Wahlkampfthema Nürburgring Kurt Becks Millionen-Skandal
Becks Freizeitpark ist ein teurer Flop und gefährdet die Existenz der Anwohner. Doch die CDU hofft wohl vergeblich, damit die SPD zu Fall zu bringen.
Im rheinland-pfälzischen Mittelgebirge sei es immer zwei Grad kälter als im übrigen Land, sagen Eifelaner über ihre Heimat: "Bei uns ist nix los und hier wächst nichts außer Kartoffeln", fügen sie dann augenzwinkernd hinzu. 1927 kam der Nürburgring, die Rennstrecke war ein klassisches Infrastrukturprojekt. Viele Einwohner leben heute von Motorsporttouristen aus Köln, Frankfurt oder Holland.
Im Sommer testet hier außerdem die Industrie Reifen und Autos. 2007 beschloss die rheinland-pfälzische SPD-Alleinregierung, ein Freizeitpark mit Achterbahn, Motorsportmuseum und Diskomeile könnte die Rennstrecke noch attraktiver machen. Das "Millionengrab Nürburgring" ist nun Hauptthema der Opposition im Landtagswahlkampf. Aber auch die Anwohner sind richtig sauer.
"Ich habe das Projekt zu Beginn unterstützt. Ich dachte, wenn das Land das macht, dann haben die das seriös durchgeprüft", sagt Andrea Thelen, Hotelinhaberin und Vorsitzende des Gewerbevereins der Verbandsgemeinde Adenau, zu der der Ring gehört. Was folgte, nennt Thelen heute eine "Katastrophe" und selbst SPD-Landesvater Kurt Beck spricht inzwischen von einem "schweren Fehler".
Denn Becks Finanzminister Ingo Deubel setzte am Nürburgring mehr als 300 Millionen Euro an Steuergeldern in den Sand. Selbst in der SPD bestreitet man heute nicht mehr, dass der Gebäudekomplex zu ausschweifend geplant und die ursprünglich kalkulierten Besucherzahlen viel zu hoch angesetzt waren. Ganz zu schweigen davon, dass Deubel mit äußerst dubiosen Geschäftsmethoden agierte. Als das herauskam, trat der Minister zurück. Doch noch heute hängt der Freizeitpark am Tropf der rheinland-pfälzischen Landesbank.
Fast ein wenig bedrohlich baut sich der Gebäudekomplex aus der sonst idyllischen Natur auf. Die großen Parkplätze sind in der momentanen Vorsaison gähnend leer. Auch im Museum ist kaum was los, ein paar kleine Jungs spielen an Fahrsimulatoren. Die Achterbahn, ein angekündigtes Highlight des Freizeitparks, ist für Besucher immer noch nicht geöffnet. Bei einer Testfahrt kam es 2009 zu einer Explosion, mehrere Arbeiter erlitten ein Knalltrauma. Im Sommer erst soll der Ringracer nach aktuellem Stand wieder an den Start gehen.
"Micky-Maus-Garten" nennt Thomas Hennrichs den Freizeitpark abfällig. Er ist Mitglied einer Bürgerinitiative, die sich schon lange gegen das Projekt engagiert. Die Millionen-Fehlspekulation habe man vorausgeahnt, sagt Hennrichs: "Das Problem ist aber inzwischen ein anderes. Das sind die neuen Betreiber." Das von der Landesregierung Mitte 2010 eingesetzte Privatbetreiber-Duo habe die Rennstrecke nun in "seiner Gewalt" und mache durch Sonderangebote und neu gebaute Hotels den regionalen Gastronomen den Garaus. Außerdem würden Geschäftsideen der Anwohner durch die vielen neuen Regulierungen erschwert.
Das erzählt auch Hotelinhaberin Thelen aus dem wenige Kilometer entfernten Adenau. Die Geschäftsfrau mag es nicht, wenn Leute übertreiben. Sie wählt ihre Worte mit Bedacht. Grundsätzlich hätten Privatunternehmer ein gutes Recht, am eigenen Profit interessiert zu sein. Aber: "Das Projekt ist vom Land finanziert und sollte doch die Region stärken." Bisher sei der Ring so etwas wie "Allgemeingut" gewesen, da habe jeder mit einer guten Idee Geld verdienen können. Das sei jetzt anders. Hinzu komme die neue Gastronomie-Meile in unmittelbarer Nähe des "Ring". "Wir in Adenau fragen uns schon, wo unsere Gäste bleiben", sagt Thelen.
Deutlicher wird da Hotelbetreiberin Ursula Schmitz: "Hier wird mit Steuergeldern der Untergang der regionalen Geschäftsleute finanziert." Schmitz lebt näher an der Rennstrecke, im Örtchen Nürburg. Hier gibt es nur ein Dutzend Häuser und kaum ein Geschäft. Es ist totenstill in den Straßen an diesem sonnigen Werktag. In Schmitz' Café sind die schweren weißen Tischdecken ordentlich gerade gezogen, doch kein Gast ist in Sicht.
"Im Winter und Frühjahr leben wir hier von unseren Ersparnissen aus der Rennsportsaison im Sommer", sagt Schmitz. 150.000 Euro koste das, dennoch habe sie immer alle zwölf Angestellten den Winter durch gehalten. "Aber jetzt", sagt sie, "weiß ich nicht, wie es weitergeht. Ich arbeite seit über 40 Jahren hier, wir leben doch mit und für den Ring."
- Datum 16.03.2011 - 16:17 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Nicht nur das Nürburgringdebakel ! Der selbsternannte "König Kurt" geriert sich zunehmend zum Trubun von RLP. Er hat mächtig Dreck am Stecken ( Nürburgring, Richterbesetzung nach Gutsherrenart, Schulden ohne Ende, Schlosshotel Bad Bergzaber ); Diese Ecken haben schon mehr als nur ein Geschmäckle, es stinkt schon wie eine vertitable Jauchegrube. Weg mit diesem Mann !
Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/se
ist zweifellos nur noch die Opposition, die keinesfalls weniger Dreck am Stecken hat, siehe z.B. hier http://www.sueddeutsche.d... oder hier http://www.sueddeutsche.d... Davon abgesehen geht es Rheinland-Pfalz nicht schlecht, die Arbeitslosigkeit zum Beispiel ist die drittniedrigste im Ländervergleich. Das ist auch das Verdienst von Kurt Beck, der seit 1994 Rheinland-Pfalz regiert!
ist zweifellos nur noch die Opposition, die keinesfalls weniger Dreck am Stecken hat, siehe z.B. hier http://www.sueddeutsche.d... oder hier http://www.sueddeutsche.d... Davon abgesehen geht es Rheinland-Pfalz nicht schlecht, die Arbeitslosigkeit zum Beispiel ist die drittniedrigste im Ländervergleich. Das ist auch das Verdienst von Kurt Beck, der seit 1994 Rheinland-Pfalz regiert!
ist zweifellos nur noch die Opposition, die keinesfalls weniger Dreck am Stecken hat, siehe z.B. hier http://www.sueddeutsche.d... oder hier http://www.sueddeutsche.d... Davon abgesehen geht es Rheinland-Pfalz nicht schlecht, die Arbeitslosigkeit zum Beispiel ist die drittniedrigste im Ländervergleich. Das ist auch das Verdienst von Kurt Beck, der seit 1994 Rheinland-Pfalz regiert!
Vergleichen Sie es doch weltweit. Dann ist es ganz harmlos.
Vergleichen Sie es doch weltweit. Dann ist es ganz harmlos.
Vergleichen Sie es doch weltweit. Dann ist es ganz harmlos.
So wie ihn Hamburg der Größenwahn, die Allmachtsfantasien und die Grossmannssucht den Damen und Herrn der CDU, FDP, der Schill-Partei ihres rationalen Verstandes und ihrer politischen Grundakzeptanz beraubt hat, so breitet sich dieses Phänomen auch bei den Genossen der SPD, speziell unter den Mitgliedern des sogen. konservativen Seeheimer Kreises (Die Gruppe Schröder) aus.
Wenn es dem Esel zu wohl wird, dann geht er aufs Eis.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Das Märchen vom Fischer und seiner Frau.
Arroganz, Überheblichkeit, Grossmannssuchtallüren und ein genau so gewaltiger Realitätsverlust wie bei den Mitgliedern der Bundesregierung, die mit ihrer Atommonopolkonzernbegünstigungspolitk allen Fachverstand und alle Expertiesen in den Wind schlägt, wie es sich für derartige Kaderfunktionärstotalitaristen gehört. Wer die Gutachten des Sachverständigen Rates Umweltschutz der Bundesregierung liest: Siehe http://www.umweltrat.de/D...) und mit der praktischen Politik dieser Regierung Merkel vergleicht, der kann nur noch danach fragen, ob die Wähler dieser Politkader der Klientel- und Lobbygruppen unseres Landes
nicht mehr zwischen Lug und Trug und der Faktenlage unterscheiden können.
Sieht aus wie ein Gefängnis...
Ich glaube, es geht nicht um einen Sturz von Kurt Beck (jeder Politiker hat seine Leichen im Keller), sondern darum, die Glaubwürdigkeit bei den Politikern und in der Gesellschaft wieder zurück zu holen.
Herr Beck ist zu lange an der Macht, und dies verdirbt den Charakter.
Man wird Machtverliebt und dies trübt den Blick für die Realität.
Aber vor diesem Phänomen ist niemand geschützt, es sei denn, der Wähler erkennt diese Krankheit bei seinem Spitzenkandidat.
Es müßen die Fehler die bewusst oder unbewusst begangen wurden, auf den Tisch, offen ohne falschen Zungenschlag behandelt werden.
Ich denke die Opposition hat auch ihren Anteil an dem Sumpf, in dem Kurt Beck steckt.
Ich erwarte von allen beteiligten, begangene Fehler zu erkennen, und sie ehrlich zu bedauern, und zu korrigieren.
Es hilft niemanden so zu tun, als wäre alles in Butter.
Also Politiker, mehr Ehrlichkeit, mehr Glaubwürdigkeit und auch Fehler offen eingestehen, ohne wenn und aber.
Danke
Wer sich für die Hintergründe dieses Skandals, seiner Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik und seine mittelfristigen Auswirkungen für den Ring und seine Anwohner interessiert, sollte man nachlesen unter:
http://www.motor-kritik.de
W. Hahne, der seit sehr vielen Jahren über den Nürburgring schreibt, analysiert sehr genau, was da wie gelaufen ist. Es kostet ein bisschen Zeit sich einzulesen, aber anschließend macht man sich über das System K. Beck und die Geschäftspolitik der neuen Ringverantwortlichen (mittels Einstweiliger Verfügungen, sic est!) keine Illusionen mehr.
Die Bedeutung des Nürburgring wird angesichts der Bemühungen einiger spanischer Rennstrecken aber besonders durch die Bemühungen von Nardo massiv abnehmen. Für den privaten Nutzer kein Problem, für die Autoindustrie kein Problem. Für die vom Ring lebenden Anwohner eine Katastrophe - allerdings ist mir nicht aufgefallen, dass neben Hr. Hahne oder Fr. Schmitz viele sich wehren oder gar auf die Straße gehen.
Wichtig ist noch (enttäuschend, dass die Zeitredaktion nicht auf diesen Zusammenhang hingewiesen hat), dass als Berater des Projektes Nürburgring 2009 die Macher des gescheiterten Space Park Bremen engagiert worden waren (Quelle siehe Artikel in Wikipedia)!
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