Rheinland-Pfalz Die Winzertochter und ihr Traum von Kohls Fußstapfen

Im März will Julia Klöckner Ministerpräsident Beck in "Frührente" schicken. Die Kanzlerin unterstützt sie - Klöckners Chancen sind jedoch gering.

Von oben betrachtet sehen sich Julia Klöckner und die Kanzlerin fast ein wenig ähnlich. Die beiden Frauen mit blondem Pagenschnitt schreiten am Freitagabend betont gemeinsam, betont nebeneinander durch den überhitzten Veranstaltungssaal. Die Mainzer CDU hat zum Neujahresempfang in die historische Fachwerk-Altstadt geladen, es ist stickig und sehr voll.

Auf der Besucherempore sind die Parteimitglieder aufgestanden. Sie wollen einen Blick auf die beiden Frauen unten im Saal erheischen. Nicht nur Angela Merkel ist eine Attraktion, die CDU-Basis blickt ebenso stolz auf ihre Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in zweieinhalb Monaten herab.

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Julia Klöckner, 38 Jahre alt, Winzertochter, ehemalige Weinkönigin und heutige Staatssekretärin im Bundesverbraucherschutzministerium, ist die Hoffnung der rheinland-pfälzischen CDU. Sie will Ende März die mehr als 16 Jahre dauernde Amtszeit von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) beenden. In der Wählergunst liegen SPD und CDU im Land derzeit gar nicht so weit auseinander, eine Umfrage sah beide Parteien letztens bei rund 35 Prozent. Das gute Ergebnis der Christdemokraten ist vor allem Klöckners Verdienst.

Die CDU-Frau mit der blonden Betonfrisur gilt als herzlich und offen, sie selbst nennt es "geländegängig". Will heißen: Sie kommt vom Land, sie kann mit den Leuten, ist immer für ein Schwätzchen bei einem Weinchen zu haben. Das ist wichtig in Rheinland-Pfalz, wo man gerne redet und gerne gut lebt. Bisher hat vor allem Kurt Beck Kapital aus seiner Volksnähe schlagen können. Klöckner kann an diesem Punkt gut mithalten.

Erst 1997 trat die studierte Theologin und Politikwissenschaftlerin in die CDU ein, sie machte schnell Karriere in der Partei, seit 2002 sitzt sie im Bundestag. Angela Merkel soll früh das Talent der jungen Konservativen erkannt und sie unter ihre Fittiche genommen haben. Heute ist nicht nur die Kanzlerin nach Mainz gekommen, sie ist mit der gesamten CDU-Bundesspitze angereist und berät in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt über die politischen Schwerpunkte der Bundespartei im Jahr 2011. Auch das soll ein Signal sein.

Klöckner freut sich sichtlich darüber. Jeder soll sehen, wie gut sie sich mit der Kanzlerin versteht. Am Nachmittag seien sie zu zweit Kuchenessen beim Mainzer Kardinal Karl Lehmann gewesen, erzählt die Spitzenkandidatin gut gelaunt bei der Neujahrsansprache. Da die "liebe Angela" leider erkältungsbedingt Probleme mit der Stimme habe, werde sie, Klöckner, heute Abend übrigens einfach ein bisschen länger reden.

Das tut sie dann auch. Die 38-Jährige hält eine flammende Wahlkampfrede gegen den "Stillstand" im Land. An dem sei natürlich das "System Beck" schuld. Doch Klöckner hat bereits eine Lösung parat, die sie unter dem Jubel ihrer Anhänger schelmisch formuliert: Der 61-jährige Ministerpräsident setzte sich doch so vehement gegen die jetzige Form der Rente mit 67 ein. Wenn Beck seine "Frühverrentung" als Ministerpräsident wolle, "denn gönn isch ihm des auch", donnert Klöckner im heimischen Dialekt.

Leser-Kommentare
  1. im BMELV macht die blonde Frau Klöckner Zuarbeit für Ilse Aigner...das kann ja was werden !

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    zu Dispozinsen im Bundestag gesehen, als sie dafür plädierte weitere Gutachten einzuholen, damit die Banken länger abkassieren können. Wenn sie so wie im Verbraucherschutz für die Verbraucher auch für die Bürger in Rheinland-Pfalz eintritt, na dann....

    zu Dispozinsen im Bundestag gesehen, als sie dafür plädierte weitere Gutachten einzuholen, damit die Banken länger abkassieren können. Wenn sie so wie im Verbraucherschutz für die Verbraucher auch für die Bürger in Rheinland-Pfalz eintritt, na dann....

  2. Aus dem Lebenslauf von Frau Klöckner: "2005 bis 2009
    Beauftragte für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion"

    Den Auftrag hat sie aber richtig gut wahrgenommen, guten Appetit bei Ihrem Frühstücks-Ei 1

    • Glawen
    • 15.01.2011 um 11:48 Uhr

    Oh Mann die Vollpfosten in der CDU-RLP.... vor der eigenen Tür kehren ist echt nett ausgedrückt. Ich bin zwar nicht so der Fan von Beck aber als ob die Frau Klöckner und ihre Knallchargen besser wären.
    Die SPD hat sich mit dem Nürburgring ganz sicher nicht verdient gemacht und ich hoffe, dass es nach der Wahl wieder zu einer Koalitionsregierung kommt. Da habe ich immer ein bisschen die Hoffnung, dass sich die "Partner" gegenseitig kontrollieren. Dabei hat die CDU nämlich komplett versagt. Wenn etwas schief läuft, sollte man als Opposition einen Untersuchungsausschuss einleiten und in diesem herausfinden was passiert ist. Und was macht die CDU? Zwei im Untersuchungsausschuss vertretene Mitglieder besorgen sich über illegale Quellen Daten von der Polizei. Nach der Aktion mussten die natürlich raus aus dem Ausschuss und plötzlich ging es nicht mehr um den Nürburgring, sondern mehr darum ob die noch im Landtag bleiben sollen, ob die Tochter des einen noch im Polizeidienst bleibt....
    Die SPD und Beck können in RLP noch ca 10 Jahre Mist bauen wie sie wollen, dann könnten sie es auf ein Niveau mit der CDU-RLP gebracht haben. Wobei ich mir das allerdings nicht wünsche. Bei den jetzigen Parteien und Protagonisten bin ich, wie geschrieben, für eine Koalitionsregierung. SPD/FDP zum Beispiel hat ja einige Jahre gut geklappt, man müsste mal schauen was nach der Wahl im Landtag vertreten ist.

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    • Voce
    • 15.01.2011 um 12:19 Uhr

    doch für die "Provinz" Rheinland Pfalz scheint mir Beck, obwohl er im Projekt Freizeitpark Nürburgring eine dreistellige Millionenensumme Steuergelder versenkt hat und so tut , als ob er es nicht gewesen sei, das kleinere Übel zu sein. Klöckner fehlt es an Profil, über die anderen Parteien herzuziehen hilft da allein auch nicht weiter.

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    • rmj
    • 16.01.2011 um 1:14 Uhr

    Das wir kein Zweiparteiensystem haben, wissen Sie aber hoffentlich.

    Zum Glück haben wir noch Richter,
    die den Schwachsinn der CdU und SPD Wähler immer wieder rückgängig machen können,
    sonst würde das Deutsche Volk, in einer freien Wahl, sich noch größeren Schaden zufügen.

    Schauen Sie sich einmal das Wahlprogramm der Tierschutzpartei an,
    es unterscheidet sich gar nicht so sehr von der SPD.
    Der Unterschied liegt aber darin, dass Leute dran kommen die noch Dinge verändern wollen, und was noch viel wichtiger ist, sie sind nicht so korrupt.
    Aber lieber geben Sie solchen Politikern eine Chance,
    die ihren Freunden von Steuergeldern, ein Schloss renovieren.
    Die Gaunereien von diesen Leuten werden immer dreister,
    weil Leute wie Sie, solchen Politiker einen Freibrief ausstellen.

    Ich werde mich nie für Pest oder Cholera entscheiden !!!

    ist ein unsere bürgerlichen Parteien allesamt auszeichnendes Machtmissbrauchsphänomen.

    Formiert, etabliert, saturiert, manieriert und geistig-moralisch verwahrlost.

    Diese Stufenleiter, die so etwas wie das Evolutionsprinzip des Wirtschaftswunders ist, wird aus dem zunehmenden Verfall der Realitäswahrnehmungsfähigkeit und der soziologischen Indolenz von Erbengenerationen gespeist.

    Und wenn wir auf die inzwischen überall herum stolzierenden Jungtürken und Jungtürkinnen in unseren politischen Parteien schauen, dann wissen wir, was bei der geistig-moralischen Wende von Kohl und Genscher heraus gekommen ist: Die gesellschaftskriminelle und narzistische Verantwortungs- und Leistungsunfähigkeit der Kinder dieser "Wende", die schon 1985 mit der Parole "Können? Können muss nicht sein. Kennen! Kennen muss sein!" darauf hingewiesen haben, mit welcher real-existierenden Leistungsunfähigkeit und geistigen Einschränkungen wir es heute zu tun haben.

    Das ist das Problem der netten Frau Klöckner. Aber, es verschont sie auch vor der Einsicht in ihr eigenes Elend.

    • rmj
    • 16.01.2011 um 1:14 Uhr

    Das wir kein Zweiparteiensystem haben, wissen Sie aber hoffentlich.

    Zum Glück haben wir noch Richter,
    die den Schwachsinn der CdU und SPD Wähler immer wieder rückgängig machen können,
    sonst würde das Deutsche Volk, in einer freien Wahl, sich noch größeren Schaden zufügen.

    Schauen Sie sich einmal das Wahlprogramm der Tierschutzpartei an,
    es unterscheidet sich gar nicht so sehr von der SPD.
    Der Unterschied liegt aber darin, dass Leute dran kommen die noch Dinge verändern wollen, und was noch viel wichtiger ist, sie sind nicht so korrupt.
    Aber lieber geben Sie solchen Politikern eine Chance,
    die ihren Freunden von Steuergeldern, ein Schloss renovieren.
    Die Gaunereien von diesen Leuten werden immer dreister,
    weil Leute wie Sie, solchen Politiker einen Freibrief ausstellen.

    Ich werde mich nie für Pest oder Cholera entscheiden !!!

    ist ein unsere bürgerlichen Parteien allesamt auszeichnendes Machtmissbrauchsphänomen.

    Formiert, etabliert, saturiert, manieriert und geistig-moralisch verwahrlost.

    Diese Stufenleiter, die so etwas wie das Evolutionsprinzip des Wirtschaftswunders ist, wird aus dem zunehmenden Verfall der Realitäswahrnehmungsfähigkeit und der soziologischen Indolenz von Erbengenerationen gespeist.

    Und wenn wir auf die inzwischen überall herum stolzierenden Jungtürken und Jungtürkinnen in unseren politischen Parteien schauen, dann wissen wir, was bei der geistig-moralischen Wende von Kohl und Genscher heraus gekommen ist: Die gesellschaftskriminelle und narzistische Verantwortungs- und Leistungsunfähigkeit der Kinder dieser "Wende", die schon 1985 mit der Parole "Können? Können muss nicht sein. Kennen! Kennen muss sein!" darauf hingewiesen haben, mit welcher real-existierenden Leistungsunfähigkeit und geistigen Einschränkungen wir es heute zu tun haben.

    Das ist das Problem der netten Frau Klöckner. Aber, es verschont sie auch vor der Einsicht in ihr eigenes Elend.

  3. ... wenn man sie mit den angrenzenden Bundesländern Baden-Würrtemberg und Hessen vergleicht.

    Auch hat Rheinlandpfalz die niedrigsten Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung von allen Bundesländern.

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    die niedrigsten Ausgaben für KULTUR.

    • Buh
    • 16.01.2011 um 11:39 Uhr

    längst nicht für Klöckner, der ich nur soweit traue wie ich sie werfen könnte. Für wen sind Sie denn?

    die niedrigsten Ausgaben für KULTUR.

    • Buh
    • 16.01.2011 um 11:39 Uhr

    längst nicht für Klöckner, der ich nur soweit traue wie ich sie werfen könnte. Für wen sind Sie denn?

  4. die niedrigsten Ausgaben für KULTUR.

    • lepkeb
    • 15.01.2011 um 12:58 Uhr

    man in D-land doch recht einfach lösen, ist doch im restlichen Öff. Dienst dort doch schon Gang und Gäbe, man legt fest, dass die Frauenquote auch in den MinPräs Ämtern auf 100% erhöht werden muss. Qualifiktaion ist dabei sekundär, sollte sich keine Frau zur Wahl stellen, muss diese solange ausgesetzt werden, bis sich eine Frau findet und die Position besetzt werden kann.

    Und ob es so ein gutes Ziel ist in die Fussstapfen Dr. Kohls, des Kanzler der den Niedergang D-land eingeleitet hat, zu treten, stelle ich ma in Zweifel.

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    • Kelhim
    • 15.01.2011 um 13:00 Uhr

    ... hat man in der "Provinz" RLP und wird noch ausgebaut werden. Immerhin liegt das Bundesland bei diesen Investitionen an der Spitze in Deutschland, andere Bundesländer, besonders, aber nicht nur CDU-geführte Länder, könnten sich hiervon eine dicke Scheibe abschneiden.

    Ob Julia Klöckners CDU besser abschneidet als die SPD, ist letztlich nur für die CDU und ihr Selbstbewusstsein relevant - die Regierung wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht führen. Da müssten sich die Grünen schon sehr verbiegen. Es läuft alles auf Rot-Grün hinaus.

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