Kommunismusdebatte Die verlogene Unschuld der Weltverbesserer
Gesine Lötzschs Äußerungen zum Kommunismus sind kein zufälliger Ausrutscher. Sie dienen der Schuldabwehr der politischen Linken. Ein Kommentar von Tissy Bruns
Manche Vergangenheit ist wirklich vergangen. Wer hat sie erfunden, die Formel von einer Gesellschaft, in der die freie Entfaltung jedes Einzelnen die Bedingung für die freie Entfaltung aller ist? Antwort: Könnte die FDP gewesen sein. Tatsächlich beschreibt das Kommunistische Manifest so seine Endzeitvision. Richtig zugeordnet wird dagegen heute noch die berühmte erste Zeile: "Ein Gespenst geht um in Europa ..."
Als finstere Realität hat es sich erwiesen, das Gespenst des Kommunismus. Der Begriff ist verbunden mit Mauer, Lagern, Millionen Toten. Und mit der größten Heuchelei, auf die sich je eine Willkürherrschaft gestützt hat. Die Instrumentalisierbarkeit des Traums von der großen Befreiung, der Werte von Solidarität oder Menschlichkeit zu den Zwecken hermetischer Politbüros war Bedingung dieser totalitären Macht. Die Rechtfertigung von Unrecht, Gemeinheit und Verrat mittels der Berufung auf das große Ziel gehört untrennbar zur Geschichte des Kommunismus.
War es nicht die Vision vom idealen Endzustand selbst, die ihre Pervertierung zu bösen Zwecken ermöglicht oder provoziert? Wer das verwirft, wer heute den Kapitalismus nicht für das Ende der Geschichte halten will, muss aus dem 20. Jahrhundert zumindest lernen, dass der Weg zum Paradies auf Erden zu oft in der Hölle geendet hat und Befreiungsideen die heikle Eigenschaft haben, sich in gefährliche Waffen verwandeln zu können.
Wer selbst aus den Schulungen einer kommunistischen Partei kommt, wird den Text von Gesine Lötzsch nicht unbedingt für bare Münze nehmen. Ihre Verehrung für Rosa Luxemburg hält sich vermutlich in Grenzen, im Ernst wird sie keinen ihrer hundert Wege zum Kommunismus beschreiten. Die Vorsitzende der Linken macht, wieder vermutlich, die übliche Verbeugung vor dem Ideenfundus ihres Milieus, um ihr halbrealo-sozialistisches Konzept dort besser verkaufen zu können.
Besser allerdings wird die Sache nicht, wenn weniger Überzeugungen als taktische Überlegungen dieser Art die Vorsitzende der Linken geleitet haben sollten. Eher schlimmer. Denn dann wird in ihrem Text der banale Widerschein des bösen Herrschaftsinstruments sichtbar; dann hätte die Vorsitzende der Linken ja einen Tribut an den Ideenterror vom großen Ziel entrichtet.
Als zufälliger Ausrutscher darf Lötzschs Text in keinem Fall durchgehen. In den alljährlichen "Rosa und Karl"-Märschen, der Luxemburg-Verehrung, in der Haltung zu Joachim Gauck bei der Bundespräsidentenwahl, im Entwurf des Grundsatzprogramms zeigt sich immer wieder dasselbe Bedürfnis: das nach Schuldabwehr. Linke Weltverbesserer aller Schattierungen vereint das Lebensgefühl, zum Kreis der besseren Menschen zu gehören. Viele von ihnen haben dazu jede Berechtigung. Die Linke aber ist aus der SED hervorgegangen. Diese unwiderrufliche Tatsache produziert einen Drang zur Wiedergewinnung der linken Unschuld, wie sie ihn gleichzeitig unmöglich macht. An den Gräbern von Liebknecht und Luxemburg ist kein unschuldiger Sozialismus zu finden. Kein Fehler der CDU, keiner der SPD, kein Verbrechen des Kapitalismus lässt die Vergangenheit des Kommunismus vergehen. Geistig frei kann nur eine Linke sein, die das im Innersten verstanden hat.
- Datum 08.01.2011 - 18:50 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
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"Wer hat sie erfunden, die Formel von einer Gesellschaft, in der die freie Entfaltung jedes Einzelnen die Bedingung für die freie Entfaltung aller ist? Antwort: Könnte die FDP gewesen sein."
"Als zufälliger Ausrutscher darf Lötzschs Text in keinem Fall durchgehen. In den alljährlichen "Rosa und Karl"-Märschen, der Luxemburg-Verehrung, in der Haltung zu Joachim Gauck bei der Bundespräsidentenwahl, im Entwurf des Grundsatzprogramms zeigt sich immer wieder dasselbe Bedürfnis: das nach Schuldabwehr."
Mittelmäßiger, hochempathischer Beitrag über etwas, das die ehemalige DKP-Frau Tissy Bruns vielleicht eher selbst als die Allgemeinheit betrifft. Hier wurden nicht unterschiedliche Gesellschaftstheorien gegenübergestellt. Hier wurde Lötzschs Ansicht zum Anlass für eine Abfuhr mit irgendeiner diffusen linken Bewegung. Nun, wer's mag.
Ein theoretischer Tipp: Die FDP ist nicht fortschrittlich, ja, gesellschaftstheoretisch hängt sie ungefähr zweihundert Jahre zurück und bedient eher den Flickenteppich der gegenwärtigen Gesellschaftstheorien. Das Produkt entfesselter FDP-Ansichten haben sich im grundliberalistischen Zeitalter des 19. Jh. doch bestens gezeigt. Wozu also die Gegenüberstellung und der Vergleich? Allerdings möchte ich die FDP und FDP-nahen Parteien (Piraten, Grüne) in der Opposition nicht missen.
Auch ohne selbst links, Marxist oder Kommunist zu sein, erscheint mir diese Hetze der Massenpresse gegen Lötzsch und die Linke jedoch sehr verdächtig und unsachlich.
Meinten Sie "empathisch", "emphatisch" oder keines von beiden?
Und "verdächtig" als Vorwurf, finden Sie das nicht auch verdächtig?
Ich finde es verdächtig, wie schnell jegliche Kritik an der Partei, der Lötzsch vorsitzt, und eines Teils ihrer Anhängerschaft als "Hetze" abqualifiziert wird. Es gibt zwar Linkenfresser in der Medienlandschaft, und die so Attackierten tragen dies gerne vor sich her und nehmen es mit Stolz, aber Tissy Bruns gehört nicht zu den üblichen Verdächtigen.
Jeder Leser, ob Marxist, Kommunist, FDP-in-der-Opposition-Gutfinder oder nicht, täte gut daran, solche Reflexe einmal zu unterdrücken und sich sachlich mit den über Jahrzehnte entleerten, enthöhlten Ritualen wie diesen Gedenkfeiern und mit der Anbiederung an radikalere Geister auseinanderzusetzen.
"DKP-Frau Tissy Bruns" ... - wer Jugendsünden heranzieht um einen wirklichen guten Beitrag und dessen Autorin zu diskreditieren, sollte sich den Vorwurf "unsachlich" besser verkneifen! Immer noch entstammen viele Mitglieder der "Linkspartei" den Stacheldrahtstalinisten der SED - diese Partei und nichts anderes hat den Kommunismus in Deutschland für die nächsten 200 Jahre zum politischen NO GO gemacht!
"Auch ohne selbst links, Marxist oder Kommunist zu sein, erscheint mir diese Hetze der Massenpresse gegen Lötzsch und die Linke jedoch sehr verdächtig und unsachlich."
Und auch ohne FDP Anhänger zu sein erinnere ich mich an die Hetze gegen Westerwelle, als er sagte "Der der arbeitet muss mehr haben als der, der nicht arbeitet".
Bis heute konnte mir keiner den Fehler in dem Satz erklären...
....Aufgewühltheit des Artikels wäre konform dem, was man erwarten würde von einem Freund der SPD. Gerade die SPD muss nämlich Die Linke fürchten und daher diskreditieren, weil Die Linke die Interessen eines großen Teils der potentiellen und früheren SPD Wähler besser vertritt, als die SPD dies tut.
Meinten Sie "empathisch", "emphatisch" oder keines von beiden?
Und "verdächtig" als Vorwurf, finden Sie das nicht auch verdächtig?
Ich finde es verdächtig, wie schnell jegliche Kritik an der Partei, der Lötzsch vorsitzt, und eines Teils ihrer Anhängerschaft als "Hetze" abqualifiziert wird. Es gibt zwar Linkenfresser in der Medienlandschaft, und die so Attackierten tragen dies gerne vor sich her und nehmen es mit Stolz, aber Tissy Bruns gehört nicht zu den üblichen Verdächtigen.
Jeder Leser, ob Marxist, Kommunist, FDP-in-der-Opposition-Gutfinder oder nicht, täte gut daran, solche Reflexe einmal zu unterdrücken und sich sachlich mit den über Jahrzehnte entleerten, enthöhlten Ritualen wie diesen Gedenkfeiern und mit der Anbiederung an radikalere Geister auseinanderzusetzen.
"DKP-Frau Tissy Bruns" ... - wer Jugendsünden heranzieht um einen wirklichen guten Beitrag und dessen Autorin zu diskreditieren, sollte sich den Vorwurf "unsachlich" besser verkneifen! Immer noch entstammen viele Mitglieder der "Linkspartei" den Stacheldrahtstalinisten der SED - diese Partei und nichts anderes hat den Kommunismus in Deutschland für die nächsten 200 Jahre zum politischen NO GO gemacht!
"Auch ohne selbst links, Marxist oder Kommunist zu sein, erscheint mir diese Hetze der Massenpresse gegen Lötzsch und die Linke jedoch sehr verdächtig und unsachlich."
Und auch ohne FDP Anhänger zu sein erinnere ich mich an die Hetze gegen Westerwelle, als er sagte "Der der arbeitet muss mehr haben als der, der nicht arbeitet".
Bis heute konnte mir keiner den Fehler in dem Satz erklären...
....Aufgewühltheit des Artikels wäre konform dem, was man erwarten würde von einem Freund der SPD. Gerade die SPD muss nämlich Die Linke fürchten und daher diskreditieren, weil Die Linke die Interessen eines großen Teils der potentiellen und früheren SPD Wähler besser vertritt, als die SPD dies tut.
Hat der realexistirende Sozialismus Millionen Tote verursacht? - Ja, sicher.
Andererseits ist mir in der Weltgeschichte keine bedeutende politische/religiöse Strömung bekannt, die nicht auf Massengräbern erbaut wurde und die im Zuge ihrer Verbreitung über Leichen ging. Wenn man also ableitet, dass vergangene Verbrechen einer Weltanschauung das Recht auf Existenz absprechen, dürfte keine der heutigen Religionen und Gesellschaftssysteme bestehen, schon gar nicht unser Kapitalismus.
Aus diesem Grund sollte man auch jegliche Ideen frei diskutieren dürfen.
"Wenn man also ableitet, dass vergangene Verbrechen einer Weltanschauung das Recht auf Existenz absprechen, dürfte keine der heutigen Religionen und Gesellschaftssysteme bestehen, schon gar nicht unser Kapitalismus.
Aus diesem Grund sollte man auch jegliche Ideen frei diskutieren dürfen."
Interessant.
Würden Sie auch dem Nationalsozialismus eine zweite Chance, zumindest aber eine Diskussionsgrundlage geben?
Seie schreiben:"Wenn man also ableitet, dass vergangene Verbrechen einer Weltanschauung das Recht auf Existenz absprechen, dürfte keine der heutigen Religionen und Gesellschaftssysteme bestehen, schon gar nicht unser Kapitalismus.
Aus diesem Grund sollte man auch jegliche Ideen frei diskutieren dürfen."
bin gespannt,ob man das Gleiche demnächst von Ihnen in Bezug auf die NPD oder in Bezug auf die Taliban oä zu lesen bekommt.
Im übrigen es gibt viele Menschen in Europa wie mich zb,die als Gesellschaftssystem/Weltanschauung die Demokratie bevorzugen.
"Als zufälliger Ausrutscher darf Lötzschs Text in keinem Fall durchgehen.....Linke Weltverbesserer aller Schattierungen vereint das Lebensgefühl, zum Kreis der besseren Menschen zu gehören."
Deutliche Worte,wird für manchen Zeitleser ein schwerer Brocken sein zu schlucken,sieht man an den Kommentaren.
"Wenn man also ableitet, dass vergangene Verbrechen einer Weltanschauung das Recht auf Existenz absprechen, dürfte keine der heutigen Religionen und Gesellschaftssysteme bestehen, schon gar nicht unser Kapitalismus.
Aus diesem Grund sollte man auch jegliche Ideen frei diskutieren dürfen"
Sicher, n deutsches Gericht hat doch letztens einem Rechten das Recht auf freie Meinungsäusserung zugesprochen, gilt für die Linken genauso.
Frau L. ist allerdings Parteivorsitzende und dann ist´s für Wähler schon interessant.
Würde der NPD Vorsitzende den Nationalsozialismus als Endziel definieren, man wüsste wo man dran ist, obschon man es auch so ahnt.
Sorry für die späte Antwort, aber ich hatte leider erst jetzt Zeit, da ich auch im realexistierenden Kapitalismus mein Geld verdienen muss.
Die Frage nach Nationalsozialismus/Islamismus habe ich ein wenig befürchtet. Und so schwer es mir auch fällt, (politisch möchte ich mich selbst auf keinen Fall in eine diese Richtungen einordnen) muß ich diese Frage mit Ja beantworten. Man sollte sich angewöhnen, Schubladen zu verlassen und ohne Denkverbote Dinge ansprechen dürfen, ohne sofort einen Maulkorb politischer Korrektheit verpasst zu bekommen.
hat sich nicht durch einen religioesen krieg verbreitet.
hier ist die freiheit des strebenden das ziel bei gleichzeitigem wunsch nach glueck und freiheit fuer alle wesen!
interessanter ansatz.
"Wenn man also ableitet, dass vergangene Verbrechen einer Weltanschauung das Recht auf Existenz absprechen, dürfte keine der heutigen Religionen und Gesellschaftssysteme bestehen, schon gar nicht unser Kapitalismus.
Aus diesem Grund sollte man auch jegliche Ideen frei diskutieren dürfen."
Interessant.
Würden Sie auch dem Nationalsozialismus eine zweite Chance, zumindest aber eine Diskussionsgrundlage geben?
Seie schreiben:"Wenn man also ableitet, dass vergangene Verbrechen einer Weltanschauung das Recht auf Existenz absprechen, dürfte keine der heutigen Religionen und Gesellschaftssysteme bestehen, schon gar nicht unser Kapitalismus.
Aus diesem Grund sollte man auch jegliche Ideen frei diskutieren dürfen."
bin gespannt,ob man das Gleiche demnächst von Ihnen in Bezug auf die NPD oder in Bezug auf die Taliban oä zu lesen bekommt.
Im übrigen es gibt viele Menschen in Europa wie mich zb,die als Gesellschaftssystem/Weltanschauung die Demokratie bevorzugen.
"Als zufälliger Ausrutscher darf Lötzschs Text in keinem Fall durchgehen.....Linke Weltverbesserer aller Schattierungen vereint das Lebensgefühl, zum Kreis der besseren Menschen zu gehören."
Deutliche Worte,wird für manchen Zeitleser ein schwerer Brocken sein zu schlucken,sieht man an den Kommentaren.
"Wenn man also ableitet, dass vergangene Verbrechen einer Weltanschauung das Recht auf Existenz absprechen, dürfte keine der heutigen Religionen und Gesellschaftssysteme bestehen, schon gar nicht unser Kapitalismus.
Aus diesem Grund sollte man auch jegliche Ideen frei diskutieren dürfen"
Sicher, n deutsches Gericht hat doch letztens einem Rechten das Recht auf freie Meinungsäusserung zugesprochen, gilt für die Linken genauso.
Frau L. ist allerdings Parteivorsitzende und dann ist´s für Wähler schon interessant.
Würde der NPD Vorsitzende den Nationalsozialismus als Endziel definieren, man wüsste wo man dran ist, obschon man es auch so ahnt.
Sorry für die späte Antwort, aber ich hatte leider erst jetzt Zeit, da ich auch im realexistierenden Kapitalismus mein Geld verdienen muss.
Die Frage nach Nationalsozialismus/Islamismus habe ich ein wenig befürchtet. Und so schwer es mir auch fällt, (politisch möchte ich mich selbst auf keinen Fall in eine diese Richtungen einordnen) muß ich diese Frage mit Ja beantworten. Man sollte sich angewöhnen, Schubladen zu verlassen und ohne Denkverbote Dinge ansprechen dürfen, ohne sofort einen Maulkorb politischer Korrektheit verpasst zu bekommen.
hat sich nicht durch einen religioesen krieg verbreitet.
hier ist die freiheit des strebenden das ziel bei gleichzeitigem wunsch nach glueck und freiheit fuer alle wesen!
interessanter ansatz.
Als finstere Realität hat es sich erwiesen, das Gespenst des Kapitalismus. Der Begriff ist verbunden mit Mauer (USA-Mexiko, Türkei- Griechenland?), Lagern (FRONTEX), Millionen Toten (Afghanistan, Irak, Vietnam, Korea, Indonesien, ...). Und mit der größten Heuchelei, auf die sich je eine angeblich demokratische Herrschaft gestützt hat. Die Instrumentalisierbarkeit des Traums von der großen Befreiung, der Werte von Freiheit oder Demokratie zu den Zwecken hermetischer Wirtschaft-gesteuerter Parteizentralen war Bedingung dieser totalitären Macht. Die Rechtfertigung von Unrecht, Gemeinheit und Verrat mittels der Berufung auf das große Ziel gehört untrennbar zur Geschichte des Kapitalismus.
"[...] wer heute den Kapitalismus nicht für das Ende der Geschichte halten will, muss aus dem 20. Jahrhundert zumindest lernen, dass der Weg zum Paradies auf Erden zu oft in der Hölle geendet hat und Befreiungsideen die heikle Eigenschaft haben, sich in gefährliche Waffen verwandeln zu können."
Ein Blick ins 21. Jhd reicht schon. Afghanistan und Irak wurden auch "befreit". Nur scheinen die Menschen da unten das noch nicht mitbekommen zu haben. Dankbar sind sie zumindest nicht. Böswillige Menschen könnten argumentieren, dass das an der Art und Weise der Befreiung, bzw. den Befreiern selbst liegt.
Bevor Sie sich über die Ideologisierung der anderen echauffieren, besinnen Sie sich bitte und überlegen, ob dieser Kritikpunkt nicht auch an Ihnen selbst haften bleiben könnte.
saugut :)
saugut :)
fatal dass die deutsche linke mit all diesem faden leckermäulchenquark der geschmacksrichtung ostalgie so endgültig verrührt worden ist. parallel dazu ist der begriff des kommunismus durch seine angebliche reale, historische existenz auf das gründlichste desavouiert.
selbst wenn im osten nicht alles schlecht war, selbst wenn der real existierende sozialismus eigentlich ein despotischer, bürokratischer staatskapitalismus war- die begriffe sind negativ besetzt bis zum jüngsten tag. zudem ist am horizont keine alternative zu sehen, es sei denn man glaubt an die chimäre der globalen zivilgesellschaft...
[...]
Jetzt mal im Ernst, wer immer noch dem Kommunismus das Wort redet, dem ist nicht mehr zu helfen. Was veranlasst die Leute zu der Annahme, dass der Staat ein besserer Unternehmer wäre als Privatpersonen. Die Verbrechen des Kommunismus wurden auch nicht "in dessen Namen" verübt (genauso wenig, wie der Holocaust "im Namen des Nationalsozialismus"), sondern sind das Ergebnis der direkten Umsetzung der kommunistischen Doktrin!
Die Grundfreiheiten, die uns die Wettbewerbswirtschaft beschert (z.B. Berufsfreiheit, freie Wohnortwahl, Eigentum)und die wir für selbstverständlich halten, kann es in einer Planwirtschaft unmöglich geben...
Gekürzt. Bitte vermeiden Sie Ausführungen, die von anderen Diskussionsteilnehmern als Provokation aufgefasst werden könnten und schreiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er
[...]
Jetzt mal im Ernst, wer immer noch dem Kommunismus das Wort redet, dem ist nicht mehr zu helfen. Was veranlasst die Leute zu der Annahme, dass der Staat ein besserer Unternehmer wäre als Privatpersonen. Die Verbrechen des Kommunismus wurden auch nicht "in dessen Namen" verübt (genauso wenig, wie der Holocaust "im Namen des Nationalsozialismus"), sondern sind das Ergebnis der direkten Umsetzung der kommunistischen Doktrin!
Die Grundfreiheiten, die uns die Wettbewerbswirtschaft beschert (z.B. Berufsfreiheit, freie Wohnortwahl, Eigentum)und die wir für selbstverständlich halten, kann es in einer Planwirtschaft unmöglich geben...
Gekürzt. Bitte vermeiden Sie Ausführungen, die von anderen Diskussionsteilnehmern als Provokation aufgefasst werden könnten und schreiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er
macht nichts verkehrt.
So agieren CDU/CSU, SPD, FDP und mittlerweile auch die Grünen.
Also möglichst Glatt, müssen unsere Erfüllungsgehilfen der Markt-Radikalen sein.
Wir die Linke jetzt auch schön glatt und geschmiert werden?
Will sie das?
Wer die Welt verbessern will, wird anecken, dass ist nicht zu vermeiden.
die Hysterie bei der Verwendung des Wortes Kommunismus. Belustigend, wirklich. was soll denn hier überhaupt geschützt werden? Ich denke wer das versteht, versteht auch die hysterischen Reaktionen...
besonders auffälig werden diese, wenn man schons elber spürt das eben doch nicht alels mit rechten Dingen zugeht was hier mit Stock und Bein und bis auf's Blut verteidigt wird. Verteidigt werden am Ende aber eigentlich nur die Investitionen von einer handvoll Kapitalbesitzer die zu allem Unfug auch noch von den OECD legitimeriten Stueroasen geschützt werden. dabei völlig egal das wir uns täglich belügen lassen was etwa die Arbeitslosenzaheln anbelangt, die Relevanz des BNP, die komplett pervertierte Wachstumseuphorie oder auch die völlig aus dem Urder gelaufenen Profitemaximierungen auf Kosten grosser Teile der Bevölkerung. Oder was bitte soll dem Bürger das Hochjubeln des Aktionärskapitalismus bringen? Die stetig steigende Zahl der völlig verarmten in den ach so reichen Industrieländern?
Echt, bevor weite so auf dem Konzept des Kommunismus herumgehackt wird soll man es wirklich erstmal besser machen und sich nicht damit begnügen das ganze Leben einer Lüge hinterherzuhecheln. Die verlogene Schuld der Kapitalismusfanatiker die stetig über die Leichen gehen die als Opfer des Systems deklariert werden müssten.
Also dem Großteil der Deutschen geht es doch gut im Kapitalismus oder?
60 Jahre ist der Krieg her. [...]
Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/lv
Also dem Großteil der Deutschen geht es doch gut im Kapitalismus oder?
60 Jahre ist der Krieg her. [...]
Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/lv
Es ist eine reine Posse: Wäre Gesine Lötzsch in ihrem Aufsatz beim Begriff "demokratischer Sozialismus" geblieben, die Medien hätten ihn glatt ignoriert. Dabei ist doch Demokratischer Sozialismus nur ein ähnliches Heilswort, das die Linken heute wie eine Monstranz vor sich hertragen wie einst den damals noch vielversprechenden Begriff "Kommunismus".
Warum sollte man also den kritisieren, der wenigstens offen mit den Begriffen umgeht? Die Linkspartei ist antikapitalistisch (zumindest im Westen), aber nicht antikommunistisch. Und dennoch strebt sie einen Mittelweg, eine Synthese zwischen beiden Systemen an. Ihrer Tradition gemäß, steht ihr die Idee des Kommunismus also näher als die des Kapitalismus, was aber keine realpolitischen Auswirkungen haben muss.
Wer noch rational nachdenkt, muss feststellen, dass mit anderen Begriffen wie dem der Freiheit noch viel größerer Missbrauch betrieben worden ist wie mit dem des Kommunismus, der eine klassenlose Gesellschaft bezeichnet. Sollen wir deshalb nicht mehr von der Freiheit sprechen? Auch mit dem Begriff der Demokratie ist in den Ländern des Ostblocks so umgegangen worden, dass man damit das Gegenteil von Demokratie bezeichnete.
Der Kapitalismus schaffte erst die Grundlage für den Kommunismus, in seinem und im Namen der Markteffizienz wurden Arbeiter ausgebeutet, mussten unter erbärmlichen Umständen leben, wurden Kriege wurden geführt. Der Kommunismus mag schlimmer sein, aber nicht viel. Verhöhnt nicht die Opfer des Kapitalismus!
Warum fällt mir der EKD-Propagandabegriff "Kirche der Freiheit" ein? Ein wehendes Mäntelchen um die Respektlosigkeit gegenüber der Meinungsfreiheit anderer Kirchenmitglieder!
Da ist mir die Offenheit einer Gesine L. lieber als die EKD-Kampfforisten, die auch hier zuwerke sind.
Vielen Dank für die Inspiration hinsichtlich des Kampfbegriffs, @Zack.
Das Reich der Freiheit kann nicht mit Überheblichkeit und Intoleranz gegründet werden.
"Der Kommunismus mag schlimmer sein, aber nicht viel. Verhöhnt nicht die Opfer des Kapitalismus!"
Und was ist mit den Opfern des Kommunismus, ist es nicht eine Verhöhnung, so ein Konzept, so frisch gescheitert und in einigen Ländern noch brutal existent, schon wieder ernsthaft zu diskutieren? Genauso hätten Sie schreiben können:
"Der Nationalsozialismus mag schlimmer sein, aber nicht viel. Verhöhnt nicht die Opfer des Kapitalismus!"
Die vielen verschiedenen historischen Wege zum Kommunismus:
1. Der Chinesische: 65 Millionen Tote
2. Der Sowjetische: 20 Millionen Tote
3. Der Afghanische: 1,5 Millionen Tote
4. Der Afrikanische: 1,5 Millionen Tote
5. Der Nordkoreanische: 2 Millionen Tote
6. Der Kambodschanische: 2 Millionen Tote
7. Der Osteuropäische : 1 Millionen Tote
8. Der Vietnamesische: 1 Millionen Tote
9. Der Latainamerikanische: 150 000 Tote
10. Der Ostdeutsche: 1065 Grenz-, und Mauertote
Angaben aus dem „Schwarzbuch des Kommunismus“ und vom Museum am Checkpoint-Charly
Warum fällt mir der EKD-Propagandabegriff "Kirche der Freiheit" ein? Ein wehendes Mäntelchen um die Respektlosigkeit gegenüber der Meinungsfreiheit anderer Kirchenmitglieder!
Da ist mir die Offenheit einer Gesine L. lieber als die EKD-Kampfforisten, die auch hier zuwerke sind.
Vielen Dank für die Inspiration hinsichtlich des Kampfbegriffs, @Zack.
Das Reich der Freiheit kann nicht mit Überheblichkeit und Intoleranz gegründet werden.
"Der Kommunismus mag schlimmer sein, aber nicht viel. Verhöhnt nicht die Opfer des Kapitalismus!"
Und was ist mit den Opfern des Kommunismus, ist es nicht eine Verhöhnung, so ein Konzept, so frisch gescheitert und in einigen Ländern noch brutal existent, schon wieder ernsthaft zu diskutieren? Genauso hätten Sie schreiben können:
"Der Nationalsozialismus mag schlimmer sein, aber nicht viel. Verhöhnt nicht die Opfer des Kapitalismus!"
Die vielen verschiedenen historischen Wege zum Kommunismus:
1. Der Chinesische: 65 Millionen Tote
2. Der Sowjetische: 20 Millionen Tote
3. Der Afghanische: 1,5 Millionen Tote
4. Der Afrikanische: 1,5 Millionen Tote
5. Der Nordkoreanische: 2 Millionen Tote
6. Der Kambodschanische: 2 Millionen Tote
7. Der Osteuropäische : 1 Millionen Tote
8. Der Vietnamesische: 1 Millionen Tote
9. Der Latainamerikanische: 150 000 Tote
10. Der Ostdeutsche: 1065 Grenz-, und Mauertote
Angaben aus dem „Schwarzbuch des Kommunismus“ und vom Museum am Checkpoint-Charly
Sehr geehrte Frau Bruns,
grundsätzlich bin ich bei Ihnen, wenn Sie vom Bedürfnis nach Schuldabwehr schreiben. Wenn Sie aber anmerken, Zitat:
Als zufälliger Ausrutscher darf Lötzschs Text in keinem Fall durchgehen.
dann hört sich das wie eine Mischung aus Bergpredigt und einem Befehl, dessen Beigeschmack kaum münden kann. Nun, wenn Sie das Bedürfnis anprangern, so dürfen Sie sich mit Ihrem (ja, persönlichen) stets erhobenen moralischen Finger als Teil der medialen Öffentlichkeit durchaus sagen lassen, dass mitunter Sie selbst nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass sich die Linke so gibt. Stets und teils sicher berechtigt wird sie durch Kakao gezogen, und ein jedes Wort eines ihrer Politiker auf die goldene Waage gelegt, könnte doch schließlich in einer jeden Gesine, oder einem jeden Bodo ein Stalin stecken, den es nur - rechtzeitig (sic!) - zu entlarven gelte...
Zumal, die von Ihnen angemahnte historische Selbstreflexion könne man bei allen anderen Parteien ebenso mit der journallistischen Lupe suchen... Und noch was: meinen Sie im Ernst, die liebe Gesine u.Co. glaubten ernsthaft daran, sie könnten "die Vergangenheit des Kommunismus" kaschieren?
Aber Frau Bruns...
Mit freundlichem Gruß
Ihr Leser
ps.
Beim "banalen Widerschein des bösen Herrschaftsinstruments" haben Sie schon die Qualität der Kampfpresse erreicht; hoffentlich unabsichtlich.
"
ps. Beim "banalen Widerschein des bösen Herrschaftsinstruments" haben Sie schon die Qualität der Kampfpresse erreicht; hoffentlich unabsichtlich.
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Als zufälliger Ausrutscher darf Bruns´ Text in keinem Fall durchgehen...
Wenn sich die Qualität dieses Magazins weiterhin so rapide verschelchtert, werden sich meine Zweifel an der Verdumung der Gesellschaft und der medialen Landschaft in die Gewissheit umkehren, "dass der Weg zum [Nachriten]paradies auf Erden zu oft in der [Polemik] geendet hat und [Aufklärungs]ideen die heikle Eigenschaft haben, sich in gefährliche Waffen verwandeln zu können." Es gibt mittlerweile keinen Tag an dem ich nicht mindestens einmal richtig wütend über den Inhalt hier bin. Das kann doch nicht wirklich euer Ernst sein?!
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ps. Beim "banalen Widerschein des bösen Herrschaftsinstruments" haben Sie schon die Qualität der Kampfpresse erreicht; hoffentlich unabsichtlich.
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Als zufälliger Ausrutscher darf Bruns´ Text in keinem Fall durchgehen...
Wenn sich die Qualität dieses Magazins weiterhin so rapide verschelchtert, werden sich meine Zweifel an der Verdumung der Gesellschaft und der medialen Landschaft in die Gewissheit umkehren, "dass der Weg zum [Nachriten]paradies auf Erden zu oft in der [Polemik] geendet hat und [Aufklärungs]ideen die heikle Eigenschaft haben, sich in gefährliche Waffen verwandeln zu können." Es gibt mittlerweile keinen Tag an dem ich nicht mindestens einmal richtig wütend über den Inhalt hier bin. Das kann doch nicht wirklich euer Ernst sein?!
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