Plagiatsvorwürfe Guttenbergs Krisenmanagement missglückt
Seine Erklärung zu den Plagiatsvorwürfen sollte die Lage entschärfen. Stattdessen hat sich Minister Guttenberg mehr unter Druck gesetzt. Kann er so die Truppe führen?
© Sean Gallup/Getty Images

Der Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg verlässt die Pressekonferenz, nachdem er den Tod eines weiteren deutschen Bundeswehrsoldaten bestätigt hat
Das Tor war nur für einen kurzen Moment geöffnet. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wollte sich für mögliche Fehler bei der Kennzeichnung von Fremdtexten in seiner Doktorarbeit entschuldigen. Ein wichtiger Auftritt in eigener Sache, der über die Zukunft eines Politikers entscheiden kann. Wenige Minuten, in denen der Minister mit dem selbst angehefteten Image der Glaubwürdigkeit versuchen wollte, Fälschungsvorwürfe zu entkräften.
Doch statt sich vor die regelmäßig freitags stattfindende Bundespressekonferenz zu stellen, gewährte der 39-Jährige nur einem kleinen Kreis von Journalisten Einlass in das zwei Kilometer entfernte Verteidigungsministerium. Dort verlas er seine Erklärung und verschwand, ohne weitere Fragen zuzulassen. Dieser Termin war vom Ministerium trotz entsprechender Nachfragen vorher nicht allgemein angekündigt worden. Die von Guttenberg sonst geliebte Öffentlichkeit blieb diesmal weitgehend außen vor.
Ein einmaliger Vorgang, der zu einer seltenen Beschwerde der Bundespressekonferenz führte. Auch bei ihr entschuldigte sich der Minister. Er werde "selbstverständlich" künftig solche Parallelunterrichtungen vermeiden. Nun hat er ein Problem mehr. In der Unionsfraktion wurde plötzlich Kritik am Krisenmanagement des Ministers geäußert. "Das war kein Befreiungsschlag", hieß es seitens der CSU. Auch die CDU hält die Situation für "eine sehr brisante Lage".
Guttenberg hat schon einmal bewiesen, dass er vor aller Welt Fehler einräumen kann. Ende 2009, gerade erst im Amt, korrigierte er seine Einschätzung, der von einem deutschen Oberst befohlene Luftangriff im nordafghanischen Kundus mit vielen Toten und Verletzten sei trotz Verfahrensfehlern angemessen gewesen. Er war nicht angemessen, sagte der Minister dann. Er warf den damaligen Generalinspekteur und den Staatssekretär raus.
Diesmal kann Guttenberg niemanden entlassen. Es geht nicht um militärische Fehler, nicht um Versäumnisse im Amt, sondern um eine Doktorarbeit, die nichts mit dem Verteidigungsministerium zu tun hat. Es geht um seine Leistung – und um seine Glaubwürdigkeit. Es geht darum, ob er sich an seinen hohen Maßstäben selbst messen lässt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war mit Guttenberg am späten Donnerstagabend im Kanzleramt zusammengesessen, um seine Sicht zu hören. Welche Ratschläge sie ihm gab, ließ sie nicht mitteilen. Nur, dass sie "volles Vertrauen" in ihren Verteidigungsminister habe. Öffentlich äußerte sie sich zunächst nicht. In einem Interview erklärte sie später, Guttenberg gehe "sehr offensiv" mit den Vorwürfen um. Fragen zu einem Rücktritt nannte sie Spekulation.
Für sie selbst und die ganze Regierung wäre ein Rückzug Guttenbergs ein empfindlicher Schlag. Er ist weiterhin der beliebteste Politiker des Landes, sieben Landtagswahlen stehen bevor, und Guttenberg gilt unbestritten als politisches Ausnahmetalent.
Auch eine weitere Beschädigung, ein Vertrauens- oder ein Glaubwürdigkeitsverlust des Ministers wäre ein Problem. Denn die Truppe steht mit der Abschaffung der Wehrpflicht und der drastischen Verkleinerung der Streitkräfte vor ihrer größten Reform. Merkel sagte: "Dafür braucht er meine Unterstützung, und dafür bekommt er sie auch." Das Wörtchen "dafür" lässt aufhorchen. Denn zu inhaltlichen Vorwürfen gegen die Doktorarbeit schwieg sie.
Just vor seinem Auftritt im abgeschirmten Ministerium erreichte Guttenberg die wohl schlimmste Nachricht, die der Oberkommandierende der Bundeswehr erhalten kann: Ein 30-jähriger Hauptfeldwebel wurde bei einer Schießerei in Nordafghanistan getötet. Deshalb sei er auch im Ministerium geblieben, hieß es. Allerdings rechtfertigt das aus Mediensicht nicht die Einschränkung für die Journalisten. Denn der Einsatz in Afghanistan ist von höchstem öffentlichen Interesse.
Am Abend gab der Minister ein weiteres Statement im Ministerium. Er teilte mit, dass ein zweiter Soldat in Afghanistan an seinen Verletzungen gestorben ist.
Nun liegt das Schicksal des Ministers zunächst in der Hand der Universität Bayreuth. Sie entscheidet in wenigen Wochen, ob ihm der Doktortitel aberkannt wird. Ob er dies politisch überstehen würde, bezweifelt nicht nur die Opposition.
- Datum 18.02.2011 - 19:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
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warten vergebens.
http://www.youtube.com/wa...
Es scheint, als würde die Affäre Dr. außer Dienst zu Guttenberg eine Welle weiterer Geständnisse prominenter Titelträger auszulösen. So musste etwa gestern abend der bekannte Religionswissenschaftler Dr. Falt einräumen, dass auch er "abgeschrieben" habe. Die ganze Stellungnahme findet sich auch unter http://fremdtrinken.wordp.... Ist dies nun erst der Anfang, wer gesteht als nächstes? Die Kanzlerin?
Es scheint, als würde die Affäre Dr. außer Dienst zu Guttenberg eine Welle weiterer Geständnisse prominenter Titelträger auszulösen. So musste etwa gestern abend der bekannte Religionswissenschaftler Dr. Falt einräumen, dass auch er "abgeschrieben" habe. Die ganze Stellungnahme findet sich auch unter http://fremdtrinken.wordp.... Ist dies nun erst der Anfang, wer gesteht als nächstes? Die Kanzlerin?
Er kann - so gut wie der Rest seiner "ehrenwerten" Klientel.
...und wir haben nichts besseres zu tun als uns um die Dissertation unseres Verteidigungsministers in die Haare zu geraten? Fachlich steht die Dissertation wohl sehr gut da. Wenn überhaupt, dann können Zweifel an der wissenschaftlichen Vorgehensweise geäußert werden. Bei einem Professor oder Nobelpreisträger mag dies wahrlich wichtig sein. Für einen Politiker definitiv nicht, denn hier kommt es auf die Inhalte an.
Vielleicht sollten wir uns mal lieber an die wirklich drängenden Probleme unseres Landes wagen:
1. Gesundheitssystem
2. Steuersystem/Sozialausgleich
3. demografische Entwicklung
Nun ja. Man möge sich auf das WICHTIGE besinnen.
Einen schönen Abend von jemandem, der auch gerade an einer wissenschaftlichen Arbeit sitzt.
Dies habe ich heute Nacht auch schon angemerkt. Wobei es meines persönlichen Erachtens nicht primär um eine Dissertation geht, sondern vielmehr um die Handhabung der Problematik und um die Art und Weise, wie man mit der Wahrheit und dem deutschen Volk umgeht.
Dieses Schauspiel ist plakativ für unsere politische Gesellschaft.
Eben.
Für eine Politiker ist es wichtig Fakten zu erkennen und Argumente politischer Gegner sowie die aus Berichten abwägen zu können. Auch die können mal recht haben. Ähnlich wie in der Wissenschaft.
Das Problem ist, dass es bei Guttenbergs Arbeit eben nicht um eine paar Fußnoten geht, sie ist - gemessen an dem was öffentlich bekannt ist - ein Desaster.
Und dies ist dann schon bedenklich. Klar schreiben die Medien dies hoch, bei Vorlage die Guttenberg durch seine eigenen Ansprüche aufgebaut hat ...
Versuchen sie doch einmal als Wissenschaftler die öffentliche Person, wissenschaftliche Leistung und Amt beim bewerten der Fakten zu trennen. Vielleicht verstehen Sie es dann besser.
http://images.wikia.com/g...
Ja, es gibt wichtigeres, darum muss er schnell zurücktreten.
Es ist richtig das der wissenschaftliche Inhalt der Promotionsschrift von geringem Interesse ist, da Guttenberg Politiker ist. Von sehr hohem Interesse ist dagegen die Methodik und die eidesstattliche Erklärung die Guttenberg abgegeben hat. So wie es aussieht hat er betrogen und gelogen. Was ist jetzt sein Eid als Minister dem deutschen Volke zu dienen noch wert? Nichts!
Der Hauptgrund warum diese Dissertation so eine Aufregung verursacht ist, dass Guttenberg schon mehrmals am Pranger stand und jedesmal die Verantwortung an sein Umfeld abschieben konnte. Mehrfach hat Guttenberg es dabei mit der Wahrheit nicht so genau genommen. Guttenberg ist als Verteidigungsminister nicht mehr tragbar.
...sollten sehr wohl sich darüber Gedanken machen, ob jemand, der von Leistungsgesellschaft predigt und als Verteidigungsminister auch Dienstherr von Bundeswehrhochschulen darstellt, selbst aber in der eigenen Leistung eher nachlässig ist, noch glaubwürdig ist, wenn er sich zum wiederholten Male für Fehler entschuldigt, dabei gleichzeitig mindestens einen neuen Fehler macht.
Im übrigen steht genau die bisher anerkannte Leistung in Frage. Wissenschaftlich gesehen geht es sogar um Betrug. In sachkundigen Interviews wurde von anderen unabhängigen Professoren mit Irritation festgestellt, dass nun wesentliche Teile dieser Dissertation in ihren Eigenanteilen (Kapitel Einleitung und Bewertung) wesentlich durch sonst nicht zu verwendende Zitate bestimmt werden. Auch die Menge der Übernahmen, die im Web mehr und mehr dokumentiert werden, deuten wenig auf eine überzeugende und achtenswerte Leistung hin. In diesem Stil 400 Seiten zusammenzuschustern kann heutzutage jeder mittelmäßig begabte Student - dank Office-Software und Google/Bing.
Ja genau, auf die Inhalte, man sollte immer wissen, was drin steckt. In seiner Diss., im Politiker, in Versprechen usw. Im übrigen geht es m.E. doch primär darum, aus welchem Motiv heraus unser BM dies getan hat und welche Rückschlüsse daraus auf seinen Charakter zulässig sind. Und das ist nun für die Bewertung oder auch Eignung eines Politikers durchaus wichtig.
Die Glaubwürdigkeit unserer Politiker ist m. E. eins der größten Probleme in unserem Land. Abgesehen davon haben deutsche akademische Titel (noch) einen guten Ruf. Das sollte so bleiben. Es geht hier nicht um ein, zwei vergessene Fussnoten. Wer neben Beruf und Familie nicht in der Lage ist eine Doktorarbeit zu schreiben, der sollte es eben lassen. Es ist ja keine Voraussetzung für Politiker.
Netsrac,
mich wundert, dass Sie dieses Vorgehen des Ministers nicht mehr ärgert, eben weil Sie gerade eine Arbeit schreiben und wissen, wieviel Arbeit das bedeutet. Jemand aus der Politik meint, dass für ihn andere Regeln gelten. Darüberhinaus ist das Zitieren fremder Werke für mich ähnlich wie das illegale Runterladen von Musik. Man bedient sich dreist an fremdem Urheberrecht.
Dieses Verhalten ist kein Kavaliersdelikt. Es ist eine dreiste Missachtung der absoluten Grundregeln in der Wissenschaft zum eigenen Vorteil und eine Ohrfeige für jeden Studenten, der für nichts oder weniger an seinem Institut promoviert und sich tagtäglich den... aufreisst. Die Uni muss hier hart durchgeifen, denn alles andere würde zu noch mehr Politikverdrossenheit führen. Dieser feine Herr schafft sich eigene Regeln und das ist genau das, was die Leute in vielen anderen Bereichen so empfinden. Speziell die "Ich entschuldige mich, obwohl ich ja gar nichts getan habe" Masche wird dank Herrn Guttenberg wieder zu 5% weniger Wahlbeteiligung führen.
Wird hier nicht der Titel aberkannt, braucht kein Professor mehr irgendwo irgendetwas seinen Studenten etwas über Plagiate erzählen.
Und was er sonst leistet oder nicht, interessiert mich nicht. Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun.
Es sind Politiker - und in ganz besonders hohem Maße Guttenberg -, die die Politik immer weiter personalisieren, die die Inhalte immer weiter in den Hintergrund drängen, unterstützt von inkompetenten Journalisten. Kurz, die die Politik immer mehr amerikanisieren.
Dann zu jammern, wenn ein Schuss dabei nach hinten losgeht, ist total verlogen.
Sollen sie sachliche, kompetente Politik machen, dann werden sie auch in Ruhe gelassen!
Ich lasse es nicht zu, dass wieder einmal uns Bürgern die Schuld an Missständen zugeschoben wird, für die die Politiker verantwortlich sind.
"Vielleicht sollten wir uns mal lieber an die wirklich drängenden Probleme unseres Landes wagen:
1. Gesundheitssystem
2. Steuersystem/Sozialausgleich
3. demografische Entwicklung"
Glauben Sie ernsthaft, mit einer Truppe aus Hochstaplern und Luftikussen wird uns das gelingen.
Wenn Guttenberg Verteidigungsminister bleibt, dann muss Gert Postel umgehend Gesundheitsminister werden! Und die Strafbestände Betrug und ähnliches sollten wir streichen-scheinbar ist sowas ja heute nicht mehr kriminell, sondern "alternativlos"!
Was jetzt noch fehlt ist, dass das Finanzamt den feinen Herren mal genauer unter die Lupe nimmt...
Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern berechneter und berechnender Betrug. Ich hoffe, sollten Sie wirklich an einer wissenschaftlichen Arbeit sitzen, dass Sie die Regeln einhalten und nicht betrügen. Wie jeder Erstsemester weiß, ist das wirklich erbärmlich. Jemand, der wissenschaftliches Arbeiten beherrscht, hat diese Klüngeleien zudem nicht nötig.
Dies habe ich heute Nacht auch schon angemerkt. Wobei es meines persönlichen Erachtens nicht primär um eine Dissertation geht, sondern vielmehr um die Handhabung der Problematik und um die Art und Weise, wie man mit der Wahrheit und dem deutschen Volk umgeht.
Dieses Schauspiel ist plakativ für unsere politische Gesellschaft.
Eben.
Für eine Politiker ist es wichtig Fakten zu erkennen und Argumente politischer Gegner sowie die aus Berichten abwägen zu können. Auch die können mal recht haben. Ähnlich wie in der Wissenschaft.
Das Problem ist, dass es bei Guttenbergs Arbeit eben nicht um eine paar Fußnoten geht, sie ist - gemessen an dem was öffentlich bekannt ist - ein Desaster.
Und dies ist dann schon bedenklich. Klar schreiben die Medien dies hoch, bei Vorlage die Guttenberg durch seine eigenen Ansprüche aufgebaut hat ...
Versuchen sie doch einmal als Wissenschaftler die öffentliche Person, wissenschaftliche Leistung und Amt beim bewerten der Fakten zu trennen. Vielleicht verstehen Sie es dann besser.
http://images.wikia.com/g...
Ja, es gibt wichtigeres, darum muss er schnell zurücktreten.
Es ist richtig das der wissenschaftliche Inhalt der Promotionsschrift von geringem Interesse ist, da Guttenberg Politiker ist. Von sehr hohem Interesse ist dagegen die Methodik und die eidesstattliche Erklärung die Guttenberg abgegeben hat. So wie es aussieht hat er betrogen und gelogen. Was ist jetzt sein Eid als Minister dem deutschen Volke zu dienen noch wert? Nichts!
Der Hauptgrund warum diese Dissertation so eine Aufregung verursacht ist, dass Guttenberg schon mehrmals am Pranger stand und jedesmal die Verantwortung an sein Umfeld abschieben konnte. Mehrfach hat Guttenberg es dabei mit der Wahrheit nicht so genau genommen. Guttenberg ist als Verteidigungsminister nicht mehr tragbar.
...sollten sehr wohl sich darüber Gedanken machen, ob jemand, der von Leistungsgesellschaft predigt und als Verteidigungsminister auch Dienstherr von Bundeswehrhochschulen darstellt, selbst aber in der eigenen Leistung eher nachlässig ist, noch glaubwürdig ist, wenn er sich zum wiederholten Male für Fehler entschuldigt, dabei gleichzeitig mindestens einen neuen Fehler macht.
Im übrigen steht genau die bisher anerkannte Leistung in Frage. Wissenschaftlich gesehen geht es sogar um Betrug. In sachkundigen Interviews wurde von anderen unabhängigen Professoren mit Irritation festgestellt, dass nun wesentliche Teile dieser Dissertation in ihren Eigenanteilen (Kapitel Einleitung und Bewertung) wesentlich durch sonst nicht zu verwendende Zitate bestimmt werden. Auch die Menge der Übernahmen, die im Web mehr und mehr dokumentiert werden, deuten wenig auf eine überzeugende und achtenswerte Leistung hin. In diesem Stil 400 Seiten zusammenzuschustern kann heutzutage jeder mittelmäßig begabte Student - dank Office-Software und Google/Bing.
Ja genau, auf die Inhalte, man sollte immer wissen, was drin steckt. In seiner Diss., im Politiker, in Versprechen usw. Im übrigen geht es m.E. doch primär darum, aus welchem Motiv heraus unser BM dies getan hat und welche Rückschlüsse daraus auf seinen Charakter zulässig sind. Und das ist nun für die Bewertung oder auch Eignung eines Politikers durchaus wichtig.
Die Glaubwürdigkeit unserer Politiker ist m. E. eins der größten Probleme in unserem Land. Abgesehen davon haben deutsche akademische Titel (noch) einen guten Ruf. Das sollte so bleiben. Es geht hier nicht um ein, zwei vergessene Fussnoten. Wer neben Beruf und Familie nicht in der Lage ist eine Doktorarbeit zu schreiben, der sollte es eben lassen. Es ist ja keine Voraussetzung für Politiker.
Netsrac,
mich wundert, dass Sie dieses Vorgehen des Ministers nicht mehr ärgert, eben weil Sie gerade eine Arbeit schreiben und wissen, wieviel Arbeit das bedeutet. Jemand aus der Politik meint, dass für ihn andere Regeln gelten. Darüberhinaus ist das Zitieren fremder Werke für mich ähnlich wie das illegale Runterladen von Musik. Man bedient sich dreist an fremdem Urheberrecht.
Dieses Verhalten ist kein Kavaliersdelikt. Es ist eine dreiste Missachtung der absoluten Grundregeln in der Wissenschaft zum eigenen Vorteil und eine Ohrfeige für jeden Studenten, der für nichts oder weniger an seinem Institut promoviert und sich tagtäglich den... aufreisst. Die Uni muss hier hart durchgeifen, denn alles andere würde zu noch mehr Politikverdrossenheit führen. Dieser feine Herr schafft sich eigene Regeln und das ist genau das, was die Leute in vielen anderen Bereichen so empfinden. Speziell die "Ich entschuldige mich, obwohl ich ja gar nichts getan habe" Masche wird dank Herrn Guttenberg wieder zu 5% weniger Wahlbeteiligung führen.
Wird hier nicht der Titel aberkannt, braucht kein Professor mehr irgendwo irgendetwas seinen Studenten etwas über Plagiate erzählen.
Und was er sonst leistet oder nicht, interessiert mich nicht. Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun.
Es sind Politiker - und in ganz besonders hohem Maße Guttenberg -, die die Politik immer weiter personalisieren, die die Inhalte immer weiter in den Hintergrund drängen, unterstützt von inkompetenten Journalisten. Kurz, die die Politik immer mehr amerikanisieren.
Dann zu jammern, wenn ein Schuss dabei nach hinten losgeht, ist total verlogen.
Sollen sie sachliche, kompetente Politik machen, dann werden sie auch in Ruhe gelassen!
Ich lasse es nicht zu, dass wieder einmal uns Bürgern die Schuld an Missständen zugeschoben wird, für die die Politiker verantwortlich sind.
"Vielleicht sollten wir uns mal lieber an die wirklich drängenden Probleme unseres Landes wagen:
1. Gesundheitssystem
2. Steuersystem/Sozialausgleich
3. demografische Entwicklung"
Glauben Sie ernsthaft, mit einer Truppe aus Hochstaplern und Luftikussen wird uns das gelingen.
Wenn Guttenberg Verteidigungsminister bleibt, dann muss Gert Postel umgehend Gesundheitsminister werden! Und die Strafbestände Betrug und ähnliches sollten wir streichen-scheinbar ist sowas ja heute nicht mehr kriminell, sondern "alternativlos"!
Was jetzt noch fehlt ist, dass das Finanzamt den feinen Herren mal genauer unter die Lupe nimmt...
Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern berechneter und berechnender Betrug. Ich hoffe, sollten Sie wirklich an einer wissenschaftlichen Arbeit sitzen, dass Sie die Regeln einhalten und nicht betrügen. Wie jeder Erstsemester weiß, ist das wirklich erbärmlich. Jemand, der wissenschaftliches Arbeiten beherrscht, hat diese Klüngeleien zudem nicht nötig.
Die Berliner Zeitung schreibt auf ihrer Website, dass Teile der Arbeit von zG auffällig identisch mit einer anonymisierten Hausarbeit eines Berliner Studenten seien.
Inklusive des Fazits.
http://www.bz-berlin.de/a...
Die Kanzlerin vertraut, die Journalisten, die Guttenberg hochgejubelt haben, sind beleidigt, die gesammelte Wissenschaft kuscht vor der Macht, KT erfindet die Suspendierung von Doktortiteln und wirkt "aktiv" an der Aufklärung mit, was das Schlimmste befürchten lässt.
Ein Stoff erster Güte. Liebe Offenbachs, Tucholskys und Kraus' der Gegenwart: Bitte zugreifen.
Mittlerweile steht auf jedem Satz und jeder Satzkombination schon ein Copyright, weil irgend jemand es schon mal veröffentlicht hat. Wenn wir dieses Prinzip weiterführen, "dem ersten gehört alles" dann werden nachfolgende Generationen nichts mehr veröffentlichen können ohne von der Bürokratie des Copyrights erschlagen zu werden.
Mittlerweile sind Kinder schon deshalb kriminell, wenn sie Weihnachtslieder singen...
Dieses ganze absurde System, das einen jeden von uns kriminalisiert, wenn man ganz genau den Focus daruf richtet, gehört weit mehr in die Schusslinie als Gutenberg, der zuerst von der Presse hochgejubelt wurde und jetzt zum Abschuss freigegeben ist.
Das übliche Spiel der Presse.
Gutenberg ist einer der beten Politiker im Land, ob mit oder ohne "Dr."
"gilt als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern (Mobilletterndruck) in Europa und der Druckerpresse."
http://de.wikipedia.org/w...
da bin ich Ihrer Meinung, aber nur im Bereich der Kunst. Youtube etc. macht das notwenidg.
In der Wissenschaft allerdings sind strenge Regeln, auch Zitierregeln, fundamental. Sie mal eben aufzugeben, weil ein beliebter Minister geschlampt oder betrogen hat, geht nicht. Hier zu schludern wäre der Anfang vom Ende der Wissenschaft.
Ich kann ja verstehen, daß die ganzen Befürworter des Herrn von Gutenberg sich die Illusion eines beliebten, ehrlichen und kompetenten Politikers nicht beschädigen lassen wollen. Aber dummerweise schalten sie dabei ihre Denkvorgänge ab.
Es geht keinesfalls um das Copyright, sondern darum, daß eine Doktorarbeit die Befähigung des wissenschaftlichen Arbeitens belegen soll. Das bedeutet zum einen, daß es sich um eigenständige Gedanken handeln muß - im Patentrecht würde man sagen, es muß eine gewisse Erfindungshöhe überschritten werden. Desweiteren bedeutet das auch, daß man deutlich kennzeichnet, vom wem man Ideen oder Texte übernimmt.
Über die Qualität kann ich mich hier nicht auslassen.
Aber wer eine s.c.l erhält, der hat sich an vorbildlich an die wissenschaftlichen Spielregeln zu halten. Wenn er es nicht tut, so erweckt er den Anschein, daß die übernommenen Ideen seine eigenen Ideen sind. Das ist - vereinfacht ausgedrückt - Betrug. Mittlerweile stellt sich heraus, daß bei ca. 400 Seiten Umfang mindestens 85 Passagen zumindest des Plagiats verdächtig sind.
Das der ehrenwerte Herr es mit der Wahrheit nicht besonders genau nimmt, ist aber schon seit längerem bekannt. Wer sich natürlich nur über die Mainstreammedien informiert, die diesen ehrenwerten Herrn ja mit aller Gewalt zum neuen Superstar puschen wollen, der wird diese Informationen nicht erhalten. Das hat nichts mit Neid oder Links zu tun, wie es gern unterstellt wird, dieser Mann ist einfach nicht vertrauenswürdig.
Da kannst du ihn gleich in die Tasche stecken und mitnehmen.
Falls er einer dr besten Politiker ist, möchte ich gar nicht wissen was für Tölpel denn sonst die anderen sind.
Wenn hier von einem wissenschaftlichen Plagiat gesprochen wird, geht es nicht um Verstöße gegen das Copyright. Es geht
(1) Betrug im wissenschaftlichen Sinne, da durch die Vernachlässigung entsprechender Zitierregeln der Eindruck vermittelt werden soll, dass es sich um eigene Darstellungen handelt (hier sollte eigentlich Fahrlässigkeit nur dann anerkannt werden, wenn einzelne Sätze oder Halbsätze trotz Verweiesen an anderer Stelle einmal durchgegangen sind);
(2) Betrug bezüglich einer Prüfungsleistung, ob absichtlich oder fahrlässig spielt dabei keine Rolle, denn nicht kenntlich gemachte lange Zitate in wesentlichen Teilen einer Doktorarbeit (Einleitung und Bewertung) täuschen Eigenleistungen vor, die tatsächlich nicht erbracht worden sind.
In jedem Fall ist aufgrund der nun bekannten Stellen zumindest die bestehende Beurteilung nicht mehr haltbar. Ein "Cum Laude" bei derartigen Verstößen gegen Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens verhöhnt alle wirklich guten Akademiker. Bayreuth dürfte dann bald seine Fakultät schließen können.
Inzwischen sind laut Tagesschau auf 76 Seiten Plagiate nachgewiesen worden. Es geht hier also nicht um ein paar Sätze. Guttenberg hat offenbar systematisch abgekupfert. Auf die Frage, warum seinem Doktorvater das nicht aufgefallen ist, gibt es für mich nur eine Antwort: Er hat sich offenbar blenden lassen von Guttenbergs Namen. Ich glaube auch nicht, dass die Uni Bayreuth den Schneid hat, ihm den Titel abzuerkennen, allein schon, um das Gesicht nicht zu verlieren. Der Adel kann also - Abschaffung hin, Abschaffung her - offenbar machen, was er will.
"gilt als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern (Mobilletterndruck) in Europa und der Druckerpresse."
http://de.wikipedia.org/w...
da bin ich Ihrer Meinung, aber nur im Bereich der Kunst. Youtube etc. macht das notwenidg.
In der Wissenschaft allerdings sind strenge Regeln, auch Zitierregeln, fundamental. Sie mal eben aufzugeben, weil ein beliebter Minister geschlampt oder betrogen hat, geht nicht. Hier zu schludern wäre der Anfang vom Ende der Wissenschaft.
Ich kann ja verstehen, daß die ganzen Befürworter des Herrn von Gutenberg sich die Illusion eines beliebten, ehrlichen und kompetenten Politikers nicht beschädigen lassen wollen. Aber dummerweise schalten sie dabei ihre Denkvorgänge ab.
Es geht keinesfalls um das Copyright, sondern darum, daß eine Doktorarbeit die Befähigung des wissenschaftlichen Arbeitens belegen soll. Das bedeutet zum einen, daß es sich um eigenständige Gedanken handeln muß - im Patentrecht würde man sagen, es muß eine gewisse Erfindungshöhe überschritten werden. Desweiteren bedeutet das auch, daß man deutlich kennzeichnet, vom wem man Ideen oder Texte übernimmt.
Über die Qualität kann ich mich hier nicht auslassen.
Aber wer eine s.c.l erhält, der hat sich an vorbildlich an die wissenschaftlichen Spielregeln zu halten. Wenn er es nicht tut, so erweckt er den Anschein, daß die übernommenen Ideen seine eigenen Ideen sind. Das ist - vereinfacht ausgedrückt - Betrug. Mittlerweile stellt sich heraus, daß bei ca. 400 Seiten Umfang mindestens 85 Passagen zumindest des Plagiats verdächtig sind.
Das der ehrenwerte Herr es mit der Wahrheit nicht besonders genau nimmt, ist aber schon seit längerem bekannt. Wer sich natürlich nur über die Mainstreammedien informiert, die diesen ehrenwerten Herrn ja mit aller Gewalt zum neuen Superstar puschen wollen, der wird diese Informationen nicht erhalten. Das hat nichts mit Neid oder Links zu tun, wie es gern unterstellt wird, dieser Mann ist einfach nicht vertrauenswürdig.
Da kannst du ihn gleich in die Tasche stecken und mitnehmen.
Falls er einer dr besten Politiker ist, möchte ich gar nicht wissen was für Tölpel denn sonst die anderen sind.
Wenn hier von einem wissenschaftlichen Plagiat gesprochen wird, geht es nicht um Verstöße gegen das Copyright. Es geht
(1) Betrug im wissenschaftlichen Sinne, da durch die Vernachlässigung entsprechender Zitierregeln der Eindruck vermittelt werden soll, dass es sich um eigene Darstellungen handelt (hier sollte eigentlich Fahrlässigkeit nur dann anerkannt werden, wenn einzelne Sätze oder Halbsätze trotz Verweiesen an anderer Stelle einmal durchgegangen sind);
(2) Betrug bezüglich einer Prüfungsleistung, ob absichtlich oder fahrlässig spielt dabei keine Rolle, denn nicht kenntlich gemachte lange Zitate in wesentlichen Teilen einer Doktorarbeit (Einleitung und Bewertung) täuschen Eigenleistungen vor, die tatsächlich nicht erbracht worden sind.
In jedem Fall ist aufgrund der nun bekannten Stellen zumindest die bestehende Beurteilung nicht mehr haltbar. Ein "Cum Laude" bei derartigen Verstößen gegen Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens verhöhnt alle wirklich guten Akademiker. Bayreuth dürfte dann bald seine Fakultät schließen können.
Inzwischen sind laut Tagesschau auf 76 Seiten Plagiate nachgewiesen worden. Es geht hier also nicht um ein paar Sätze. Guttenberg hat offenbar systematisch abgekupfert. Auf die Frage, warum seinem Doktorvater das nicht aufgefallen ist, gibt es für mich nur eine Antwort: Er hat sich offenbar blenden lassen von Guttenbergs Namen. Ich glaube auch nicht, dass die Uni Bayreuth den Schneid hat, ihm den Titel abzuerkennen, allein schon, um das Gesicht nicht zu verlieren. Der Adel kann also - Abschaffung hin, Abschaffung her - offenbar machen, was er will.
...hat die Frankfurter Rundschau mal zusammengestellt:
"Sollte die Universität Bayreuth Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktor-Titel aberkennen, dann hat er vor Gericht keine Gnade zu erwarten."
http://www.fr-online.de/f...
Für die Universität Bayreuth steht auch etwas auf dem Spiel:
- Beläßt sie trotz der scheinbar erdrückenden Beweise Guttenberg den Titel, dann zerstört sie ihre eigene Glaubwürdigkeit und entwertet jede Promotion, die zumindest in der zuständigen Fakultät je akzeptiert wurde.
- Erkennt sie Guttenberg den Doktortitel ab nimmt halb Bayern wahrscheinlich übel.
Ich kann nur empfehlen, das zweite Übel zu wählen, die Entscheidung gut zu begründen und die Kritik auszuhalten. Kein Politiker ist es wert, daß eine Hochschule sich demontiert.
Dies habe ich heute Nacht auch schon angemerkt. Wobei es meines persönlichen Erachtens nicht primär um eine Dissertation geht, sondern vielmehr um die Handhabung der Problematik und um die Art und Weise, wie man mit der Wahrheit und dem deutschen Volk umgeht.
Dieses Schauspiel ist plakativ für unsere politische Gesellschaft.
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