Vermittlungsausschuss Offenbar neue Chance für Hartz-IV-Lösung

Die Bundesrats-Abstimmung über die Hartz-Reform soll verschoben werden. Regierung und Opposition setzen auf neue Verhandlungen.

Das "Nein" der Opposition zum Hartz-IV-Konzept im Bundesrat schien schon sicher. In der Nacht zum Mittwoch waren die Gespräche zwischen Schwarz-Gelb, der SPD und den Grünen über eine Erhöhung der Regelsätze und das Bildungspaket für Kinder gescheitert. Die Opposition kündigte daraufhin an, das neue Gesetz mit ihrer Mehrheit in der Länderkammer abzulehnen. Doch kurz vor der Abstimmung am Freitag stellte sich heraus: Alle Bundesländer, egal ob von SPD oder CDU geführt, wollen nun doch weiterverhandeln.

Die Initiative kam unter anderem vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD). Er wollte im Bundesrat am Mittag einen entsprechenden Antrag stellen. Dann würde die Abstimmung über die Reform vertagt. Alle Länder seien sich parteiübergreifend einig, dass man eine neue Verhandlungsrunde wolle, sagte Beck. Auch die Verhandlungsführerin der SPD im Vermittlungsausschuss, Manuela Schwesig, sprach sich für weitere Gespräche aus: "Kommen Sie zurück an den Verhandlungstisch", apellierte sie an die Koalition. Ihr Parteichef Gabriel mahnte: "Wir müssen ein Ergebnis erzielen."

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Auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast zeigte sich bereit für neue Verhandlungen. Allerdings forderte sie die Kanzlerin auf, dafür zu sorgen, dass sich die "starre Haltung" der Koalition ändere. "Es darf jetzt keine mehrwöchige Hängepartie geben", mahnte Künast. Würde der Bundesrat die Regierungspläne an diesem Freitag ablehnen, könnte es erst Ende März mit der Kompromisssuche weitergehen. Erst dann tagt wieder der Bundesrat, in dem ein entsprechender Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses gestellt werden muss.

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) sprach sich daher für neue Verhandlungen aus. Er sehe noch eine Chance, "sich auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen", sagte Böhmer, der in Magdeburg mit der SPD regiert. Auch in der Frage der heftig umstrittenen Regelsätze gebe es Lösungspotenzial.

Schwarz-Gelb hat im Bundesrat keine Mehrheit und ist daher für den Beschluss der Hartz-IV-Reform auf die Zustimmung mindestens eines oppositionsgeführten Bundeslandes angewiesen. Aus diesem Grund wurde vor Weihnachten ein Vermittlungsausschuss angerufen, in dem Regierung und Opposition seitdem über Änderungen an dem Konzept verhandeln. Vor allem an den konträren Positionen zum neu berechneten Hartz-IV-Regelsatz scheiterte der Kompromiss. Schwarz-Gelb will den Regelsatz nur um fünf Euro erhöhen, der Opposition ist das zu wenig.

Hintergrund für den neu aufgeflammten Einigungswillen der Bundesländer ist auch das parteiübergreifende Interesse an den von der Koalition im Hartz-IV-Vermittlungsausschuss in Aussicht gestellten Milliardenentlastungen für die klammen Kommunen. Auch die Unions-Bundestagsabgeordneten sind neuen Verhandlungen gegenüber offen, sagte Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier.

Leser-Kommentare
    • F.Merz
    • 11.02.2011 um 7:34 Uhr

    Sie haben an einer Erhöhung der H4 Bezüge doch Überhaupt kein Interesse,
    weil sie keine ausgereifte oder real umsetzbare Gegenfinanzierung haben .
    Im HB dürfen wir Lesen das die Haltung der grünen (Forderung von Maximalbeträgen und gleichzeitig Verhandlungsboykott )eindeutig ist . Keinen Pfennig haben ihre (Möglich) Koalitionspartner für die Bedürftigen übrig .

    http://www.handelsblatt.c...

    Grünen-Unterhändler Fritz Kuhn schloss jedoch aus, dass einzelne von SPD und Grünen mitregierte Länder umfallen und für die Regierungpläne stimmen könnten.
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    Maximalforderungen und keine Verhandlungsbereitschaft kann nur heißen ,die Forderungen die wir stellen müssen unerfüllbar sein.Fritz (die grünen)haben kein Geld für eine H4 Anhebung ,sie wollen weiterhin ihre grünen Traumschlösser finanzieren , da wird jeder ct gebraucht !
    Die grünen hatten nie die Absicht dem Bedürftigen mehr Hilfe zukommen zu lassen,sie haben auch kein Interesse daran .
    Dieses Interessen liegt auf anderen gebieten, Ökosteuer,E10;Abgaben für Erneuerbare Energie,Dosenpfand,Plastiktüten ,Kernkraft.
    Für Soziales hatten die grünen noch nie Geld.

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    Zum Thema:
    Ich denke das keine der bedeutenden Parteien an der Aushandlung der Konditionen beteiligt sind entsprechende Ideen haben die Probleme zu lösen. Dazu bräuchte es schon etwas umfänglichere Veränderungen als ein "Bildungspaket" oder die Anhebung des H4-Satzes um 5 oder 11 Euro.

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    Ich denke das keine der bedeutenden Parteien an der Aushandlung der Konditionen beteiligt sind entsprechende Ideen haben die Probleme zu lösen. Dazu bräuchte es schon etwas umfänglichere Veränderungen als ein "Bildungspaket" oder die Anhebung des H4-Satzes um 5 oder 11 Euro.

    • Harzer
    • 11.02.2011 um 8:07 Uhr

    ... der bundesdeutschen Einheitspartei FDPCDSUSPDGRÜN zu, daß sie alle ganz bewußt das Verfassunsgericht und damit das Grundgesetz mißachten.
    Da dieses bei neuen Gerichtsentscheidungen, die jetzt die klarste und sauberste Lösung wären, ganz offensichtlich werden würde, versuchen sie alle, ganau dieses noch im letzten Moment und durch neue Mauscheleien zu vermeiden.

    Liebe Hartz4-rer! Für die alle zusammen seid ihr sowieso alle schon lange abgeschrieben. Die versuchen gerade gemeinschaftlich, Euch nocheinmal übers Ohr zu hauen !

  1. soll ja bekanntlich auch nicht essen.

    • joG
    • 11.02.2011 um 8:29 Uhr

    ....Fernsehen als sie den Gesetzentwurf für tot erklärten. Sie waren entschlossen das Verfassungsgerichtsurteil zu missachten. Nun wollen sie einlenken? Das ist nett, aber wenn ihnen gestern die Verfassung egal war bzw sie das verkündeten, sind sie für mich verdorbene Ware, wie das singende Mädchen sagte.

  2. .... Sie verbreiten Ihre Meinung gerne mit Copy & Paste, oder?

    Zum Thema:
    Ich denke das keine der bedeutenden Parteien an der Aushandlung der Konditionen beteiligt sind entsprechende Ideen haben die Probleme zu lösen. Dazu bräuchte es schon etwas umfänglichere Veränderungen als ein "Bildungspaket" oder die Anhebung des H4-Satzes um 5 oder 11 Euro.

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    • cvnde
    • 11.02.2011 um 9:53 Uhr

    begreift es einfach nicht, dass sie in einer CDU nach Merkel keine Rolle mehr spielen wird.

  3. > Nach rund sieben Wochen war die Kompromisssuche von Regierung und Opposition am frühen Mittwochmorgen gescheitert. >

    Das muss man 10mal langsam lesen ... nach rund sieben Wochen ...

    Wenn Wirtschaftsunternehmen solange brauchen würden für eine Entscheidung wären die meisten von ihnen schon insolvent. Unsere Regierung ist es zwar schon lange hat aber keinen auflösenden Effekt, leider. Es ist ein Hohn wie Volksvertreter eigene Interessen vor die der von ihnen vertretenen Bürger stellen und dann auch noch so tuen als wenn sie Tag und Nacht arbeiten würden.

    Hoffentlich haben die meisten 'Wähler' jetzt endlich ein Langzeitgedächtnis bis zu den nächsten Wahlen.

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    ...haben sie gebraucht um den 750 Milliarden Rettungsschirm zu beschließen? 7 Tage?

    • joG
    • 11.02.2011 um 12:50 Uhr

    ...sondern 1 Jahr und 7 Wochen seit dem Urteil, auf das die Betroffenen seit 6 Jahren warten, während im Sprachgebrauch des Urteils die Regierungen ihre Menschenwürde verletzte.

    ...haben sie gebraucht um den 750 Milliarden Rettungsschirm zu beschließen? 7 Tage?

    • joG
    • 11.02.2011 um 12:50 Uhr

    ...sondern 1 Jahr und 7 Wochen seit dem Urteil, auf das die Betroffenen seit 6 Jahren warten, während im Sprachgebrauch des Urteils die Regierungen ihre Menschenwürde verletzte.

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