Kabinettsumbildung Der Star ist die Mannschaft
Gern hätte die Kanzlerin den abermaligen Umbau ihres Kabinetts vermieden. Doch spricht vieles dafür, dass das neue Team stabiler ist als das alte. Ein Kommentar
© John Macdougall/AFP/Getty Images

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem neuen Innenminister Hans-Peter Friedrich und Thomas de Maizière, jetzt Verteidigungsminister
Kabinettsumbildung – Regierungschefs hassen dieses Wort. Es steht für Krise, Unruhe hektische Personalsuche, Absagen, Gerüchte, Schwäche. Eine Kabinettsumbildung lähmt den Politikbetrieb, unendlich viele Telefongespräche müssen geführt, Eitelkeiten bedacht und Partikularinteressen berücksichtigt werden. Die Medien schreiben Kandidaten klein, die noch gar nicht im Amt sind. Und sind sie es schließlich, behindert die nötige Einarbeitungszeit den Fortgang der Dinge.
Eine Kabinettsumbildung ist meist das Gegenteil von kontrollierter Politik. Ein Graus, vor allem für Menschen, die Kontrolle lieben – wie Angela Merkel.
Tatsächlich ist der Schaden, den die wochenlange Guttenberg-Debatte der Regierung zugefügt hat, immens. Merkel musste sich von Deutschlands Wissenschaftlern vorhalten lassen, einen Verteidigungsminister zu stützen, der ein unerträgliches Verhältnis zur Wahrheit hat. Der Streit über den Plagiator hat nicht nur das Land gespalten, sondern am Ende auch ihre Partei. Es wird dauern, bis sie sich davon erholt hat.
Das schlimmste aber: Jetzt ist Guttenberg weg, der beliebteste Politiker Deutschlands, der Mann, dessen Glanz auf die gesamte Regierungsmannschaft abstrahlte.
Betrachtet man diese unfreiwillige Kabinettsumbildung aber genauer, bietet sie für die Kanzlerin mehr Vor- als Nachteile. Zumindest längerfristig.
Zwar ist dem Kabinett Merkel nun der Glamour-Faktor abhanden gekommen, doch gleichzeitig auch ein ständiger Unruheherd. Karl-Theodor zu Guttenbergs überraschende Wendungen (Kundus, Gorch Fock) und seine Strategie, nicht abgesprochene Vorschläge in die Öffentlichkeit, beziehungsweise die Bild -Zeitung zu tragen (Aussetzung der Wehrpflicht), verärgerte mehr als einmal die Kabinettskollegen.
Und seine Beliebtheit draußen sorgte drinnen eben auch für Neid und Missgunst. Außenminister Westerwelle wird nicht unglücklich sein, dass er sich künftig nicht mehr gegen den Dauerstrahler behaupten muss, zumal – eine glückliche Fügung – der Außenminister in den Umbrüchen in Nordafrika endlich sein außenpolitisches Thema gefunden zu haben scheint. Es könnten ungewohnt ruhige Zeiten auf Merkel zukommen.
Dafür spricht auch, dass die wichtigsten und problembeladensten Ressorts mit akribischen Arbeitern besetzt sind: Thomas de Maizière, Wolfgang Schäuble, Ursula von der Leyen, Hans-Peter Friedrich.
Selbst die CSU wird künftig weniger Grund zum Nörgeln haben. Ihr neuer Mann im Kabinett besetzt nicht nur ein Lieblingsressort der Partei. Vor allem muss sie nun nicht mehr fürchten, dass ein für ihr Verständnis zu liberaler Innenminister für Deutschlands Sicherheit zuständig ist.
All dies spricht dafür, dass Merkels neues Kabinett stabiler ist als das alte. Der Solist fehlt, dafür ist das Team der Star. Ungemach droht der Regierung künftig vor allem von Außen. Seehofer hat den Guttenberg-Kritikern Schavan und Lammert unverblümt Rache angedroht . Den wahren Sprengstoff aber birgt die Euro-Krise. Sollte der Rettungsschirm in den kommenden Wochen – gegen den erklärten Willen der FDP – erneut vergrößert werden müssen, könnte es mit der neuen Stabilität schnell wieder vorbei sein.
- Datum 03.03.2011 - 13:58 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich lese da was von "Star" und Mannschaft. Was meinen Sie überhaupt damit? Meinen Sie die das Kabinett Merkel? Wenn ich jetzt was genauer schreibe, fliege ich wieder durch Ihr Nettiquettensieb. Schade, hätte gerne ....
"Den wahren Sprengstoff aber birgt die Euro-Krise. Sollte der Rettungsschirm in den kommenden Wochen – gegen den erklärten Willen der FDP – erneut vergrößert werden müssen, könnte es mit der neuen Stabilität schnell wieder vorbei sein."
Interessant ist hierbei, wie systematisch die Wahrheit so ins Rücklicht gestellt wird. Die Koalition schwächelt seit ihrer Wahl in jeder Richtung.Am Anfang darf ich noch einmal auf die Steuergeschenke an Hoteliers erinnern! In der Energiepolitik war es beispielsweise die Sache mit der Atomkraft, das Thema Bankenrettung von vorher inklusive der Geschenke an die Unternehmen (Kurzarbeit, usw., kamen aber auch im Kabinett Merkel I.), bei S21 die systematische Unterdrückung der Demokratie, die Klientel-Gesundheitsreform, und dazu dann noch die "alternativlose" EU-Politik. Und, wenn wir dabei sind die blamable Niederlage um Hartz 4.
Nein liebe ZEIT, diese Regierung hat von Anfang an nur scheiße gebaut. Das jetzt die unliebsame Wahrheit über den vermeintlichen "Star" rauskam ist für die Regierung eine nur noch dickere Ohrfeige.
Diese Regierung gehört abgewählt! Leider haben wir nur zu viele konservative Rentner in Deutschland...
Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
Der Star ist die Mannschaft, nur der Star nicht.
Herr zu Guttenberg hat eine gute Show geliefert, aber viel geschludert und getürkt. Er wurde in der Presse so hochgejubelt, daß er zum Schluß selber glaubte was er über sich las. Nun das ist vorbei - glücklicherweise.
Die Regierung Merkel hangelt sich seit dem ersten Tag von Skandal zu Skandal, von einer Peinlichkeit zur nächsten. Stabilität wird dieser Regierung auch für die Restlaufzeit nicht beschieden sein. Der Marathon der Landtagswahlen wird dafür sorgen.
Wahrscheinlich hat sich die Kabinettsumbildung für die paar Monate gar nicht gelohnt.
So so, der Star ist also die Mannschaft.
Es deutet jedoch nichts darauf hin, dass soziale Spannungen abnehmen, sondern sich zunehmend verschärfen.
Gerade durch die Politik der „Mannschaft“ CDU/CSU und FDP werden soziale Spannungen erzeugt und verstärkt.
Es ist politische Versagen, wenn Menschen in Deutschland bei „Tafeln“ um Essen und Trinken betteln müssen. Der Menschenhandel „Leiharbeit“ nimmt immer größer Ausmaße an und versperrt insbesondere jungen Menschen den Weg in ein gesichertes Leben.
Die CDU/CSU zusammen mit der FDP werden nichts unternehmen, den Menschen spürbar zu helfen. Während die Banken und die Finanzwelt ein „weiter so“ praktiziert, werden die Menschen als „spät römisch dekadent“ beschimpft und Kinder aus der Gesellschaft verdrängt! Aktuell droht die Deutsche Bank mit einer weiteren Finanzkrise, sollte Sie vom BGH wegen der „Zockerei“ mit Mittelständlern und Kommunen verurteilt werden.
Die Geschenke an die Atommultis und die Industrie bezahlen die Schwachen durch Kürzungen und unsere Kinder, denen CDU/CSU und FDP neben den Rekordschulden auch noch neuen Atommüll vor die Füße kippen.
Die Liste des Versagens war noch in keiner deutschen Bundesregierung so lang wie von CDU/CSU und FDP , die den Sozialstaat mit Füßen tritt.
Auf Diese „Star-Mannschaft“ sollten wir verzichten und bei den nächsten Wahlen damit anfangen.
http://www.youtube.com/wa...
Ich hoffe darauf!
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