Kommunismus-Debatte im Bundestag Die Linke und die Toten des Kapitalismus

In der Bundestagsdebatte über Lötzschs Kommunismus-Äußerungen zitiert die Linkspartei die Bibel. Sie legte auch sonst nochmal nach - nur bekam das kaum jemand mit.

Wo ist eigentlich Gesine Lötzsch? CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt ist verärgert. Schließlich hat seine Unionsfraktion gemeinsam mit der FDP extra diese Aktuelle Stunde im Bundestag beantragt, um über Lötzschs umstrittene Kommunismusäußerungen zu streiten. "Opfer nicht verhöhnen", heißt der Tagesordnungspunkt.

Denn die Linkspartei-Chefin will mit ihrer Partei künftig "viele Wege zum Kommunismus" ausprobieren, wie sie unlängst in einem Gastbeitrag für die marxistische Zeitung Junge Welt schrieb. Dieses Ansinnen finden Union und FDP, aber auch SPD und die Grünen brandgefährlich und wollen dies auch im Parlament betonen.

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Doch nun ist es später Freitagnachmittag und die, um die es sich hier dreht, ist gar nicht mehr da. Nach Angaben ihres Büros hat Lötzsch am Abend einen Termin im fernen Wiesbaden. Neujahresempfang der hessischen Linksfraktion, lange zugesagt. Wenn die Aktuelle Stunde, bereits am Donnerstag stattgefunden hätte, wie ursprünglich geplant, wäre sie natürlich anwesend gewesen, beteuert ihr Mitarbeiter.

Was er verschweigt: Nach Angaben der Bundestagsverwaltung war es ein Abgeordneter der Linkspartei, der mit einem zusätzlichen Antrag die Änderung der Tagesordnung bewirkt hat. Dass diese für die Partei unangenehme Aktuelle Stunde erst am Freitagnachmittag stattfindet, dürfte die Linken nicht stören. Der Plenarsaal ist halb leer, kein Kabinettsmitglied ist mehr anwesend. Auch die meisten Parlamentsjournalisten haben bereits das Wochenende begonnen.

Da fällt auch nicht so auf, dass neben Lötzsch auch ihr Co-Vorsitzender Klaus Ernst, sowie Linksfraktionschef Gregor Gysi nicht gekommen sind. Lediglich eine Handvoll Linkspartei-Abgeordnete hat Platz genommen. Auffällig viele Frauen unter ihnen tragen knallrote Blazer. Rot ist auch die Farbe des Kommunismus, aber das ist sicher nur ein Zufall.

Gesine Lötzsch jedenfalls lässt sich in der Aussprache von ihrem Fraktionsvize Ulrich Maurer vertreten. Der kommt aus dem Westen, war lange SPD-Mitglied. Er ist also die passende Wahl, um möglichst unaufgeregt über den Kommunismus zu sprechen. Vielleicht hat sich Lötzsch das ja gedacht. Aber Maurer denkt gar nicht daran, defensiv aufzutreten oder Lötzschs Äußerungen zu relativieren, so wie sie es zuletzt selbst getan hat.

Schon in der Bibel seien schließlich kommunistische Elemente verankert, behauptet Maurer und zitiert eine Stelle aus dem Neuen Testament. Darin ist die Rede von Bürgern, die ihre Äcker und Häuser verkaufen, den Erlös zusammenlegen und diesen dann je nach Bedürftigkeit verteilen. "Das ist Kommunismus pur", ruft Maurer. Das Häufchen Linke klatscht demonstrativ von seinen Plätzen.

Leser-Kommentare
  1. Wo ist eigentlich Gesine Lötzsch? CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt ist verärgert. Schließlich hat seine Unionsfraktion gemeinsam mit der FDP extra diese Aktuelle Stunde im Bundestag beantragt, um über Lötzschs umstrittene Kommunismusäußerungen zu streiten. "Opfer nicht verhöhnen", heißt der Tagesordnungspunkt.

    Was ich mich jetzt frage: Wurde von der Linken eine aktuelle Stunden angeregt, als unser Freiherr von Gutenberg den Einsatz der Bundeswehr zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen verteidigte? Denn im Gegensatz zur Kommunismusfrage war diese Äusserung tatsächlich verfassungswidrig und das sogar sehr deutlich. Ist das keine "Verhöhnung" der Opfer in Afghanistan?

    Langsam verstehe ich: Solange es von einem Adligen aus einer bürgerlichen Partei kommt kann es nicht gegen unser Grundgesetz sein, oder?

    Ich frage mich wirklich, wielange sich die Deutschen noch so veräppeln lassen.

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    • joG
    • 22.01.2011 um 10:44 Uhr

    ....und eigentlich kann man es nur beurteilen, wenn man es mit erlebte. Es ist aber a Priori schon sehr beeindruckend, wenn ein doch so interessantes und intellektuell forderndes Thema von einem nationalen Parlament diskutiert wird.

    Wenn es aber dann so völlig kindisch behandelt wird, wie man es aus den Berichten befürchten muss, so ist das eine nationale Peinlichkeit. Das ist weniger der Linken anzulasten, und das sage ich ohne im Verdacht zu stehen "links" zu sein, als der CDU, SPD und den Grünen, die offenbar nie darüber nachgedacht hatten, was der Begriff "Kommunismus" bedeutet.

    Auch ist Ihre Beobachtung relevant, dass Verfassungsfeindlichkeit oder andere Vergehen oft übersehen wird, wenn Einem (Staatsanwalt? Richter? Polizei? Politiker? Medien?) das passt. So etwas nennt man eine nicht allgemeine Anwendung des Rechts und geschieht hier am laufenden Band.

    • dacapo
    • 22.01.2011 um 12:11 Uhr

    Das ist aber ein toller Vergleich, geht's nicht noch doller?

    Wenn man sie die Argumente der "herkömmlichen " Parteien ansieht, dann sieht man ziemlich deutlich, dass es hier um Emotionen und nicht umdie Auseinandersetzung mit Gedankengut geht. Es ist der typische Abwehrreflex von Menschen denen eine bestimmte Denkrichtung so sehr eingeimpft worden ist, dass sie über deren Tellerrand nicht mehr hinausdenken können.

    Missbrauch ist keine Frage der Ideologie an sich. Der Kapitalismus in seiner heutigen Form wird global von großen Konzernen massiv missbraucht (Unterwanderung von Menschenrechten, Umweltschutz, Mitverursacher und Aufrechterhalter von Kriegen,...). Auch wenn das gerne ausgeblendet wird. Jede Art von Ideologie wird missbraucht wenn es keine wirksamen und schmerzhaften Sanktionsmöglichkeiten und gesellschaftliche Kontrolle gibt.

    Ein stabiles gesellschaftliches, soziales und wirtschaftliches System muss Elemente aus allen Ideologien enthalten die jemals entwickelt wurden. So mach das die Natur ebenfalls: http://www.wissenschaft.d....

    So lange man sich selbst Tabus im Denken auferlegt kann man keine alternativen Ideen zu gescheiterten entwickeln. Wo man kritisch sein muss sind die Elemente an denen bisherige Ideologien missbraucht wurden. Dort gehören Riegel und Grenzen eingezogen. Aber eine Idee per se zu verurteilen ist kindlich, kurzsichtig und dumm. Dadurch entstehen dann Widersprüche. Bsp.: Totalüberwachung von Bürgern entstammt der NS-Ideologie, Trickle-Down entstammt dem Feudalismus,...

    • joG
    • 22.01.2011 um 10:44 Uhr

    ....und eigentlich kann man es nur beurteilen, wenn man es mit erlebte. Es ist aber a Priori schon sehr beeindruckend, wenn ein doch so interessantes und intellektuell forderndes Thema von einem nationalen Parlament diskutiert wird.

    Wenn es aber dann so völlig kindisch behandelt wird, wie man es aus den Berichten befürchten muss, so ist das eine nationale Peinlichkeit. Das ist weniger der Linken anzulasten, und das sage ich ohne im Verdacht zu stehen "links" zu sein, als der CDU, SPD und den Grünen, die offenbar nie darüber nachgedacht hatten, was der Begriff "Kommunismus" bedeutet.

    Auch ist Ihre Beobachtung relevant, dass Verfassungsfeindlichkeit oder andere Vergehen oft übersehen wird, wenn Einem (Staatsanwalt? Richter? Polizei? Politiker? Medien?) das passt. So etwas nennt man eine nicht allgemeine Anwendung des Rechts und geschieht hier am laufenden Band.

    • dacapo
    • 22.01.2011 um 12:11 Uhr

    Das ist aber ein toller Vergleich, geht's nicht noch doller?

    Wenn man sie die Argumente der "herkömmlichen " Parteien ansieht, dann sieht man ziemlich deutlich, dass es hier um Emotionen und nicht umdie Auseinandersetzung mit Gedankengut geht. Es ist der typische Abwehrreflex von Menschen denen eine bestimmte Denkrichtung so sehr eingeimpft worden ist, dass sie über deren Tellerrand nicht mehr hinausdenken können.

    Missbrauch ist keine Frage der Ideologie an sich. Der Kapitalismus in seiner heutigen Form wird global von großen Konzernen massiv missbraucht (Unterwanderung von Menschenrechten, Umweltschutz, Mitverursacher und Aufrechterhalter von Kriegen,...). Auch wenn das gerne ausgeblendet wird. Jede Art von Ideologie wird missbraucht wenn es keine wirksamen und schmerzhaften Sanktionsmöglichkeiten und gesellschaftliche Kontrolle gibt.

    Ein stabiles gesellschaftliches, soziales und wirtschaftliches System muss Elemente aus allen Ideologien enthalten die jemals entwickelt wurden. So mach das die Natur ebenfalls: http://www.wissenschaft.d....

    So lange man sich selbst Tabus im Denken auferlegt kann man keine alternativen Ideen zu gescheiterten entwickeln. Wo man kritisch sein muss sind die Elemente an denen bisherige Ideologien missbraucht wurden. Dort gehören Riegel und Grenzen eingezogen. Aber eine Idee per se zu verurteilen ist kindlich, kurzsichtig und dumm. Dadurch entstehen dann Widersprüche. Bsp.: Totalüberwachung von Bürgern entstammt der NS-Ideologie, Trickle-Down entstammt dem Feudalismus,...

  2. Ist das wirklich wahr? Die Unionsfraktion gemeinsam mit der FDP hatten extra diese Aktuelle Stunde im Bundestag beantragt?
    Wie höhnisch das klingt, ausgerechnet von Vertretern zweier Fraktionen, die seit Jahren und mit großem Eifer für die deutsche Beteiligung im Afghanistankrieg stimmen.

    Zur Erinnerung, für diesen Krieg gab und gibt es in der Bevölkerung keine Mehrheit. Und nur die Fraktion der Linken hat stets geschlossen immer wieder GEGEN diesen Krieg gestimmt.

    Nach dem 2. Weltkrieg schwörten wir Deutsche aus verdammt guten Gründen "NIE WIEDER KRIEG!"!

    Diejenigen Abgeordneten, die jetzt wieder für Krieg stimmen, verhöhnen dadurch jedes einzelne Opfer des 2. Weltkrieges. Pfui!

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    Für einen faktischen Austritt aus der Nato würde es aber auch keine Mehrheit geben. Den dass wäre die mögliche Äquivalenz zum damaligen Nein zu Afghanistan.

    auch wenn ich damit ein Fass ohne Boden anschneide: Niemand behauptet dass Krieg was schönes ist, auch nicht die schwarz-gelbe Regierung.

    Die Linken machen es sich hier viel zu einfach. Die schwierige Frage ist ja immer, ob es ethisch wirklich besser vertretbar ist, keine militärischen Interventionen zu unternehmen (und damit die Konsequenzen zu verantworten) oder ob die Intervention das kleinere von zwei großen Übeln ist.

    Wie die Antwort darauf im Fall Afghanistan aussieht, ist nochmal eine andere Frage. Wie die Linkspartei einfach aus der Opposition heraus zu behaupten, die Intervention sei automatisch das Bösere von beiden Übeln, ist - und da hat Dobrindt leider recht - wirklich "feige".

    Wenn wir intervenieren haben wir Verantwortung für die Zivilisten, die wir durch die Intervention gefährden. Wenn wir nicht intervenieren, haben wir auch Verantwortung für dieselben Zivilisten, die sich nicht selbst wehren können und die wir sich selbst überlassen.

    Der Afghanistaneinsatz wurde von SPD/Gruenen abgesegnet. Die jetzige Koalition kann sich nicht als Natomitglied allein zurueckziehen und das Handtuch werfen, dass muessen alle gemeinsam tun. Ein Erfolg in diesen rueckstaendigen muslemischen Land mit Warlords, Drogenanbau/Handel, Clanchefs, Mullahs und einer inkompetenten, korrupten Regierung unter Karzai wird niemals dauernde Erfolge produzieren.
    Mit dem Abzug der Natosoldaten, werden die Taliban/Al Kaida aus Pakistan wie die Heuschrecken ueber dieses geplagte Land herfallen, und die islamistischen Terrorzustaende wie vor dem Eingreifen wieder herstellen, zufrieden?

    Dann

    Kosovo-Einsatz der Bundeswehr heißt es:
    NIE WIEDER KRIEG - OHNE UNS!

    Für einen faktischen Austritt aus der Nato würde es aber auch keine Mehrheit geben. Den dass wäre die mögliche Äquivalenz zum damaligen Nein zu Afghanistan.

    auch wenn ich damit ein Fass ohne Boden anschneide: Niemand behauptet dass Krieg was schönes ist, auch nicht die schwarz-gelbe Regierung.

    Die Linken machen es sich hier viel zu einfach. Die schwierige Frage ist ja immer, ob es ethisch wirklich besser vertretbar ist, keine militärischen Interventionen zu unternehmen (und damit die Konsequenzen zu verantworten) oder ob die Intervention das kleinere von zwei großen Übeln ist.

    Wie die Antwort darauf im Fall Afghanistan aussieht, ist nochmal eine andere Frage. Wie die Linkspartei einfach aus der Opposition heraus zu behaupten, die Intervention sei automatisch das Bösere von beiden Übeln, ist - und da hat Dobrindt leider recht - wirklich "feige".

    Wenn wir intervenieren haben wir Verantwortung für die Zivilisten, die wir durch die Intervention gefährden. Wenn wir nicht intervenieren, haben wir auch Verantwortung für dieselben Zivilisten, die sich nicht selbst wehren können und die wir sich selbst überlassen.

    Der Afghanistaneinsatz wurde von SPD/Gruenen abgesegnet. Die jetzige Koalition kann sich nicht als Natomitglied allein zurueckziehen und das Handtuch werfen, dass muessen alle gemeinsam tun. Ein Erfolg in diesen rueckstaendigen muslemischen Land mit Warlords, Drogenanbau/Handel, Clanchefs, Mullahs und einer inkompetenten, korrupten Regierung unter Karzai wird niemals dauernde Erfolge produzieren.
    Mit dem Abzug der Natosoldaten, werden die Taliban/Al Kaida aus Pakistan wie die Heuschrecken ueber dieses geplagte Land herfallen, und die islamistischen Terrorzustaende wie vor dem Eingreifen wieder herstellen, zufrieden?

    Dann

    Kosovo-Einsatz der Bundeswehr heißt es:
    NIE WIEDER KRIEG - OHNE UNS!

  3. "Jede Ideologie sei missbraucht worden, betont Maurer"

    Tja da waren schon "Sozialistische" Zeitzeugen anderer Meinung gewesen.

    „Sie versichern, daß allein die Diktatur, natürlich die ihre, die Freiheit des Volks schaffen kann; wir dagegen behaupten, daß eine Diktatur kein anderes Ziel haben kann, als nur das eine, sich zu verewigen, und daß sie in dem Volk, das sie erträgt, nur Sklaverei zeugen und nähren kann.“
    – Michail Alexandrowitsch Bakunin: Staatlichkeit und Anarchie, 1873

    Bakunin wurde übrigens, unter Marx Zustimmung, aus der "Internationalen" ausgeschlossen.

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    Das ist eine Geisterdebatte. Und unredlich wird sie dazu geführt. Im Namen des Christentum, Islam, Faschismus oder Kommunismus und anderer Religionen hat es in der Geschichte Milliarden von Toten gegeben.
    Worüber diskutieren wir eigentlich? Wenn Teile der Linken Kommunismus als Gesellschaft verstehen, in denen Menschen frei und gerecht in Frieden miteinander leben können, wird dies doch niemand als unmoralisch verstehen können.
    Dass wir in überwiegender Anzahl den Kapitalismus als Alternative zum Kommunismus verstehen, ist Resultat der gesellschaftlichen Umbrüche des frühen 20ten Jahrhunderts und des nachfolgenden kalten Krieges. Philosophisch und real hat dies nichts mit der Auseinandersetzung um die Ordnung und Struktur einer freien Gesellschaft gemein.
    George Orwell hat in der Animal Farm sehr schön die Unterschiedslosigkeit zweier Systeme dargestellt, in der zwar formal Eigentumsverhältnisse geändert werden, die Machtverhältnisse aber bei gleichbleibenden Strukuren identisch bleiben, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen nur durch die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ersetzt wird.
    Wir leben aber in einem Zeitalter, wo sich Umbrüche abzeichnen, Technologien und Organisationsmöglichkeiten, die uns ganz andere Vorstellungen von einer freien und gerechten Gesellschaft als vor 100 Jahren erlauben. Vor zwei Jahren hat es sogar den Nobelpreis für Ökonmie gegeben für die Erkenntnis, wie öffentliches Eigentum, Gemeinbesitz optimal zu organisieren ist.
    ...

    Das bedeudet, die Linke muss sich mit der Frage auseinandersetzen, ob sie immer noch der Ideologie des stufenweisen Übergangs verhaftet ist, in dem Verstaatlichung von Produktionsmittel den eher hilflosen Übergang zu diese Idealgesellschaft darstellt, oder ob dies der Anfang einer internen Diskussion über eine reale Anpassung der Gegebenheiten an die Werte einer solchen besseren Gesellschaft darstellt.
    Der Konservative will diese Veränderung eigentlich nicht! Daher sollten wir wiederum kritisch den Verbotsdiskussion von Seiten der CDU und CSU gegenüberstehen. Auch ihre Auffassungen sind nicht frei von Widersprüchen und ihre Parteigeschichte sowohl vor 1918, in den 30er Jahren als auch in der DDR wenig rühmlich und überzeugend.

    Das ist eine Geisterdebatte. Und unredlich wird sie dazu geführt. Im Namen des Christentum, Islam, Faschismus oder Kommunismus und anderer Religionen hat es in der Geschichte Milliarden von Toten gegeben.
    Worüber diskutieren wir eigentlich? Wenn Teile der Linken Kommunismus als Gesellschaft verstehen, in denen Menschen frei und gerecht in Frieden miteinander leben können, wird dies doch niemand als unmoralisch verstehen können.
    Dass wir in überwiegender Anzahl den Kapitalismus als Alternative zum Kommunismus verstehen, ist Resultat der gesellschaftlichen Umbrüche des frühen 20ten Jahrhunderts und des nachfolgenden kalten Krieges. Philosophisch und real hat dies nichts mit der Auseinandersetzung um die Ordnung und Struktur einer freien Gesellschaft gemein.
    George Orwell hat in der Animal Farm sehr schön die Unterschiedslosigkeit zweier Systeme dargestellt, in der zwar formal Eigentumsverhältnisse geändert werden, die Machtverhältnisse aber bei gleichbleibenden Strukuren identisch bleiben, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen nur durch die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ersetzt wird.
    Wir leben aber in einem Zeitalter, wo sich Umbrüche abzeichnen, Technologien und Organisationsmöglichkeiten, die uns ganz andere Vorstellungen von einer freien und gerechten Gesellschaft als vor 100 Jahren erlauben. Vor zwei Jahren hat es sogar den Nobelpreis für Ökonmie gegeben für die Erkenntnis, wie öffentliches Eigentum, Gemeinbesitz optimal zu organisieren ist.
    ...

    Das bedeudet, die Linke muss sich mit der Frage auseinandersetzen, ob sie immer noch der Ideologie des stufenweisen Übergangs verhaftet ist, in dem Verstaatlichung von Produktionsmittel den eher hilflosen Übergang zu diese Idealgesellschaft darstellt, oder ob dies der Anfang einer internen Diskussion über eine reale Anpassung der Gegebenheiten an die Werte einer solchen besseren Gesellschaft darstellt.
    Der Konservative will diese Veränderung eigentlich nicht! Daher sollten wir wiederum kritisch den Verbotsdiskussion von Seiten der CDU und CSU gegenüberstehen. Auch ihre Auffassungen sind nicht frei von Widersprüchen und ihre Parteigeschichte sowohl vor 1918, in den 30er Jahren als auch in der DDR wenig rühmlich und überzeugend.

  4. Für einen faktischen Austritt aus der Nato würde es aber auch keine Mehrheit geben. Den dass wäre die mögliche Äquivalenz zum damaligen Nein zu Afghanistan.

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    Wieso? Das wäre doch nur in einer Demokratie relevant.

    Wieso? Das wäre doch nur in einer Demokratie relevant.

  5. Ich finde es gut, daß es seit dem verdienten Ende des Kommunismus keine Toten durch Krig und Verfolgung mehr gibt.
    Außer in Nordkorea, China und Kuba.

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    • keox
    • 21.01.2011 um 22:59 Uhr

    "Ich finde es gut, daß es seit dem verdienten Ende des Kommunismus keine Toten durch Krig und Verfolgung mehr gibt."

    sind Sie unfähig sich klar auszudrücken oder Sie leben in einer Traumwelt.

    • Varech
    • 22.01.2011 um 5:09 Uhr

    Frau Lötzsch hat sich doch auch bei den Opfern entschuldigt!!

    • Quirke
    • 22.01.2011 um 17:16 Uhr

    Es gibt so viele Gegenbeispiele gegen Ihre ungeheuerliche Behauptung, dass ich es mir erspare, diese aufzuzählen. Denken Sie doch selbst mal nach!

    ... darf sie behalten.

    Ich verstehe das doch eher so, dass es doch jetzt mit nichten anders ist. Beispielsweise in den Krigen oder auch mittels Todesstrafe (in den USA starben wohl dieses Jahr schon drei Menschen).

    • keox
    • 21.01.2011 um 22:59 Uhr

    "Ich finde es gut, daß es seit dem verdienten Ende des Kommunismus keine Toten durch Krig und Verfolgung mehr gibt."

    sind Sie unfähig sich klar auszudrücken oder Sie leben in einer Traumwelt.

    • Varech
    • 22.01.2011 um 5:09 Uhr

    Frau Lötzsch hat sich doch auch bei den Opfern entschuldigt!!

    • Quirke
    • 22.01.2011 um 17:16 Uhr

    Es gibt so viele Gegenbeispiele gegen Ihre ungeheuerliche Behauptung, dass ich es mir erspare, diese aufzuzählen. Denken Sie doch selbst mal nach!

    ... darf sie behalten.

    Ich verstehe das doch eher so, dass es doch jetzt mit nichten anders ist. Beispielsweise in den Krigen oder auch mittels Todesstrafe (in den USA starben wohl dieses Jahr schon drei Menschen).

  6. Wieso? Das wäre doch nur in einer Demokratie relevant.

  7. Das ist jetzt nicht der zentrale Punkt, aber es fällt doch auf, wie die Rechte das Wort "feige" zu verwenden pflegt.
    Eigentlich heißt es ja so etwas wie ängstlich, mit dem Unterton des im Stichlassens von Hilfsbedürftigen aus egoistischen Motiven.

    Es versteht sich durchaus nicht von selbst, wo Herr Maurer sich durch seine Äußerungen der Feigheit schuldig macht. Wen hat er im Stich gelassen? Wo ist er ängstlich zurückgeschreckt, als er seine Meinung vortrug?

    Normalerweise sind bei den Rechten militärische Gegner "feige", besonders in Kommentaren über die Kämpfe im zweiten Weltkrieg oder jetzt in Afghanistan war/ist das täglich zu hören (sogar über Selbstmordattentäter).
    Nicht feige in diesem Sinne sind hingegen Schreibtischtäter, die von Berlin aus Krokodilstränen über von ihnen selbst verursachte Tote weinen.

    Ich denke, "Feigheit" ist bei Rechten und Militaristen einfach in bester tausendjähriger Tradition eine beliebte Beleidigung, die bei ihresgleichen wirkt, aber den Gegner nicht so aufregt, daß es ein juristisches Nachspiel hätte.

    Viele Schmähwörter sind den Rechten ja nicht mehr geblieben, seit "Schwuchtel" oder "Häretiker" aus der Mode sind.

    15 Leser-Empfehlungen
  8. Verbot!
    Dies Wort fliegt wieder über´s Land,
    getragen von denen,
    die die Freiheit nie gekannt

    Der Stunde Gebot,
    hört man in allen Städten
    (aufgescheucht fallen Bürger aus den Betten)
    bevor der Gedanke auch nur entfleucht:
    Wir müssen unterdrücken,
    fesseln, knebeln, mundtot machen,
    dann können diese Volksverräter nicht mehr lachen
    diese Sozen, Anarchisten, Anti-Christen!

    Ja hat man erstmal,
    diese Büchse geöffnet
    flieht auch das Wort,
    in ungeahnter Zahl,
    aus ungelernten Mündern

    Ja schwerer wärs,
    müsste man,
    lernen, lehren
    dass niemand mehr mit
    leeren Worten droht!

    Aber viel einfacher
    ist ja zum Glück
    ein einfaches Verbot.

    Grüße,
    Errandir

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