Karl-Theodor zu Guttenberg Schuld ohne Bekenntnis

Karl-Theodor zu Guttenberg tritt mit einer moralisch flexiblen, aber strategisch brillanten Rede ab – und baut so die Trasse zu einem Comeback.

Wenn Karl-Theodor zu Guttenberg irgendwann wieder vor einem hohen Amt in Bayern oder im Bund steht – sagen wir 2013 – werden die Leitartikler seine Rücktrittsrede hervorkramen. Sie werden die hohe Intelligenz – die strategische wie die taktische – unterstreichen, die gleich für zwei Dissertationen ausgereicht hätte, ehrlich.

Vergleichen wir KTs mit der Rücktrittsrede von Margot Käßmann: Ich habe "einen schweren Fehler gemacht, den ich zutiefst bereue. Aber auch wenn ich ihn bereue, ... kann und will ich nicht darüber hinweg sehen, dass das Amt und meine Autorität als Landesbischöfin sowie als Ratsvorsitzende beschädigt sind." Ende der Dienstfahrt.

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Guttenberg hat es geschmeidiger ausgedrückt. Nicht mit einem deutlichen "Mea culpa". Nicht er habe gefehlt, die Arbeit war "fehlerhaft". Nicht wider die allgemeinverbindliche Moral habe er gesündigt; er habe indes verstanden, dass "große Teile der Wissenschaft" das so sehen. Subtext: Das werten die einen so, die anderen so.

Dann wird leise, leise die Schuld verbreitert und auf andere Schultern verteilt. Das liest sich so: "Wenn (...) die öffentliche und mediale Betrachtung fast ausschließlich auf Guttenberg und seine Dissertation, statt beispielsweise auf den Tod und die Verwundung von 23 Soldaten abzielt, so findet eine dramatische Verschiebung der Aufmerksamkeit zulasten der mir Anvertrauten statt."

Die Botschaft? Ihr seht nur den "Splitter im Auge deines Bruders", nicht aber den "Balken" im eigenen (Lukas 6, 41). Ihr Entrüsteten denkt nur an das kleinere, nicht aber an das größere Übel – den Tod unserer Soldaten. Jesus ist zwar nicht Guttenbergs Zeuge, aber die Relativierung hat Methode, bringt sie doch schon das erste Stück Entlastung.

Das nächste Stück: "Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten." Subtext: Wenn ich jetzt zurücktrete, tue ich es nicht für mich, sondern für die anderen, die unschuldig leiden müssen. Ich bin also gar nicht so selbstverliebt, wie meine Gegner wähnen.

Leser-Kommentare
  1. "Karl-Theodor zu Guttenberg tritt mit einer moralisch flexiblen, aber strategisch brillanten Rede ab – und baut so die Trasse zu einem Comeback."

    Würde ich ihm eher als "verhängnisvoll" prophezeien. So wird man immer wieder das Bild zeichnen können, dass er selbst beim Rücktritt nicht ehrlich sein konnte.

    "Sie werden die hohe Intelligenz – die strategische wie die taktische – unterstreichen, die gleich für zwei Dissertationen ausgereicht hätte, ehrlich."

    Was zu beweisen wäre, vom 3- Kandidaten mit Sondergenehmigung. Randfrage: Mit oder ohne Hilfe vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages?

    "Das nächste Stück: "Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten." Subtext: Wenn ich jetzt zurücktrete, tue ich es nicht für mich, sondern für die anderen, die unschuldig leiden müssen. Ich bin also gar nicht so selbstverliebt, wie meine Gegner wähnen."

    Gerade das hat mich geekelt. Übersetzt: Es geht so sehr um mich, dass ich, um nichts zugeben zu müssen, andere als Schutzschild vor mich halte.

    Herr Joffe es bleibt dabei, ich kann ihre Einlassungen einfach seltenst, besser gesagt nie, nachvollziehen.

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    "Übersetzt: Es geht so sehr um mich, dass ich, um nichts zugeben zu müssen, andere als Schutzschild vor mich halte."

    Genau. Der Versuch von KTzG, mich/Sie/uns alle sogar noch bei seinem Rücktritt für dumm zu verkaufen, hat mich dermaßen angewidert, dass ich mit Sicherheit "moderiert" würde, wenn ich dem hier ungefiltert Ausdruck verliehe.

    Auch wenn ich Ihre Generalkritik an Herrn Joffe nicht teile, in diesem Fall irrt er gewaltig. Das, was er als "brillant" bezeichnet, wird KTzG in gewissen Bevölkerungskreisen noch lange als "überheblich und unverbesserlich" nachhängen. Es handelt sich dabei sicherlich zahlenmäßig nicht um die Bevölkerungsmehrheit - aber die wollte KTzG ja bis zuletzt als Kanzler im Wartestand haben. Und wo ist er jetzt?

    Hoffentlich bleibt er da. Deutschland hat mehr integre Politiker nötig, nicht mehr Blender!

    ist nichts mehr hinzuzufügen!
    Schließe mich ihr inhaltlich voll und ganz an!

    • s.maas
    • 02.03.2011 um 21:23 Uhr

    Guttenberg ist sich offenbar keiner Schuld bewusst. Eitel, pathetisch, skrupellos. Doppelmoral vom feinsten. Sehr schade; er hätte auch den rechten Rand integrieren können; zweifellos ein großes Talent, leider charakterlich das Allerletzte. Den will ich nie wieder in der Politik sehen.

    • susc
    • 02.03.2011 um 22:35 Uhr

    Auch wenn ich zu Guttenbergs Erklärung für nicht plausibel und sein Plagiat für keine Bagatelle halte, glaube ich nicht, dass sich die Intelligenz in der Juranote widerspiegelt und man von einer 3- auf mangelnde Intelligenz schließen kann.
    Dann wären manch andere Politiker, z.B. aktuelle Landesväter oder frühere Außenminister ohne Abitur/Studienabschluss - die es also nicht mal so weit wie er gebracht haben - ja minderbemittelt?!
    Man braucht kein Einserjurist zu sein, um ein intelligenter Mensch oder guter Politiker zu sein.

    Herr Joffe hat in der "Kinder-Zeit" (Nr. 10 vom 03.03.2011) unter der Überschrift "Ehrensache" u.a. zu Karl-Theodor zu Guttenberg in leicht verständlicher, klarer Sprache überzeugend Stellung genommen:

    http://blog.zeit.de/kinde...

    Den Text werde ich zur Grundlage nehmen, um mit meiner 8jährigen Enkeltochter über Vertrauen, Ehre und Verantwortung zu diskutieren.

    Der Artikel könnte dazu beitragen, Ihre Schlußfolgerungen, Sie könnten die Einlassungen von Herrn Joffe nie nachvollziehen, nochmals zu überdenken.

    KtG war und ist ein Fall für den Staatsanwalt. Er ist nicht freiwillig und einsichtig zurückgetreten, sondern zurückgetreten worden. Ich wünsche ihm einen längeren Klosteraufenthalt und einen guten Psychiater. Thema wäre: Gibt es persönliche Schuld?

    Ich frage mich, warum erlauben die ZEIT Eigentuemer, dass ein Joffe den guten Namen der ZEIT benutzt um seine hoechst manipulativen Beitraege -- geadelt durch den "Herausgeber" Titel -- unters Volk bringen kann? Herr Joffe ist nicht dumm, in diesem Beitrag sind seine Analysen interessant, aber die Schlussfolgerungen sind falsch und hoch-manipulativ: Es als strategisch brillant zu bezeichnen, den Tot von Soldaten als Schutzschild gegen (sehr berechtigte) Kritiken zu misbrauchen, ist einfach nur ekelhaft, und wie die Kommentare hier zeigen habe nicht nur ich diesen Eindruck.

    In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine weitere unsaegliche Joffe-Einlassung, in der Herr Joffe mit falschen Zitaten und Falschinformationen versucht hat die Leserschaft ziemlich durchsichtig zu manipulieren: http://www.zeit.de/2010/5... . Das wurde dann von den Kommentaren sehr detalliert entlarvt -- sehr peinlich, aber keine Reaktion von Herrn Joffe -- ich warte noch immer.

    Ich finde, Herr Joffe sollte in den Ruhestand gehen -- dann kann er auch weiter die Bilderberg-Treffen besuchen ohne darueber als Journalist zu berichten -- ich bezweifle allerdings dass er dann noch "wichtig" genug sein wird, eingeladen zu werden.

    "Übersetzt: Es geht so sehr um mich, dass ich, um nichts zugeben zu müssen, andere als Schutzschild vor mich halte."

    Genau. Der Versuch von KTzG, mich/Sie/uns alle sogar noch bei seinem Rücktritt für dumm zu verkaufen, hat mich dermaßen angewidert, dass ich mit Sicherheit "moderiert" würde, wenn ich dem hier ungefiltert Ausdruck verliehe.

    Auch wenn ich Ihre Generalkritik an Herrn Joffe nicht teile, in diesem Fall irrt er gewaltig. Das, was er als "brillant" bezeichnet, wird KTzG in gewissen Bevölkerungskreisen noch lange als "überheblich und unverbesserlich" nachhängen. Es handelt sich dabei sicherlich zahlenmäßig nicht um die Bevölkerungsmehrheit - aber die wollte KTzG ja bis zuletzt als Kanzler im Wartestand haben. Und wo ist er jetzt?

    Hoffentlich bleibt er da. Deutschland hat mehr integre Politiker nötig, nicht mehr Blender!

    ist nichts mehr hinzuzufügen!
    Schließe mich ihr inhaltlich voll und ganz an!

    • s.maas
    • 02.03.2011 um 21:23 Uhr

    Guttenberg ist sich offenbar keiner Schuld bewusst. Eitel, pathetisch, skrupellos. Doppelmoral vom feinsten. Sehr schade; er hätte auch den rechten Rand integrieren können; zweifellos ein großes Talent, leider charakterlich das Allerletzte. Den will ich nie wieder in der Politik sehen.

    • susc
    • 02.03.2011 um 22:35 Uhr

    Auch wenn ich zu Guttenbergs Erklärung für nicht plausibel und sein Plagiat für keine Bagatelle halte, glaube ich nicht, dass sich die Intelligenz in der Juranote widerspiegelt und man von einer 3- auf mangelnde Intelligenz schließen kann.
    Dann wären manch andere Politiker, z.B. aktuelle Landesväter oder frühere Außenminister ohne Abitur/Studienabschluss - die es also nicht mal so weit wie er gebracht haben - ja minderbemittelt?!
    Man braucht kein Einserjurist zu sein, um ein intelligenter Mensch oder guter Politiker zu sein.

    Herr Joffe hat in der "Kinder-Zeit" (Nr. 10 vom 03.03.2011) unter der Überschrift "Ehrensache" u.a. zu Karl-Theodor zu Guttenberg in leicht verständlicher, klarer Sprache überzeugend Stellung genommen:

    http://blog.zeit.de/kinde...

    Den Text werde ich zur Grundlage nehmen, um mit meiner 8jährigen Enkeltochter über Vertrauen, Ehre und Verantwortung zu diskutieren.

    Der Artikel könnte dazu beitragen, Ihre Schlußfolgerungen, Sie könnten die Einlassungen von Herrn Joffe nie nachvollziehen, nochmals zu überdenken.

    KtG war und ist ein Fall für den Staatsanwalt. Er ist nicht freiwillig und einsichtig zurückgetreten, sondern zurückgetreten worden. Ich wünsche ihm einen längeren Klosteraufenthalt und einen guten Psychiater. Thema wäre: Gibt es persönliche Schuld?

    Ich frage mich, warum erlauben die ZEIT Eigentuemer, dass ein Joffe den guten Namen der ZEIT benutzt um seine hoechst manipulativen Beitraege -- geadelt durch den "Herausgeber" Titel -- unters Volk bringen kann? Herr Joffe ist nicht dumm, in diesem Beitrag sind seine Analysen interessant, aber die Schlussfolgerungen sind falsch und hoch-manipulativ: Es als strategisch brillant zu bezeichnen, den Tot von Soldaten als Schutzschild gegen (sehr berechtigte) Kritiken zu misbrauchen, ist einfach nur ekelhaft, und wie die Kommentare hier zeigen habe nicht nur ich diesen Eindruck.

    In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine weitere unsaegliche Joffe-Einlassung, in der Herr Joffe mit falschen Zitaten und Falschinformationen versucht hat die Leserschaft ziemlich durchsichtig zu manipulieren: http://www.zeit.de/2010/5... . Das wurde dann von den Kommentaren sehr detalliert entlarvt -- sehr peinlich, aber keine Reaktion von Herrn Joffe -- ich warte noch immer.

    Ich finde, Herr Joffe sollte in den Ruhestand gehen -- dann kann er auch weiter die Bilderberg-Treffen besuchen ohne darueber als Journalist zu berichten -- ich bezweifle allerdings dass er dann noch "wichtig" genug sein wird, eingeladen zu werden.

  2. Wenn hier jemand Guttenbergs Rede für "moralisch flexibel" hält, dann ist das seine Sache - um nicht zu sagen: seine Unterstellung.

    Im Übrigen: Guttenberg wird zurückkomen!

    Dazu bedarf es keiner "strategisch brillanten Rede"...

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    Ich denke, bei breiten Teilen der Bevölkerung wird sich bald die Erkenntnis durchsetzen, dass sie einem Betrüger aufgesessen sind. Aber selbst wenn er wiederkommt: Bisher erzeugte er alle drei Monate einen Skandal und bisher hat er noch nichts, ich wiederhole: nichts, fertig gebracht. Lang wird sich Felix Krull auch dann nicht halten.

    Die Rede war nicht(nur)moralisch flexibel - sie war ein weiteres Beispiel für seine Realitätsfremdheit. Er ist das Opfer, er heuchelt Einsatz mit Herzblut, lügt, wenn er sagt das Haus ist bestellt ...Dieser Mann weiß überhaupt nicht, was er tut und sagt. Das hindert ihn natürlich nicht an einer neuen Karriere - da stimme ich zu.

    aber der Guttenberg von morgen wird nicht der gleiche sein wie der, der gestern zurückgetreten ist.

    Jeder, der zu Guttenberg fallen gesehen hat, wird ihm den Überflieger nicht mehr abnehmen. Eine Pro-Guttenberg-Kampagne quer durch alle Medien, wie noch vor wenigen Monaten, wird es nie mehr geben - eher im Gegenteil. Selbst die Opposition ist zu Guttenberg doch auf den Leim gegangen und erst vor zwei Wochen aus ihrem Schlaf erwacht. Kurzum: Zu Guttenberg wird ein ganz gewöhnlicher Politiker unter vielen sein.

    War das nicht wieder irgendwie »zu Guttenberg«? Ich meine, wäre es nicht die Aufgabe der Kanzlerin gewesen, die Entlassung bekannt zu geben? Aber die war ja auf der Cebit.

    Ich denke, bei breiten Teilen der Bevölkerung wird sich bald die Erkenntnis durchsetzen, dass sie einem Betrüger aufgesessen sind. Aber selbst wenn er wiederkommt: Bisher erzeugte er alle drei Monate einen Skandal und bisher hat er noch nichts, ich wiederhole: nichts, fertig gebracht. Lang wird sich Felix Krull auch dann nicht halten.

    Die Rede war nicht(nur)moralisch flexibel - sie war ein weiteres Beispiel für seine Realitätsfremdheit. Er ist das Opfer, er heuchelt Einsatz mit Herzblut, lügt, wenn er sagt das Haus ist bestellt ...Dieser Mann weiß überhaupt nicht, was er tut und sagt. Das hindert ihn natürlich nicht an einer neuen Karriere - da stimme ich zu.

    aber der Guttenberg von morgen wird nicht der gleiche sein wie der, der gestern zurückgetreten ist.

    Jeder, der zu Guttenberg fallen gesehen hat, wird ihm den Überflieger nicht mehr abnehmen. Eine Pro-Guttenberg-Kampagne quer durch alle Medien, wie noch vor wenigen Monaten, wird es nie mehr geben - eher im Gegenteil. Selbst die Opposition ist zu Guttenberg doch auf den Leim gegangen und erst vor zwei Wochen aus ihrem Schlaf erwacht. Kurzum: Zu Guttenberg wird ein ganz gewöhnlicher Politiker unter vielen sein.

    War das nicht wieder irgendwie »zu Guttenberg«? Ich meine, wäre es nicht die Aufgabe der Kanzlerin gewesen, die Entlassung bekannt zu geben? Aber die war ja auf der Cebit.

  3. ...wäre, gerade wenn er ein Comeback plante, die nachhaltiger Strategie. Denn, wie auch die Bibel sagt: nur wer ehrlich bereut, dem kann vergeben werden.

    20 Leser-Empfehlungen
    • isualK
    • 02.03.2011 um 15:34 Uhr

    "Wenn Karl-Theodor zu Guttenberg irgendwann wieder vor einem hohen Amt in Bayern oder im Bund steht – sagen wir 2013 – werden die Leitartikler seine Rücktrittsrede hervorkramen."

    Aber vielleicht ist es auch ganz anders, vielleicht reagiert das "Volk" nur etwas langsamer als die sogenannten Leitartikler.

    Frau Käßmann ist bereits jetzt wieder eine rehabilitierte Frau, der keiner mehr an den Karren fahren kann. So wie sie es gemacht hat, das hat jeder verstanden und sie ist damit entschuldigt.

    Bei Guttenberg ist das etwas anderes. Vielleicht haben ihm seine Fans, die ihm so oder so blind folgen würden, bereits vor seinem Weggang verziehen. Aber sobald er wieder kommt und es ist auch noch einer da, der dieses Schmierentheater miterlebt hat, wird ihn dieser eine "Lügner und Betrüger" nennen und er wird nichts dagegen machen können.

    Vielleicht mag kein Volök einen Politiker in exponierter Stellung, den jeder so nennen darf.

    23 Leser-Empfehlungen
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    dieses Schmierentheater miterlebt hat, wird ihn dieser eine "Lügner und Betrüger" nennen und er wird nichts dagegen machen können."

    Guttenberg ist der geborene Stippvisiter: Hereinschneien, einen mordsmäßig guten Eindruck machen und Tschötschö.

    Sobald er länger am Wirken ist, charakterisiert ihn besser ein Ausspruch seines Vater: KT, geboren auf dem Sonnendeck der Titanic.

    Jetzt ist er erst mal am Untergehen. Wenn er wieder kommen sollte, werden ihm viel mehr Menschen, bei allem was er tut, um Vieles misstrauischer auf die Finger gucken. Aber amüsant sonnig wird es wohl auch wieder.

    dieses Schmierentheater miterlebt hat, wird ihn dieser eine "Lügner und Betrüger" nennen und er wird nichts dagegen machen können."

    Guttenberg ist der geborene Stippvisiter: Hereinschneien, einen mordsmäßig guten Eindruck machen und Tschötschö.

    Sobald er länger am Wirken ist, charakterisiert ihn besser ein Ausspruch seines Vater: KT, geboren auf dem Sonnendeck der Titanic.

    Jetzt ist er erst mal am Untergehen. Wenn er wieder kommen sollte, werden ihm viel mehr Menschen, bei allem was er tut, um Vieles misstrauischer auf die Finger gucken. Aber amüsant sonnig wird es wohl auch wieder.

  4. ist nur ein trotziger Euphemisierungsversuch für "feige".

    Wer sich im Rücktritt vor berechtigter Kritik hinter Soldatengräbern versteckt, sollte nicht darauf bauen, dass die relevanten gesellschaftlichen Multiplikatoren diese Würdelosigkeit - beim "erneuten Besehen der Rücktrittserklärung" - übersehen werden, so sehr Joffe hier auch schon an der Legende mitzustricken versucht...

    45 Leser-Empfehlungen
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    • formal
    • 02.03.2011 um 19:42 Uhr

    wie oft habt ihr schon songs kopiert, von einer CD oder aus dem Internet , statt sie im Laden zu kaufen?
    das ist Urheberrechtsverletzung !
    es wird ja auf einmal so still unter den Pharisäern,
    ach ihr haltet das für ein Kavaliersdelikt ? die Musikindustrie nicht !
    tut mir leid, aber ihr seid charackterlich nicht geeignet eure Jobs weiter auszuüben, und selbstverständlich sollte man euch auch anzeigen.
    Seid ihr bereit die Konsequenzen zu ziehen ?
    aber G. behandelt ihr wie einen Schwerverbrecher
    was für eine verlogene Heuchelei !

    Ein Lügner und Betrüger, der nicht ehrlich und aufrichtig zu seinen Fehlern steht, ist nicht "moralisch flexibel" (danke für diese herrliche Formulierung, Herr Joffe), sondern schlicht und einfach unmoralisch!
    ---
    Von Ihnen, Herr Joffe, habe ich allerdings schon genügend gelesen um mich nicht mehr darüber zu wundern, dass Sie derlei Verhalten nicht nur schönreden, sondern sogar als Voraussetzung ansehen ein "Großpolitiker" zu sein oder werden.
    Herr Joffe, Sie sind zu sehr Transatlantiker. Jenseits des großen Teiches mag das so funktionieren, aber hier gibt es anscheinend trotz intensivster Bemühungen seitens der Journaille noch genügend aufrechte Menschen, die eine Lüge als eine Lüge erkennen und an ihre Politiker etwas höhere moralische Ansprüche stellen als Sie.

    Und das freut mich und macht mir Mut!
    ---
    @ formal:
    ja was denn jetzt? Ist Urheberrechtsverletzung ein Verbrechen? Dann ist KT ja zu Recht zurückgetreten (worden, vom "Volk"). Oder doch nur ein Kavaliersdelikt? was regen Sie sich dann so auf über Leute die Songs kopieren?

    Den Unterschied zwischen einem gerippten Song und einer gefakten Diss sollten Sie sich aber nochmal erklären lassen.

    Und denken Sie mal darüber nach, was es für Ihr Idol bedeutet, wenn Ihre einzige Verteidigungsstrategie darin besteht, laut zu rufen: "Die anderen sind ja genauso schlimme Verbrecher!" ;-)

    • formal
    • 02.03.2011 um 19:42 Uhr

    wie oft habt ihr schon songs kopiert, von einer CD oder aus dem Internet , statt sie im Laden zu kaufen?
    das ist Urheberrechtsverletzung !
    es wird ja auf einmal so still unter den Pharisäern,
    ach ihr haltet das für ein Kavaliersdelikt ? die Musikindustrie nicht !
    tut mir leid, aber ihr seid charackterlich nicht geeignet eure Jobs weiter auszuüben, und selbstverständlich sollte man euch auch anzeigen.
    Seid ihr bereit die Konsequenzen zu ziehen ?
    aber G. behandelt ihr wie einen Schwerverbrecher
    was für eine verlogene Heuchelei !

    Ein Lügner und Betrüger, der nicht ehrlich und aufrichtig zu seinen Fehlern steht, ist nicht "moralisch flexibel" (danke für diese herrliche Formulierung, Herr Joffe), sondern schlicht und einfach unmoralisch!
    ---
    Von Ihnen, Herr Joffe, habe ich allerdings schon genügend gelesen um mich nicht mehr darüber zu wundern, dass Sie derlei Verhalten nicht nur schönreden, sondern sogar als Voraussetzung ansehen ein "Großpolitiker" zu sein oder werden.
    Herr Joffe, Sie sind zu sehr Transatlantiker. Jenseits des großen Teiches mag das so funktionieren, aber hier gibt es anscheinend trotz intensivster Bemühungen seitens der Journaille noch genügend aufrechte Menschen, die eine Lüge als eine Lüge erkennen und an ihre Politiker etwas höhere moralische Ansprüche stellen als Sie.

    Und das freut mich und macht mir Mut!
    ---
    @ formal:
    ja was denn jetzt? Ist Urheberrechtsverletzung ein Verbrechen? Dann ist KT ja zu Recht zurückgetreten (worden, vom "Volk"). Oder doch nur ein Kavaliersdelikt? was regen Sie sich dann so auf über Leute die Songs kopieren?

    Den Unterschied zwischen einem gerippten Song und einer gefakten Diss sollten Sie sich aber nochmal erklären lassen.

    Und denken Sie mal darüber nach, was es für Ihr Idol bedeutet, wenn Ihre einzige Verteidigungsstrategie darin besteht, laut zu rufen: "Die anderen sind ja genauso schlimme Verbrecher!" ;-)

    • joG
    • 02.03.2011 um 15:42 Uhr

    .... Nörgler, wenn Volk und Truppe auf meiner Seite stehen?"

    Dieser Satz fasst den Kern der Gefahr sehr schön zusammen.

    Ich fand ihn sympatisch und etliches, das er tat gut und lange überfällig. Patzer machte er wie jeder andere auch. Aber wenn er wieder kommen darf bzw kann, so sagen wir, dass Politiker uns belügen und betrügen dürfen. Dass wir ihnen trotzdem Macht bereit sind über uns einzuräumen. Das können wir nicht wollen. Eine der wichtigsten Kontrollen bei der Lösung des Agency Problems liegt in Incentive Struktur. Wenn man sie schlecht konstruiert, ist man für spätere Miseren verantwortlich.

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    Na dann beobachten Sie mal sehr genau, wie sich seine Bundeswehr-Reform entwickelt und was die am Ende gekostet haben wird.

    Ein typisches Werk eines Blenders, der es gewohnt ist für die Fassade zu sorgen und an mehr auch nicht denkt.

    Na dann beobachten Sie mal sehr genau, wie sich seine Bundeswehr-Reform entwickelt und was die am Ende gekostet haben wird.

    Ein typisches Werk eines Blenders, der es gewohnt ist für die Fassade zu sorgen und an mehr auch nicht denkt.

  5. Ist es wirklich brillant, wenn alles begründet scheint, bei näherem Hinsehen aber gar keiner Logik folgt? Oder sind das nicht die guten alten Tricks der Werbesprache? Es klingt gut, und schon bleiben die Zirkelschlüsse und Ungereimtheiten verborgen. "Ich war immer zum Kämpfen bereit" (natürlich - das muss doch jeder sein, was ist denn daran besonders oder gar wie in Anspruch genommen "ungewöhnlich" für einen Politiker) - "aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht" (was für ein "aber" denn, welchen anderen Grund gäbe es denn, aufzuhören? und wie kann den überhaupt die Kraft ausgehen, wenn man "immer" zum Kämpfen bereit ist?) Bei der Werbung merken wir doch auch, dass bei solchen Sätzen bei aller "strategischen Brillanz" irgendwas nicht stimmen kann.

    16 Leser-Empfehlungen
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    ...vor allem der Abgang: Für alle sichtbar steigt zu Guttenberg die Treppe hinauf, ehe er den Blicken entschwindet.

    Zu "...was für ein "aber" denn, welchen anderen Grund gäbe es denn, aufzuhören?"

    Jemand der "am Ende seiner Kräfte" anlangt, ist schlicht gescheitert, der braucht keinen "Rücktritt" mehr, eher schon einen Tritt.

    Jemand, der aus gutem Grund im Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte zurücktritt, obwohl er noch Chancen auf einen Sieg hätte, der häuft Ehre auf sein Haupt.

    ...vor allem der Abgang: Für alle sichtbar steigt zu Guttenberg die Treppe hinauf, ehe er den Blicken entschwindet.

    Zu "...was für ein "aber" denn, welchen anderen Grund gäbe es denn, aufzuhören?"

    Jemand der "am Ende seiner Kräfte" anlangt, ist schlicht gescheitert, der braucht keinen "Rücktritt" mehr, eher schon einen Tritt.

    Jemand, der aus gutem Grund im Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte zurücktritt, obwohl er noch Chancen auf einen Sieg hätte, der häuft Ehre auf sein Haupt.

  6. Mir graut es jetzt schon vor dem wahrscheinlich schon in der Frühphase der Planung befindlichen Comeback.

    Die einzige ernsthafte Chance das zu verhindern sehe ich derzeit bei der Uni Bayreuth, die wenn ich das richtig verstanden habe, weiterhin prüfen will, ob die Plagiate nun aus Versehen passiert sind, wie zu Guttenberg bis zuletzt behauptet hat, oder ob er bewußt auf Nennung der vielen Zitate und Beinahezitate verzichtet hat um den Eindruck zu erwecken es wären seine Gedanken.

    Oder Kurz: War es "nur" die schlechteste Dissertation aller Zeiten, die mit summa cum laude ausgezeichnet wurde, oder hat zu Guttenberg schamlos und freist betrogen.

    Erstere Alternative wirft ein sehr schlechtes Licht auf Prof Häberle und die Uni, letzteres eröffnet jurustische Möglichkeiten gegen den ehemaligen Verteidigungsminister und verschließt (hoffentlich) die Tür für ein Comeback.

    PS: der Autor hat noch vergessen zu erwähnen, wie clever es von zu Guttenberg war auch gleich noch auf sein Bundestagsmandat zu verzichten. Dies kann später rhetorisch und argumentativ wunderbar verwertet werden...

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    Ein Jura-Professor (der Nachfolger Häberleins) stellt sich vor Kameras des BR (!), nennt Guttenberg einen Betrüger und unterstellt ihm Realitätsverlust.

    Der Mann wusste, was er tat.

    Ein Jura-Professor (der Nachfolger Häberleins) stellt sich vor Kameras des BR (!), nennt Guttenberg einen Betrüger und unterstellt ihm Realitätsverlust.

    Der Mann wusste, was er tat.

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