Wahl in Hamburg Herr Scholz ist beeindruckt

Die CDU zog sich aufs Konservative zurück – und verlor krachend. In Hamburg siegt kühler Pragmatismus: Wirtschaft und sozialer Ausgleich gehören zusammen. Ein Kommentar

Vielleicht hat Angela Merkel an diesem Wahlabend ganz kurz in sich hinein geschmunzelt. Siehste, hat sie sich gesagt, ich hatte eben doch Recht. Und dann hat sie an ihre Mannschaft gedacht, an Ursula von der Leyen oder Norbert Röttgen. Weil die nämlich die Antwort sind auf die "Stunde der Ratlosigkeit", die Hamburgs CDU-Noch-Bürgermeister Christoph Ahlhaus seinen Parteigängern nach dieser krachenden Niederlage nicht zu erklären vermag.

Mit "beispielloser Geschlossenheit" habe die CDU in Hamburg gekämpft, sagte Ahlhaus. Beispiellos vernagelt träfe es besser. Eingeigelt hat sich die Partei, abgewandt von Ole von Beusts "liberaler Großstadtpartei", konzentriert auf ihren konservativen Markenkern. Eine Taktik, die sogar zwanzig Prozent der Rentner, die früher schwarz wählten, zur SPD trieb. Chapeau.

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Auch die grüne Frontfrau Anja Hajduk redet sich die Welt schön, wenn sie betont, die Grünen hätten zugelegt – um 1,6 Prozent. Angesichts des Trends im Bund, wo die Grünen Werte von bis zu 19 Prozent erreichten, und der jüngsten Umfrage für Hamburg von 14 Prozent, sehen die 11,2 Prozent, die sie nach aktueller Hochrechnung erreicht haben, doch eher dürftig aus.

Schwarze und Grüne, so zeigt sich, haben nicht den Ton getroffen, der die Wähler anspricht. Olaf Scholz hat das schon, so gut, dass er auf eine absolute Mehrheit hoffen darf. In einem Fünf-Parteien-System ein Kunststück, das auch nicht jeder zu vollbringen vermag.

Vielleicht liegt es daran, dass Scholz so oft Vokabeln benutzt, die der Bürger gerne hört, weil sie ihm selbst von Eltern und Lehrern ständig gesagt wurden: vernünftig, klar, pragmatisch, solide, konkret. Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass Scholz kühl-trocken eine Utopie für Hamburg formuliert, die Schwarze und Grüne genauso hätten hererzählen können: nämlich wirtschaftliche Vernunft und sozialen Zusammenhalt gleichzeitig realisieren zu wollen.

Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beachten Sie die Diskussionsgrundsätze unseres Forums unter: Netiquette. Danke. Die Redaktion/km

  2. Entfernt. Bleiben Sie bitte sachlich. Die Redaktion/km

    • -Ziet-
    • 20.02.2011 um 22:53 Uhr

    ... etc, die sich zu Scharen aufmachten die SPD zu wählen, um den Grünen Ex-Koalitionären eins auszuwischen.

    Diese Menschen sahen die CDU klaren Blicks an die Wand fahren und ihre Stimme entwerten. Also kamen diese Menschen auf die glorreiche Idee ihrer Stimme zumindest dahingehend Gewicht zu geben, daß sie versuchten die ungeliebten Grünen durch eine starke SPD außen vor zu halten.

    Die Konservativen sahen die Grünen ja nicht an Ahlhaus scheitern, sondern nahmen das hingeworfene Handtuch der Grünen als Verrat wahr.

    Aber vermutlich werden in nächsten Tagen in der Presse die SPD-Verlautbarungen Oberwasser haben, die uns die Mär vom Sozialdemokratischen Konsens der Mitte als Mehrheitsbeschafferin der nächsten Regierung erzählt werden.

    Nun gut, gönnen wir den Genossen ihren Sieg ... und hoffen wir darauf, daß die Grünen mit an Bord kommen ... allein verirren sich die SPDler sonst zu leicht in Tagträumereien.

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    Wenn Sie die Wählerwanderungen anschauen sehen Sie, dass Sie mit Ihrer Vermutung falsch liegen. Von der CDU gingen 52.000 Wähler zur SPD und 70.000 gingen gar nicht zur Wahl.
    Zu den Grünen gingen die CDU-Wähler (so gut wie) nicht.

    Nein, ALLE Wähler haben erkannt, dass die grüne DAGEGEN-Partei entbehrlich ist, die "Opposition" nur spielt, um an die Macht zu kommen. Sie hat ohne Not eine Koalition verlassen im Glauben, sie könne dann nahtlos mit der SPD weiterregieren. Diese Träume sind geplatzt. Und auch in den anderen Bundeländern wachen die Wähler auf und sehen, wie die Grünen aus purer Machtgier alle demokratischen Grundsätze verlassen haben.

    Wie schreibt Frau Ditfurth so schön: "Verrat ist eine Kunst, die die Grünen meisterlich beherrschen. Widerstand zu spalten und zu schwächen, können sie wie keine zweite Partei im Land. Das haben sie schließlich von der Pike auf gelernt. (…)" (Link: jungewelt.de

    Wenn Sie die Wählerwanderungen anschauen sehen Sie, dass Sie mit Ihrer Vermutung falsch liegen. Von der CDU gingen 52.000 Wähler zur SPD und 70.000 gingen gar nicht zur Wahl.
    Zu den Grünen gingen die CDU-Wähler (so gut wie) nicht.

    Nein, ALLE Wähler haben erkannt, dass die grüne DAGEGEN-Partei entbehrlich ist, die "Opposition" nur spielt, um an die Macht zu kommen. Sie hat ohne Not eine Koalition verlassen im Glauben, sie könne dann nahtlos mit der SPD weiterregieren. Diese Träume sind geplatzt. Und auch in den anderen Bundeländern wachen die Wähler auf und sehen, wie die Grünen aus purer Machtgier alle demokratischen Grundsätze verlassen haben.

    Wie schreibt Frau Ditfurth so schön: "Verrat ist eine Kunst, die die Grünen meisterlich beherrschen. Widerstand zu spalten und zu schwächen, können sie wie keine zweite Partei im Land. Das haben sie schließlich von der Pike auf gelernt. (…)" (Link: jungewelt.de

  3. ein Wortspieler ohne Überzeugungen, ein Parteisoldat aus Prinzip und wie fast alle in der Politik ohne eigene Visionen und Vorstellungen.

    Dass er in Hamburg gewinnt, zeigt nur, wie schlecht der Gegner ist. Da hätte er genauso gegen Micky Mouse antreten können.

    Das einzig Gute ist, dass Mutti wahrscheinlich heute ein paar Kopfschmerztabletten einwerfen wird. Dass Westerwelle seinen "Erdrutschsieg" mit 1.6 Prozent über Durchfallklippe als größtes Ding aller Zeiten hinstellt, war zu erwarten. Zeigt aber auch eher die Armseligkeit seiner Partei, die schon Glückshormone ausschüttet, wenn sie 500 Wähler hat.

    Die SPD ist leider keine Alternative zur CDU, beide sind auf dem besten Weg ins Chaos und der Beliebigkeit und Kriecherei ohne Programm vor dem Wähler. Aber Merkel, Mappus, Westerwelle, Guttenberg, Shavan, Schröder und den Herrn Gesundheitsminister (gibts den noch? wie hieß er noch?)von der Leyen usw. zu dämpfen ist auf keinen Fall verkehrt. Laienpolitiker lösen Laienpolitiker ab.

    11 Leser-Empfehlungen
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    ...die auch einem klar überführten Betrüger wie Guttenberg trotzdem weiterhin im Amt sehen wollen.

    Gewohnheit kann etwas gräßliches sein, vor allem, wenn die Leute sich erstmal an Korruption gewöhnt haben.

    [...]

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Meinung sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    ...die auch einem klar überführten Betrüger wie Guttenberg trotzdem weiterhin im Amt sehen wollen.

    Gewohnheit kann etwas gräßliches sein, vor allem, wenn die Leute sich erstmal an Korruption gewöhnt haben.

    [...]

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Meinung sachlich. Danke. Die Redaktion/er

  4. Vor den grandiosen Wahlverlieren PDS mit 6,4%.
    Da hätte die FDP doch einen natürlichen Anspruch auf einen stellvertretenden Bürgermeister. Wenn dies nichts wird, kann die Bürgerschaft nicht erfolgreich werden. Zumindest nicht für ihre Klientel bei der Umverteilung der Einkommen und Vermögen. Und dabei besitzen in Deutschland erst 20% aller Deutschen 80% aller Vermögen. Also wäre nocht viel zu tun für FDP.
    Ob es wenigstens die SPD stört?

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    Zwar fehlten ihr die Argumente, aber sie hatten eine schöne Kandidatin, die viel gelächelt hat. Arme Hamburger! Das hätten ihr leicht durchschauen können und es hätte Signalwirkung für die nächsten Wahlen gehabt, wenn diese FDP (Fies Dreist Platt) ohne Programm draußen geblieben wäre.
    Die Tatsache, dass Westerwelle zwei Reporter aus dem Iran persönhlich abgeholt hat, dürfte wenig zu diesem Ergebnis beigetragen haben.

    Zwar fehlten ihr die Argumente, aber sie hatten eine schöne Kandidatin, die viel gelächelt hat. Arme Hamburger! Das hätten ihr leicht durchschauen können und es hätte Signalwirkung für die nächsten Wahlen gehabt, wenn diese FDP (Fies Dreist Platt) ohne Programm draußen geblieben wäre.
    Die Tatsache, dass Westerwelle zwei Reporter aus dem Iran persönhlich abgeholt hat, dürfte wenig zu diesem Ergebnis beigetragen haben.

    • Kelhim
    • 20.02.2011 um 23:23 Uhr

    Nun kann sie in Hamburg (vielleicht ohne grüne Kellner) die Kita-Gebühren-Erhöhung der Grünen rückgängig machen und den Wohnungsbau anpacken, der vernachlässigt wurde und die Preise treibt, und die Studiengebühren abschaffen.

    Dabei unnötige Pöstchen abschaffen und das Geld lieber direkt in die Kultur selbst stecken.

    Daran können sich andere Bundesländer gerne ein Beispiel nehmen. Zum Beispiel Baden-Württemberg. ;)

    • Buh
    • 20.02.2011 um 23:40 Uhr

    "Auch die grüne Frontfrau Anja Hajduk redet sich die Welt schön, wenn sie betont, die Grünen hätten zugelegt – um 1,6 Prozent. Angesichts des Trends im Bund, wo die Grünen Werte von bis zu 19 Prozent erreichten,"

    Was lernen wir daraus? Die Medien (Also auch ihr, ZEITonline) solltn endlich aufhören dumme Umfragen als Gegebenheit darszustellen!

    Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Kritik zukünftig freundlicher formulieren würden. Danke. Die Redaktion/er

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    Gut aufgepasst, den Zuwachs einer Partei auf ueber 11% als Niederlage darzustellen dient natuerlich einem Zweck.
    Allerdings haette gruene Politik in Hamburg in der Tat sehr viel mehr Stimmen holen koennen - die GAL ist aber fuer den Kniefall vor der CDU-Politik abgestraft worden.
    Scholz haelt immerhin am Atomausstieg fest...

    Gut aufgepasst, den Zuwachs einer Partei auf ueber 11% als Niederlage darzustellen dient natuerlich einem Zweck.
    Allerdings haette gruene Politik in Hamburg in der Tat sehr viel mehr Stimmen holen koennen - die GAL ist aber fuer den Kniefall vor der CDU-Politik abgestraft worden.
    Scholz haelt immerhin am Atomausstieg fest...

  5. wusste garnicht , dass scharping noch einen bruder hat.

    Bitte stellen Sie einen konkreten Bezug zum Artikelthema heraus. Danke. Die Redaktion/er

    Eine Leser-Empfehlung

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