Moratorium Erste Atomkraftwerke gehen vom Netz
Das Moratorium der Regierung bedeutet wohl das Aus für die AKW Neckarwestheim-1 und Isar-1. Umweltminister Röttgen stellte die Laufzeitverlängerung komplett infrage.
Die Atomkatastrophe in Japan hat auch Konsequenzen für die deutschen Kernkraftwerke: Die im Herbst beschlossene Laufzeitverlängerung wird für drei Monate ausgesetzt, und die ältesten Meiler werden abgeschaltet. Betroffen sind nach Angaben von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) diejenigen Meiler, die ohne Laufzeitverlängerung nicht mehr über Strommengen verfügen würden. "Das ist der Sinn des Moratoriums", sagte er. Er persönlich gehe zudem davon aus, dass diese Meiler danach auch nicht wieder ans Netz gingen.
Dies gilt zunächst für das seit rund 35 Jahren laufende Atomkraftwerk Neckarwestheim-1 in Baden-Württemberg. Röttgen zufolge muss es vom Netz genommen werden. Der formelle Beschluss dazu solle bereits an diesem Dienstag gefasst werden, verlautete aus dem Umfeld von Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Der 1976 gebaute Meiler in Baden-Württemberg solle dann "so schnell wie möglich" abgeschaltet werden.
Damit rechnet auch die Landesregierung in Stuttgart. "Wir gehen davon aus, dass sich der Betreiber EnBW nicht sperren wird", sagte Umweltministerin Tanja Gönner (CDU). Ähnlich äußerte sich Ministerpräsident Stefan Mappus: "Wenn es ein Moratorium gibt, dann kann Neckarwestheim-1 in den drei Monaten nicht weiterlaufen."
Der in Atomfragen bislang als Hardliner bekannte Länderchef will seinen Kurs in der Atompolitik nun überprüfen. "Wir können nicht weitermachen wie bisher, sondern müssen bereit sein, bisherige Standpunkte zu überdenken." Es gebe dabei keinerlei Denkverbote und in puncto Sicherheit "keinen Rabatt".
Dies versicherte auch Röttgen und stellte die Laufzeitverlängerung gänzlich infrage. Das Abrücken von der Entscheidung insgesamt sei ein Thema, das jetzt diskutiert werde, sagte er. Auch die Frage von terroristischen Angriffen etwa mit Flugzeugen müsse neu diskutiert werden. Ein Schutz davor kann nach Experteneinschätzung die Pflicht zu so umfangreichen Nachrüstungen nach sich ziehen, dass sie zahlreiche AKW unrentabel machen würden.
Das ist die richtige Konsequenz aus den apokalyptischen Ereignissen, die wir in Japan zurzeit erleben.
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zur geplanten Abschaltung von Isar-1
Dies bedeutet offenbar auch für das bayerische Kernkraftwerk Isar-1 das Aus: So sprach sich Umweltminister Markus Söder dafür aus, den alten Reaktor bei Landshut dauerhaft vom Netz zu nehmen. Das AKW könnte ohne die Laufzeitverlängerung nur bis Mai arbeiten. "Ich glaube, es sollte dann abgeschaltet bleiben, weil nach Einschätzung von Experten eine bautechnische Nachrüstung gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeugs kaum möglich ist", sagte der CSU-Politiker dem Münchner Merkur. Nach den Beschlüssen der schwarz-gelben Koalition sollte Isar-1 eigentlich bis 2019 weiterlaufen.
Während das Ende von Neckarwestheim-1 und Isar-1 beschlossene Sache zu sein scheint, ist die Zukunft von Biblis A noch offen. Wie Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich mitteilte, wird der älteste deutsche Meiler aufgrund einer geplanten Revision Ende Mai für zunächst einmal acht Monate abgeschaltet. Ob das AKW dann wieder in Betrieb gehen könnte, hänge von der weiteren Sicherheitsüberprüfung ab. Der Betreiber des Kraftwerks, der Energiekonzern RWE, will sich den Entscheidungen der Bundesregierung beugen. "Wir nehmen diese Entscheidung zur Kenntnis. Es gilt der Primat der Politik", sagte Sprecher Martin Pack.
Mit dem Moratorium und dem Abschalten der ältesten Kraftwerke deutet sich eine Zäsur in der schwarz-gelben Atompolitik an. Erst im Herbst 2010 hatte die Koalition die Laufzeitverlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre beschlossen. Damit hatten Union und FDP jedem der 17 Atomkraftwerke bestimmte neue Reststrommengen zugestanden. Dies ist nun vorerst Makulatur. Kanzlerin Merkel will mit den Betreibern und den Ministerpräsidenten der Länder mit Atomstandorten das weitere Vorgehen besprechen. Für kommenden Donnerstag kündigte sie eine Regierungserklärung im Bundestag an.
Bei ihrem neuen Kurs wird die CDU-Chefin grundsätzlich von den Spitzen der Koalitionsfraktionen unterstützt. Dennoch halten sie an dem schwarz-gelben Energiekonzept fest, das auf lange Sicht noch einen Mix aus Kernenergie und alternativen Energiequellen vorsieht. In den Fraktionsvorständen von CDU/CSU und FDP wurde über einen entsprechenden gemeinsamen Antrag beraten, der bei der Debatte im Bundestag über die Folgen der Atomkatastrophe in Japan eingebracht werden soll.
- Datum 14.03.2011 - 20:01 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 252
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"Ähnlich hatte sich Ministerpräsident Stefan Mappus geäußert."
war die Königsdisziplin nach dem Ende der DDR.
Frau Merkel beherrscht sie perfekt.
findet man die Argumente der verhassten Kernkraftgegner bei den Schwarz-Gelben wieder. Aber: sie können sich drehen und wenden wie sie wollen - das Gesäß bleibt immer hinten!
Genau auf solche Kommentare hab ich gewartet. Da wird endlich was getan, was den Menschen ein tiefes Bedürfnis ist und was passiert: es wird weiter gemeckert. Nicht zum Aushalten!
Ich finde es nicht schlecht, dass Merkel auf die Katastrophe von Fukushima reagiert. KKW sind sicher, jedoch nur so lange, wie sich die Einwirkungen von außen in Grenzen halten. Man muss jetzt leider erkennen, dass trotz extremer Sicherheitsvorkehrungen wohl nur wenige Kernkraftwerke (Generation 3 und neuer) gegen Flugzeugabsturz und Naturkatastrophen gesichert sind.
Es war auch in Japan klar, dass Fukushima (Generation 2) nur Erdbeben bis 8,25 Richter 100%ig sicher aushalten würde.
Was tun?
Man muss die alten Kernkraftwerke abschalten, anders geht es nicht. Merkel tut dies nun und Sie kritisieren das auch noch. Hätte Merkel gesagt, die KKWs bleiben am Netz, hätten Sie auch das kritisiert.
Auch der Vergleich Tschernobyl und Fukushima ist nicht richtig. Tschernobyl war menschliches Versagen, das ist und bleibt kein Argument gegen die Kernkraftwerke.
Bzgl. Fukushima ist das anders, hier versagte die technische Komponente und nur daraus kann man auch Konsequenzen ziehen.
so schnell wird abgeschaltet,,da muss die ganze Zeit nur schrott am an den Kernkraftwerken sein.
und nun kommen Wahlen und Die wollen sich wieder ins gemachte Bett stzen,,, die Lügner
findet man die Argumente der verhassten Kernkraftgegner bei den Schwarz-Gelben wieder. Aber: sie können sich drehen und wenden wie sie wollen - das Gesäß bleibt immer hinten!
Genau auf solche Kommentare hab ich gewartet. Da wird endlich was getan, was den Menschen ein tiefes Bedürfnis ist und was passiert: es wird weiter gemeckert. Nicht zum Aushalten!
Ich finde es nicht schlecht, dass Merkel auf die Katastrophe von Fukushima reagiert. KKW sind sicher, jedoch nur so lange, wie sich die Einwirkungen von außen in Grenzen halten. Man muss jetzt leider erkennen, dass trotz extremer Sicherheitsvorkehrungen wohl nur wenige Kernkraftwerke (Generation 3 und neuer) gegen Flugzeugabsturz und Naturkatastrophen gesichert sind.
Es war auch in Japan klar, dass Fukushima (Generation 2) nur Erdbeben bis 8,25 Richter 100%ig sicher aushalten würde.
Was tun?
Man muss die alten Kernkraftwerke abschalten, anders geht es nicht. Merkel tut dies nun und Sie kritisieren das auch noch. Hätte Merkel gesagt, die KKWs bleiben am Netz, hätten Sie auch das kritisiert.
Auch der Vergleich Tschernobyl und Fukushima ist nicht richtig. Tschernobyl war menschliches Versagen, das ist und bleibt kein Argument gegen die Kernkraftwerke.
Bzgl. Fukushima ist das anders, hier versagte die technische Komponente und nur daraus kann man auch Konsequenzen ziehen.
so schnell wird abgeschaltet,,da muss die ganze Zeit nur schrott am an den Kernkraftwerken sein.
und nun kommen Wahlen und Die wollen sich wieder ins gemachte Bett stzen,,, die Lügner
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Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Beiträgen. Danke. Die Redaktion/er
So schnell kanns gehen wenn wichtige Wahlen drohen verloren zu gehen.
Sind das doch Luftblasen. Ok, dass die älteren abgeschaltete werden sollen ist gut. Aber man will die Verlängerung aussetzen? Wie soll das denn gehen? Man fängt drei Monate später mit der Verlängerung an? Hä? Kann mir das mal einer erklären?
ahnt Kanzlerin Merkel und Co GmbH,ach wie gut das niemand weiß
das ich auch Pinochio von der Uckermark heiß.
Sind das doch Luftblasen. Ok, dass die älteren abgeschaltete werden sollen ist gut. Aber man will die Verlängerung aussetzen? Wie soll das denn gehen? Man fängt drei Monate später mit der Verlängerung an? Hä? Kann mir das mal einer erklären?
ahnt Kanzlerin Merkel und Co GmbH,ach wie gut das niemand weiß
das ich auch Pinochio von der Uckermark heiß.
Das wird wohl das Lieblingswort der Konservativen.
Hat nicht auch die ehemalige Lichtgestalt der CSU dieses Wort in Bezug auf die Verwendung seiner Dr.-Titels verwendet?
Da kann man nur hoffen, dass sich seine Mitstreiter auf den gleichen Weg wie er machen.
Liebe Tante Merkel, vielen Dank für ach so einsichtige Aktion. Es sind Wahlen gell.
Mittlerweile will die Nord-FDP Brunsbüttel und Krümmel abschalten. Die CDU Biblis A und Neckarwestheim I und die CSU Isar I. Da sind schon 5 Kraftwerke. Ich hörte letztes Jahr die brauchen wir so dringend.
Stromlücke? War ja nur Spaß!
Das ist nur so ein Wort, ein Politiker diskutiert alles weg!
Stromlücke? War ja nur Spaß!
Das ist nur so ein Wort, ein Politiker diskutiert alles weg!
Bauernopfer werden nun gebracht. Die Wahlen gilt es zu gewinnen.
Später kann man ja wieder zurückrudern.
Ein Schelm, wer Schlimmes dabei denkt.
Ich glaube der schnellen geistigen Wende nicht.
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