Dokumentation Guttenbergs Stellungnahme im Wortlaut

Verteidigungsminister zu Guttenberg hat Fehler eingestanden und verzichtet vorläufig auf den Doktortitel. Seine Erklärung im Wortlaut.

"Für diese Stellungnahme bedurfte es keiner Aufforderung und sie gab es auch nicht. Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler. Und über jeden einzelnen dieser Fehler bin ich selbst am unglücklichsten.

Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht. Sollte sich jemand hierdurch oder durch inkorrektes Setzen und Zitieren oder versäumtes Setzen von Fußnoten bei insgesamt 1300 Fußnoten und 475 Seiten verletzt fühlen, so tut mir das aufrichtig leid. Die eingehende Prüfung und Gewichtung dieser Fehler obliegt jetzt der Universität Bayreuth.

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Ich werde selbstverständlich aktiv mithelfen festzustellen, inwiefern darin ein wissenschaftliches, ich betone ein wissenschaftliches Fehlverhalten liegen könnte. Und ich werde gerne bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorübergehend, ich betone vorübergehend, auf das Führen des Titels verzichten, allerdings nur bis dahin, anschließend würde ich ihn wieder führen.

Ich werde mir keine anderen Maßstäbe anlegen, als ich bei anderen angesetzt hätte. Jede weitere Kommunikation über das Thema werde ich von nun an ausschließlich mit der Universität Bayreuth führen. Die Menschen in diesem Land erwarten, dass ich mich um das fordernde Amt des Verteidigungsministers mit voller Kraft kümmere und das kann ich auch. Wir stehen vor einer historischen Bundeswehrreform. Und ich trage die Verantwortung für die Soldaten im Einsatz, wie ein Ereignis an dem heutigen Tag einmal mehr auf bittere Weise zeigt."

 
Leser-Kommentare
    • JDB
    • 18.02.2011 um 12:50 Uhr

    Wer diese Rede wohl für ihn geschrieben hat?

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    und im Anhang eine Liste mit seinen weiteren prominenten CSU Opfern...

    Was soll daran schwer sein, eine kurze Rede zu verfassen?

    und im Anhang eine Liste mit seinen weiteren prominenten CSU Opfern...

    Was soll daran schwer sein, eine kurze Rede zu verfassen?

  1. witziges detail am rande: die gesamte hauptstadtjournaille war bei der bundespressekonferenz versammelt, als guttenberg einigen "ausgewählten journalisten" diese stellungnahme aushändigte.

    da hatte wohl jemand angst vor unbequemen fragen.

    dieser mann hat sich nicht nur einen akademischen titel erschlichen, sondern ist auch noch feige.

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    ...ist sicherlich die Häme, die über ihn hereinbricht.
    Ich finde seine Reaktion angemessen - schliesslich hat einen Job zu erfüllen, der wichtiger ist als seine Rechtfertigung.
    In Einem allerdings irrt der Herr Guttenberg: der Doktor ist kein Titel, sondern ein akademischer Grad. Das sollte einem adeligen Namensträger schon klar sein.

    ...ist sicherlich die Häme, die über ihn hereinbricht.
    Ich finde seine Reaktion angemessen - schliesslich hat einen Job zu erfüllen, der wichtiger ist als seine Rechtfertigung.
    In Einem allerdings irrt der Herr Guttenberg: der Doktor ist kein Titel, sondern ein akademischer Grad. Das sollte einem adeligen Namensträger schon klar sein.

  2. Äusserst lustig ist, dass Herr von und zu Guttenberg nicht müde wird zu betonen, dass seine Arbeit 475 Seiten umfasst und 1200 Fussnoten zählt, und in 7 Jahren verfasst wurde. Diese Daten scheinen schwerer zu wiegen, als irgendein Wort über den Inhalt der Arbeit zu verlieren. Das nennt man wohl die "Magie der Zahlen".

  3. Für jeden, der bereits einmal eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben hat, ist es undenkbar, in einem Ausmaß ungekennzeichnet fremdes geistiges Eigentum versehentlich zu übernehmen, wie es hier offenbar geschehen ist. Es kann sich nur um gröbste Fahrlässigkeit oder Vorsatz handeln. Die heutige Behauptung des Herrn Ministers, er habe „nicht bewußt“ Fehler begangen, ist ebenso unglaubwürdig wie die erste Erklärung, alle Vorwürfe seien „abstrus“. Wer sein Grinsen an der Stelle gesehen hat, wo er bekundete, auf den Titel nur vorläufig zu verzichten und ihn dann nach Ende des Prüfungsverfahrens wieder zu führen, hat eine Ahnung, worauf das Verfahren hinauslaufen soll, denn bekanntlich „kann“ die Fakultät den Titel entziehen, muß es aber nicht tun. Die Umstände der Presseerklärung offenbaren trotzdem das schlechte Gewissen. Das letzte Wort in dieser Affäre ist noch nicht gesprochen.

    Ein weiterführender Gedanke. Solange es den Adel in Deutschland gab, war auch die Möglichkeit vorhanden, ihn im Falle schwerwiegender Straftaten gerichtlich abzuerkennen. Es sollte darüber nachgedacht werden, künftig einen Verlust des Adels auch in seiner Eigenschaft eines Namensbestandteils verhängen zu können. Wie wäre es mit einem Ehrengericht von Adligen? Die Anforderungen sollten niedriger sein als zu Zeiten, in denen der Adel noch die Vorherrschaft beanspruchte; ein gebrochenes Ehrenwort, z.B. im Rahmen eines Promotionsverfahrens, sollte ausreichend sein.

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    • nouraa
    • 18.02.2011 um 14:10 Uhr

    ... der Adels"titel" ist heutzuage KEIN Titel mehr. Es handelt sich um einen BESTANDTEIL des Namens, den man nicht einfach "wegstreichen" kann und der keinerlei Bedeutung trägt, außer derjenigen, jemanden zu identifizieren. Das wäre rechtlich das gleiche, wie einem "Müller" das Mü wegzunehmen und nurnoch ller stehen zu lassen.

    Zumal (zum wiederholten Male), der "Adel" an sich oder die Herkunft grundsätzlich rein gar nichts mit akademischem oder (weiterführend) rechtlichem Fehlverhalten zu tun haben. Der Name einer Person hat nichts mit ihrem Verhalten zu tun, egal ob man den Herrn Minister nun mag, oder nicht.

    • nouraa
    • 18.02.2011 um 14:10 Uhr

    ... der Adels"titel" ist heutzuage KEIN Titel mehr. Es handelt sich um einen BESTANDTEIL des Namens, den man nicht einfach "wegstreichen" kann und der keinerlei Bedeutung trägt, außer derjenigen, jemanden zu identifizieren. Das wäre rechtlich das gleiche, wie einem "Müller" das Mü wegzunehmen und nurnoch ller stehen zu lassen.

    Zumal (zum wiederholten Male), der "Adel" an sich oder die Herkunft grundsätzlich rein gar nichts mit akademischem oder (weiterführend) rechtlichem Fehlverhalten zu tun haben. Der Name einer Person hat nichts mit ihrem Verhalten zu tun, egal ob man den Herrn Minister nun mag, oder nicht.

  4. Seine Website wurde sogar schon in entsprechender Weise geändert. Wenn dieser Mann aus der Nummer sauber herauskommt fresse ich einen Besen und wandere aus.

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    • zadi
    • 18.02.2011 um 16:06 Uhr

    "Wenn dieser Mann aus der Nummer sauber herauskommt fresse ich einen Besen und wandere aus."
    Mit dieser Aussage waere ich vorsichtig. Am besten sehen Sie sich schon mal nach einem neuen Wohnort um :-)

    Mir persoenlich kommt bei den Verharmlosungen und Relativierungen seitens der "Spitzenpolitiker" aus den Reihen Guttenbergs schlichtweg die Galle hoch.
    Plagiat ist kein Kavaliersdelikt. Es spielt keine Rolle, wie lang das Werk ist.

    Vor Einhaendigung meiner Bachelor- oder Masterarbeit habe ich Abends jedes Mal lange nochmal alle Referenzen ueberprueft um sicher zu gehen, das ich nicht aus Schusselligkeit eine falsche Angabe mache oder Plagiat begehe (ich freue mich bereits auf den Spass zur Abgabe meiner Doktorarbeit).
    Die Konsequenz dafuer an meiner Uni: Disziplinarverfahren, folgend entweder Exmatrikulation oder sehr drastische Herabstufung der Endnote. "Versehentlich abgeschrieben" gibt's da nicht.

    Wie kann man hier mit zweierlei Mass messen? Mittlerweile ueber 70 Passagen EINS ZU EINS ohne jegliche Referenz zu uebernehmen kann nicht versehentlich geschehen. An meiner Uni hatten wir jedes Mal extra Seminare, wenn es daran ging, eine Abschlussarbeit abzugeben, und die sich nur darum drehten, was Plagiat ist und was man tun kann/muss, um nicht versehentlich in Schwierigkeiten zu geraten.

    Die laxe Behandlung Guttenbergs durch CDU/CSU-Politiker und Teile der Oeffentlichkeit ist fuer jeden ehrlichen Doktoranden, Diplomanden und anderen Thesis-Schreiber ein Schlag ins Gesicht.

    • zadi
    • 18.02.2011 um 16:06 Uhr

    "Wenn dieser Mann aus der Nummer sauber herauskommt fresse ich einen Besen und wandere aus."
    Mit dieser Aussage waere ich vorsichtig. Am besten sehen Sie sich schon mal nach einem neuen Wohnort um :-)

    Mir persoenlich kommt bei den Verharmlosungen und Relativierungen seitens der "Spitzenpolitiker" aus den Reihen Guttenbergs schlichtweg die Galle hoch.
    Plagiat ist kein Kavaliersdelikt. Es spielt keine Rolle, wie lang das Werk ist.

    Vor Einhaendigung meiner Bachelor- oder Masterarbeit habe ich Abends jedes Mal lange nochmal alle Referenzen ueberprueft um sicher zu gehen, das ich nicht aus Schusselligkeit eine falsche Angabe mache oder Plagiat begehe (ich freue mich bereits auf den Spass zur Abgabe meiner Doktorarbeit).
    Die Konsequenz dafuer an meiner Uni: Disziplinarverfahren, folgend entweder Exmatrikulation oder sehr drastische Herabstufung der Endnote. "Versehentlich abgeschrieben" gibt's da nicht.

    Wie kann man hier mit zweierlei Mass messen? Mittlerweile ueber 70 Passagen EINS ZU EINS ohne jegliche Referenz zu uebernehmen kann nicht versehentlich geschehen. An meiner Uni hatten wir jedes Mal extra Seminare, wenn es daran ging, eine Abschlussarbeit abzugeben, und die sich nur darum drehten, was Plagiat ist und was man tun kann/muss, um nicht versehentlich in Schwierigkeiten zu geraten.

    Die laxe Behandlung Guttenbergs durch CDU/CSU-Politiker und Teile der Oeffentlichkeit ist fuer jeden ehrlichen Doktoranden, Diplomanden und anderen Thesis-Schreiber ein Schlag ins Gesicht.

  5. und im Anhang eine Liste mit seinen weiteren prominenten CSU Opfern...

    Antwort auf "Ghostwriter"
  6. ... ist an frecher Verlogenheit schwer zu überbieten.

    Er sollte seinen Adelstitel um zwei Vorsilben ergänzen.

  7. Die 7jährige Kleinstarbeit war ihm wohl zu mühsam und er hat deshalb einen Ghostwriter gebraucht. Zu mühsam war ihm offensichtlich auch, dessen Elaborat zu prüfen.

    Demütiges Bekennen einer Schuld ist nicht nur heilsam, sondern kommt bei den Menschen gut an. Aber davon ist Herr zu Guttenberg weit entfernt.

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