Vorfälle auf der Gorch Fock "Hier wird es sehr, sehr ernst"

Tod einer Soldatin, Meuterei auf der "Gorch Fock" – die Vorgänge auf dem Schulschiff rufen Politiker auf den Plan. Die Prinzipien der inneren Führung seien verletzt worden.

Die Soldatin, die im vergangenen November aus der Takelage des Bundeswehr-Ausbildungsseglers Gorch Fock stürzte, hätte wohl gar nicht in die Masten hochsteigen dürfen. Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, war sie dafür nicht groß genug: Mit 1,59 Metern blieb sie unter der vorgeschriebenen Mindest-Körpergröße.

Der SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold kritisierte die Begleitumstände des Todes der 25-Jährigen. Er frage sich, ob dieses tragische Unglück vermeidbar gewesen wäre. "Wenn man sieht, welcher Druck auf die jungen Leute ausgeübt wurde, auf die hohen Masten zu steigen. Hier wird es sehr, sehr ernst", sagte Arnold der Zeitung. "Das alles deckt sich in keiner Weise mehr mit den Prinzipien der inneren Führung."

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Arnold bemängelte überdies die Informationspolitik des Verteidigungsministeriums. Als er sich vor sechs Wochen nach dem Vorfall erkundigte, "wurde abgewiegelt". Wie der SPD-Politiker sagte, haben Teile der Gorch-Fock-Besatzung zwei Tage nach dem Tod der Soldatin eine Karnevalsfeier veranstaltet. "Dass die einen trauern und die anderen feiern, zeigt ja, was in manchen Köpfen der Stammbesatzung gelaufen ist", sagte er.

Nach dem Absturz der Marine-Soldatin wollten trauernde Offiziersanwärter bisherigen Informationen zufolge nicht mehr in die Takelage des Schiffes klettern. Vorgesetzte hätten sie dennoch zum sogenannten Aufentern gedrängt. Kommandant und Erster Offizier konfrontierten zwei von der Schiffsführung als Vermittler eingesetzte Offiziersanwärter mit dem Vorwurf der Meuterei und des Aufhetzens der Crew.

Die beiden und zwei weitere Kadetten sollten noch vor dem erneuten Auslaufen der Gorch Fock abgelöst und zurück nach Deutschland geflogen werden. Dabei ging es auch um die Aberkennung der Eignung zum Offizier. Als kurz darauf die Ausbildung auf dem Schiff vorerst ausgesetzt wurde, nahm die Schiffsführung diese Maßnahme zurück.

Vorgesetzte hätten "zum Teil sehr starker Druck aufgebaut", der von manchen "als Nötigung empfunden" wurde, schilderte der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP) in einem Brief an den Verteidigungsausschuss. Befehlshaber sollen den auszubildenden Soldaten angedroht haben, nicht mehr Offizier werden zu können.

Es seien Sätze gefallen wie "Wenn Sie nicht hochgehen, fliegen Sie morgen nach Hause" oder "Wenn Sie das nicht schaffen, wie wollen Sie dann Menschen führen?". Auch ein Offiziersanwärter mit ausgeprägter Höhenangst sei dazu gebracht worden, auf den höchsten Mast zu klettern.

Den Berichten zufolge soll es auch Fälle sexueller Belästigung an Bord gegeben haben. Die Ausbildung auf der Gorch Fock wurde daraufhin beendet. Die Offiziersanwärter bestiegen ein Flugzeug nach Deutschland. Das Schiff setze seine Fahrt nur mit der Stammbesetzung fort.

Den Vorwurf der Meuterei gegen die vier Offiziersanwärter wies Königshaus zurück. "Es gab keine Meuterei", sagte der Wehrbeauftragte. Vor dem Hintergrund des tragischen Unfalls hätten einige Kadetten nicht zum Tagesbetrieb übergehen wollen, was von der Schiffsleitung nicht gutgeheißen wurde. 

Der Begriff Meuterei bezeichnet ein nach dem deutschen Wehrstrafgesetzbuch streng zu bestrafendes Verbrechen. Bis zu zehn Jahre Haft sieht dieses Gesetzbuch, das speziell für Soldaten im Dienst gilt, dafür vor.

Eine Meuterei ist nach dem Gesetz ein Zusammenschluss mehrerer Soldaten, die die militärische Hierarchie untergraben oder als Gruppe gewaltsam gegen Vorgesetzte vorgehen wollen. Der Vorwurf greife, wenn "Soldaten sich zusammenrotten und mit vereinten Kräften eine Gehorsamsverweigerung, eine Bedrohung, eine Nötigung oder einen tätlichen Angriff begehen", heißt es im Text des entsprechenden Paragrafen dazu wörtlich.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, warnte angesichts der Berichte über die Meuterei vor voreiligen Schlüssen. Man müsse prüfen, ob Sicherheitsbestimmungen verletzt worden seien, sagte Kirsch. "Manchmal stellt sich am Ende manches anders dar als am Anfang."

Derzeit wird "von Amts wegen" ermittelt, wie ein Sprecher des Wehrbeauftragten des Bundestages sagte. Besatzungsmitglieder hätten Eingaben gemacht, aus denen hervorgehe, dass "etwas im Argen" liege.

Vergangene Woche sei eine Delegation des Wehrbeauftragten zu Gesprächen bei der Besatzung gewesen. Auch die Marine will ein eigenes Team an Bord schicken. Das bekannte Segelschiff hatte jüngst Kap Hoorn umrundet. Am Donnerstag drehte es ab, um in den zuletzt angelaufenen Hafen nach Argentinien zurückzukehren. In Ushuaia soll ein Ermittlungsteam der Marine warten.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) forderte eine "rückhaltlose Aufklärung" der Vorgänge auf dem Segelschulschiff. "Es wird von meiner Seite keine Vorverurteilungen geben", sagte der Minister. Falls sich aber herausstelle, dass es Fehlverhalten gegeben habe, werde dies "selbstverständlich Konsequenzen nach sich ziehen".

 
Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Kommentieren Sie bitte zum Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/sh

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    Liebe Redaktion,

    ich bin vermutlich meistens eher mit Ihnen einer Meinung als mit den Kommentatoren, deren Artikel Sie so aktiv zensieren - aber ich würde dennoch gerne lesen, was die Kommentatoren geschrieben haben. Zumindest solange es keine Straftatbestände erfüllt.

    Liebe Redaktion,

    ich bin vermutlich meistens eher mit Ihnen einer Meinung als mit den Kommentatoren, deren Artikel Sie so aktiv zensieren - aber ich würde dennoch gerne lesen, was die Kommentatoren geschrieben haben. Zumindest solange es keine Straftatbestände erfüllt.

    • Chali
    • 20.01.2011 um 9:36 Uhr

    Die Bundeswehr hat doch wohl das Recht, sich ihre Offiziere auszusuchen? Die DamenHerren sollen in den künftigen Jahrzehnten ihre Mannschaften in alle möglichen Krisengebiete führen - Verluste sind da doch unvermeidlich!

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    Wenn das "Aufentern" freiwillig ist, dann hat man sich gefälligst daran zu halten. Man kann die Regeln und Absprachen nicht ändern wie es einem passt. Auch wenn Ihnen das nicht gefällt.

    Und was hat das Aufentern bitte mit Führungsqualitäten zu tun? Ich habe zu oft bei der Bundeswehr Gestalten gesehen, welche sich in ihr verstecken weil sie draußen nicht klar kommen. Und viele nuttzen es voll aus endlich auch mal was zu sagen zu haben. Das (und Druck) hat absolut nichts mit Führungsstärke zu tun - eher mit dem Gegenteil. Ein guter Vorgesetzter erkennt die Stärken seiner "Schützlinge" und fördert sie. So werden sie nur zerstört...

    aber mit der richtigen Körpergröße.

    Sie scheinen sich ja Zustände wie in der Roten Armee herbei zu wünschen, wo Offiziere auch Rekruten in der Ausbildung in den Tod treiben konnten, ohne dass diesen Hartmachern was passiert ist. Und aus der Hitlerei kennen wir ja noch das "Hart wie Kruppstahl - zäh wie Leder"...
    Die BW ist eine Armee eines demokratischen Staates, der für seine Soldaten eine andere Qualität an Verantwortung übernommen hat, als sie sinnlos zu verheizen.
    Wenn eine Mutter diese Sprüche liest, wird sie wohl zu Recht nicht mehr zulassen, dass ihre Kinder sich der Bundeswehr anschließen.
    Solche Pickelhauben wie Sie kann unser demokratisches Land n i c h t gebrauchen!

    • tages
    • 20.01.2011 um 10:11 Uhr

    Ich halte diesen Satz, in diesem Zusammenhang, für zynisch!

    Wenn das "Aufentern" freiwillig ist, dann hat man sich gefälligst daran zu halten. Man kann die Regeln und Absprachen nicht ändern wie es einem passt. Auch wenn Ihnen das nicht gefällt.

    Und was hat das Aufentern bitte mit Führungsqualitäten zu tun? Ich habe zu oft bei der Bundeswehr Gestalten gesehen, welche sich in ihr verstecken weil sie draußen nicht klar kommen. Und viele nuttzen es voll aus endlich auch mal was zu sagen zu haben. Das (und Druck) hat absolut nichts mit Führungsstärke zu tun - eher mit dem Gegenteil. Ein guter Vorgesetzter erkennt die Stärken seiner "Schützlinge" und fördert sie. So werden sie nur zerstört...

    aber mit der richtigen Körpergröße.

    Sie scheinen sich ja Zustände wie in der Roten Armee herbei zu wünschen, wo Offiziere auch Rekruten in der Ausbildung in den Tod treiben konnten, ohne dass diesen Hartmachern was passiert ist. Und aus der Hitlerei kennen wir ja noch das "Hart wie Kruppstahl - zäh wie Leder"...
    Die BW ist eine Armee eines demokratischen Staates, der für seine Soldaten eine andere Qualität an Verantwortung übernommen hat, als sie sinnlos zu verheizen.
    Wenn eine Mutter diese Sprüche liest, wird sie wohl zu Recht nicht mehr zulassen, dass ihre Kinder sich der Bundeswehr anschließen.
    Solche Pickelhauben wie Sie kann unser demokratisches Land n i c h t gebrauchen!

    • tages
    • 20.01.2011 um 10:11 Uhr

    Ich halte diesen Satz, in diesem Zusammenhang, für zynisch!

    • joG
    • 20.01.2011 um 9:43 Uhr

    ....auf die jungen Leute ausgeübt wurde, auf...."

    Die Frage ist, ob der Druck nicht gerechtfertigt sein könnte. Immerhin werden diese Personen oft in Situationen kommen, in denen ihr eigenes Überleben und das ihrer Kameraden davon abhängen kann, wie sie mit Druck umgehen. Der Druck unter diesen Umständen kann vermutlich grösser sein, als ein Feldwebel künstlich erzeugt. Immerhin sind ein paar Wochen im Biwak ohne Waschen und mit wenig Schlaf aber häufigem Beschuss und sterbenden Freunden relativ ungemütlich sein. Es scheint besser, man hat vorher die Frustrationstoleranz prüft und zwar anständig.

    14 Leser-Empfehlungen
  2. Ein Offiziersanwärter mit ausgeprägter Höhenangst sollte nicht auf ein Segelschiff, eher in ein Uboot!

    ...also Vorsicht bei der Berufwahl!

    10 Leser-Empfehlungen
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    ...das er entweder vorher nicht danach gefragt wurde oder die Führung dies wusste. In beiden Fällen hat die Bundeswehr versagt: Entweder nehme ich keine Soldaten die Höhenangst haben, oder ich bin mir darüber bewusst dass es gewisse Dinge gibt, welche sie nicht machen können. Das den Soldaten jetzt in die Schuhe zu schieben ist das allerletzte. Ist das wirklich so schwer zu verstehen?

    • cvnde
    • 20.01.2011 um 10:08 Uhr

    Alle Offiziersanwärter der Marine dienen auf der GF, egal ob sie nacher auf Öberflächen-Einheiten, U-Booten oder Flieger werden.
    Ausnahmen bilden Leute die schon einen Hochschulabschluss haben. Die werden dann aber nicht bei der kämpfenden Truppe eingesetzt.

    ...das er entweder vorher nicht danach gefragt wurde oder die Führung dies wusste. In beiden Fällen hat die Bundeswehr versagt: Entweder nehme ich keine Soldaten die Höhenangst haben, oder ich bin mir darüber bewusst dass es gewisse Dinge gibt, welche sie nicht machen können. Das den Soldaten jetzt in die Schuhe zu schieben ist das allerletzte. Ist das wirklich so schwer zu verstehen?

    • cvnde
    • 20.01.2011 um 10:08 Uhr

    Alle Offiziersanwärter der Marine dienen auf der GF, egal ob sie nacher auf Öberflächen-Einheiten, U-Booten oder Flieger werden.
    Ausnahmen bilden Leute die schon einen Hochschulabschluss haben. Die werden dann aber nicht bei der kämpfenden Truppe eingesetzt.

  3. ...diesem Schiff nur Freiwillige sind - und niemand dazu gezwungen werden kann - beruhigt mich.

    Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich. Die Redaktion/sh

  4. "Vorgesetzte hätten "zum Teil sehr starker Druck aufgebaut" ...
    Es seien Sätze gefallen wie "Wenn Sie nicht hochgehen, fliegen Sie morgen nach Hause" oder "Wenn Sie das nicht schaffen, wie wollen Sie dann Menschen führen?""

    Nur zur Erinnerung: Soldaten werden für den Krieg ausgebildet, dort muß man töten und auch weiterkämpfen, wenn der Kamerad nebenan gerade erschossen worden ist. Oder sagt der Soldat dann "Der Druck ist zu stark!" und der Vorgesetzte sagt dann "Dann fliegen Sie morgen nach Hause!" ?

    Wie sollen so ausgebildete Soldaten gegen z.B. Taliban auch nur den Hauch eine Chance haben, gegen einen Gegner der in ärmlichen Verhältnissen lebt (kein Dosenbier und keine Weihnachtsbäume aus Deutschland, kein Fitnessstudio im Camp), aber dafür bereit ist zu sterben, wenn's sein muß?

    Die Taliban sind bereit sich selbst in die Luft zu sprengen, und unsere Soldaten wollen nicht mal 'ne Strickleiter hoch klettern?

    Wenn's nicht so ernst wäre (und so viel Geld kosten würde) wär's zum Lachen.

    20 Leser-Empfehlungen
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    "Wie sollen solche Streitkräfte einen Krieg gewinnen?"

    Mit Offizieren, die ihre Untergebenen nicht mal in Friedenszeiten am Leben halten können, dürfte das in der Tat schwierig werden.

    • ribera
    • 20.01.2011 um 18:36 Uhr

    Wir Fallschirmjaeger haben durch den Sprungdienst eine weitaus hoehere Anzahl von Toten zu beklagen.Wobei jeder vermeidbare Tote, egal wo, einer zuviel ist.
    Springen ist freiwillig. Wer nicht will, der landet in anderen Truppenteilen. Wer urspruenglich wollte, dann aber auf dem Turm oder im Flugzeug verweigert, muss die Fallschirmjaeger verlassen.
    Und wohin soll ein Offizieranwaerter der Marine gehen, der nicht aufentern will? In dieser kleinen Teilstreitkraft waere er gebrandmarkt, egal wo er antritt. Hoehenangst ist keine Schande und verweigern auch nicht. Aber die Konsequenz sollte auch eindeutig sein.Falsche Berufswahl!
    Eine der eisernen Regeln bei den Fallschirmjaegern ist es, dass nie ein Kamerad zurueckgelassen wird. So erinnere ich mich daran, wie zum Abschluss der Grundausbildung eine Gruppe im Rahmen einer Durchschlageuebung einen Kameraden zurueckgelassen hatte. Der Chef schickte die Gruppe 10Km zurueck, um den Kameraden mit einer Trage zu holen. So wurden aus 50km 70km! Das haben sich alle, auch die Unbeteiligten fuer immer gemerkt.
    Aber vielleicht war das ja Schikane und man haette es ausdiskutieren sollen!

    • iDog
    • 20.01.2011 um 23:18 Uhr

    wollen wir doch alle nicht, oder ? wir wollen doch nicht mal einen führen, zumindest die mehrheit der deutchen bevölkerung nicht, soweit ich weiss. was soll also diese frage überhaupt? sind denn hier langsam alle komplett durchgedreht?

    man kann leider beobachten , dass die menschen beim millitaer , oft gar nicht mehr wahrnehemen, dass es eine zivile welt gibt bzw , dass die welt in erster linie zivil ist und auch bleiben will und muss.

    wenn es nicht so offenslichtliche anzeichen für das gegenteil gaebe, waere man sogar dazu geneigt zu sagen, das das restliche millitaer da ist, um sich selber abzuschaffen. es scheint aber eher die zivile welt "abgeschafft" zu haben, zumindest in ihrer wahrnehmung, wenn man die kommentare hier liesst. da hat wer oberwasser , der es nicht haben sollte. das millitaer ist grundsaetzlich eine serviceleister des staates und kein geschaftsmodell.

    "Wie sollen solche Streitkräfte einen Krieg gewinnen?"

    Mit Offizieren, die ihre Untergebenen nicht mal in Friedenszeiten am Leben halten können, dürfte das in der Tat schwierig werden.

    • ribera
    • 20.01.2011 um 18:36 Uhr

    Wir Fallschirmjaeger haben durch den Sprungdienst eine weitaus hoehere Anzahl von Toten zu beklagen.Wobei jeder vermeidbare Tote, egal wo, einer zuviel ist.
    Springen ist freiwillig. Wer nicht will, der landet in anderen Truppenteilen. Wer urspruenglich wollte, dann aber auf dem Turm oder im Flugzeug verweigert, muss die Fallschirmjaeger verlassen.
    Und wohin soll ein Offizieranwaerter der Marine gehen, der nicht aufentern will? In dieser kleinen Teilstreitkraft waere er gebrandmarkt, egal wo er antritt. Hoehenangst ist keine Schande und verweigern auch nicht. Aber die Konsequenz sollte auch eindeutig sein.Falsche Berufswahl!
    Eine der eisernen Regeln bei den Fallschirmjaegern ist es, dass nie ein Kamerad zurueckgelassen wird. So erinnere ich mich daran, wie zum Abschluss der Grundausbildung eine Gruppe im Rahmen einer Durchschlageuebung einen Kameraden zurueckgelassen hatte. Der Chef schickte die Gruppe 10Km zurueck, um den Kameraden mit einer Trage zu holen. So wurden aus 50km 70km! Das haben sich alle, auch die Unbeteiligten fuer immer gemerkt.
    Aber vielleicht war das ja Schikane und man haette es ausdiskutieren sollen!

    • iDog
    • 20.01.2011 um 23:18 Uhr

    wollen wir doch alle nicht, oder ? wir wollen doch nicht mal einen führen, zumindest die mehrheit der deutchen bevölkerung nicht, soweit ich weiss. was soll also diese frage überhaupt? sind denn hier langsam alle komplett durchgedreht?

    man kann leider beobachten , dass die menschen beim millitaer , oft gar nicht mehr wahrnehemen, dass es eine zivile welt gibt bzw , dass die welt in erster linie zivil ist und auch bleiben will und muss.

    wenn es nicht so offenslichtliche anzeichen für das gegenteil gaebe, waere man sogar dazu geneigt zu sagen, das das restliche millitaer da ist, um sich selber abzuschaffen. es scheint aber eher die zivile welt "abgeschafft" zu haben, zumindest in ihrer wahrnehmung, wenn man die kommentare hier liesst. da hat wer oberwasser , der es nicht haben sollte. das millitaer ist grundsaetzlich eine serviceleister des staates und kein geschaftsmodell.

  5. Dem Vernehmen nach geht es in vorliegendem Fall um Kadetten, die sich geweigert haben sollen, auf die Masten zu klettern. Auch wenn das eigentlich ein freiwilliges Unterfangen ist, stellt sich die Frage, was Soldaten mit Höhenangst auf einem Segelschulschiff verloren haben. Über einen ruppigen Umgangston beim Militär braucht sich auch niemand zu beschweren, der ist vollkommen normal. Vielleicht sollten sich die betreffenden Soldaten ein paar Gedanken über einen neuen Beruf machen.

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    Es ist weder angebracht, pauschal Soldaten in die Ecke von Weicheiern zu drängen noch das Gegenteil zu tun und sie zu verhätscheln.

    Status quo: Die Ausbildung auf der Gorch Fock gehört verpflichtend zur Offiziersausbildung in der Marine. Nicht verpflichtend ist, in die Wanten zu klettern. Der Begriff freiwillig bezieht sich auf die Berufswahl oder auf das Hochklettern.

    So lange das so geregelt ist, darf keiner auf der Gorch Fock unter Druck gesetzt werden, da hoch zu klettern. Druck ist sicherlich, wenn mit dem Abbruch der Karriere gedroht wird. Freiwillig bleibt freiwillig. Das gilt auch für jeden einzelnen ausbildenden Vorgesetzten auf dem Schiff! Bedingungslos!

    Erlaubt ist allerdings die Frage, ob diese Regel sinnvoll ist. Ich erkenne keinen Sinn darin, dass ein Marineoffiziersanwärter da hoch klettern muss. Worin ich allerdings einen Sinn sehe, dass jeder, der auf dem Schiff dient, das können müsste. Also könnte man doch mal da ansetzen, dass man an der Ausgangsbasis etwas ändert. Ich kann mir hoch kompetente Marineoffiziere vorstellen, die auch Druck resistent und krisenfest sind, und Höhenangst haben können.

    Eindeutig ist für mich die "sexuellen Nötigung", so das so stimmt: Soldaten haben einem Kameraden in der Dusche gesagt: es sei "auf dem Schiff ähnlich wie im Knast, jeder Neue müsse seinen Arsch hinhalten" woraufhin derjenige weggelaufen ist. Das als sex. Nötigung zu bezeichnen ist eine Klatsche für alle Opfer einer echten Nötigung und züchtet Weicheier.

    Ich finde es erschreckend, wie viele Kommentatoren anscheinend einen "ruppigen Umgangston" beim Militär als "völlig normal" empfinden. Warum sollte das so sein? Nur weil es schon immer so war? In einer demokratischen Armee in einem Rechtsstaat gehört genau das als erstes abeschafft, und die Leute, die diesen Umgang pflegen, aus der "Truppe" entfernt.

    • db72
    • 20.01.2011 um 12:43 Uhr

    Zeigen Sie mir doch bitte abseits des Schulschiffes ein Schiff der deutschen Marine wo man noch Segel setzen muss .

    Es ist ausserdem ein himmelweiter Unterschied ob man durch Feinde in einem Krieg oder in Friedenszeiten durch den Druck des eigenen Vorgesetzen umkommt.
    Nur mal so als Denkanstoss für all diejenigen die nun hier fleissig kommentieren aber selbst Zivildienst schoben :
    Wenn ein Soldat während seines Wachdienstes jemanden erschiesst bekommt er sofort Sonderurlaub weil ihm der Dienst an den drauffolgenden Tagen nicht zugemutet werden kann.
    Und was Gefahren angeht ...... schon seit Anfang der 90er darf man nichtmal mehr mit CS-Gas die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der ABC- Masken testen ..... dem Heer darf es also nicht mehr zugemutet werden geschützt in einen Raum gefüllt mit CS-Gas zu gehen , aber bei der Marine soll man ein Schiff wie im vorherigen Jahrhundert bedienen , einschliesslich aufentern.
    Das ist absurd.

    Es ist weder angebracht, pauschal Soldaten in die Ecke von Weicheiern zu drängen noch das Gegenteil zu tun und sie zu verhätscheln.

    Status quo: Die Ausbildung auf der Gorch Fock gehört verpflichtend zur Offiziersausbildung in der Marine. Nicht verpflichtend ist, in die Wanten zu klettern. Der Begriff freiwillig bezieht sich auf die Berufswahl oder auf das Hochklettern.

    So lange das so geregelt ist, darf keiner auf der Gorch Fock unter Druck gesetzt werden, da hoch zu klettern. Druck ist sicherlich, wenn mit dem Abbruch der Karriere gedroht wird. Freiwillig bleibt freiwillig. Das gilt auch für jeden einzelnen ausbildenden Vorgesetzten auf dem Schiff! Bedingungslos!

    Erlaubt ist allerdings die Frage, ob diese Regel sinnvoll ist. Ich erkenne keinen Sinn darin, dass ein Marineoffiziersanwärter da hoch klettern muss. Worin ich allerdings einen Sinn sehe, dass jeder, der auf dem Schiff dient, das können müsste. Also könnte man doch mal da ansetzen, dass man an der Ausgangsbasis etwas ändert. Ich kann mir hoch kompetente Marineoffiziere vorstellen, die auch Druck resistent und krisenfest sind, und Höhenangst haben können.

    Eindeutig ist für mich die "sexuellen Nötigung", so das so stimmt: Soldaten haben einem Kameraden in der Dusche gesagt: es sei "auf dem Schiff ähnlich wie im Knast, jeder Neue müsse seinen Arsch hinhalten" woraufhin derjenige weggelaufen ist. Das als sex. Nötigung zu bezeichnen ist eine Klatsche für alle Opfer einer echten Nötigung und züchtet Weicheier.

    Ich finde es erschreckend, wie viele Kommentatoren anscheinend einen "ruppigen Umgangston" beim Militär als "völlig normal" empfinden. Warum sollte das so sein? Nur weil es schon immer so war? In einer demokratischen Armee in einem Rechtsstaat gehört genau das als erstes abeschafft, und die Leute, die diesen Umgang pflegen, aus der "Truppe" entfernt.

    • db72
    • 20.01.2011 um 12:43 Uhr

    Zeigen Sie mir doch bitte abseits des Schulschiffes ein Schiff der deutschen Marine wo man noch Segel setzen muss .

    Es ist ausserdem ein himmelweiter Unterschied ob man durch Feinde in einem Krieg oder in Friedenszeiten durch den Druck des eigenen Vorgesetzen umkommt.
    Nur mal so als Denkanstoss für all diejenigen die nun hier fleissig kommentieren aber selbst Zivildienst schoben :
    Wenn ein Soldat während seines Wachdienstes jemanden erschiesst bekommt er sofort Sonderurlaub weil ihm der Dienst an den drauffolgenden Tagen nicht zugemutet werden kann.
    Und was Gefahren angeht ...... schon seit Anfang der 90er darf man nichtmal mehr mit CS-Gas die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der ABC- Masken testen ..... dem Heer darf es also nicht mehr zugemutet werden geschützt in einen Raum gefüllt mit CS-Gas zu gehen , aber bei der Marine soll man ein Schiff wie im vorherigen Jahrhundert bedienen , einschliesslich aufentern.
    Das ist absurd.

  6. Wenn das "Aufentern" freiwillig ist, dann hat man sich gefälligst daran zu halten. Man kann die Regeln und Absprachen nicht ändern wie es einem passt. Auch wenn Ihnen das nicht gefällt.

    Und was hat das Aufentern bitte mit Führungsqualitäten zu tun? Ich habe zu oft bei der Bundeswehr Gestalten gesehen, welche sich in ihr verstecken weil sie draußen nicht klar kommen. Und viele nuttzen es voll aus endlich auch mal was zu sagen zu haben. Das (und Druck) hat absolut nichts mit Führungsstärke zu tun - eher mit dem Gegenteil. Ein guter Vorgesetzter erkennt die Stärken seiner "Schützlinge" und fördert sie. So werden sie nur zerstört...

    17 Leser-Empfehlungen
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    Sie haben Recht: Druck hat absolut nichts mit Führungsstärke zu tun.

    Allerdings sollte ein Vorgesetzter wissen, was er von seinen Leuten verlangt. Also selbst einmal hochgeklettert sein bevor er dies befiehlt.

    Sie haben Recht: Druck hat absolut nichts mit Führungsstärke zu tun.

    Allerdings sollte ein Vorgesetzter wissen, was er von seinen Leuten verlangt. Also selbst einmal hochgeklettert sein bevor er dies befiehlt.

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