Plagiats-Affäre Guttenberg im Kreuzverhör
Für die Opposition ist er ein Hochstapler, für seine Partei ein verdienter Minister. Und Guttenberg selbst präsentierte sich im Bundestag als Mensch mit Fehlern.
Er klebe nicht an seinem Amt, sagte Karl-Theodor zu Guttenberg einst leichtfertig. Damals war seine Ministerwelt noch in Ordnung: Hohe Popularitätswerte, wohlwollende Medienberichterstattung, Zustimmung überall.
Das ist jetzt vorbei. Seit einer Woche weiß ganz Deutschland, dass er seinen Doktortitel zu Unrecht bekommen hat. Einige Tage dauerte es, bis er die Anschuldigungen nicht mehr "abstrus" nannte, sondern selbst "gravierende Fehler" zugab. Das hat ihn Anerkennung gekostet. Daher hat Guttenberg seine Strategie geändert, er geht nun in die Offensive. Persönlich erscheint er an diesem Mittwoch im Bundestag, die Opposition hatte zur Fragestunde gerufen. Das ist ein harmloser Begriff, Kreuzverhör würde es an diesem Tag auch gut treffen: "Urheberrechtsverletzung", "schummeln", "täuschen", die Anschuldigungen von SPD, Grünen und Linken sind deutlich.
"Ich habe weder bewusst noch vorsätzlich getäuscht", hält Guttenberg dagegen. Wer anderes behauptet, betreibe üble Nachrede. "Ich habe mehrfach gesagt, dass ich diese Doktorarbeit selber geschrieben habe", sagt der Minister – seine Stimme geht in höhnischen Spottrufen unter.
Kai Gehring von den Grünen fragt, welches Signal Guttenberg eigentlich aussende, als Dienstherr von zwei Bundeswehruniversitäten. Der Verteidigungsminister gibt sich einsichtig. Seine Arbeit enthalte "offenbar sehr viele Fehler", sagt der Minister. Deswegen habe er wohl ein schlechtes Signal gesendet. Mit gesenktem Haupt tritt Guttenberg aber nicht vor das Parlament. Seine Partei hatte vor der Fragestunde verkündet, die politische Aufarbeitung sei nun abgeschlossen. Punkt.
Er habe sich "aufrichtig und von Herzen entschuldigt", betont Guttenberg – und fügt blumig hinzu: "Ich wiederhole das gerne in diesem hohen Hause." Der Minister steht vor seinem Tisch, die Hände erst gefaltet, dann vor der Brust verschränkt. Er steht dort wie ein Büßer. Die Abgeordneten der Union und auch die der FDP applaudieren ihm demonstrativ bei jeder Antwort. "Pfui", rufen sie laut, wenn Abgeordnete der SPD oder Grünen dem Minister eine Täuschung vorwerfen.
Guttenberg lässt alles betont beherrscht über sich ergehen. Er habe sich erstmalig am Wochenende näher mit seiner Arbeit beschäftigen können, verspricht er sich dann aber und sorgt für Gelächter bei der Opposition.
Hans-Peter Bartels von der SPD fragt, ob Guttenberg bei der Abgabe der Doktorarbeit eine ehrenwörtliche Erklärung abgegeben habe. Die besagt, dass er keine Quellen genutzt hätte als die in der Arbeit genannten. Guttenberg antwortet mit "Ja". Plötzlich ist es ganz ruhig im Plenarsaal. Erstmals hat die Opposition das Gefühl, Guttenberg gestellt zu haben.
Brisant für den Verteidigungsminister wird es auch, als es um Ausarbeitungen einiger Mitarbeiter des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages geht. Diese hatte Guttenberg fast wortgleich in seine Arbeit übernommen, die Quelle aber nach eigener Aussage genannt. Für private Zwecke dürfen die Abgeordneten den Dienst nicht nutzen. Guttenberg hat sich daher gut auf diesen Punkt vorbereitet, er liest Teile seiner Antwort ab. Die Texte seien in erster Linie für seine Abgeordnetentätigkeit benötigt worden, behauptet Guttenberg. Über die Themen, etwa den Gottesbezug in der Verfassung, habe er bei US-Reisen mit amerikanischen Kollegen gesprochen.
Beim Präsidenten des Bundestages habe er sich allerdings "vorsorglich" entschuldigt, sagt Guttenberg. Er könne sich nämlich nicht mehr erinnern, ob er das Präsidium um Erlaubnis zur Nutzung der Ausarbeitungen in seiner Promotion gefragt habe. "Ich war sicher so hochmütig zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingt", sagt der Minister. Die Arbeit als Politiker, das Sein als junger Familienvater und die intellektuelle Auseinandersetzung mit einem wissenschaftlichen Thema habe ihn überfordert. Guttenberg habe "an einigen Stellen ein wenig den Überblick verloren" – leider natürlich. Der CSU-Politiker spricht von einem "schmerzhaften Verzicht" auf seinen akademischen Grad. Teile der Arbeit halte er weiterhin für wissenschaftlich bedeutsam.
- Datum 23.02.2011 - 18:45 Uhr
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Angesichts seines miserablen Verhaltens gegenüber Öffentlichkeit, Wissenschaftsbetrieb und akademischen Mitbewerbern sind G. und seine Freunde als - in des Wortes genuiner Bedeutung - ‚sozial schwach’ zu bezeichnen. Es sind seine bigotten Verteidiger, voran Angela Merkel, die das wirkliche, das moralische ‚Prekariat’ repräsentieren, dem der Rechtsstaat schutzlos, wie es scheint, ausgeliefert ist, wenn nicht den Prinzipien der Zivilgesellschaft, die vom herrschenden Vulgär-Konservativismus irregeleitet ist, rigoros Geltung verschafft wird. - Der Kasus gehört auf den Tisch der Staatsanwaltschaft.
Verantwortung ist unteilbar!
Zunächst danke für ihre äusserst prägnante Wortwahl, versehen mit der Bemerkung, dass bereits zwei Staatsanwaltschaften entprechende Anklagen erhalten haben.
Da nun aus dem Dr. ein ex Dr. geworden ist, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis Anklage erhoben wird.
Laut screenshots des bekannten Internet-Archivs [url]www.archive.org[/url] bzw. dessen Suchmaschine [url]www.WayBackMachine.org[/url] war Herr Guttenberg für 198 Tage als HOCHSTAPLER unterwegs, da er seinen Doktortitel bereits seit 20.10.2006 u.a. auf seiner Website führte:
[url]http://replay.waybackmachine.org/20061022165349/http://www.zuguttenberg.de/[/url]
Laut übereinstimmenden Berichten wurde sein zugehöriges Promotionskolloquium jedoch erst am 27.02.2007 abgehalten!
Zwar stellte Guttenberg danach umgehend Antrag auf Genehmigung des vorläufigen Führens des Titels, diesem wurde jedoch erst am 07.05.2007 von der Uni Bayreuth statt gegeben. Erst danach war er gemäß Promotionsordnung zum (vorläufigen) Führen des Titels berechtigt.
"Dem geneigten Leser möge es freistehen, diese meine Kurzrecherche nun eingehend zu überprüfen." (frei auf guttenbergisch)
Zunächst danke für ihre äusserst prägnante Wortwahl, versehen mit der Bemerkung, dass bereits zwei Staatsanwaltschaften entprechende Anklagen erhalten haben.
Da nun aus dem Dr. ein ex Dr. geworden ist, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis Anklage erhoben wird.
Laut screenshots des bekannten Internet-Archivs [url]www.archive.org[/url] bzw. dessen Suchmaschine [url]www.WayBackMachine.org[/url] war Herr Guttenberg für 198 Tage als HOCHSTAPLER unterwegs, da er seinen Doktortitel bereits seit 20.10.2006 u.a. auf seiner Website führte:
[url]http://replay.waybackmachine.org/20061022165349/http://www.zuguttenberg.de/[/url]
Laut übereinstimmenden Berichten wurde sein zugehöriges Promotionskolloquium jedoch erst am 27.02.2007 abgehalten!
Zwar stellte Guttenberg danach umgehend Antrag auf Genehmigung des vorläufigen Führens des Titels, diesem wurde jedoch erst am 07.05.2007 von der Uni Bayreuth statt gegeben. Erst danach war er gemäß Promotionsordnung zum (vorläufigen) Führen des Titels berechtigt.
"Dem geneigten Leser möge es freistehen, diese meine Kurzrecherche nun eingehend zu überprüfen." (frei auf guttenbergisch)
Was hatte Guttenberg doch für ein Glück, daß er in seiner Abgeordnetentätigkeit über genau solche Themen sprechen mußte, über die er in seiner (schon vorher begonnenen )Dissertation schreiben mußte. Und dann ganz zufällig die Themen beim wissenschaftlichen Dienst in Auftrag geben konnte.
Sollen ihm doch die mündigen Bürger der BRD die Meinung sagen. Ich habe KTG eine Email mit Aufforderung zum Rücktritt geschrieben, sowie die Bundestagsabgeordneten aus meinem Wahlkreis darum gebeten, den Rücktritt von KTG voranzutreiben.
An alle die jetzt denken, das hat was mit Jagd auf den lieben Schussel KT zu tun: Eben das habe ich u.a. auch bezüglich der Abstimmung zu den Laufzeiten der Atomkraftwerke getan.
Angela Merkel wäre nicht Angela Merkel, wenn sie hier nicht strategisch denken würde: geht Baden-Württemberg in wenigen Wochen für die Union verloren, hat sie jemanden im Kabinett, der einen trefflichen Sündenbock abgibt.
...ist mir auch schon gekommen.
Hat nicht Stefan Mappus neulich noch gesagt, trotz der Vorwürfe an an der Wahlkampfhilfe durch zG festzuhalten? Herr Mappus dürfte auch schon bald dringenden Bedarf an einem Sündenbock haben...
---
Anyway, der Tag an dem die "Blendgranate" von der politischen Bühne abtritt ist ein guter Tag für Deutschland, und wenn er noch den einen oder anderen, der zu lange zu ihm gestanden hat mit in den Abgrund reißt, bin ich darob nicht allzu traurig...
...ist mir auch schon gekommen.
Hat nicht Stefan Mappus neulich noch gesagt, trotz der Vorwürfe an an der Wahlkampfhilfe durch zG festzuhalten? Herr Mappus dürfte auch schon bald dringenden Bedarf an einem Sündenbock haben...
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Anyway, der Tag an dem die "Blendgranate" von der politischen Bühne abtritt ist ein guter Tag für Deutschland, und wenn er noch den einen oder anderen, der zu lange zu ihm gestanden hat mit in den Abgrund reißt, bin ich darob nicht allzu traurig...
in der sache wird diese traenen-demuts-masche vorerst reichen.
um koenig von deutschland zu werden, muss aber irgendwann wieder der strahlende anti-politiker mit schneid erscheinen sonst reicht es am ende nur fuer den arbeits u. sozialminister.
ich gestehe, ich bin wertekonservativer als die ganze schwarz gelbe koalition zusammen. wahrscheinlich heißt das dann ab heute linksradikal.
Kerssenbrock. Der ist auch so einer. Und ihn störten die Barschel-Sauereien. Weil er das auch als Wertekonservativer sagte, sorgten seine Partei"freunde" dafür, daß wg Formfehlern sein Doktor kassiert wurde...
Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/er
Kerssenbrock. Der ist auch so einer. Und ihn störten die Barschel-Sauereien. Weil er das auch als Wertekonservativer sagte, sorgten seine Partei"freunde" dafür, daß wg Formfehlern sein Doktor kassiert wurde...
Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/er
Wenn die Parteikollegen, die Kanzlerin, sein Chef Seehofer uam. endlich erkennen würden, daß man diesen Mann nicht mehr vor sich her in die Grube treiben sollte, wäre die Empfehlung zum Rücktritt eine menschliche Geste. Mit seinem Rücktritt ginge weder die Welt unter noch wäre es ein Unglück. Eine nationale Katastrophe, auch aus der Sicht des Auslandes wäre es, wenn man einfach so zur Tagesordnung überginge und er weiter blenden darf. Herr zu Guttenberg hat zuviel Menschen und Institutionen beschädigt und sich als Vorbild nicht nur für unsere Jugend selbst diskreditiert.
Es wird spannend, jetzt zu beobachten, wer der Nächste sein wird! Ob SPD, FDP, CDU, Grüne oder Linke: Alle haben Ihre Mandatsträger mit Doktortitel und ich halte es für so gut wie sicher, dass da so mancher noch eine 'Leiche im Keller' hat, wenn man die Dissertationen mal näher überprüft! Ich hoffe, die Internet Community nimmt jetzt auch die Doktorarbeiten anderer Spitzenpolitiker mal unter die Lupe.....!
via ZEIT ONLINE plus App
... mal schnell die Fußnoten an der richtigen Stelle gemacht: http://www.flugzeuge-auf-...
Gruß aus Oberfranken
aus der Schußlinie nehmen.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Und Guttenberg hätte Mitstreiter mit perfekter Motivation.
Die würden ja auch gerne die Absolution erhalten.
... mal schnell die Fußnoten an der richtigen Stelle gemacht: http://www.flugzeuge-auf-...
Gruß aus Oberfranken
aus der Schußlinie nehmen.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Und Guttenberg hätte Mitstreiter mit perfekter Motivation.
Die würden ja auch gerne die Absolution erhalten.
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