PlagiatsaffäreDie Fehler des Herrn Guttenberg

Der Verteidigungsminister habe seine Glaubwürdigkeit verloren, heißt es nun. In Wahrheit hat er das schon lange bevor die Plagiatsaffäre bekannt wurde. Ein Kommentar

Im Hause Springer ist man aufgeregt. Karl-Theodor zu Guttenberg, der Star der Bild-Zeitung, hat eine neue Affäre am Hals. "Macht keinen guten Mann kaputt. Scheiß auf den Doktor", rät Franz Josef Wagner und vermutet eine "Jagd auf Guttenberg", angetrieben von Neid und Missgunst ob der großen Beliebtheit des Verteidigungsministers.

Das ist die Botschaft des Boulevards: Was sind schon ein paar geklaute Absätze? Und das Blatt hätte Recht, wenn es nicht den entscheidenden Rest des Gedanken verschwiege: Was sind schon ein paar geklaute Absätze verglichen mit all den Fehlern, die sich Karl-Theodor zu Guttenberg im Laufe seiner nicht allzu langen Karriere als Verteidigungsminister geleistet hat?

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Eines ist gewiss: Lappalien sind fehlende Zitatnachweise in einer Doktorarbeit nicht. Im schlimmsten Fall könnte der Freiherr seinen Doktortitel verlieren. Peinlicher geht’s kaum – gerade für einen, der auf seine steile Karriere, sein Auftreten und seine Integrität so stolz ist. Und diesmal kann er nicht einmal die oft erprobte Methode Guttenberg anwenden und irgendein Bauernopfer feuern.

Doch ist es eben keineswegs die Plagiatsaffäre, die Guttenbergs Glaubwürdigkeit beschädigt hat. Um die steht es schon viel länger nicht mehr gut:

Als Verteidigungsminister hat er den katastrophal falschen Luftangriff auf zwei entführte Tanklaster bei Kundus erst als "angemessen" und wenig später als das Gegenteil bezeichnet. Er hat den Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert entlassen, ohne dass die Gründe dafür bis heute wirklich klar geworden wären.

Er hat die Wehrpflicht erst verteidigt, dann ihre Abschaffung aus finanziellen Gründen gefordert und später – als mancher in der Union nicht überzeugt war – sicherheitspolitische Gründe nachgeschoben.

Er hat im Fall der Vorgänge auf der Gorch Fock vor schnellen Vorverurteilungen gewarnt – und einen Tag später mirnichtsdirnichts den Kapitän des Segelschulschiffes suspendiert.

 

Er hat – so behauptet es jedenfalls die Opposition – den Verteidigungsausschuss nicht über die wahren Hintergründe eines tödlichen Zwischenfalls in Afghanistan informiert. Die Abgeordneten erfuhren erst vom Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus, dass ein Soldat wohl bei "Waffenspielen" getötet worden war.

Und er hat mit Pomp eine Bundeswehr-Reform samt Einsparungen angekündigt. Nun will er von letzteren nichts mehr wissen.

Guttenberg redet viel und urteilt schnell. Er widerspricht sich, informiert nach Gutdünken und stößt selbst Kabinettsmitglieder vor den Kopf. Das ist sein eigentliches Problem. Ein Problem, das unmittelbar seinen Job als Verteidigungsminister betrifft. Das tut die Copy-und-Paste-Affäre nicht. Es wäre eine Ironie der Geschichte, würde er ausgerechnet über sie stolpern.

 
Leserkommentare
    • Suryo
    • 17.02.2011 um 14:28 Uhr

    Ein exzellenter Kommentar.

    Tatsache ist, daß die Guttenbergverehrung vor allem eins zeigt: den meisten Menschen sind die Themen Verteidigungspolitik und Bundeswehr egal.

    Würde man sich wirklich dafür interessieren, wie es den deutschen Soldaten geht, dann hätte spätestens die Behandlung von Kapitän Schatz negative Auswirkungen auf die Umfragewerte des Ministers haben müssen.

    41 Leserempfehlungen
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    Dem schließe ich mich an!
    Ein wirklich treffender Kommentar der Zeit.

    Es wird für mich auch immer schleierhaft bleiben, worauf sich seine Beliebtheit überhaupt stützt. Sollte der deutsche Michel tatsächlich Frisuren-verliebt sein?
    Er hat bisher nichts, aber auch gar nichts geleistet, sondern wie die Aufzählung beweist, kläglich versagt.
    Vergessen wurde noch die Gesetzeschrift einer ihm nahen Anwalstkanzlei -aber das scheint hier ja schon alltäglich-normal..
    Ich bin damals schon im Zuge der Kundusaffäre von einem Rücktritt ausgegangen. Da hab ich mich stark getäuscht ;-)
    Allein diese Posse hätte bei anderen Politikern schon 3 mal für einen Rücktritt gereicht.

    Herr Guttenberg -ihre Glaubwürdigkeit ist für immer zerstört.

    Naja ausser bei den üblichen Groupies -hihi

    • joG
    • 17.02.2011 um 15:58 Uhr

    ....anders. Vielleicht interessiert die Menschen, dass die Bundeswehr auch tun kann, was man von ihr verlangt. In diese Richtung machte Guttenberg erhebliche Fortschritte.

    Vermutlich ist aber ein Großteil der Bevölkerung nur froh jemanden zu sehen, der nicht aussieht wie eine Tränendrüse und nur im bürokratischen Umfeld überlebensfähig scheint.

    Der Kommentar der Zeit ist wahrhaftig zutreffend, aber viel erschreckender finde ich vor allem die Frage, wie viel Macht eigentlich die vierte Gewalt im Staat haben darf.

    Dürfen Medien nur aufgrund dessen, dass ihnen gewisse Zuwendungen geboten werden praktisch in den politischen Prozess durch Bevorteilung eingebunden werden? Sind Medienmonopole wie die BILD überhaupt in Deutschland als solche legal mit ihrer Macht?

    Diese Monopolstellung der Boulevardzeitschriften hat klar gemacht, wie groß das hinter Guttenberg stehende eigentliche Problem ist, nämlich die extrem große Einflussnahme auf die Meinungsbildung des Bürgers.

    Man könne hier einwenden, dass der gebildete Bürger ja über diesen Dingen stehen würde, aber im Endeffekt ist jeder Mensch von der Gesellschaft als solche ebenso abhängig wie unabhängig. Zweitens, und das ist der Fakt: Wie viele Bürger besitzen denn im Verhältnis ein Abitur, einen Studienabschluss? Und was sagt das über die Bildung der betreffenden Personen denn aus?

    Also mir hat es, wenn ich ehrlich bin eher gegraut vor dieser Frage, wie viel Herr Guttenberg selbst geleistet haben mag und wie viel diese Medien denn über ihn eingesetzt haben um seinen Status zu erhöhen?

    Also, ich habe das in der Schule bei Klassenarbeiten auch schon mal gemacht.
    Texte von anderen kopiert und sie so umformuliert, um den Anschein zu erwecken, als wären es meine eigenen Texte.
    Bis mein Lehrer mir sagte: " Junge, du bist ein Blender. Note: Mangelhaft".

    Das war mir eine große Lehre.
    Seit dem, versuche ich, immer ich zu sein !

    Ich weis nicht, ob Guttenberg wirklich ein guter Mann ist. Der Beweis steht noch aus.
    Allerdings hat er Courage gezeigt gegen den populistischen Mainstream vorzugehen. Was daraus wird, bleibt abzuwarten.
    Die jetzige Affäre ist einfach lächerlich, offensichtlich haben einflussreiche Kreise mächtig Angst vor Guttenberg.
    Eine Doktorarbeit ohne Plagiatsverdacht? Gibt es die überhaupt?
    Ich wette das fast in jeder Doktorarbeit dieser Vorwurf erhoben werden kann. Es gibt einfach nicht genug neuen Stoff oder vermeintlich eigene Ideen sind längst anderswo niedergeschrieben.

    Was die Bundeswehr angeht, so kenne ich einige Bundeswehrangehörige, die des Ministers Taten sehr begrüßen.
    Niemand erwartet Wunder, aber alle sind erleichtert über das Ende des jahrzehntelangen mauschelnden Stillstandes.

    Egal ob man eher misstrauisch oder begeistert gegenüber dem Minister ist, bisher ist die Kritik auf deutlich niedrigerem Niveau als es die Begeisterungstürme überhaupt sein können und sehr deutlich und auffällig von der ideologischen Vorprägung abhängig.

    H.

    welche Figuren vom Volkeswillen (?), besser vom manipulierten Volkeswillen nach oben gespühlt werden.
    Eine bedenkliche Verbelusconierung ist in Deutschland festzustellen.

    Dem schließe ich mich an!
    Ein wirklich treffender Kommentar der Zeit.

    Es wird für mich auch immer schleierhaft bleiben, worauf sich seine Beliebtheit überhaupt stützt. Sollte der deutsche Michel tatsächlich Frisuren-verliebt sein?
    Er hat bisher nichts, aber auch gar nichts geleistet, sondern wie die Aufzählung beweist, kläglich versagt.
    Vergessen wurde noch die Gesetzeschrift einer ihm nahen Anwalstkanzlei -aber das scheint hier ja schon alltäglich-normal..
    Ich bin damals schon im Zuge der Kundusaffäre von einem Rücktritt ausgegangen. Da hab ich mich stark getäuscht ;-)
    Allein diese Posse hätte bei anderen Politikern schon 3 mal für einen Rücktritt gereicht.

    Herr Guttenberg -ihre Glaubwürdigkeit ist für immer zerstört.

    Naja ausser bei den üblichen Groupies -hihi

    • joG
    • 17.02.2011 um 15:58 Uhr

    ....anders. Vielleicht interessiert die Menschen, dass die Bundeswehr auch tun kann, was man von ihr verlangt. In diese Richtung machte Guttenberg erhebliche Fortschritte.

    Vermutlich ist aber ein Großteil der Bevölkerung nur froh jemanden zu sehen, der nicht aussieht wie eine Tränendrüse und nur im bürokratischen Umfeld überlebensfähig scheint.

    Der Kommentar der Zeit ist wahrhaftig zutreffend, aber viel erschreckender finde ich vor allem die Frage, wie viel Macht eigentlich die vierte Gewalt im Staat haben darf.

    Dürfen Medien nur aufgrund dessen, dass ihnen gewisse Zuwendungen geboten werden praktisch in den politischen Prozess durch Bevorteilung eingebunden werden? Sind Medienmonopole wie die BILD überhaupt in Deutschland als solche legal mit ihrer Macht?

    Diese Monopolstellung der Boulevardzeitschriften hat klar gemacht, wie groß das hinter Guttenberg stehende eigentliche Problem ist, nämlich die extrem große Einflussnahme auf die Meinungsbildung des Bürgers.

    Man könne hier einwenden, dass der gebildete Bürger ja über diesen Dingen stehen würde, aber im Endeffekt ist jeder Mensch von der Gesellschaft als solche ebenso abhängig wie unabhängig. Zweitens, und das ist der Fakt: Wie viele Bürger besitzen denn im Verhältnis ein Abitur, einen Studienabschluss? Und was sagt das über die Bildung der betreffenden Personen denn aus?

    Also mir hat es, wenn ich ehrlich bin eher gegraut vor dieser Frage, wie viel Herr Guttenberg selbst geleistet haben mag und wie viel diese Medien denn über ihn eingesetzt haben um seinen Status zu erhöhen?

    Also, ich habe das in der Schule bei Klassenarbeiten auch schon mal gemacht.
    Texte von anderen kopiert und sie so umformuliert, um den Anschein zu erwecken, als wären es meine eigenen Texte.
    Bis mein Lehrer mir sagte: " Junge, du bist ein Blender. Note: Mangelhaft".

    Das war mir eine große Lehre.
    Seit dem, versuche ich, immer ich zu sein !

    Ich weis nicht, ob Guttenberg wirklich ein guter Mann ist. Der Beweis steht noch aus.
    Allerdings hat er Courage gezeigt gegen den populistischen Mainstream vorzugehen. Was daraus wird, bleibt abzuwarten.
    Die jetzige Affäre ist einfach lächerlich, offensichtlich haben einflussreiche Kreise mächtig Angst vor Guttenberg.
    Eine Doktorarbeit ohne Plagiatsverdacht? Gibt es die überhaupt?
    Ich wette das fast in jeder Doktorarbeit dieser Vorwurf erhoben werden kann. Es gibt einfach nicht genug neuen Stoff oder vermeintlich eigene Ideen sind längst anderswo niedergeschrieben.

    Was die Bundeswehr angeht, so kenne ich einige Bundeswehrangehörige, die des Ministers Taten sehr begrüßen.
    Niemand erwartet Wunder, aber alle sind erleichtert über das Ende des jahrzehntelangen mauschelnden Stillstandes.

    Egal ob man eher misstrauisch oder begeistert gegenüber dem Minister ist, bisher ist die Kritik auf deutlich niedrigerem Niveau als es die Begeisterungstürme überhaupt sein können und sehr deutlich und auffällig von der ideologischen Vorprägung abhängig.

    H.

    welche Figuren vom Volkeswillen (?), besser vom manipulierten Volkeswillen nach oben gespühlt werden.
    Eine bedenkliche Verbelusconierung ist in Deutschland festzustellen.

  1. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Argumenten an der Artikeldiskussion. Danke. Die Redaktion/lv

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    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass der Inhalt, auf den Sie sich bezogen, mittlerweile moderiert wurde. Danke. Die Redaktion/lv

    ...für die kompetente Vorauswahl frei geäußerter Meinungen. Man muß sich gar nicht erst durch alle Beiträge durcharbeiten, sondern kann, ohne nachdenken zu müssen, zensierte Kommentare empfehlen.

    Danke, danke, liebe Redaktion!

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    Danke, danke, liebe Redaktion!

    • mooony
    • 17.02.2011 um 14:33 Uhr

    "die Guttenbergs Glaubwürdigkeit beschädigt hat. Um die steht es schon viel länger nicht mehr gut"

    Ich frage mich, warum Politiker und Personen der Öffentlichkeit immer als Übermenschen verstanden wird oder ihnen zumindest eine gewisse Fehlerlosigkeit nachgesagt wird.
    Jeder Politiker übertreibt, untertreibt oder schätzt mal etwas falsch ein - weil es normale Menschen sind. Fehler finden nur mehr Aufmerksamtkeit, weil sie in der Öffentlichkeit geschehen und bei Guttenberg umso mehr, da er einer der präsentesten Politiker ist.

    Zur Doktorarbeit:
    Einserseits: Hat er tatsächlich Plagiate verwendet ist das ein wunderbares Beispiel der Konsequenzen von übermäßigem Leistungs- und Erfolgsdruck, den es hierzulande zur Genüge gibt. Aber, ob er Doktor ist oder nicht sollte keinen Einfluss auf seinen Beruf haben.

    Andererseits: Wenn ein Student in seiner Hausarbeit oder dem Referat Plagiate verwendet, wird er exmatrikuliert. Bei uns schon des öfteren geschehen.

    So viel dazu.

    6 Leserempfehlungen
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    [Aber, ob er Doktor ist oder nicht sollte keinen Einfluss auf seinen Beruf haben.]

    Wenn es mit der Politik nicht mehr klappt, was sollte dieser Herr noch machen können? Letzendlich wäre sein Studium nichts mehr wert.

    Durch seine öffentliche Darstellung als Minister (mit dem besagtem "Plagiat") wäre für höhere Tätigkeiten untragbar gewesen. Ob er niedrigere Tätigkeiten annehmen würde, bewzeifle ich sehr stark.

    Und gesellschaftlich (zumindest in seinem Umfeld) wäre er mit dieser Affaire völlig unten durch.

    Vielleicht haben noch die Amigos aus der CSU paar Plätze frei.... Aber diese werden sehr weit von der Öffenltichkeit sein.

    Diese "Übermenschen" bezeichnen sich selbst nicht so, unterstellen wir es Ihnen auch nicht.
    Aber es gibt seit Jahren eine wachsende Klientel von Politikern und Administratoren, die sich gerne als die Leistungsträger der Gesellschaftund sehen und auch so bezeichnen. Von einem Träger der Leistung darf man allerdings tragende, also gesellschaftlich herausragende Leistungen erwarten. Doch diese werden immer seltener - trotz guter, oft übermäßig guter Belohnung.
    Ganz besonders traurig ist aber, dass sich zahlreiche "Säulen der politischen Gesellschaft" menschlich nicht oder nur extrem selten auf gleicher Höhe mit beispielsweise einem Hartz- 4 Empfänger sehen. Wäre dem so, würde dem Hartz-4 Empfänger oder auch vielen anderen wirtschaftlich schwachen oft armen Gruppen der Gesellschaft endlich "menschwürdiger Respekt" entgegen gebracht. Dort wird nämlich gar nicht selten wirklich Außerordentliches geleistet, von dem sich diese selbsternannten "Leistungsträger" leider gar kein Bild machen (wollen).

    Wer als Politiker eine herausragende Verantwortung für sich reklamiert, an den sind selbstverständlich auch ethisch wie sachlcih herausragende Maßstäbe anzulegen.

    [Aber, ob er Doktor ist oder nicht sollte keinen Einfluss auf seinen Beruf haben.]

    Wenn es mit der Politik nicht mehr klappt, was sollte dieser Herr noch machen können? Letzendlich wäre sein Studium nichts mehr wert.

    Durch seine öffentliche Darstellung als Minister (mit dem besagtem "Plagiat") wäre für höhere Tätigkeiten untragbar gewesen. Ob er niedrigere Tätigkeiten annehmen würde, bewzeifle ich sehr stark.

    Und gesellschaftlich (zumindest in seinem Umfeld) wäre er mit dieser Affaire völlig unten durch.

    Vielleicht haben noch die Amigos aus der CSU paar Plätze frei.... Aber diese werden sehr weit von der Öffenltichkeit sein.

    Diese "Übermenschen" bezeichnen sich selbst nicht so, unterstellen wir es Ihnen auch nicht.
    Aber es gibt seit Jahren eine wachsende Klientel von Politikern und Administratoren, die sich gerne als die Leistungsträger der Gesellschaftund sehen und auch so bezeichnen. Von einem Träger der Leistung darf man allerdings tragende, also gesellschaftlich herausragende Leistungen erwarten. Doch diese werden immer seltener - trotz guter, oft übermäßig guter Belohnung.
    Ganz besonders traurig ist aber, dass sich zahlreiche "Säulen der politischen Gesellschaft" menschlich nicht oder nur extrem selten auf gleicher Höhe mit beispielsweise einem Hartz- 4 Empfänger sehen. Wäre dem so, würde dem Hartz-4 Empfänger oder auch vielen anderen wirtschaftlich schwachen oft armen Gruppen der Gesellschaft endlich "menschwürdiger Respekt" entgegen gebracht. Dort wird nämlich gar nicht selten wirklich Außerordentliches geleistet, von dem sich diese selbsternannten "Leistungsträger" leider gar kein Bild machen (wollen).

    Wer als Politiker eine herausragende Verantwortung für sich reklamiert, an den sind selbstverständlich auch ethisch wie sachlcih herausragende Maßstäbe anzulegen.

  2. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Artikeldiskussion. Danke. Die Redaktion/lv

    4 Leserempfehlungen
  3. Ein guter aufklärender Artikel.
    Trotzdem, meine ich, man hat eine Treibjagd auf den Herrn Baron eröffnet und die FDP bringt sichnun in Feuerstellung auf den Herrn Verteidigungsminister.

    2 Leserempfehlungen
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    geht nun mal reflexartig mit gesenkten Hörnern auf das rote Tuch los, welches ihm der adrett bis pompös gekleidete, meist gut aussehende Torero provokativ vor versammeltem Publikum in stolz bis arrogant anmaßender Haltung präsentiert.
    Wer will es dem Stier verdenken? Reizt man ihn, schnaubt er erst ein bischen, doch im Widerholungsfalle wird er wütend und wehrt sich. Ist doch ganz natürlich.

    Moin,
    noch ein Rückfall in alte Schreibwut, doch die Überhöhung des zu Guttenbergs geht mir genau so gegen den Strich wie eine übermäßige Verteufelung. Zunächst der Hinweis, ich stehe politisch nicht auf seine Seite und empfinde ihn auch als einen Politik-Darsteller, der weniger Politik macht und dies dafür um so wirksamer darstellt. Und bei genauerer Betrachtung hat er jeden scheinbaren eigenen Erfolg immer mit der Beschädigung Anderer erkauft. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen gibt es die über lange Strecken funktionierende Überhöhung der Person zu Guttenberg, rührt hieraus seine Beliebtheit und die Neigung, seine Fehler über alle Maße zu verzeihen.
    Gerade die Geschichte mit der Dissertation bietet aber die Chance, dass der Gutti-Hype nachlässt und eine realere Bewertung seines politischen Wirkens möglich wird. Bei Westerwelle war es ja ähnlich, seine Schwachstellen wurden erst sichtbar, als der Hype vorbei war.
    Aller persönlich verletzenden Sprüche, die man hier in die eine wie die andere Richtung vernimmt, möchte ich mich enthalten und entziehen.
    Die inzwischen dokumentierten und im Netz oft sachlich diskutierten Fundstellen sind für mich zunächst bedeutsam, so einfach wegbügeln sollte man sie nicht.
    Allerdings hat mit die Befassung mit den Fundstellen auch neugierig gemacht, würde gerne seine Dissertation lesen, und zwar gerade aus europapolitischer Sicht. Leider ist das Ding nicht gerade billig, andere Bücher gehen vor.
    Soweit aus dem Off,
    beste Grüße
    Grabert

    geht nun mal reflexartig mit gesenkten Hörnern auf das rote Tuch los, welches ihm der adrett bis pompös gekleidete, meist gut aussehende Torero provokativ vor versammeltem Publikum in stolz bis arrogant anmaßender Haltung präsentiert.
    Wer will es dem Stier verdenken? Reizt man ihn, schnaubt er erst ein bischen, doch im Widerholungsfalle wird er wütend und wehrt sich. Ist doch ganz natürlich.

    Moin,
    noch ein Rückfall in alte Schreibwut, doch die Überhöhung des zu Guttenbergs geht mir genau so gegen den Strich wie eine übermäßige Verteufelung. Zunächst der Hinweis, ich stehe politisch nicht auf seine Seite und empfinde ihn auch als einen Politik-Darsteller, der weniger Politik macht und dies dafür um so wirksamer darstellt. Und bei genauerer Betrachtung hat er jeden scheinbaren eigenen Erfolg immer mit der Beschädigung Anderer erkauft. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen gibt es die über lange Strecken funktionierende Überhöhung der Person zu Guttenberg, rührt hieraus seine Beliebtheit und die Neigung, seine Fehler über alle Maße zu verzeihen.
    Gerade die Geschichte mit der Dissertation bietet aber die Chance, dass der Gutti-Hype nachlässt und eine realere Bewertung seines politischen Wirkens möglich wird. Bei Westerwelle war es ja ähnlich, seine Schwachstellen wurden erst sichtbar, als der Hype vorbei war.
    Aller persönlich verletzenden Sprüche, die man hier in die eine wie die andere Richtung vernimmt, möchte ich mich enthalten und entziehen.
    Die inzwischen dokumentierten und im Netz oft sachlich diskutierten Fundstellen sind für mich zunächst bedeutsam, so einfach wegbügeln sollte man sie nicht.
    Allerdings hat mit die Befassung mit den Fundstellen auch neugierig gemacht, würde gerne seine Dissertation lesen, und zwar gerade aus europapolitischer Sicht. Leider ist das Ding nicht gerade billig, andere Bücher gehen vor.
    Soweit aus dem Off,
    beste Grüße
    Grabert

  4. "Es wäre eine Ironie der Geschichte, würde er ausgerechnet über sie stolpern."

    An ortlosem Ort und Stelle wird nach Kräften daran gearbeitet.

    Eine Leserempfehlung
  5. Ob Guttenberg seinen Doktor behält und wieviel er für seine politische Karriere diesem Titel schuldet sei dahingestellt.
    Dass er seine Karriere einer ganz anderen Art von Doktoren schuldet, den Spin-Doktoren, scheinen seine (mutmaßlich) greisen Anhängerinnen nicht begreifen zu wollen.

    17 Leserempfehlungen
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    • lepkeb
    • 17.02.2011 um 16:39 Uhr

    bloss weiß die Mehrheit der Deutschen imho nicht was spin doctors sind.

    @Thema
    Es ist egal ob er den Titel behält, die lebenslange Alimentierung durch den dt. Steuerzahler ist ihm aufgrund seiner Parlamentszugehörigkeit sicher, da wird ihm seine Glaubwürdigkeit egal sein. Darüber sollten die Dt. mal nachdenken.

    • lepkeb
    • 17.02.2011 um 16:39 Uhr

    bloss weiß die Mehrheit der Deutschen imho nicht was spin doctors sind.

    @Thema
    Es ist egal ob er den Titel behält, die lebenslange Alimentierung durch den dt. Steuerzahler ist ihm aufgrund seiner Parlamentszugehörigkeit sicher, da wird ihm seine Glaubwürdigkeit egal sein. Darüber sollten die Dt. mal nachdenken.

  6. Wir haben die Regierung, die wir "verdient" / gewählt haben!

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    Ich habe diese Regierung NICHT gewählt !

    Wie oft muss man sich noch solche albernen Sprüche anhören ?

    Ich habe diese Regierung NICHT gewählt !

    Wie oft muss man sich noch solche albernen Sprüche anhören ?

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