Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Entscheidung der Universität als richtig und logisch. Das Votum zeige, dass zu Guttenberg mit seiner Selbsteinschätzung richtig liege. "Die Entscheidung der Uni Bayreuth liegt auf der Linie dessen, was der Verteidigungsminister vorgegeben hat", sagte Merkel nach Angaben eines Regierungssprechers. "Sie macht daher Sinn."

Die Universität Bayreuth hatte Guttenberg zuvor wegen der gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwürfe den Doktortitel aberkannt. Guttenberg habe "in erheblichem Umfang" gegen die in der Promotionsordnung der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät festgelegten wissenschaftlichen Pflichten verstoßen, sagte Universitäts-Präsident Rüdiger Bormann zur Begründung. Nicht untersucht wurde allerdings die Frage, ob Guttenberg bewusst getäuscht hatte. Der Minister hatte zuvor im Bundestag eingeräumt, er habe offensichtlich eine "sehr fehlerhafte Doktorarbeit geschrieben"

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, kritisierte die Entscheidung der Hochschule als halbherzig. "Die Universität Bayreuth kneift, denn sie verzichtet darauf zu prüfen, ob eine bewusste Täuschung vorliegt – und das trotz massivster Anhaltspunkte", sagte er. "Damit macht sie sich die Argumentation Guttenbergs zu eigen und erleichtert ihm das politische Überleben. Das ist nicht in Ordnung." Das Verfahren sei "zu billig".

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, bekräftigte Rücktrittsforderungen an den Verteidigungsminister: "Guttenberg hat in großem Umfang gefälscht", sagte er. "Er hat sich den Doktortitel erschlichen."

Auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig hält an der Rücktrittsforderung fest. Guttenberg habe gelogen, sagte sie. "Wenn er seine hohen Maßstäbe an sich selbst anlegt, bleibt nur der Rücktritt." Man könne Guttenbergs "Täuschungsversuch bei seiner Doktorarbeit und seine Verschleierungstaktik der vergangenen Tage" nicht von seinem politischen Amt trennen, so Schwesig weiter.

Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst Ulrich Kirsch, sagte mit Blick auf die Plagiatsaffäre: "Die Glaubwürdigkeit des Ministers ist angekratzt. Daran besteht kein Zweifel." Zur Reaktion in der Truppe sagte Kirsch: "Die Soldaten im Auslandseinsatz beschäftigt diese Angelegenheit wenig. Ihnen kommt es darauf an, dass sich der Minister um ihre Anliegen kümmert. Das tut er."