelegt, wer mal gucken will
http://dipbt.bundestag.de...
Linke und SPD haben Gegenentwürfe eingereicht
http://dipbt.bundestag.de...
http://dipbt.bundestag.de...
Die Grünen...Nada - nix eigenes Vorschlag - die meckern nur wichtigtuerisch in der Zeitung (und sind mitunter auch dafür verantwortlich, die Jungs - ohne Konkretere Abzugsoption - hin geschickt zu haben).
rot die derzeitige Farbe ihrer Haare und chamäleonfarben ihre Meinung, die sie je nach Bedarf wechselt. Und wenn man sich dann noch Frau Roth in Mit-Regierungsverantwortung vorstellt, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als Schwarz zu sehen.
Und Chameleone sind die Grünen sicher auch nicht. Ist ja ein witziges Wortspiel, aber so platt kann man das nicht gelten lassen.
Und Chameleone sind die Grünen sicher auch nicht. Ist ja ein witziges Wortspiel, aber so platt kann man das nicht gelten lassen.
Wenn Frau Roth auf auf der Basis eines Parteitagsbeschlusses ohne Wenn und Aber die Entscheidung zum AF-Einsatz als falsch erklaeren wuerde. Die Partei oeffentlich aufarbeiten wuerde, wie es zu solchen Entscheidungen kam und die Verantwortung fuer die daraus entstandenen Folgen oeffentlich uebernehmen wuerde, dann...
Dann duerfte Frau Roth den Mund aufmachen.
wenn Frau Roth und ihre Grünen endlich schlau aus dem angerichteten Schaden geworden wären.
40 Milliarden Euro bisher verplempert und jedes Jahr im Krieg länger wird die Steuerzahler 3 Milliarden Euro kosten.
Geld, das wir in Deutschland viel dringender anderswo benötigen, etwa bei der Bildung.
als das ich kein Problem habe sich dafür in anderen Ländern, gerade in Afgahnistan, einzusetzten und dabei so viel Geld zu investieren.
Aber nicht Geld in die deutsche Rüstungsindustrie.
Sondern Geld in einen Aufbau der Afgahnischen Zivilgesellschaft und in eine Nachhaltige Afgahnische Landwirtschaft für die Ernähruung der Bevölkerung.
Dafür setzt ich mich sogar im Urlaub in einen Flieger und mach freiwillig mit. Ist mir lieber als meine Entwicklungsgelder in der spanischen Riviera an der Theke zu investieren, oder in der italienischen Toskana wenn sie möchten.
Aber so doch bitte nicht.
Das ist das vulgärste was ich bisher erlebt habe.
Wenn das so weiter geht fahr ich irgend wann noch mal nach Bayern und leg dem Strauß ne Tulpe auf's Grab, der war zwar schlimmer und bestimmt nicht auf meiner Linie aber wengstens ehrlich.
MfG
alma
als das ich kein Problem habe sich dafür in anderen Ländern, gerade in Afgahnistan, einzusetzten und dabei so viel Geld zu investieren.
Aber nicht Geld in die deutsche Rüstungsindustrie.
Sondern Geld in einen Aufbau der Afgahnischen Zivilgesellschaft und in eine Nachhaltige Afgahnische Landwirtschaft für die Ernähruung der Bevölkerung.
Dafür setzt ich mich sogar im Urlaub in einen Flieger und mach freiwillig mit. Ist mir lieber als meine Entwicklungsgelder in der spanischen Riviera an der Theke zu investieren, oder in der italienischen Toskana wenn sie möchten.
Aber so doch bitte nicht.
Das ist das vulgärste was ich bisher erlebt habe.
Wenn das so weiter geht fahr ich irgend wann noch mal nach Bayern und leg dem Strauß ne Tulpe auf's Grab, der war zwar schlimmer und bestimmt nicht auf meiner Linie aber wengstens ehrlich.
MfG
alma
"Ein Krieg ist nur dann gerecht, wenn er drei Bedingungen erfüllt:
Erstens die legitime Autorität des Herrschers, zweitens einen gerechten Grund und drittens eine reine Absicht."
Wenn man das so sieht, trifft auf dieses Mandat allerhöchstens Punkt 1 zu.
ist gerecht.
Kein Krieg ist heilig.
Kein Krieg ist edel.
das hab ich nicht verstanden, wo bitte kommt "allerhöchstens" die legitime Autorität des Herrschers Herr ?
Von Godfather Joscka oder Bigbrother Bush ?
Bitte erklären sie mir das, danke.
MfG
alma
ist gerecht.
Kein Krieg ist heilig.
Kein Krieg ist edel.
das hab ich nicht verstanden, wo bitte kommt "allerhöchstens" die legitime Autorität des Herrschers Herr ?
Von Godfather Joscka oder Bigbrother Bush ?
Bitte erklären sie mir das, danke.
MfG
alma
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