Landtagswahlen Schwarz-Gelb fürchtet eine Nacht der langen Messer
Was passiert, wenn Stuttgart verloren geht? Mappus könnte abtreten. Doch was ist mit Brüderle, Westerwelle und Merkel? Erste Schuldzuweisungen beginnen.
© Ronald Wittek/dpa

Umfragen sagen dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, die Abwahl voraus.
Bei so viel Häme kann man schon mal durchdrehen. Helmut Rau, ein enger Vertrauter von Stefan Mappus, hat sich einen der Pöbler vorgeknöpft, die seit Wochen die Wahlkampfpartys der CDU belagern. Zornig gemacht hatte ihn die Maske, die der Demonstrant trug. Sie zeigte das Konterfei des Ministerpräsidenten. Also stürzte sich der Staatsminister auf den Masken-Mappus und versuchte ihn zu demaskieren. Doch dieser wehrte sich mit einem Schlagstock aus Pappe. Erst die Polizei konnte die Situation beruhigen.
Im Mappus-Lager liegen die Nerven blank. In wenigen Stunden endet der Wahlkampf. Die Umfragen der vergangenen Tage weisen auf ein Debakel für die CDU hin. Von Forsa bis emnid – alle Forschungsinstitute ermitteln einen deutlichen Vorsprung von Grün-Rot. Das wäre der erste Machtverlust der Christdemokraten in Baden-Württemberg in 58 Jahren.
Dass dem Ende einer solchen Ära ein politisches Erdbeben folgt, gilt als ausgemacht. In allen Parteizentralen wird darüber diskutiert, wie man sich im Fall der Fälle positioniert, wer Schuld trägt und welche Konsequenzen zu ziehen sind.
Mappus ist politisch tot, wenn er verliert
Josef Schmid, Politikwissenschaftler
In Stuttgart würden sich die Blicke zunächst auf den Ministerpräsidenten richten. "Mappus ist politisch tot, wenn er verliert", sagt Josef Schmid, Politikwissenschaftler an der Universität Tübingen. Nicht mal seinen Posten als Landesparteichef dürfte er behalten. Auch die politische Konkurrenz vermutet das. "Wenn er einen Rest an Klugheit hat, wird er von sich aus die Konsequenzen ziehen", sagt Andreas Reißig, Sprecher der Landes-SPD.
Schließlich ist Mappus auch in den eigenen Reihen umstritten. Sein "Rambo"-Image, das ihm spätestens seit dem Streit um Stuttgart 21 anhaftet, wirkt nicht nur auf Wechselwähler abschreckend. Auch innerhalb seiner Partei hat er sich mit seinem konfrontativen Führungsstil Feinde gemacht. Vor wenigen Wochen brüskierte er beispielsweise die einflussreiche Stuttgarter CDU, indem er dem Oberbürgermeister den Rücktritt nah legte und den Kreisverband abkanzelte.
Entsprechend distanziert äußerten sich die Stuttgarter Christdemokraten am Samstag vor der Wahl. Ihr Sprecher Hendrik Warda bestreitet im Gespräch mit ZEIT ONLINE nicht, dass es in seinem Kreisverband "auch Unmut mit dem Spitzenkandidaten" seit der Geschichte mit dem Oberbürgermeister gebe. Einige Parteifreunde würden sich fragen, ob man mit dem "falschen Mann" angetreten sei. Jeder in der Partei aber wisse, "welch große Herausforderungen" Mappus im Wahlkampf hatte. Mit einer "Nacht der lange Messer" rechnet er in Stuttgart nicht.
Andere CDU-Politiker halten sich bedeckt, denken aber ähnlich. Mappus' Rückzug fordert vor der Schließung der Wahllokale, vor Sonntag, 18 Uhr, logischerweise niemand. Vielleicht ist das auch gar nicht nötig. Im Fall des Misserfolgs rechnen viele damit, dass Mappus rasch von sich aus zurücktritt. Als erfahrener Parteimann kennt er die Mechanismen und weiß, dass ihm andernfalls ein Scherbengericht droht. Nur wenn er das Ruder noch einmal herumreißt, hätte er die CDU geschlossen hinter sich. "Dann kann er triumphieren", unkt ein Kritiker, weil er sich gegen "widrige Umstände" behauptet hat.
Damit ist Berlin gemeint. Brüderle und Konsorten haben den Wahlkampf erheblich gestört. Auch Mappus wird bei einer Niederlage mit gewissem Recht auf die ungünstige großpolitische Wetterlage hinweisen. Aber eine Abrechnung mit Merkel wird er nicht suchen. Sie wäre auch kaum zu rechtfertigen. Die Kanzlerin hat sich vehement für Stuttgart 21 eingesetzt und darauf geachtet, Mappus beim neuen Atomkonzept einzubinden. So bot sie ihm kein Futter für Schuldzuweisungen.
Andere hingegen werden sich an Merkel abarbeiten. Die Ursachenforschung für eine mögliche Schlappe in Baden-Württemberg hat bereits begonnen. Als erster prominenter Kritiker hat sich Helmut Kohl zu Wort gemeldet. "Deutschland ist nicht Japan", ließ der Altkanzler verlauten. Die Katastrophe in Asien dürfe "nicht den Blick für die Wirklichkeit" verstellen. Es war ein Affront gegen Merkel und womöglich der Auftakt für einen heftigen Atomstreit innerhalb der CDU. Viele Christdemokraten sind erbost über den abrupten energiepolitischen Kurswechsel. Scheinbar umsonst haben sie jahrelang die Atomkraft verteidigt. Gerade die konservativen Parteianhänger sahen sich in ihrem Misstrauen gegen die liberale Kanzlerin aus dem Osten abermals bestätigt. Diesen Unmut wird sie zu spüren bekommen.
- Datum 27.03.2011 - 08:54 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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wer also die Wahrheit sagte(Brüderle), ist zum Sündenbock auserkoren.... Und wer besser lügt, der ???? ..... Ich kenne CDU wähler, die sich zum ersten mal so gar nicht mehr sicher sind.
hat doch nicht die Wahrheit gesagt. Zumindest nicht so, wie ich Wahrheit verstehe.
Wahrheit wäre es gewesen, sich zu stellen und zb in einem Interview seine Sichtweise zu erklären. Aber in kleiner Runde, mit Leuten die es hören dürfen? Und später das Ganze dann noch auf lächerliche Weise dementieren? Nee.
Zum Artikel:
So sehr ich auf ein Ende der CDU-Ära in BW hoffe... Hinten sind die Enten fett. Ich wäre ganz vorsichtig damit, schon Nachrufe auf die jetzige Regierung dort zu schreiben.
In gut 8h sind wir schlauer.
hat doch nicht die Wahrheit gesagt. Zumindest nicht so, wie ich Wahrheit verstehe.
Wahrheit wäre es gewesen, sich zu stellen und zb in einem Interview seine Sichtweise zu erklären. Aber in kleiner Runde, mit Leuten die es hören dürfen? Und später das Ganze dann noch auf lächerliche Weise dementieren? Nee.
Zum Artikel:
So sehr ich auf ein Ende der CDU-Ära in BW hoffe... Hinten sind die Enten fett. Ich wäre ganz vorsichtig damit, schon Nachrufe auf die jetzige Regierung dort zu schreiben.
In gut 8h sind wir schlauer.
ich weis nicht, ob es genügt, aber im Lande sind oft verständige Herzensgute Menschen dieser Partei zugehörig. Doch das versäumnis, ihre korrupte Spitze mal auszudünnen, nach Stutgart 21 Desaster, oder der Umgehung des Grundgesetzes wäre wünschenswert gewesen.
Möge der ehrlichere, bessere, weisere, gnädigere, verständigere gewinnen.
"Möge der ehrlichere, bessere, weisere, gnädigere, verständigere gewinnen."
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Der steht nicht zur Wahl!
Ich lebe selbst in einem sehr konservativ geprägtem Landstrich und habe grossen Respekt für die Haltung der Menschen dort. Deshalb würde ich meine Mitbürger, welche vielleicht traditionell CDU oder FDP wählen würden, bitten, es heute nicht zu tun. Dieser Augiasstall von Verfilzungen zwischen Politik und Industrie zulasten der Steuerzahler kann nicht im Sinne der konservativen Wählerschaft sein.
vielleicht extrem NAIVE so wie Sie "Möge der ehrlichere, bessere, weisere, gnädigere, verständigere gewinnen..."
Solche Menschen gibt es nicht in der Politik zumindest nicht in den oberen Rängen... auch nicht bei den GRÜNEN... leider, denn es kommen nur Leute an die Spitze die sich dem EU-Diktat und vermutlich noch höheren Eliten beugen, da muss auch die Kritik und der Widerstand ansetzen von uns Bürgern ansetzen.
Aber es stimmt es gibt viele CDU ler die aus ihrem "christlichen Dornröschenschlaf" erwachen und diesmal zum ersten Mal nicht wählen gehen oder eine Splitterpartei.
"Möge der ehrlichere, bessere, weisere, gnädigere, verständigere gewinnen."
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Der steht nicht zur Wahl!
Ich lebe selbst in einem sehr konservativ geprägtem Landstrich und habe grossen Respekt für die Haltung der Menschen dort. Deshalb würde ich meine Mitbürger, welche vielleicht traditionell CDU oder FDP wählen würden, bitten, es heute nicht zu tun. Dieser Augiasstall von Verfilzungen zwischen Politik und Industrie zulasten der Steuerzahler kann nicht im Sinne der konservativen Wählerschaft sein.
vielleicht extrem NAIVE so wie Sie "Möge der ehrlichere, bessere, weisere, gnädigere, verständigere gewinnen..."
Solche Menschen gibt es nicht in der Politik zumindest nicht in den oberen Rängen... auch nicht bei den GRÜNEN... leider, denn es kommen nur Leute an die Spitze die sich dem EU-Diktat und vermutlich noch höheren Eliten beugen, da muss auch die Kritik und der Widerstand ansetzen von uns Bürgern ansetzen.
Aber es stimmt es gibt viele CDU ler die aus ihrem "christlichen Dornröschenschlaf" erwachen und diesmal zum ersten Mal nicht wählen gehen oder eine Splitterpartei.
eine erstarrte, der Demokratie abgewandte Partei, CDU, die Möglichkeit einer Regierungsbeteiligung zu nehmen; es ist an der Zeit der FDP den ethischen Wert ihrer Haltung durch Wahlentscheid vorzuhalten - und es ist dringend erforderlich das Gestrüpp aus Filz, Kumpanei und Ignoranz zu beseitigen.
Das "beseitigen" meine ich so wie es hier steht, denn die größten Nutzniesser des Filz waren und sind die nachrangigen Ebenen der Verwaltung, der Justiz und der Finanzen - wo jede Entscheidung einen Hinweis auf "das warum so, und nicht wie andernorts üblich" abbildet.
Diese Personen sind die Nutzniesser, jene die uns täglich gängeln aus der Erwartung eines möglichen Aufstiegs aufgrund regierungsfreundlichem Handelns.
Dazu muß der Kopf weg, Mappus, Rech und Goll und der Stall ausgemistet werden, gründlich und unter Offenlegung all der kritikfähigen Geschäfte, die zum Nachteil des Betroffenen und zum Vorteil der Beteiligten ausgeführt wurden, und in der Form der Durchführung im Gesetz keine Stütze finden, e.g. EnBW, LBBW.
Das ist der Auftrag an die neue Mehrheit, wenn diese denn zustande kommt - darauf sollten wir hinarbeiten.
Die "langen Messer" können wir den Verlierern überlassen, und da wird sich Frau BK schon etwas einfallen lassen, sie war noch nie um eine Lösung zu ihren Gunsten verlegen.
Mögen Ihre Einsichten und Weitsichten möglichst viele Leser und somit auch Wähler erreichen.
So, und nicht anders, spricht man große Zusammenhänge ganz gelassen aus.
Danke sagt
biggerB
Mögen Ihre Einsichten und Weitsichten möglichst viele Leser und somit auch Wähler erreichen.
So, und nicht anders, spricht man große Zusammenhänge ganz gelassen aus.
Danke sagt
biggerB
Sie sind die zuverlässigsten Sargnägel der F.D.P.
Auch Mappus sollte eine prominente Rolle in Berlin zugeschustert werden. Es ist die reinste Verschwendung diese Geistesgrössen nach Brüssel zu entsorgen. Selbst der Alt-Bimbeskanzler ist noch brauchbar für den imaginären Atomkonsenz.
Diese alte Weisheit unseres hochgeschätzten Alt-Kanzlers zur rechten Zeit geäußert, zeigt uns allen, wie dringend Helmut Kohl in Berlin wieder gebraucht wird.
Er könnte den Atomausstieg beschleunigt vorantreiben, einfach dadurch, dass er die Gurkentruppe aus CDU- und FDP-lern verstärkt. Den Kohl verstehen viele Menschen im Lande, auch und besonders wenn er sich lächerlich macht. Das war doch immer eines seiner Markenzeichen.
Diese alte Weisheit unseres hochgeschätzten Alt-Kanzlers zur rechten Zeit geäußert, zeigt uns allen, wie dringend Helmut Kohl in Berlin wieder gebraucht wird.
Er könnte den Atomausstieg beschleunigt vorantreiben, einfach dadurch, dass er die Gurkentruppe aus CDU- und FDP-lern verstärkt. Den Kohl verstehen viele Menschen im Lande, auch und besonders wenn er sich lächerlich macht. Das war doch immer eines seiner Markenzeichen.
"Möge der ehrlichere, bessere, weisere, gnädigere, verständigere gewinnen."
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Der steht nicht zur Wahl!
20 Parteien zur Wahl: http://nostalgik.de/style...
Der Vorposter benutzte den Komparativ! Es ging also nicht um einen absoluten Wert, sondern um einen Vergleich, und der steht hier tatsächlich zur Wahl, und dürfte meiner Ansicht nach eindeutig sein!
Doch.
20 Parteien zur Wahl: http://nostalgik.de/style...
Der Vorposter benutzte den Komparativ! Es ging also nicht um einen absoluten Wert, sondern um einen Vergleich, und der steht hier tatsächlich zur Wahl, und dürfte meiner Ansicht nach eindeutig sein!
Doch.
Das Gute an den heutigen Wahlen ist, daß zumindest mal aufgeräumt wird.
Aufgeräumt in der Form, dass Mappus sich nicht mehr weiter verbiegen muss. Er winselt ja schon seit Tagen ob der Verrenkungen die er im Wahlkampf leisten muss.
Aufgeräumt wird sicherlich auch in Form von Schuldzuweisungen, dass man wieder aus der Deckung kommen kann, und sagen, was Sache ist.
Noch vor seinem Amtsantritt als MP, hatte ich mir Gedanken gemacht über das Verhältnis von Macht und Demokratie, auch speziell am Beispiel des scheinbar unaufhaltsamen Aufstiegs von Stefan Mappus:
http://community.zeit.de/...
Inzwischen haben wir fast eineinhalb Jahre der Regierungszeit von Mappus hinter uns. In einem habe ich mich geirrt. Mappus hat auch als MP eher auf Konfrontation denn Ausgleich gesetzt. Allerdings gab es natürlich auch imme rwieder Versuche den "Landesvater" zu geben. Im Großen und Ganzen hat sich jedoch gezeigt, dass Mappus völlig ungeeignet ist für ein hohes politisches Amt, eben weil er Machterwerb und Machterhalt über alles stellt. Dies ist die Quintessenz all seines politischen Handelns. Ich will Macht, ich will mehr Macht.
Dieses Machtstreben hat Mappus auch in die missliche Lage befördert, die ihn heute um den Machterhalt zittern lassen. Ironischerweise könnte ihn aber nun diese Machtgier erneut einen weiteren Schritt nach vorne bringen, in dem er eben die Wahlen doch noch gewinnt. In diesem Fall ginge er sogar noch als Sieger hervor. Einige Kommentatoren sehen ihn in diesem Fall sogar für noch höhere Ämter geeignet. Kann dies wirklich passieren? Mappus auch noch als Bundeskanzler?
Ich wage es mir nicht vorzustellen! Aber die unaufhaltsame Aufstieg des Stefan Mappus könnte noch weiter gehen...
Trauen Sie sich mal ausserhalb Ihrer vorsichtigen Eventualitäten geradeheraus zu fühlen: Die Mappus-Uhr ist definitiv abgelaufen, Punkt ! :)
Trauen Sie sich mal ausserhalb Ihrer vorsichtigen Eventualitäten geradeheraus zu fühlen: Die Mappus-Uhr ist definitiv abgelaufen, Punkt ! :)
Ich lebe selbst in einem sehr konservativ geprägtem Landstrich und habe grossen Respekt für die Haltung der Menschen dort. Deshalb würde ich meine Mitbürger, welche vielleicht traditionell CDU oder FDP wählen würden, bitten, es heute nicht zu tun. Dieser Augiasstall von Verfilzungen zwischen Politik und Industrie zulasten der Steuerzahler kann nicht im Sinne der konservativen Wählerschaft sein.
dass die Augiasställe überall ausgemistet werden. Wenn eine Partei zu lange an der Macht bleibt, überschätzt sich deren Personal grandios und wird von den Beamten, den Hauptnutznießern des Stillstands, gehalten.
dass die Augiasställe überall ausgemistet werden. Wenn eine Partei zu lange an der Macht bleibt, überschätzt sich deren Personal grandios und wird von den Beamten, den Hauptnutznießern des Stillstands, gehalten.
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