Plagiat Doktorarbeit: Guttenbergs interessantes Verhältnis zur Wahrheit
Der CSU-Politiker legt ein Teilgeständnis ab und zeigt ein Lehrbuchbeispiel für Salamitaktik. Vielleicht behält er sein Ministeramt, aber er wird zur Witzfigur, kommentiert Kai Biermann.
© Sean Gallup/Getty Images

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg
Nun ist es wohl doch ein Plagiat. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will seinen Doktortitel, den er bis eben vehement verteidigte, nicht mehr haben . Am Montagabend sagte er bei einer CDU-Veranstaltung in Kelkheim bei Frankfurt am Main, dass er seinen Titel dauerhaft nicht mehr führen wolle und ihn an die Universität Bayreuth zurückgebe.
Guttenberg habe, teilte die Universität anschließend mit, die Universitätsleitung auf "gravierende, handwerkliche Fehler" in seiner Dissertation hingewiesen und darum gebeten, dass die Uni seinen Doktortitel zurücknehme.
Das klingt nobel. Doch es ist eine Farce.
Die nun "gravierenden Fehler" hatte zu Guttenberg zuerst als "abstruse Vorwürfe" seiner Gegner bezeichnet, dann als versehentliche Zitierfehler dargestellt. Erst nachdem seine Arbeit im Internet minutiös zerlegt und ihm dabei systematisches Kopieren nachgewiesen wurde , gab er nun zumindest zu, dass er "an der einen oder anderen Stelle den Überblick über die Quellen verloren" habe.
An der einen oder anderen Stelle? Den Überblick verloren? Laut der zugegeben mit Vorsicht zu bewertenden Statistik der Plagiatsjäger im Internet enthalten derzeit fast 73 Prozent der Arbeit Texte, die nicht von Guttenberg selbst sind . Interessant auch, dass ihm das erst beim "erneuten Lesen der Dissertation über das Wochenende" aufgefallen sein soll.
Dem einen oder anderen seiner Anhänger mag das genügen, immerhin gilt vielen die ganze Affäre als Lappalie. Doch zeigt der Minister, der über Tod und Leben von deutschen Bürgern in Uniform entscheidet, wieder nur, welch interessantes Verhältnis er zur Wahrheit hat . Sollte er sein Amt behalten, ist er auf dem besten Weg, den Ruf eines unkalkulierbaren Luftikus' nicht mehr loszuwerden, ja als Karikatur zu gelten.
Noch ein Beispiel: Nicht nur beim Inhalt der Arbeit bediente er sich der gemeinhin als Salamitaktik bekannten Methode, auch beim Doktortitel selbst mühte er sich, im Untergang so gut wie nur möglich auszusehen. Den Titel nicht mehr führen zu wollen ist das eine, ihn aber in einer großzügig und freiwillig wirken wollenden Geste "zurückzugeben", grenzt an Realitätsverleugnung.
Immerhin ist es offensichtlich nur noch eine Frage von Stunden, dass die Universität ihm den Titel wieder wegnimmt, ihn aberkennt, wie es ihre Pflicht und Aufgabe ist. Offensichtlich wollte zu Guttenberg dem nun zuvorkommen.





Ja, wir sollten alle bei BILD abstimmen.
..."Wir brauchen eine Weiterentwicklung unserer Demokratie, mit Volksentscheid...".
Brauchen wir nicht!! Wir brauchen nur Politiker, die die Werte leben, die sie verkünden. Das reicht.
Wer könnte denn besser sein?
Das ist ja schon ein großes Ding einfach mal während der Fahrt das Ruder rum reißen. Ich denke kein Kapitän würde das unnötiger Weise tun.
Alles was an Herrn zu Guttenberg bemängelt wird, hat immer noch eine tiefere Beziehung zum Zeitgeschehen. Vielleicht ist hier das größte Problem, dass er als möglicher Kanzler vorgeschlagen wurde.
Wer könnte denn besser sein?
Das ist ja schon ein großes Ding einfach mal während der Fahrt das Ruder rum reißen. Ich denke kein Kapitän würde das unnötiger Weise tun.
Alles was an Herrn zu Guttenberg bemängelt wird, hat immer noch eine tiefere Beziehung zum Zeitgeschehen. Vielleicht ist hier das größte Problem, dass er als möglicher Kanzler vorgeschlagen wurde.
Leider liegen keine Zahlen zu dieser Frage vor, aber ich bin überzeugt davon, dass es nur so von sogenannten "Doktorarbeiten" wimmelt, die einer wirklichen Prüfung ebenso wenig standhalten würden wie die von Herrn Guttenberg - sein Problem ist aber, dass er nun einmal im Zentrum des öffentlichen Interesses steht. Iteressant finde ich den Zeitpunkt, zu dem Prof. Fischer-Lescano die Ergebnisse seiner Prüfung der Doktorarbeit publizierte, nämlich als die öffentliche Kritik an dem Verteidigungsminister sowieso schon auf einem Höhepunkt war. Dazu zwei Fakten zu politischen Orientierung Prof. Fischer-Lescanos: "Im Jahre 2010 war er eines der Gründungsmitglieder der linksorientierten politischen Denkfabrik Institut Solidarische Moderne (ISM). Er ist Mitglied des Kuratoriums des ISM. Fischer-Lescano engagiert sich daneben als Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung." (zitiert aus: http://de.wikipedia.org/w...)
Wenn Sie Doktorarbeiten kennen, die abgeschrieben sind, dann sollten Sie diese den zuständigen Universitätsgremien zur Kenntnis bringen. Spekulationen bringen uns nicht weiter.
Wenn der Betrug von Herrn Guttenberg für seine politische Arbeit, laut Frau Merkel, nicht von Belang ist, dann sollte auch die politische Ausrichtung von Herrn Fischer-Lescano für seine wissenschaftliche Analyse der Doktorarbeit von Herrn Dr. a.D. Guttenberg nicht von Bedeutung sein.
Wenn Sie Doktorarbeiten kennen, die abgeschrieben sind, dann sollten Sie diese den zuständigen Universitätsgremien zur Kenntnis bringen. Spekulationen bringen uns nicht weiter.
Wenn der Betrug von Herrn Guttenberg für seine politische Arbeit, laut Frau Merkel, nicht von Belang ist, dann sollte auch die politische Ausrichtung von Herrn Fischer-Lescano für seine wissenschaftliche Analyse der Doktorarbeit von Herrn Dr. a.D. Guttenberg nicht von Bedeutung sein.
... ist ein Scheinriese nach bester Ende'scher Manier.
Wer könnte denn besser sein?
Das ist ja schon ein großes Ding einfach mal während der Fahrt das Ruder rum reißen. Ich denke kein Kapitän würde das unnötiger Weise tun.
Alles was an Herrn zu Guttenberg bemängelt wird, hat immer noch eine tiefere Beziehung zum Zeitgeschehen. Vielleicht ist hier das größte Problem, dass er als möglicher Kanzler vorgeschlagen wurde.
Die Dreistigkeit, mit der hier bei der Einreichung der Doktorarbeit betrogen wurde (man schaue sich nur die Fülle der Plagiate an!) und dann die Öffentlichkeit belogen wurde ("abstruse Vorwürfe", "sieben Jahre mühevollste Kleinarbeit", "kein Plagiat"), ist derart groß, dass dieser Mann nicht mehr Minister bleiben kann. Falls er nicht binnen Wochenfrist zurücktritt oder entlassen wird, beabsichtige ich, mit Gleichgesinnten solange Montags vor dem Bendlerblock zu demonstrieren, bis dies der Fall ist. Was sollen denn unsere Kinder denken, wenn jemand, der so dreist betrogen und gelogen hat, Minister bleibt? Ich will von einem solchen Minister nicht regiert werden! Und wenn die Regierenden meinen, die Regierten mit hohlen Phrasen beruhigen zu können, haben sie sich getäuscht. Anderen Orts in der Welt zeigt sich, welche Wirkung eine berechtigte öffentliche Anklage haben kann.
Wenn es nicht so sehr traurig wäre müßte man lachen und dankbar sein für die unübertreffliche Unterhaltung. Ein Felix Krull ist ein armes Würstchen im Vergleich mit diesem begnadeten Blender. Und die Kanzlerin will oder kann es nicht wahrhaben, sie erlebt hier ihr Stalingrad. Ob man ihr die weitestgehend gleichlautenden Kommentare in den serösen Presse nicht nahebringt? Sollte sie trotzdem an ihrem Strahlemann festhalten, schlage ich vor, jeder redliche Redner im Bundestag beschließt seine Worte in altrömischer Manier: "Cetero censeo, Frau Bundeskanzlerin, Ihr Verteidigungsminister ist ein Lügner."
Zugegeben, ich bin kein Sympathisant des Herrn Von und Zu, und gewiss auch kein CDU Wähler, aber was mit des Herrn Von und Zus Doktortitel gerade passiert, halte für die größte Blamage, nein, nicht für den Herrn Von und Zu, sondern für Deutschland. Als es gäbe es im Land keine dringlicheren Fragen, als würde man die Bürger von der Richtigkeit der Galgenlogik überzeugen. Mein Gott, dann hat der gute Mann abgeschrieben, na und? Ich kenne viele Professoren, Dozenten, angehende Dozenten, die anderer Gedanken sich ermächtigt haben. Was wäre Thomas ohne Adorno gewesen, was Hannah Arendt ohne HEidegger. Ja, richtig. Nichts! Und was wäre Adorno ohne Hegel und Heidegger ohne Aristoteles? Ja, richtig. Nichts
Was wäre die Regierung und damit auch der Minister ohne UNS? Richtig nichts. Auch Sie gehören zu denen, die einem Lügner folgen. Gratulation. Ich hoffe, ich werde Sie nicht kennenlernen, denn da ist keiner sicher.
Was wäre die Regierung und damit auch der Minister ohne UNS? Richtig nichts. Auch Sie gehören zu denen, die einem Lügner folgen. Gratulation. Ich hoffe, ich werde Sie nicht kennenlernen, denn da ist keiner sicher.
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