Plagiatsvorwurf gegen Guttenberg Totalverriss von 475 Seiten Doktorarbeit

"Geklaute Passagen", "zitatfreie Inspirationen" und "Bauernopfer-Referenzen": Ein Professor hat Guttenbergs Dissertation kritisiert. Noch ist es ein akademischer Fall.

Verteidigungsminister Karl-Theodor Guttenberg ist wegen seines Doktortitels in die Kritik geraten – allerdings nicht durch politische Heckenschützen, sondern im Zuge einer routinemäßigen Wissenschaftskritik. Die macht hierzulande auch vor Mächtigen nicht Halt, und sie ist in seinem Fall vernichtend.

Der Bremer Rechtsprofessor Andreas Fischer-Lescano bekam vor einiger Zeit den Auftrag, für die Fachzeitschrift Kritische Justiz die Doktorarbeit des heutigen Bundesverteidigungsministers zu rezensieren. Die war 2009 als Buch erschienen unter dem Titel Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU .

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Die Besprechung, die ZEIT ONLINE vorliegt, erscheint in zwölf Tagen. Sie ist ein Totalverriss des 475 Seiten starken Werkes. Als Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht ist Rezensent Fischer-Lescano ein versierter Prüfer. Beim Googeln auffälliger Formulierungen in Guttenbergs Doktorarbeit rieb er sich bald die Augen. 

Drei Arten von Auffälligkeiten registrierte der Prüfer in Guttenbergs Arbeit. Zum einen "Textübereinstimmungen mit fremden Werken ohne die nötigen Zitatnachweise". Zum zweiten enge Anlehnungen an andere Autoren, die man günstigstenfalls als "zitatfreie Inspirationen" interpretieren könnte, wie sie der Münchner Rechtsprofessor Volker Rieble in seinem Essay Das Wissenschaftsplagiat spöttisch nennt. Zum dritten fand der Prüfer "Bauernopfer-Referenzen", wie ebenfalls Rieble sie bezeichnet: Dabei wird der Fremdautor zwar korrekt zitiert, allerdings nur für einen unbedeutenden Nebenaspekt, nicht mit dem hauptsächlichen Argument.

Die Gegenüberstellung in der Kritischen Justiz umfasst letztlich fünf Seiten und listet acht betroffene Autoren auf. Vor diesem Hintergrund erlaubt sich Rezensent Fischer-Lescano, die Mitglieder des Bayreuther Prüfungsausschusses "höflich zu fragen", wieso sie den Doktortitel für gerechtfertigt halten. Weniger höflich gesagt, fordert der Kritiker, Guttenberg seinen Doktortitel wieder abzuerkennen – wegen Schwindels.

Die Herausgeber der Kritischen Justiz , darunter der Frankfurter Rechtsphilosoph Günter Frankenberg, schlossen sich diesem Verlangen an.

Inzwischen prüft der Ombudsmann für wissenschaftliches Fehlverhalten an der Universität die Vorwürfe. Guttenberg erklärte, er warte das Ergebnis "mit großer Gelassenheit" ab .

Leser-Kommentare
    • CM
    • 16.02.2011 um 19:08 Uhr

    So sagt man das wohl beim Militär, Herr Guttenberg, zumindest in dieser Übersetzung sollten Sie es wohl verstehen.

    Es sieht nun so aus, daß niemand Herr Guttenberg etwas anhängen möchte, denn das hat er ganz alleine geschafft.

    Einen entlarvten Täuscher, der geistiges Eigentum anderer nicht achtet sondern - so hart muß man es sagen - hemmungslos gestohlen hat, einen der sich mit fremden Federn schmückt und nicht einmal die Spur von Reue zeigt, den sollte die Bundesrepublik nicht als Minister der Verteidigung beschäftigen. Ein Dissertationsbetrüger ist kein Aushängeschild für unser Land und unsere Streitkräfte.

    Auch dazu die Übersetzung in's militärische:

    Man sollte ihn unnehrenhaft entlassen.

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    64 Leser-Empfehlungen
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    [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich konstruktiv und sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    CM: Sie verurteilen diesen ehrenwerten Menschen ehe seine Schuld nachgewiesen ist. In unserem Rechtsstaat gil immer noch: Jeder, dem man seine Schuld nicht nachweisen kann, ist und bleibt erst mal unschuldig! Das gilt auch für Politiker!

    Wer geistiges Eigentum anderer angeblich auch nicht hinreichend achtet, ist China.
    Es geht hier vielleicht weniger um geistiges Eigentum als die Methode. Doktorarbeiten interessieren inhaltlich eh keinen.

    wieviele fehler darf ein Minister machen? erst recht, wenn er unser kanzler werden soll.

    ich weiß nicht, so ein möchte ich nicht als kanzler für unser schönes deutschland. was sollen unsere kinder in 20 jahren über ihn sagen?

    er war ein lügner, ein dieb, heuschler (natürlich wie alle anderen auch hier in deutschland) betrüger, usw. so werden sie ihn beschreiben, und darauf soll ich stolz sein? nee lass mal. dann lieber merkel.

    gutti hat einfach mit sein Namen alles gekauft.

    Der Autor der Studie ist ein recht junger Alt-68er, der in der "Frankfurter Schule" sitzengeblieben ist. Dass von hart links auf den sehr populären zu Guttenberg geschossen wird, ist für sich genommen verzeihlich. Peinlich wird es erst, wenn das Sperrfeuer aus einer Ecke kommt, die einen Steinewerfer mit Taxidiplom zu Außenminister gemacht hat.

    "Wenn es denn so war? Dann ist es sicher nicht richtig, aber ist es so wichtig für seine politischen Entscheidungen und sein Handeln?"

    Sehr beruhigend für mich festzustellen, dass es sehr wohl noch genügend Menschen in unserer Republik gibt, die sich nicht neiderfüllt auf alles stürzen, was sie selbst nie erreichen würden. Und dann sind wir doch mal ehrlich, ich möchte nicht wissen wie viele Titel bisher gerade an Persönlichkeiten im öffentlichen Leben unter diesen vermeintlichen Umständen vergeben wurden. Lieber Herr Karl-Theodor zu Guttenberg, bleiben Sie ihrem Weg treu, viel Erfolg für Ihr politisches Wirken.

    [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich konstruktiv und sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    CM: Sie verurteilen diesen ehrenwerten Menschen ehe seine Schuld nachgewiesen ist. In unserem Rechtsstaat gil immer noch: Jeder, dem man seine Schuld nicht nachweisen kann, ist und bleibt erst mal unschuldig! Das gilt auch für Politiker!

    Wer geistiges Eigentum anderer angeblich auch nicht hinreichend achtet, ist China.
    Es geht hier vielleicht weniger um geistiges Eigentum als die Methode. Doktorarbeiten interessieren inhaltlich eh keinen.

    wieviele fehler darf ein Minister machen? erst recht, wenn er unser kanzler werden soll.

    ich weiß nicht, so ein möchte ich nicht als kanzler für unser schönes deutschland. was sollen unsere kinder in 20 jahren über ihn sagen?

    er war ein lügner, ein dieb, heuschler (natürlich wie alle anderen auch hier in deutschland) betrüger, usw. so werden sie ihn beschreiben, und darauf soll ich stolz sein? nee lass mal. dann lieber merkel.

    gutti hat einfach mit sein Namen alles gekauft.

    Der Autor der Studie ist ein recht junger Alt-68er, der in der "Frankfurter Schule" sitzengeblieben ist. Dass von hart links auf den sehr populären zu Guttenberg geschossen wird, ist für sich genommen verzeihlich. Peinlich wird es erst, wenn das Sperrfeuer aus einer Ecke kommt, die einen Steinewerfer mit Taxidiplom zu Außenminister gemacht hat.

    "Wenn es denn so war? Dann ist es sicher nicht richtig, aber ist es so wichtig für seine politischen Entscheidungen und sein Handeln?"

    Sehr beruhigend für mich festzustellen, dass es sehr wohl noch genügend Menschen in unserer Republik gibt, die sich nicht neiderfüllt auf alles stürzen, was sie selbst nie erreichen würden. Und dann sind wir doch mal ehrlich, ich möchte nicht wissen wie viele Titel bisher gerade an Persönlichkeiten im öffentlichen Leben unter diesen vermeintlichen Umständen vergeben wurden. Lieber Herr Karl-Theodor zu Guttenberg, bleiben Sie ihrem Weg treu, viel Erfolg für Ihr politisches Wirken.

  1. Hier zeigt sich mal wieder unsere Gesellschaft. Wer Erfolg hat, beliebt bei der Mehrheit der Bürger ist und ein bestimmtes Charisma hat, der wird von Neidern umgeben, denen jedes Mittel recht ist, diese Erscheinung in den Dreck zu ziehen.

    [...]

    Ich könnte mir lebhaft vorstellen, dass dieser Angriff sogar von Parteigenossen inszeniert wurde. Wem könnte zu Guttenberg denn in seinem politischen Darsein unangenehm werden? Ich sehe hofer oder solche Figuren!

    Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.

    27 Leser-Empfehlungen
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    • dp80
    • 16.02.2011 um 19:31 Uhr

    "Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist. Wichtig ist für mich sein Erscheinungsbild und sein aufrichtiger Einsatz für unsere Republik."

    Richtig, dann sollen sie ihm eben den Doktortitel entziehen und er bleibt dennoch Minister. Hätte ich nichts dagegen. Aber als selbst geplagter Doktorand, der sich jeden Satz selbst aus den Fingern saugt und sich dafür Nächte um die Ohren schlägt, hielte ich es für unverschämt, akademisches Fehlverhalten nicht entsprechend zu bestrafen. Dass nach einem möglichen Entzug des Doktortitels seine Glaubwürdigkeit insgesamt beschädigt wäre, hat er sich selbst zuzuschreiben. Damit hat der politische Gegner nichts zu tun.

    "Viele, die uns heute noch mit ihrem Erscheinungsbild das Sichtfeld stören, haben ihren Doktor doch beim Supermark erstanden oder einen Dr.-Salz gekauft!"

    Ist es deshalb richtig, weil es "alle" oder "viele" machen? Und dass es auch noch mit "summa cum laude" bewertet wurde, schießt den Vogel komplett ab.

    • NoG
    • 16.02.2011 um 19:35 Uhr

    das die einleitung der dissertation von einem faz-artikel abgeschrieben wurde. das ist nun mittlerweile fakt, da braucht man nicht mal die analyse des bremer professors.

    und jetzt rechtfertigt sich guttenberg (wohl vor bekanntwerden der sache mit der einleitung):
    das die arbeit aus seiner feder stamme.
    das waere dann glatt gelogen.
    meinen sie immer noch das e sich aufrichtig fuer unsere land einsetzt?

    "Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist. Wichtig ist für mich sein Erscheinungsbild und sein aufrichtiger Einsatz für unsere Republik."

    Erklären Sie mir mal, wie jemand, der unter dem nicht unbegründeten Verdacht steht, ein Betrüger zu sein, gut für unser Land sein soll?

    Re:Wer Erfolg hat, beliebt bei der Mehrheit der Bürger ist

    Bitte erklären sie mir mal was ist dass für eine Mehrheit ist und von was für einem Erfolg reden Sie.
    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    Ich empfinde die Verteidigung für diesen Mann als unverschämt. Diese Affäre ist doch nur die Spitze des Eisbergs. Wenn solche charakterlosen Menschen als vorbildliche Erfolgsmodelle verteidigt werden, dann gute Nacht Deutschland. Hier herrscht Form über Inhalt.

    Nach Opel-Kniefall, Kundus- und Gorch-Fock-Vertuschung, nach den Bauernopfern in allen Bundeswehr-Problemfällen wird nun das gesamte charakterlose Bild einer fragwürdigen Persönlichkeit sichtbar. Hoffentlich.

    Frau Merkel aber muss man langsam die Frage stellen, wie und ob sie führt? Wieviel unglückliche Hand (von Bundespräsident über Bundesbankchef bis hin zum Verteidigungsminister) ist in dieser Position erlaubt?

    [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    >>Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist. Wichtig ist für mich sein Erscheinungsbild und sein aufrichtiger Einsatz für unsere Republik. <<

    Das sollte es Ihnen aber nicht, denn:

    Dieser Mann musste eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass er seine Arbeit ohne fremdes Zutun geleistet hat (Abschreiben und der Diebstahl geistigen Eigentums gehören nicht dazu).
    Wenn sich der Plagiatsvorwurf als richtig erweisen sollte, dann hat Guttenberg ganz bewusst eine falsche eidesstattliche Erklärung abgegeben.
    Das hat nichts aber gar nicht damit zu tun, dass jemand in den Dreck gezogen wird. Ich frage mich, welche Auffassung von Recht und Moral sie da vertreten. Das hört sich ja fast schon so absurd an, wie die lächerlichen Verteidigungsreden der Italiener für ihren Silvio. Sind wir hier in Deutschland schon so weit gekommen?

    Ich frage mich stattdessen: Wenn jemand schon bereit ist, eine falsche Eidesstattliche Erklärung abzugeben, "nur" um an einen Doktor-Grad zu kommen (den Doktor als Titel gibt es nicht mehr!), was würde er tun, um sich ganz andere Dinge zu sichern?

    Wie kann man sich denn nur an dem "Erscheinungsbild" einer Person fest machen? Wichtig ist doch, ob eine Person integer ist oder nicht. Und wer eine falsche Eidesstattliche Erklärung abgibt ist nicht nicht integer, das sollte jedem klar sein. Mit der Begründung "Hauptsache tolles Erscheinungsbild" werden wir hier demnächst auch italienische Verhältnisse haben!

    ... kein Kavaliersdelikt.

    Einen direkten Vergleich zwischen bürgerlichem Orginal und geadeltem Original gibt es bei der SZ: http://www.sueddeutsche.d...

    Herr Guttenberg hätte sich -- ohne das Familienvermögen nennenswert angreifen zu müssen -- einen Ehrendoktortitel verleihen lassen können. Oder sich wie andere Jungpolitiker von parteifinanzierten "Rechercheuren" zuarbeiten lassen.

    Wenn Sie jemandem trotz Ignorierens von in diesem Bereich ganz einfachen Regeln bei der Übernahme fremder Leistungen an eine Aufrichtigkeit bei der sehr viel anspruchsvolleren Tätigkeit als Minister unterstellen wollen (um das Wort nochmal zu verwenden), dann berufen Sie sich doch bitte besser nur auf das Erscheinungsbild!

    Adels- und akademische Titel kann man sich erarbeiten. Aber warum etwas leisten, wenn man in einer Welt des schönen Scheins auch mit Erben und Zusammenkopieren durchkommt?

    Kai Hamann

    und einen international anerkannten Juristen als Abschreibe- Professor zu bezeichnen, der selbst abgeschrieben habe soll, bringt Sie, sofern sie das nicht praezise beweisen koennen, in die Situation eines Verleumders. Da wuerde ich vorsichtig sein, Juristen nehmen solche Behauptungen manchmal sehr uebel.

    Die von Ihnen in den Vordergrund gestellte "Aufrichtigkeit" Guttenbergs, gehoert jedenfalls der Vergangenheit an, denn dafuer ist die Faktenlage nun einfach zu deutlich. Es ist nun wirklich nicht das erste Mal, dass das zweifellos begabte Showtalent, sich selbst in arge Schwierigkeiten bringt.

    ...ich kann nicht verstehen, was man sich dabei denkt, wenn man wirklich seitenweise abschreibt (ohne wenigstens etwas umzuformulieren). Zumal er die einleitenden Texte, auf eher journalistischem Niveau, so sicherlich auch selbst hätte schreiben können. Vielleicht hat er auch nicht selbst plagiiert, was die Sache nicht besser machen würde. Jedenfalls ist das ein Schlag ins Gesicht von denjenigen, die jahrelang an ihrer Doktorarbeit und einzelnen Sätzen pfeilen.

    "Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist. Wichtig ist für mich sein Erscheinungsbild und sein aufrichtiger Einsatz für unsere Republik."

    Und warum soll es den Chinesen dann nicht vollkommen gleichgültig sein, wenn unsere Regierung anklopft um nach dem Schutz geistigen Eigentums zu fragen?
    Schönes Erscheinungsbild!

    Die Lektüre Heinrich Manns "Der Untertan" empfiehlt sich leider bestens zum Verständnis des Beliebtheitsgrades des Herren Guttenbergs und seines Erscheinungsbildes in den Abendblättern und Internetforen dieser Republik.

    "Wer ist denn dieser Abschreibe - Professor? Was hat er selber nicht alles in seinem Professorenleben abgeschrieben und nicht mit Zitat versehen?"

    Typisch. Ihnen passt nicht, dass jemand im Rahmen einer Rezension für eine Fachzeitschrift Guttenbergs Dissertation, die auch als Buch vorliegt bespricht. Und dabei fallen ihm merkwürdige Dinge auf...

    Also wird der unbeschotene Wissenschaftler mal eben schnell als 'Abschreibe-Professor' unfair quasi unter der Gürtellinie angegriffen, nur weil er es gewagt hat, der Öffentlichkeit ein paar Ihnen und Ihresgleichen unangenehme Wahrheiten vor Augen zu führen.

    "Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist."

    Ja, eben das ist das Problem mit Leuten Ihrer Geisteshaltung. Guttenberg darf ruhig lügen und betrügen, Ihnen ist es egal und jeder, der so etwas ungeheuerlich findet, muss sich unverschämten Angriffen aussetzen. Unglaublich!

    ... hier manche sind, ist schon erschreckend.

    1. sollten sich die Vorwürfe gegen Guttenberg bestätigen (dies ist, soweit stimme ich zu, abzuwarten bis bewiesen), dann sind Urheberrechtsverlsetzung und Betrug wahrlich keine Kavaliersdelikte! Ich möchte mal sehen, wenn rauskommt dass sie persönlich darunter leiden, weil ein Mitbewerber von Ihnen den Job anstatt Ihrer bekommen hat und hinterher kommt ein solches Vergehen raus. Sagen Sie dann auch, naja er ist ja ganz charismatisch, macht ja nichts....?? Wieso kommen die Leute eigentlich da drauf dass es ok ist wenn Politiker gegen Recht verstoßen!?

    2. Erstaunlich auch, wie immer wieder "Charisma", "Erscheinungsbild" offensichtlich als Qualitätsmerkmal für politiker herangezogen wird. Fachlicht Inkompetenz schein wohl keine Rolle zu spielen? Wer auf derartigen Personenkult hereinfällt ist (und wer sagt eigentlich, dass G. so beliebt ist, ausser die ihm nahe Presse), ist anfällig für Manipulation jeder Art, wie weit das gehen kann, wissen wir ja. Und wenn das so weiter geht, bekommen wir in Deutschland bald auch "unseren" Berlusconi."
    Schließlich gibt es überhaupt gar keine Diskussion: Falls die Vorwürfe stimmen, muss Guttenberg die Doktorwürde aberkannt werden, so wie jedem anderen Bundesbüerger, und außerdem ist er als Politiker nicht mehr tragbar. Alles andere ist gefährlicher Personenkult und beängstigende Obrigkeitshörigkeit.

    "Hier zeigt sich mal wieder unsere Gesellschaft. Wer Erfolg hat, beliebt bei der Mehrheit der Bürger ist und ein bestimmtes Charisma hat, der wird von Neidern umgeben, denen jedes Mittel recht ist, diese Erscheinung in den Dreck zu ziehen."

    Der Neider scheinen eher Sie zu sein. Hier handelt es sich um eine routinemäßige Prüfung einer wissenschaftlichen Arbeit. Von einem Professor, der auf diesem Gebiet zudem als sehr profiliert gilt, wenn man den Worten glauben darf. Die Überprüfung einer wissenschaftlichen Arbeit als Neid-motiviert abzutun, und den Prüfer als Abschreibe-Professor zu verunglimpfen lässt tief blicken. Vielleicht haben Sie nicht studiert, also nie wissenschaftlich gearbeitet. Dann sollten Sie sich aber auch kein Urteil über den Wissenschaftsbetrieb erlauben, der nunmal darauf aufbaut, dass Fremdleistungen _ausnahmslos_ auch als solche gekennzeichnet werden. Es mag hier bei der Dissertation einen Spielraum geben, sodass die fehlenden Kennzeichnungen nicht automatisch zur Aberkennung des Titels führern, sofern ein gewisses Maß nicht überschritten wurde. Hier kommt es aber nicht auf ein Verhältnis von 5 Seiten zu 470 Seiten an. Auch schon nur eine fehlende Kennzeichnung kann einen unheilbaren Mangel darstellen.

    "Viele, die uns heute noch mit ihrem Erscheinungsbild das Sichtfeld stören, haben ihren Doktor doch beim Supermark erstanden"
    Man erinnere sich an die letztjährige, lebhafte Diskussion über die "Klasse II" Arbeit von unserer Bundesministerin Dr. Schröder.

    • dp80
    • 16.02.2011 um 19:31 Uhr

    "Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist. Wichtig ist für mich sein Erscheinungsbild und sein aufrichtiger Einsatz für unsere Republik."

    Richtig, dann sollen sie ihm eben den Doktortitel entziehen und er bleibt dennoch Minister. Hätte ich nichts dagegen. Aber als selbst geplagter Doktorand, der sich jeden Satz selbst aus den Fingern saugt und sich dafür Nächte um die Ohren schlägt, hielte ich es für unverschämt, akademisches Fehlverhalten nicht entsprechend zu bestrafen. Dass nach einem möglichen Entzug des Doktortitels seine Glaubwürdigkeit insgesamt beschädigt wäre, hat er sich selbst zuzuschreiben. Damit hat der politische Gegner nichts zu tun.

    "Viele, die uns heute noch mit ihrem Erscheinungsbild das Sichtfeld stören, haben ihren Doktor doch beim Supermark erstanden oder einen Dr.-Salz gekauft!"

    Ist es deshalb richtig, weil es "alle" oder "viele" machen? Und dass es auch noch mit "summa cum laude" bewertet wurde, schießt den Vogel komplett ab.

    • NoG
    • 16.02.2011 um 19:35 Uhr

    das die einleitung der dissertation von einem faz-artikel abgeschrieben wurde. das ist nun mittlerweile fakt, da braucht man nicht mal die analyse des bremer professors.

    und jetzt rechtfertigt sich guttenberg (wohl vor bekanntwerden der sache mit der einleitung):
    das die arbeit aus seiner feder stamme.
    das waere dann glatt gelogen.
    meinen sie immer noch das e sich aufrichtig fuer unsere land einsetzt?

    "Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist. Wichtig ist für mich sein Erscheinungsbild und sein aufrichtiger Einsatz für unsere Republik."

    Erklären Sie mir mal, wie jemand, der unter dem nicht unbegründeten Verdacht steht, ein Betrüger zu sein, gut für unser Land sein soll?

    Re:Wer Erfolg hat, beliebt bei der Mehrheit der Bürger ist

    Bitte erklären sie mir mal was ist dass für eine Mehrheit ist und von was für einem Erfolg reden Sie.
    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    Ich empfinde die Verteidigung für diesen Mann als unverschämt. Diese Affäre ist doch nur die Spitze des Eisbergs. Wenn solche charakterlosen Menschen als vorbildliche Erfolgsmodelle verteidigt werden, dann gute Nacht Deutschland. Hier herrscht Form über Inhalt.

    Nach Opel-Kniefall, Kundus- und Gorch-Fock-Vertuschung, nach den Bauernopfern in allen Bundeswehr-Problemfällen wird nun das gesamte charakterlose Bild einer fragwürdigen Persönlichkeit sichtbar. Hoffentlich.

    Frau Merkel aber muss man langsam die Frage stellen, wie und ob sie führt? Wieviel unglückliche Hand (von Bundespräsident über Bundesbankchef bis hin zum Verteidigungsminister) ist in dieser Position erlaubt?

    [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    >>Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist. Wichtig ist für mich sein Erscheinungsbild und sein aufrichtiger Einsatz für unsere Republik. <<

    Das sollte es Ihnen aber nicht, denn:

    Dieser Mann musste eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass er seine Arbeit ohne fremdes Zutun geleistet hat (Abschreiben und der Diebstahl geistigen Eigentums gehören nicht dazu).
    Wenn sich der Plagiatsvorwurf als richtig erweisen sollte, dann hat Guttenberg ganz bewusst eine falsche eidesstattliche Erklärung abgegeben.
    Das hat nichts aber gar nicht damit zu tun, dass jemand in den Dreck gezogen wird. Ich frage mich, welche Auffassung von Recht und Moral sie da vertreten. Das hört sich ja fast schon so absurd an, wie die lächerlichen Verteidigungsreden der Italiener für ihren Silvio. Sind wir hier in Deutschland schon so weit gekommen?

    Ich frage mich stattdessen: Wenn jemand schon bereit ist, eine falsche Eidesstattliche Erklärung abzugeben, "nur" um an einen Doktor-Grad zu kommen (den Doktor als Titel gibt es nicht mehr!), was würde er tun, um sich ganz andere Dinge zu sichern?

    Wie kann man sich denn nur an dem "Erscheinungsbild" einer Person fest machen? Wichtig ist doch, ob eine Person integer ist oder nicht. Und wer eine falsche Eidesstattliche Erklärung abgibt ist nicht nicht integer, das sollte jedem klar sein. Mit der Begründung "Hauptsache tolles Erscheinungsbild" werden wir hier demnächst auch italienische Verhältnisse haben!

    ... kein Kavaliersdelikt.

    Einen direkten Vergleich zwischen bürgerlichem Orginal und geadeltem Original gibt es bei der SZ: http://www.sueddeutsche.d...

    Herr Guttenberg hätte sich -- ohne das Familienvermögen nennenswert angreifen zu müssen -- einen Ehrendoktortitel verleihen lassen können. Oder sich wie andere Jungpolitiker von parteifinanzierten "Rechercheuren" zuarbeiten lassen.

    Wenn Sie jemandem trotz Ignorierens von in diesem Bereich ganz einfachen Regeln bei der Übernahme fremder Leistungen an eine Aufrichtigkeit bei der sehr viel anspruchsvolleren Tätigkeit als Minister unterstellen wollen (um das Wort nochmal zu verwenden), dann berufen Sie sich doch bitte besser nur auf das Erscheinungsbild!

    Adels- und akademische Titel kann man sich erarbeiten. Aber warum etwas leisten, wenn man in einer Welt des schönen Scheins auch mit Erben und Zusammenkopieren durchkommt?

    Kai Hamann

    und einen international anerkannten Juristen als Abschreibe- Professor zu bezeichnen, der selbst abgeschrieben habe soll, bringt Sie, sofern sie das nicht praezise beweisen koennen, in die Situation eines Verleumders. Da wuerde ich vorsichtig sein, Juristen nehmen solche Behauptungen manchmal sehr uebel.

    Die von Ihnen in den Vordergrund gestellte "Aufrichtigkeit" Guttenbergs, gehoert jedenfalls der Vergangenheit an, denn dafuer ist die Faktenlage nun einfach zu deutlich. Es ist nun wirklich nicht das erste Mal, dass das zweifellos begabte Showtalent, sich selbst in arge Schwierigkeiten bringt.

    ...ich kann nicht verstehen, was man sich dabei denkt, wenn man wirklich seitenweise abschreibt (ohne wenigstens etwas umzuformulieren). Zumal er die einleitenden Texte, auf eher journalistischem Niveau, so sicherlich auch selbst hätte schreiben können. Vielleicht hat er auch nicht selbst plagiiert, was die Sache nicht besser machen würde. Jedenfalls ist das ein Schlag ins Gesicht von denjenigen, die jahrelang an ihrer Doktorarbeit und einzelnen Sätzen pfeilen.

    "Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist. Wichtig ist für mich sein Erscheinungsbild und sein aufrichtiger Einsatz für unsere Republik."

    Und warum soll es den Chinesen dann nicht vollkommen gleichgültig sein, wenn unsere Regierung anklopft um nach dem Schutz geistigen Eigentums zu fragen?
    Schönes Erscheinungsbild!

    Die Lektüre Heinrich Manns "Der Untertan" empfiehlt sich leider bestens zum Verständnis des Beliebtheitsgrades des Herren Guttenbergs und seines Erscheinungsbildes in den Abendblättern und Internetforen dieser Republik.

    "Wer ist denn dieser Abschreibe - Professor? Was hat er selber nicht alles in seinem Professorenleben abgeschrieben und nicht mit Zitat versehen?"

    Typisch. Ihnen passt nicht, dass jemand im Rahmen einer Rezension für eine Fachzeitschrift Guttenbergs Dissertation, die auch als Buch vorliegt bespricht. Und dabei fallen ihm merkwürdige Dinge auf...

    Also wird der unbeschotene Wissenschaftler mal eben schnell als 'Abschreibe-Professor' unfair quasi unter der Gürtellinie angegriffen, nur weil er es gewagt hat, der Öffentlichkeit ein paar Ihnen und Ihresgleichen unangenehme Wahrheiten vor Augen zu führen.

    "Mir ist es vollkommen gleichgültig, wie zu Guttenberg zu seinem Doktortitel gekommen ist."

    Ja, eben das ist das Problem mit Leuten Ihrer Geisteshaltung. Guttenberg darf ruhig lügen und betrügen, Ihnen ist es egal und jeder, der so etwas ungeheuerlich findet, muss sich unverschämten Angriffen aussetzen. Unglaublich!

    ... hier manche sind, ist schon erschreckend.

    1. sollten sich die Vorwürfe gegen Guttenberg bestätigen (dies ist, soweit stimme ich zu, abzuwarten bis bewiesen), dann sind Urheberrechtsverlsetzung und Betrug wahrlich keine Kavaliersdelikte! Ich möchte mal sehen, wenn rauskommt dass sie persönlich darunter leiden, weil ein Mitbewerber von Ihnen den Job anstatt Ihrer bekommen hat und hinterher kommt ein solches Vergehen raus. Sagen Sie dann auch, naja er ist ja ganz charismatisch, macht ja nichts....?? Wieso kommen die Leute eigentlich da drauf dass es ok ist wenn Politiker gegen Recht verstoßen!?

    2. Erstaunlich auch, wie immer wieder "Charisma", "Erscheinungsbild" offensichtlich als Qualitätsmerkmal für politiker herangezogen wird. Fachlicht Inkompetenz schein wohl keine Rolle zu spielen? Wer auf derartigen Personenkult hereinfällt ist (und wer sagt eigentlich, dass G. so beliebt ist, ausser die ihm nahe Presse), ist anfällig für Manipulation jeder Art, wie weit das gehen kann, wissen wir ja. Und wenn das so weiter geht, bekommen wir in Deutschland bald auch "unseren" Berlusconi."
    Schließlich gibt es überhaupt gar keine Diskussion: Falls die Vorwürfe stimmen, muss Guttenberg die Doktorwürde aberkannt werden, so wie jedem anderen Bundesbüerger, und außerdem ist er als Politiker nicht mehr tragbar. Alles andere ist gefährlicher Personenkult und beängstigende Obrigkeitshörigkeit.

    "Hier zeigt sich mal wieder unsere Gesellschaft. Wer Erfolg hat, beliebt bei der Mehrheit der Bürger ist und ein bestimmtes Charisma hat, der wird von Neidern umgeben, denen jedes Mittel recht ist, diese Erscheinung in den Dreck zu ziehen."

    Der Neider scheinen eher Sie zu sein. Hier handelt es sich um eine routinemäßige Prüfung einer wissenschaftlichen Arbeit. Von einem Professor, der auf diesem Gebiet zudem als sehr profiliert gilt, wenn man den Worten glauben darf. Die Überprüfung einer wissenschaftlichen Arbeit als Neid-motiviert abzutun, und den Prüfer als Abschreibe-Professor zu verunglimpfen lässt tief blicken. Vielleicht haben Sie nicht studiert, also nie wissenschaftlich gearbeitet. Dann sollten Sie sich aber auch kein Urteil über den Wissenschaftsbetrieb erlauben, der nunmal darauf aufbaut, dass Fremdleistungen _ausnahmslos_ auch als solche gekennzeichnet werden. Es mag hier bei der Dissertation einen Spielraum geben, sodass die fehlenden Kennzeichnungen nicht automatisch zur Aberkennung des Titels führern, sofern ein gewisses Maß nicht überschritten wurde. Hier kommt es aber nicht auf ein Verhältnis von 5 Seiten zu 470 Seiten an. Auch schon nur eine fehlende Kennzeichnung kann einen unheilbaren Mangel darstellen.

    "Viele, die uns heute noch mit ihrem Erscheinungsbild das Sichtfeld stören, haben ihren Doktor doch beim Supermark erstanden"
    Man erinnere sich an die letztjährige, lebhafte Diskussion über die "Klasse II" Arbeit von unserer Bundesministerin Dr. Schröder.

  2. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich konstruktiv und sachlich. Danke. Die Redaktion/er

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  3. Das "Schön" ist natürlich ironisch gemeint!

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    Ich schon. 3 Jahre lang. Und nicht mit copy and paste! [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf vorschnelle Urteile. Danke. Die Redaktion/er

    Ich schon. 3 Jahre lang. Und nicht mit copy and paste! [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf vorschnelle Urteile. Danke. Die Redaktion/er

  4. CM: Sie verurteilen diesen ehrenwerten Menschen ehe seine Schuld nachgewiesen ist. In unserem Rechtsstaat gil immer noch: Jeder, dem man seine Schuld nicht nachweisen kann, ist und bleibt erst mal unschuldig! Das gilt auch für Politiker!

    9 Leser-Empfehlungen
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    dort finden Sie die fraglichen Passagen einander gegenübergestellt. Und wenn Sie das gemacht haben erklären Sie mir bitte, was daran kein Plagiat sein soll.

    • sch4pp
    • 16.02.2011 um 19:25 Uhr

    ich halte eine vorverurteilung in diesem fall für nicht besonders übertrieben:

    http://www.welt.de/politi...

    • CM
    • 16.02.2011 um 20:10 Uhr

    Es ist kein Strafverfahren, um das es hier geht, und als derart prominente Persönlichkeit gelten für ihn andere Maßstäbe. Er müßte, wenn er den politischen Anstand der Bonner Republik ansetzt, sofort sein Amt ruhen lassen oder zurücktreten.

    Denn das, was hier auf dem Tisch liegt, nennt man wohl "erdrückende Beweise". Die "ZEIT" hat den Artikel sicherlich nicht leichtfertig so gewählt.

    • CM
    • 16.02.2011 um 20:13 Uhr

    Hat Guttenberg denn den Kapitän der Gorch Fock mit demselben Anstand behandelt? Keineswegs, er hat ihn seines Postens enthoben. Dann muß er auch dieselben Maßstäbe bei sich selbst gelten lassen.

    [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie konkret zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/er

    • Entity
    • 17.02.2011 um 0:11 Uhr

    Wenn Sie sich auf sueddeutsche.de einmal die Beispiele ansehen, können Sie sich selbst ein Bild davon machen; das hat mit Vorverurteilung nichts zu tun, denn die Tat ist für jeden nachprüfbar, fand sozusagen im öffentlichen Raum statt und es ist daher erlaubt, KT bereits jetzt zu "verurteilen,"

    In welchen Rechtssysem leben Sie eigentlich. Ein anerkannter Professor hat klar nachgewiesen, dass er abgeschrieben und nicht ordnungsgemäß zitiert hat.

    Hätte ich das als Student gemacht und der Prof. hätte
    aufgelistet wo ich überall abgeschrieben und nicht zitiert
    habe, der Fall wäre schwarz auf weiß sichtbar und bewiesen
    worden. Die Arbeit wäre sofort aberkannt worden.
    Da gibt es nichts zu diskutieren.

    Jeder der sich die Mühe machen will kann selber nachlesen und erkennt, dass Herr Gutenberg betrogen hat. Da hat er eben Pech gehabt, dass er sich hat erwischen lassen.
    Gleiches Recht für alle.

    Da gibts bereits jetzt nichts mehr dran zu rütteln. Punkt

    dort finden Sie die fraglichen Passagen einander gegenübergestellt. Und wenn Sie das gemacht haben erklären Sie mir bitte, was daran kein Plagiat sein soll.

    • sch4pp
    • 16.02.2011 um 19:25 Uhr

    ich halte eine vorverurteilung in diesem fall für nicht besonders übertrieben:

    http://www.welt.de/politi...

    • CM
    • 16.02.2011 um 20:10 Uhr

    Es ist kein Strafverfahren, um das es hier geht, und als derart prominente Persönlichkeit gelten für ihn andere Maßstäbe. Er müßte, wenn er den politischen Anstand der Bonner Republik ansetzt, sofort sein Amt ruhen lassen oder zurücktreten.

    Denn das, was hier auf dem Tisch liegt, nennt man wohl "erdrückende Beweise". Die "ZEIT" hat den Artikel sicherlich nicht leichtfertig so gewählt.

    • CM
    • 16.02.2011 um 20:13 Uhr

    Hat Guttenberg denn den Kapitän der Gorch Fock mit demselben Anstand behandelt? Keineswegs, er hat ihn seines Postens enthoben. Dann muß er auch dieselben Maßstäbe bei sich selbst gelten lassen.

    [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie konkret zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/er

    • Entity
    • 17.02.2011 um 0:11 Uhr

    Wenn Sie sich auf sueddeutsche.de einmal die Beispiele ansehen, können Sie sich selbst ein Bild davon machen; das hat mit Vorverurteilung nichts zu tun, denn die Tat ist für jeden nachprüfbar, fand sozusagen im öffentlichen Raum statt und es ist daher erlaubt, KT bereits jetzt zu "verurteilen,"

    In welchen Rechtssysem leben Sie eigentlich. Ein anerkannter Professor hat klar nachgewiesen, dass er abgeschrieben und nicht ordnungsgemäß zitiert hat.

    Hätte ich das als Student gemacht und der Prof. hätte
    aufgelistet wo ich überall abgeschrieben und nicht zitiert
    habe, der Fall wäre schwarz auf weiß sichtbar und bewiesen
    worden. Die Arbeit wäre sofort aberkannt worden.
    Da gibt es nichts zu diskutieren.

    Jeder der sich die Mühe machen will kann selber nachlesen und erkennt, dass Herr Gutenberg betrogen hat. Da hat er eben Pech gehabt, dass er sich hat erwischen lassen.
    Gleiches Recht für alle.

    Da gibts bereits jetzt nichts mehr dran zu rütteln. Punkt

  5. sollte noch so viel Mut haben, sich einfach mit den Maßstäben zu messen, die er selbst gegen andere walten läßt. Der Kapitän der Gorch Fock wurde nach Hause geschickt, noch bevor ein Untersuchungsergebnis in der Sache vorliegt. - Karl-Theodor sollte also sein Amt als Verteidigungsminister sofort niederzulegen. -

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    ...ist es noch lange nicht das selbe!

    Wussten schliesslich schon die alten Römer: Quod licet Iovi...

    ...ist es noch lange nicht das selbe!

    Wussten schliesslich schon die alten Römer: Quod licet Iovi...

  6. Wenn er seine Arbeit selber geschrieben hätte, hätte er mit Sicherheit nicht betrogen.
    Wahrscheinlich ist der Plagiator der Ghostwriter.

    33 Leser-Empfehlungen
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    Au weia, ich fürchte, da könnten Sie recht haben

    Der Doktortitel muss aberkannt werden, weil längere Passagen wörtlich aus diversen Quellen übernommen wurden ohne als Zitat gekennzeichnet zu sein und ohne den Autor zu benennen. Dies ist ganz offensichtlich und für jeden klar ersichtlich. Ob Guttenberg die Passagen selbst aus der Zeitung abgeschrieben hat, scheint eher unwahrscheinlich, ist aber letzlich auch unerheblich. Tatsache ist, er hat die Arbeit in erheblichem Umfang nicht selbst verfasst wie er bei der Abgabe seiner Arbeit versichert hat.

    Au weia, ich fürchte, da könnten Sie recht haben

    Der Doktortitel muss aberkannt werden, weil längere Passagen wörtlich aus diversen Quellen übernommen wurden ohne als Zitat gekennzeichnet zu sein und ohne den Autor zu benennen. Dies ist ganz offensichtlich und für jeden klar ersichtlich. Ob Guttenberg die Passagen selbst aus der Zeitung abgeschrieben hat, scheint eher unwahrscheinlich, ist aber letzlich auch unerheblich. Tatsache ist, er hat die Arbeit in erheblichem Umfang nicht selbst verfasst wie er bei der Abgabe seiner Arbeit versichert hat.

  7. das ist ja lächerlich, wie sich die Zeit gebärdet.

    Was sind 5 Seiten bei über 400 ?

    Ich möchte nicht wissen, was herauskäme, wenn alle Doktorarbeiten von Politikern aller Couleut genauer durchleuchtet werden.

    Aber das Wichtigste - was besagt das schon. Ich beurteile doch einen Politiker nach seinem Auftreten bzw. seinen Handlungen, nicht nach irgendwelchen Zitaten, bzw. Nicht-Zitaten.

    Wenns sonst nicht zu kritisieren gibt !

    Aber das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Presse-Berichte über von Guttenberg, dieses ständige Zerren und Versuche, diesen Mann zu diskreditieren.

    Führen die Medien einen Privatkrieg gegen ihn, weil er sich relativ immun ihnen gegenüber zeigt ?

    Kommt mir jedenfalls stark so vor.

    12 Leser-Empfehlungen
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    Moin,
    hier muss ich doch einmal inkonsequent werden und das Wort ergreifen. Es sind nicht fünf Seiten in der Dissertation, es sind fünf Seiten im Artikel von Fischer-Lescano, es beginnt auf der vierten Seite und ist eine Synopse in deutlich kleinerer Schrift als im Artikeltext und in der Dissertation, Sie können sich ausmalen, dass es also um mehr als fünf Seiten bei zu Guttenberg geht. Bisher sind es, wenn ich mich nicht verzählt habe, 24 Fundstellen alleine durch Fischer-Lescano dokumentiert, die FAZ hat heute noch eins draufgelegt.
    So, nun halte ich wieder die Klappe, viel Spaß noch beim Reinwaschen des zu Guttenbergs. Es ärgert mich schon etwas, dass er bald so unangreifbar ist wie dereinst Berlussconi, aber dessen Stern ist inzwischen auch (etwas) am Sinken. Nach diesem Vorbild wird das wahre Wesen des zu Guttenberg wohl erst deutlich, wenn viele weitere Jahre ins Land gegangen sind. Und dann will es sicher jeder schon immer gewusst haben.
    Beste Grüße
    Grabert

    Muss Ihnen teilweise widersprechen, "ich beurteile doch einen Politiker nach seinem Auftreten bzw. seinen Handlungen"
    Abschreiben von anderen ist Wissensdiebstahl ...zumindestens, wenn diese Doktorarbeit ohne diese Passagen keinen Sinn macht. Sollten diese unmarkierten Zitate nur "Schmuck" sein, bin ich der Meinung, sollte das egal sein (solange das nur 5 aus 400 Seiten sind)

    MfG Chris

    Ach so, dann machen wir das jetzt an der Quanität fest.

    Dann entlassen wir aber auch keine Arbeitnehmer mehr, wenn sie nach 20 Dienstjahren mal einen Pfandzettel von 20 Cent "einstecken".

    Über die Sichtweise einiger Leute hier kann man nur den Kopf schütteln.

    Sie lässt sich nur dadurch erklären, dass diese Personen noch nie im wissenschaftlichen Bereich eine schriftliche Arbeit angefertigt haben oder von der Partei des lieben Herrn G sind, um die Sache zu entlasten.

    Plagiat in der Doktorarbeit ist wie Diebstahl bei der normalen Arbeit.

    Für jeden Akademiker, der selbst bei 800 Seiten ins kleinste geprüft worden ist, nur weil er nicht einen bekannten Familiennamen trägt, ist ein solches Plagiat eine Beleidigung, eine Entwertung der Titel der betroffenen Universität.

    Bitte vergessen sie nicht, dass selbst bei 400 Seiten, die Zitate in der Regel von wenige als 100, vielleicht sogar weniger als 50 Quellen stammen, was durchaus von einem Akademiker zu kontrollieren ist.

    Solche Schutzbehauptungen sind also weitere Täuschungsmanöver.

    Diese fünf Seiten wurden jedenfalls nur unter Verwendung von Google gefunden. Spezielle Programme im Web sind heute noch leistungsfähiger.


    Das ist ja lächerlich, wie sich die Zeit gebärdet.
    Was sind 5 Seiten bei über 400 ?

    Das ist ja lächerlich, wie Sie sich gebärden...

    Was sind schon 5 unbezahlte Einkäufe bei über 400?
    Was sind schon 5 unbezahlte Rechnungen bei über 400?
    Was sind schon 5 unbezahlte Bahnfahrten bei über 400?

    Ganz einfach: 5 Taten zu viel! Jedenfalls in jedem Land der Welt das sich legitim 'Rechtsstaat' nennt. Zumal mittlerweile 25 Stellen belegt sind und eine dezidierte Plagiats-Kontrolle noch aussteht.

    Also ich war erst auch der Ansicht, dass es eine politisch motivierte Aktion gegen Guttenberg ist. Aber was hier langsam immer mehr an die Öffentlichkeit gerät ist keine Kleinigkeit mehr. Ich habe auf Bachelor studiert, das ist mindestens 2 Etagen unter Doktor. Aber selbst bei uns sind Leute sofort durchgefallen, wenn auch nur eine Fußnote falsch gesetzt war oder ein Zitat nicht gekennzeichnet war und das auf immerhin 40 bis 100 Seiten. Das kann mal passieren. Aber wenn man Copy and Paste macht, dann ist das Betrug. Da würde kein Prof. auch nur mit uns drüber diskutieren. Da wurden Leute einfach exmartikuliert, Grund Täuschungsversuch. Also nicht einmal die Möglichkeit die normaler zweite Chance zu nutzen. Wer hier schreibt 5 Seiten von 450 oder so, das wäre ja nichts, das stimmt nicht, selbst ein Satz reicht. Es gibt Anforderungen die müssen bei einer wissenschaftlichen Arbeit erfüllt sein. Das müsste sogar strafrechtliche Konsequenzen haben. Es wird mal wieder mit zweierlei Maß gemessen. Am besten kommt Herr Guttenberg damit noch durch. Ganz zu schweigen davon, dass die werten Herren ihre Arbeiten meistens nicht einmal selbst geschrieben haben, das ist auch Betrug, jedenfalls in meinen Augen. Und dann die Bestnote, wer von Studenten abschreibt, kann niemals die Bestnote in einer Doktorarbeit bekommen, alles Betrug.

    Plagiat ist Plagiat, und fünf Seiten sind bereits ein umfassendes Plagiat - wir reden hier nicht von Belletristik, sondern von einem Text, mit dem jemand die Originalität und Wissenschaftlichkeit seiner Gedanken dokumentieren soll und für diese Leistung einen juristisch belastbaren Grad verliehen bekommt. Für einen jungen Wissenschaftler wäre die Karriere mit so etwas unwiderruflich beendet. Warum soll Guttenberg straflos davonkommen? Gilt für ihn etwa ein anderes Recht?
    Davon abgesehen: Fünf fremde Seiten rutschen nicht einfach versehentlich ohne Zitatangaben in den Text! Da steckt dann schon mindestens grobe Fahrlässigkeit drin. Mal abgesehen davon, dass ein solch umfassendes, direktes Großzitat ohnehin sehr schlechter Stil ist; ich denke, dass den Gutachtern das wohl entgangen ist.

    Wenn Herr Guttenberg die Spielregeln der Wissenschaft nicht akzeptiert, hätte er keine Doktorarbeit schreiben sollen. Mit einem echten inneren Interesse an der Wissenschaft ist so etwas ohnehin nicht vereinbar, daher drängt sich mir der Eindruck auf, dass Herr Guttenberg es wohl vorrangig auf das schmückende "Dr. jur" und den Status abgesehen hat. Wer aber keinen Respekt vor den Konditionen zu Erlangung dieses Status hat, der verdient ihn auch nicht.

    • nouraa
    • 17.02.2011 um 10:44 Uhr

    Es ist nicht gesagt, dass es "nur" 4 Seiten sind. Denn das sind lediglich die bisher gefundenen Passagen.

    Ich habe mir die Vergleichstexte angesehen und für mich sieht das eindeutig nach Schmmeln aus. Und zwar aus den folgenden Gründen:
    - Wer ein Zitat zu kennzeichnen vergisst; das kann passieren bei einer wissenschaftlichen Arbeit (wenn man den Kopf voll hat und an jeder Ecke schreibt verliert man evtl. die Übersicht).
    - Allerdings: Die Zitate dann mutwillig ein klein wenig abzuwandeln, damit es nicht auffällt (und das ist hier durch einschübe kleiner Worte wie "auch" "eben" etc. geschehen) - dem ist seine Straftat voll bewusst und er versucht sie noch beim Begehen zu verschleiern! Und DAS ist für mich das, was daran besonders verwerflich ist!

    Ungeachtet, ob man den Herrn nun gut oder schlecht findet - die Passagen sind da und die fehlenden Kennzeichnungen nicht! Das hat nichts mit Verriss zu tun, das ist nunmal Wissenschaft. Sicherlich trifft es ihn, weil er nunmal berühmt ist und jeder ein größeres Augenmerk auf seine Sachen wirft. Aber da kann man nur sagen: Selber Schuld!
    Die Lektion "Nicht abschreiben!" lernt man im ersten Semester...

    "Ich beurteile doch einen Politiker nach seinem Auftreten bzw. seinen Handlungen, nicht nach irgendwelchen Zitaten, bzw. Nicht-Zitaten."

    Nun, mangelnde wissenschaftlichekeit in wissenschaftlichen Arbeiten, bzw. eine falsche eidesstattliche Erklärung sollte Ihnen eigentlich Handlung genug sein, um Ihr bild über einen Politiker zu revidieren.

    Und Politiker nach Ihrem Auftreten zu beurteilen empfinde ich als ein Grundübel unserer Zeit. Zu viel Wert wird auf Äußerlichkeiten gelegt. Bei den Handlungen stimme ich Ihnen zu - bei den Äußerlichkeiten wird es gefährlich. Charisma mag eine Person angenehm machen, kann aber als Blendwerk gebraucht werden. Charisma sollte nicht zur Beurteilung der Leistungen eines Politikers herangezogen werden. Und zur Bewertung einer wissenschaftlichen Leistung schon gar nicht.

    • dph
    • 17.02.2011 um 10:48 Uhr

    Diese linksliberale Presse wird wirklich immer schamloser!
    Es muss doch möglich sein, seitenlang zu zitieren (und hier und da noch ein Wort hinzuzufügen -> "möglicherweise" z. Bsp.), ohne dass diese lästigen Schreiberlinge gleich einen Skandal wittern und eine Hetzkampagne starten!
    Vor allem die Springerpresse ist ja schon länger auf Kampagnenmodus, wenn es um Gutti geht!
    Aber ich kann sie beruhigen, der Baron wird in guter alter Tradition seinen Ghostwriter feuern und ansonsten relativ unbeschadet, wenn nicht gar gestärkt, aus dieser misslichen Lage herauskommen!
    Zudem ist er im Kabinett ja in bester Gesellschaft, seine Kolegin Frau Doktor Schröder hat ihre Doktorarbeit auch outgesourced und ist mittlerweile in ihrem Kampf gegen Extremismus erfolgreicher denn je!
    Machen Sie sich also keine Sorgen, wer liest schon Zeitung?
    MfG

    yo man,
    "CaTheFreivnzuG" alleine würde schon als würdiger Rappername reichen, aber er legt einiges drauf:
    Was ist Rap? Das Samplen, d.h. Einbauen bereits existierender Stücke in die eigene Arie. So did he! Der Mann braucht einen Plattenvertrag!
    Und darüber hinaus meine ich: In dubio pro Theo. Er kann's nicht besser wissen, er kommt doch aus der christlichsten aller Parteien, die schon mit FJS (noch so ein Rapper ...) stärkste Stücke produziert hat, was den Wahrheitsgehalt angeht. Da fing eine Karriere sogar mit "Sternenkämpfern" an, die ständig vom Himmel fielen.
    Und dann war da noch der Innenminister Z, der es mit der Wahrheit ja auch nicht so genau nahm. Da kann ein Kerlchen von 37 Jahren sich nicht einfach schnöde von guten Traditionen lossagen, ja wo san mir denn?

    Schade, dass auf sein kreatives Element so wenig Wert gelegt wird. Vielleicht sollte er sich in Zukunft mehr auf rappige Schlosskonzerte verlegen. Dirigieren statt regieren, damit wäre allen gedient. Und was dienen heißt, das muss ein BMV doch wohl wissen.
    ain't bad enough?

    Moin,
    hier muss ich doch einmal inkonsequent werden und das Wort ergreifen. Es sind nicht fünf Seiten in der Dissertation, es sind fünf Seiten im Artikel von Fischer-Lescano, es beginnt auf der vierten Seite und ist eine Synopse in deutlich kleinerer Schrift als im Artikeltext und in der Dissertation, Sie können sich ausmalen, dass es also um mehr als fünf Seiten bei zu Guttenberg geht. Bisher sind es, wenn ich mich nicht verzählt habe, 24 Fundstellen alleine durch Fischer-Lescano dokumentiert, die FAZ hat heute noch eins draufgelegt.
    So, nun halte ich wieder die Klappe, viel Spaß noch beim Reinwaschen des zu Guttenbergs. Es ärgert mich schon etwas, dass er bald so unangreifbar ist wie dereinst Berlussconi, aber dessen Stern ist inzwischen auch (etwas) am Sinken. Nach diesem Vorbild wird das wahre Wesen des zu Guttenberg wohl erst deutlich, wenn viele weitere Jahre ins Land gegangen sind. Und dann will es sicher jeder schon immer gewusst haben.
    Beste Grüße
    Grabert

    Muss Ihnen teilweise widersprechen, "ich beurteile doch einen Politiker nach seinem Auftreten bzw. seinen Handlungen"
    Abschreiben von anderen ist Wissensdiebstahl ...zumindestens, wenn diese Doktorarbeit ohne diese Passagen keinen Sinn macht. Sollten diese unmarkierten Zitate nur "Schmuck" sein, bin ich der Meinung, sollte das egal sein (solange das nur 5 aus 400 Seiten sind)

    MfG Chris

    Ach so, dann machen wir das jetzt an der Quanität fest.

    Dann entlassen wir aber auch keine Arbeitnehmer mehr, wenn sie nach 20 Dienstjahren mal einen Pfandzettel von 20 Cent "einstecken".

    Über die Sichtweise einiger Leute hier kann man nur den Kopf schütteln.

    Sie lässt sich nur dadurch erklären, dass diese Personen noch nie im wissenschaftlichen Bereich eine schriftliche Arbeit angefertigt haben oder von der Partei des lieben Herrn G sind, um die Sache zu entlasten.

    Plagiat in der Doktorarbeit ist wie Diebstahl bei der normalen Arbeit.

    Für jeden Akademiker, der selbst bei 800 Seiten ins kleinste geprüft worden ist, nur weil er nicht einen bekannten Familiennamen trägt, ist ein solches Plagiat eine Beleidigung, eine Entwertung der Titel der betroffenen Universität.

    Bitte vergessen sie nicht, dass selbst bei 400 Seiten, die Zitate in der Regel von wenige als 100, vielleicht sogar weniger als 50 Quellen stammen, was durchaus von einem Akademiker zu kontrollieren ist.

    Solche Schutzbehauptungen sind also weitere Täuschungsmanöver.

    Diese fünf Seiten wurden jedenfalls nur unter Verwendung von Google gefunden. Spezielle Programme im Web sind heute noch leistungsfähiger.


    Das ist ja lächerlich, wie sich die Zeit gebärdet.
    Was sind 5 Seiten bei über 400 ?

    Das ist ja lächerlich, wie Sie sich gebärden...

    Was sind schon 5 unbezahlte Einkäufe bei über 400?
    Was sind schon 5 unbezahlte Rechnungen bei über 400?
    Was sind schon 5 unbezahlte Bahnfahrten bei über 400?

    Ganz einfach: 5 Taten zu viel! Jedenfalls in jedem Land der Welt das sich legitim 'Rechtsstaat' nennt. Zumal mittlerweile 25 Stellen belegt sind und eine dezidierte Plagiats-Kontrolle noch aussteht.

    Also ich war erst auch der Ansicht, dass es eine politisch motivierte Aktion gegen Guttenberg ist. Aber was hier langsam immer mehr an die Öffentlichkeit gerät ist keine Kleinigkeit mehr. Ich habe auf Bachelor studiert, das ist mindestens 2 Etagen unter Doktor. Aber selbst bei uns sind Leute sofort durchgefallen, wenn auch nur eine Fußnote falsch gesetzt war oder ein Zitat nicht gekennzeichnet war und das auf immerhin 40 bis 100 Seiten. Das kann mal passieren. Aber wenn man Copy and Paste macht, dann ist das Betrug. Da würde kein Prof. auch nur mit uns drüber diskutieren. Da wurden Leute einfach exmartikuliert, Grund Täuschungsversuch. Also nicht einmal die Möglichkeit die normaler zweite Chance zu nutzen. Wer hier schreibt 5 Seiten von 450 oder so, das wäre ja nichts, das stimmt nicht, selbst ein Satz reicht. Es gibt Anforderungen die müssen bei einer wissenschaftlichen Arbeit erfüllt sein. Das müsste sogar strafrechtliche Konsequenzen haben. Es wird mal wieder mit zweierlei Maß gemessen. Am besten kommt Herr Guttenberg damit noch durch. Ganz zu schweigen davon, dass die werten Herren ihre Arbeiten meistens nicht einmal selbst geschrieben haben, das ist auch Betrug, jedenfalls in meinen Augen. Und dann die Bestnote, wer von Studenten abschreibt, kann niemals die Bestnote in einer Doktorarbeit bekommen, alles Betrug.

    Plagiat ist Plagiat, und fünf Seiten sind bereits ein umfassendes Plagiat - wir reden hier nicht von Belletristik, sondern von einem Text, mit dem jemand die Originalität und Wissenschaftlichkeit seiner Gedanken dokumentieren soll und für diese Leistung einen juristisch belastbaren Grad verliehen bekommt. Für einen jungen Wissenschaftler wäre die Karriere mit so etwas unwiderruflich beendet. Warum soll Guttenberg straflos davonkommen? Gilt für ihn etwa ein anderes Recht?
    Davon abgesehen: Fünf fremde Seiten rutschen nicht einfach versehentlich ohne Zitatangaben in den Text! Da steckt dann schon mindestens grobe Fahrlässigkeit drin. Mal abgesehen davon, dass ein solch umfassendes, direktes Großzitat ohnehin sehr schlechter Stil ist; ich denke, dass den Gutachtern das wohl entgangen ist.

    Wenn Herr Guttenberg die Spielregeln der Wissenschaft nicht akzeptiert, hätte er keine Doktorarbeit schreiben sollen. Mit einem echten inneren Interesse an der Wissenschaft ist so etwas ohnehin nicht vereinbar, daher drängt sich mir der Eindruck auf, dass Herr Guttenberg es wohl vorrangig auf das schmückende "Dr. jur" und den Status abgesehen hat. Wer aber keinen Respekt vor den Konditionen zu Erlangung dieses Status hat, der verdient ihn auch nicht.

    • nouraa
    • 17.02.2011 um 10:44 Uhr

    Es ist nicht gesagt, dass es "nur" 4 Seiten sind. Denn das sind lediglich die bisher gefundenen Passagen.

    Ich habe mir die Vergleichstexte angesehen und für mich sieht das eindeutig nach Schmmeln aus. Und zwar aus den folgenden Gründen:
    - Wer ein Zitat zu kennzeichnen vergisst; das kann passieren bei einer wissenschaftlichen Arbeit (wenn man den Kopf voll hat und an jeder Ecke schreibt verliert man evtl. die Übersicht).
    - Allerdings: Die Zitate dann mutwillig ein klein wenig abzuwandeln, damit es nicht auffällt (und das ist hier durch einschübe kleiner Worte wie "auch" "eben" etc. geschehen) - dem ist seine Straftat voll bewusst und er versucht sie noch beim Begehen zu verschleiern! Und DAS ist für mich das, was daran besonders verwerflich ist!

    Ungeachtet, ob man den Herrn nun gut oder schlecht findet - die Passagen sind da und die fehlenden Kennzeichnungen nicht! Das hat nichts mit Verriss zu tun, das ist nunmal Wissenschaft. Sicherlich trifft es ihn, weil er nunmal berühmt ist und jeder ein größeres Augenmerk auf seine Sachen wirft. Aber da kann man nur sagen: Selber Schuld!
    Die Lektion "Nicht abschreiben!" lernt man im ersten Semester...

    "Ich beurteile doch einen Politiker nach seinem Auftreten bzw. seinen Handlungen, nicht nach irgendwelchen Zitaten, bzw. Nicht-Zitaten."

    Nun, mangelnde wissenschaftlichekeit in wissenschaftlichen Arbeiten, bzw. eine falsche eidesstattliche Erklärung sollte Ihnen eigentlich Handlung genug sein, um Ihr bild über einen Politiker zu revidieren.

    Und Politiker nach Ihrem Auftreten zu beurteilen empfinde ich als ein Grundübel unserer Zeit. Zu viel Wert wird auf Äußerlichkeiten gelegt. Bei den Handlungen stimme ich Ihnen zu - bei den Äußerlichkeiten wird es gefährlich. Charisma mag eine Person angenehm machen, kann aber als Blendwerk gebraucht werden. Charisma sollte nicht zur Beurteilung der Leistungen eines Politikers herangezogen werden. Und zur Bewertung einer wissenschaftlichen Leistung schon gar nicht.

    • dph
    • 17.02.2011 um 10:48 Uhr

    Diese linksliberale Presse wird wirklich immer schamloser!
    Es muss doch möglich sein, seitenlang zu zitieren (und hier und da noch ein Wort hinzuzufügen -> "möglicherweise" z. Bsp.), ohne dass diese lästigen Schreiberlinge gleich einen Skandal wittern und eine Hetzkampagne starten!
    Vor allem die Springerpresse ist ja schon länger auf Kampagnenmodus, wenn es um Gutti geht!
    Aber ich kann sie beruhigen, der Baron wird in guter alter Tradition seinen Ghostwriter feuern und ansonsten relativ unbeschadet, wenn nicht gar gestärkt, aus dieser misslichen Lage herauskommen!
    Zudem ist er im Kabinett ja in bester Gesellschaft, seine Kolegin Frau Doktor Schröder hat ihre Doktorarbeit auch outgesourced und ist mittlerweile in ihrem Kampf gegen Extremismus erfolgreicher denn je!
    Machen Sie sich also keine Sorgen, wer liest schon Zeitung?
    MfG

    yo man,
    "CaTheFreivnzuG" alleine würde schon als würdiger Rappername reichen, aber er legt einiges drauf:
    Was ist Rap? Das Samplen, d.h. Einbauen bereits existierender Stücke in die eigene Arie. So did he! Der Mann braucht einen Plattenvertrag!
    Und darüber hinaus meine ich: In dubio pro Theo. Er kann's nicht besser wissen, er kommt doch aus der christlichsten aller Parteien, die schon mit FJS (noch so ein Rapper ...) stärkste Stücke produziert hat, was den Wahrheitsgehalt angeht. Da fing eine Karriere sogar mit "Sternenkämpfern" an, die ständig vom Himmel fielen.
    Und dann war da noch der Innenminister Z, der es mit der Wahrheit ja auch nicht so genau nahm. Da kann ein Kerlchen von 37 Jahren sich nicht einfach schnöde von guten Traditionen lossagen, ja wo san mir denn?

    Schade, dass auf sein kreatives Element so wenig Wert gelegt wird. Vielleicht sollte er sich in Zukunft mehr auf rappige Schlosskonzerte verlegen. Dirigieren statt regieren, damit wäre allen gedient. Und was dienen heißt, das muss ein BMV doch wohl wissen.
    ain't bad enough?

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