Arbeitsmarkt Von der Leyen fordert Frauenquote in deutschen Unternehmen

Die deutsche Wirtschaft soll mehr Frauen in Führungspositionen einstellen. Andernfalls will Arbeitsministerin von der Leyen eine gesetzliche Quote einführen.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen während einer Pressekonferenz in Berlin

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen während einer Pressekonferenz in Berlin

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen droht den Unternehmen mit einer gesetzlichen Frauenquote: Angesichts der "nur mit der Lupe erkennbaren Fortschritte der vergangenen zehn Jahre schließe ich eine gesetzliche Regelung über einen Mindestanteil von Frauen in Führungspositionen von Unternehmen nicht mehr aus", sagte die CDU-Ministerin dem Manager Magazin. Die einzige Alternative zur gesetzlichen Quote sei eine zügige, verbindliche und öffentlich nachvollziehbare Selbstverpflichtung der Wirtschaft.

Von der Leyen machte gleichzeitig deutlich, dass sie klare Vorstellungen von der Quote hat. "Unter 25 bis 30 Prozent Frauenanteil in Führungspositionen" würde sie gar nicht erst anfangen zu verhandeln. Weiter betonte sie, dass es ihr auch auf den Zeitraum ankomme, in dem ihre Forderungen umgesetzt werden. "Ich sage mal, es sollten weniger Jahre sein als meine Hand Finger hat."

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Heftige Kritik kam von den Grünen. "Jahrelang hat von der Leyen das Thema Frauenquote bewusst nicht behandelt. Jetzt haben uns auch noch unsere französischen Nachbarn überholt", erklärte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, in einer Mitteilung. Deutschland laufe international hinterher und von der Leyen träume noch immer von einer Selbstverpflichtung der Wirtschaft, kritisierte Künast. Wenn von der Leyen es wirklich ernst meine, könnte sie einfach dem grünen Gesetzentwurf Frauen in die Aufsichtsräte! zustimmen.

Nur wenige deutsche Konzerne befürworten bislang eine Quote. Der Frauenanteil in den Vorständen der 200 größten Unternehmen liegt laut einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bei 3,2 Prozent. Im internationalen Vergleich unter elf ausgesuchten Ländern liege Deutschland damit gemeinsam mit Indien auf dem letzten Platz.

In Norwegen gibt es seit dem Jahr 2008 eine Frauenquote. Börsennotierte norwegische Aktiengesellschaften müssen 40 Prozent ihrer Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen. Unternehmen, die dieser Anforderung nicht nachkommen, können im Extremfall aufgelöst werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Willkommen im Kommunismus!
    Die gute Frau hat wohl keine anderen Probleme zu lösen?
    Ich würde dieser Partei auch zu einer Politik raten, die Trümmerfrauen verhindert!

    15 Leser-Empfehlungen
  2. Deshalb fordere ich mindestens 25 bis 30% in Führungspositionen von Hebeammen- und Krankenschwester- (Krankenbürder, Pfleger) Führungs- und Vereinsvorständen!

  3. diese leute sind echt control freaks..

    sehr sehr gefährlich...

    lass uns in ruhe...!!!!!

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    Entschuldigung, aber ich verstehe Ihren Kommentar nicht.

    Entschuldigung, aber ich verstehe Ihren Kommentar nicht.

  4. Ich halte die Frauenquote für absolut notwendig und aller höchste Zeit. Deutschland weist hier ein klares Armutszeugnis auf. Nachweislich machen mehr Frauen in Deutschland Abitur, gehen zur Uni und danach? Trotz besserer Ausbildung ist die Relation zwischen Führungskräften und Frauenanteil eine Zustand, den sich ein Land wie Deutschland nicht leisten kann.

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    dass es dafür Gründe gibt?

    @Fri-Son meint "...trotz besserer Ausbildung..." seihen viel zu wenig Frauen Chefs.

    Übung in Rhetorik: Haben jetzt Frauen eine bessere Ausbildung als früher oder eine bessere Ausbildung als Männer oder haben sie eine andere (bessere) Ausbildung als früher, was ist gemeint?

    Männer müssen auch um den Aufstieg kämpfen. Oftmals werden auch Zirkel gegründet, man tritt ihnen bei, Mann macht in der Politik mit. Ist das nun böse oder will "Frau" das so nicht.

    Wenn sie das nicht will, dann soll halt der Patriarch (der Staat) sich wieder um sie kümmern. Das ist aber dann halt wie früher in der Steinzeit! Der Mann, der Staat wird es schon richten wenn Frau es nicht drauf hat!

    Es ist ihr gutes Recht, viel von der Frauenquote zu halten. Deswegen muss es noch lange nicht sinnvoll sein.

    Die leyenhaften Thesen sind nicht neu und wurden immer wieder widerlegt. Es werden immer wieder pauschale Aussagen getroffen ("in deutschen Unternehmen") aber bei den konkreten Zahlen geht es plötzlich um die Unternehmensführung.

    Solange keine künstlichen Beschränkungen für die Frauen aufgezogen werden, sehe ich auch keinen Grund, von Armut zu sprechen. Und das Thema Abi-Uni-danach? muss man differenziert betrachten, um überhaupt in irgendein Argument daraus zu stricken. Wer in die Führungsetage will (Erbe ausgenommen), muss entweder eine Firma gründen oder sich nach oben arbeiten (mit dem entsprechenden Einsatz und Ehrgeiz). Und gerade in diesen Gruppen sind die Frauen kaum vertreten. Entweder studieren sie irgendwas geisteswissenschaftliches (direkt in die Arbeitslosigkeit) oder "etwas mit Wirtschaft" (und landen aus mehr oder wenig plausiblen Gründen im Backoffice). 45-Stunden-Woche mitmachen? Fehlanzeige. Startup gründen? Fehlanzeige.

    Also muss ich die umgekehrte Frage stellen: warum werfen sie Staatsgelder und das Geld ihrer Eltern einfach zum Fenster raus?

    Von nichts kommt nun mal nichts. Man kann höchstens versuchen, sich die Vorteile zu erschleichen, ggf. unter dem Verweis auf unverdient erworbene Merkmale (Geschlecht). Ich halte das aber für umgekehrte Diskriminierung, und ich bin mit dieser Meinung bestimmt nicht allein.

    • asx
    • 19.01.2011 um 21:07 Uhr

    ich verweise auf @38. Haben sie mal geschaut, was diese Frauen studieren? Die Quote an Juristen, GeistSoz'is und KuMu'lern ist in Vorständen eher gering.
    Bei annährend gleicher Qualifikation (dass lässt sich leider nach 10 Jahren im Beruf nicht mehr vergleichen) gerne die Quote, sonst nicht.
    Aber von mir aus sollen die ganzen Quotenpolitiker/Gewerkschafter in den Aufsichtsräten weiblich sein. Da spielt Qualifikation eher keine Rolle und folglich ist hier die Quote berechtigt.

    dass es dafür Gründe gibt?

    @Fri-Son meint "...trotz besserer Ausbildung..." seihen viel zu wenig Frauen Chefs.

    Übung in Rhetorik: Haben jetzt Frauen eine bessere Ausbildung als früher oder eine bessere Ausbildung als Männer oder haben sie eine andere (bessere) Ausbildung als früher, was ist gemeint?

    Männer müssen auch um den Aufstieg kämpfen. Oftmals werden auch Zirkel gegründet, man tritt ihnen bei, Mann macht in der Politik mit. Ist das nun böse oder will "Frau" das so nicht.

    Wenn sie das nicht will, dann soll halt der Patriarch (der Staat) sich wieder um sie kümmern. Das ist aber dann halt wie früher in der Steinzeit! Der Mann, der Staat wird es schon richten wenn Frau es nicht drauf hat!

    Es ist ihr gutes Recht, viel von der Frauenquote zu halten. Deswegen muss es noch lange nicht sinnvoll sein.

    Die leyenhaften Thesen sind nicht neu und wurden immer wieder widerlegt. Es werden immer wieder pauschale Aussagen getroffen ("in deutschen Unternehmen") aber bei den konkreten Zahlen geht es plötzlich um die Unternehmensführung.

    Solange keine künstlichen Beschränkungen für die Frauen aufgezogen werden, sehe ich auch keinen Grund, von Armut zu sprechen. Und das Thema Abi-Uni-danach? muss man differenziert betrachten, um überhaupt in irgendein Argument daraus zu stricken. Wer in die Führungsetage will (Erbe ausgenommen), muss entweder eine Firma gründen oder sich nach oben arbeiten (mit dem entsprechenden Einsatz und Ehrgeiz). Und gerade in diesen Gruppen sind die Frauen kaum vertreten. Entweder studieren sie irgendwas geisteswissenschaftliches (direkt in die Arbeitslosigkeit) oder "etwas mit Wirtschaft" (und landen aus mehr oder wenig plausiblen Gründen im Backoffice). 45-Stunden-Woche mitmachen? Fehlanzeige. Startup gründen? Fehlanzeige.

    Also muss ich die umgekehrte Frage stellen: warum werfen sie Staatsgelder und das Geld ihrer Eltern einfach zum Fenster raus?

    Von nichts kommt nun mal nichts. Man kann höchstens versuchen, sich die Vorteile zu erschleichen, ggf. unter dem Verweis auf unverdient erworbene Merkmale (Geschlecht). Ich halte das aber für umgekehrte Diskriminierung, und ich bin mit dieser Meinung bestimmt nicht allein.

    • asx
    • 19.01.2011 um 21:07 Uhr

    ich verweise auf @38. Haben sie mal geschaut, was diese Frauen studieren? Die Quote an Juristen, GeistSoz'is und KuMu'lern ist in Vorständen eher gering.
    Bei annährend gleicher Qualifikation (dass lässt sich leider nach 10 Jahren im Beruf nicht mehr vergleichen) gerne die Quote, sonst nicht.
    Aber von mir aus sollen die ganzen Quotenpolitiker/Gewerkschafter in den Aufsichtsräten weiblich sein. Da spielt Qualifikation eher keine Rolle und folglich ist hier die Quote berechtigt.

    • kinnas
    • 19.01.2011 um 15:51 Uhr
    5. Quote

    Ich bin auch für eine gesetzliche Quote für andere bisher unterrepräsentierte Gruppen in Führungspositionen. Zu nennen wäre dort noch Transsexuelle, Angehörige anderer Religionen in m/f aufgeteilt, Personen mit Behinderung aufgeteilt in m/f, zudem finde ich sollte es auch eine Altersquote geben, so daß nicht wie bisher die meisten Vorstände ü40 sind!

    *Ironie off:

    Daß es zu wenig Frauen in Führungspositionen gibt, wenn man mal von Frauenanteil und Abschlussdurchschnitt ausgeht, ist klar, aber ich finde es sehr kritische, daß per Gesetz zu regeln.
    Frauen sollten andere Wege finden, sich für solche Posten zu qualifizieren und die Qualifikation - sofern sie denn wollen - wahrzunehmen.

  5. Wahrscheinlich wird es jetzt wieder jede Menge Verunglimpfungen hageln, aber das Vorhaben von Frau von der Leyen ist genau der richtige Weg. Deutschland ist in dieser Hinsicht immer noch sehr rückständig. Solange das biologische Geschlecht über die Karrieremöglichkeiten entscheidet, brauchen wir solche Korrektive, um die richtigen Menschen an die richtigen Stellen zu bringen. Im Übrigen gibt es ja auch eine Männerquote, sie wird nur nicht so benannt und ist lange geübte Praxis!

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    ... denn wir sind alle benachteiligt durch unsere Jobs und können nicht Millionen scheffeln, wie es doch offenbar möglich ist (siehe Bänker).

    Was sie mit "Entscheidung durch das Geschlecht" meinen ist die sogenannte gläserne Decke - ein Phantom, der immer wieder durch die Medien geistert und so gut wie nie von plausiblen Argumenten oder nachvollziehbaren Belegen begleitet wird.

    Was sollen denn die 99% der Männer sagen, die nicht in die Führungsetage dürfen? Das Merkmal Geschlecht ist damit aus dem Spiel und ihre Theorie weitestgehend wertlos.

    ... denn wir sind alle benachteiligt durch unsere Jobs und können nicht Millionen scheffeln, wie es doch offenbar möglich ist (siehe Bänker).

    Was sie mit "Entscheidung durch das Geschlecht" meinen ist die sogenannte gläserne Decke - ein Phantom, der immer wieder durch die Medien geistert und so gut wie nie von plausiblen Argumenten oder nachvollziehbaren Belegen begleitet wird.

    Was sollen denn die 99% der Männer sagen, die nicht in die Führungsetage dürfen? Das Merkmal Geschlecht ist damit aus dem Spiel und ihre Theorie weitestgehend wertlos.

  6. Tja, notwendig und allerhoechste Zeit fuer eine Frauenqoute.
    Doof nur, wenn es gar nicht genuegend Frauen gibt, um die vollkommen willkuerlich festgelegte Quote zu erfuellen, nicht wahr?

    Das Problem macht sich auch an der Uni Oslo breit und man ist ueber die Quote gar nicht so gluecklich.
    Das gilt naemlich nicht nur fuer boersennotierte Betriebe, sondern auch fuer den oeffentlichen Sektor.

    Wie wollen Sie den Fuehrungspositionen in der Physik mit 40% Frauen besetzen, wenn pro Jahrgang der Frauenanteil bei 15-20% liegt? Da klaffen ja wohl Anspruch und Wirklichkeit meilenweit auseinander. Konsequenz koennte sein, dass man die Fuehrungspositionen umdeklariert und statt Fachpersonal Buerokraten einstellt, die nur Verwaltungstaetigkeiten erledigen - auch das gibt es. So werden die Institute dann von Buerokraten und Buerokratinnen geleitet, zu Lasten der Wissenschaft - aber hey, kein Problem, die Frauenquote ist erfuellt!

    Wehret den Anfaengen!

    11 Leser-Empfehlungen
  7. dass es dafür Gründe gibt?

    Antwort auf "Pro Frauenquote"

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