ParteienWie viel Porsche verträgt Grün?

Die Grünen plagen Identitätsfragen: Wie bürgerlich soll die Partei werden? Wer wird Kanzlerkandidat? Eine interne Studie sorgt zusätzlich für Unruhe.

Die neuen Hochglanz-Wörter der Grünen-Elite lauten "bürgerlich" und "wertkonservativ". Kaum ein Interview vergeht, in denen Jürgen Trittin, Renate Künast oder Cem Özdemir sie nicht fallen lassen.

" Ich kenne nur noch bürgerliche Parteien ", sagt beispielsweise Fraktionschef Trittin, einst berüchtigt für seine stramm-linken Ansichten. Parteichef Özdemir ist stolz auf die schwäbischen "Firmenbosse", die diesmal in Baden-Württemberg grün gewählt haben. Und Künast kündigt an, dass sie den "Porschefahrern ihren Spaß lassen" werde, wenn sie erst einmal Berlin regiert.

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Die grüne Botschaft dieser Tage ist klar zu vernehmen: Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und: Wir sind nicht wirtschafts- oder spaßfeindlich. Die Phase, in der sich die Grünen-Führung vornehmlich einem linken Lager verpflichtet fühlte, gehört offensichtlich der Vergangenheit an. Deutlich formuliert es der hessische Spitzen-Grüne Tarek al-Wazir: Die Grünen müssten nun verstärkt "Angebote für viele" machen. Man sei spätestens seit den jüngsten Erfolgen in Wahlen und Umfragen keine "radikale Kleinpartei" mehr.

Im Gegenteil, Deutschlands Musterländle Baden-Württemberg hat demnächst sogar einen grünen Ministerpräsidenten. Winfried Kretschmann, ein katholischer Schützenkönig aus Sigmaringen , gilt gewissermaßen als neues grünes Rollenmodel. Früher war Kretschmann Kommunist. Heute hat der Revoluzzer-Gestus ausgedient. Im Wahlkampf beschwor er die "Mitte" und den "Ausgleich". Aufgrund seines bedächtigen Auftritts genießt er Sympathien auch im CDU-Lager. Kürzlich lästerte Kretschmann in einem Interview mit der Welt am Sonntag über "linke Ideen", die beim Regieren nicht helfen würden.

Nicht alle in der Partei freut diese neue Bürgerlichkeit. Gerade unter den jüngeren Grünen formiert sich Widerstand. Sie bezeichnen sich selbst als Partei-"Linke". Ihre Gegner nennen sie bürgerliche "Reformer". Realos und Fundis, das war einmal. Heute duellieren sich Linke und Reformer bei den Grünen.

Drei linke Grünen-Politiker, die seit Längerem als Hoffnungsträger der Partei gelten, haben nun ein 21-seitiges Strategiepapier verfasst, das ZEIT ONLINE vorliegt. Das Papier von Stephan Schilling, Agnieszka Malczak und Arvid Bell ist eine Analyse der Baden-Württemberg-Wahl. Aber sie birgt Streitpotential, weil sie den neuen Grundsatzkonflikt der Grünen explizit verbalisiert. Die Autoren warnen davor, zur "Wischi-Waschi-Partei" zu werden, die es allen recht machen wolle.

Der Erfolg in Stuttgart, so argumentieren sie, beruhe auf "Themenzuspitzung" und einer "Mobilisierung" der Wähler "links der Mitte". Das habe sich auch daran gezeigt, dass die Linkspartei "schlicht und einfach nicht gebraucht" wurde, und am Landtagseinzug scheiterte. Man habe sich eindeutig "als Gegenspieler zur CDU" positioniert und habe damit reüssiert.

Agnieszka Malczak ist eine Autorin der Studie. Die 26-jährige Bundestagsabgeordnete sagt ZEIT ONLINE: Das "Konzept Volkspartei", das manchen Parteifreunden derzeit vorschwebe, "führt nicht zum Erfolg". Das "historische Ergebnis" in Baden-Württemberg sei durch "Politisierung und Polarisierung" eingefahren worden, und das bei einer ausgesprochen hohen Wahlbeteiligung. Die Grünen stünden für "linke, ökologische, reformorientierte Politik". Darauf beruhe die hohe attestierte Glaubwürdigkeit und damit habe man auf viele Nichtwähler attraktiv gewirkt. "Diesen Kurs zu ändern, wäre die falsche Schlussfolgerung aus dieser Landtagswahl."

Die jungen Grüne-Linken setzen weiter auf Umverteilung von Oben nach Unten, auf einen pazifistischen Kurs in der Außenpolitik, auf die Einführung diverser Öko- und Vermögenssteuern. Kurz: Spaß für Porschefahrer ist ungefähr das Letzte, was sie fordern würden.

Leserkommentare
  1. Ich mag die Grünen nicht, die Liebe scheitert nicht am Umweltschutz, es sind die multikulti Zwangsphantasien, welche kommentarlos unterschrieben werden sollen. Da sage ich klar, NEIN!

    Nüchtern muß man aber festhalten, die Grünen hatten einen gewissen Habitus. Alle Parteien, welche aus "Machtgeilheit"
    ihrer Parteiführung in die MITTE geführt wurden, sind gescheitert, oder verlieren massiv an Stimmen/Mitglieder. Beispiele? FDP, SPD, UNION.

    Nicht die Volksparteien haben ausgedient, sondern die MITTE. Freuen würde es mich ja, in der MITTE lösen sich die Parteien auf und werden nicht mehr wählbar.

    19 Leserempfehlungen
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    ...hat nicht ausgedient, wie Fr. Merkel kuerzlich meinte, sondern liefert gute Ergebnisse. Beispiele hierfuer gbt's zu viele, ich waehle drei aus. Gruenen-Chef, Gruenen-Chef aus Hessen und Fr Schmid aus BaWue. Alle gut integrierte Deutsche, ja richtig gelesen, gut integrierte Deutsche. Wie das? Gibt's nicht integrierte Deutsche in Deutschland? Und ob. Es sind alle, die den Zeitgeist noch nicht erkannt haben. Multikulti gehoert genauso zu Deutschland wie der Islam. Besser Sie finden sich gleich damit ab, sonst werden Sie im eigenen Saft vor Wut und Verzweiflung schmoren eher Sie sich damit doch abfinden.

    lassen. Das hat nichts mit Multikulti zu tun.

    "Freuen würde es mich ja, in der MITTE lösen sich die Parteien auf und werden nicht mehr wählbar."
    Herzlichen Dank! Reicht es nicht schon, daß die Wahlbeteiligungen seit Jahren sinken, teilweise schon unter 50 Prozent, und sogar die letzte Bundestagswahl nur eine Wahlbeteiligung von knapp über 70 Prozent hatte? Die letzten Landtagswahlen in Ba-Wü und Rheinland-Pfalz hatten Wahlbeteiligungen ebenfalls unter 70 Prozent und das wurde schon als ERFOLG betrachtet.
    Ich kann mich noch an Wahlen erinnern, bei denen die Wahlbeteiligung um 90 Prozent lag - beispielsweise damals bei Willy Brandt.
    Wenn immer mehr und mehr Menschen überhaupt nicht wählen, so wie Sie es ja offensichtlich empfehlen, fühlen sich diese auch von den Politikern nicht mehr vertreten - sie schließen sich selbst aus dieser Gesellschaft aus. Was diese Menschen aber denken, weiß niemand - Deutschland könnte eines Tages eine sehr böse Überraschung erleben.
    Mehr Wahlbeteiligung statt weniger wäre besser - und mehr Beteiligung der Bürger an der Gesellschaft und der Politik, z.B. in Form von Volksabstimmungen. Das würde unsere Gesellschaft verbessern.

    • maslow
    • 20.04.2011 um 22:51 Uhr

    dafür haben wir die Auswahl zwischen fünf linken Multikulti-Blockparteien, von ganz links bis Irre-links, die Wähler der Mitte sind inzwischen mit Grauen ins Nichtwählerlager geflohen,
    das folgerichtig die stärkste Partei geworden ist

    • Buh
    • 30.04.2011 um 23:30 Uhr

    zu einer multikulturellen Gesellschaft?

    ...hat nicht ausgedient, wie Fr. Merkel kuerzlich meinte, sondern liefert gute Ergebnisse. Beispiele hierfuer gbt's zu viele, ich waehle drei aus. Gruenen-Chef, Gruenen-Chef aus Hessen und Fr Schmid aus BaWue. Alle gut integrierte Deutsche, ja richtig gelesen, gut integrierte Deutsche. Wie das? Gibt's nicht integrierte Deutsche in Deutschland? Und ob. Es sind alle, die den Zeitgeist noch nicht erkannt haben. Multikulti gehoert genauso zu Deutschland wie der Islam. Besser Sie finden sich gleich damit ab, sonst werden Sie im eigenen Saft vor Wut und Verzweiflung schmoren eher Sie sich damit doch abfinden.

    lassen. Das hat nichts mit Multikulti zu tun.

    "Freuen würde es mich ja, in der MITTE lösen sich die Parteien auf und werden nicht mehr wählbar."
    Herzlichen Dank! Reicht es nicht schon, daß die Wahlbeteiligungen seit Jahren sinken, teilweise schon unter 50 Prozent, und sogar die letzte Bundestagswahl nur eine Wahlbeteiligung von knapp über 70 Prozent hatte? Die letzten Landtagswahlen in Ba-Wü und Rheinland-Pfalz hatten Wahlbeteiligungen ebenfalls unter 70 Prozent und das wurde schon als ERFOLG betrachtet.
    Ich kann mich noch an Wahlen erinnern, bei denen die Wahlbeteiligung um 90 Prozent lag - beispielsweise damals bei Willy Brandt.
    Wenn immer mehr und mehr Menschen überhaupt nicht wählen, so wie Sie es ja offensichtlich empfehlen, fühlen sich diese auch von den Politikern nicht mehr vertreten - sie schließen sich selbst aus dieser Gesellschaft aus. Was diese Menschen aber denken, weiß niemand - Deutschland könnte eines Tages eine sehr böse Überraschung erleben.
    Mehr Wahlbeteiligung statt weniger wäre besser - und mehr Beteiligung der Bürger an der Gesellschaft und der Politik, z.B. in Form von Volksabstimmungen. Das würde unsere Gesellschaft verbessern.

    • maslow
    • 20.04.2011 um 22:51 Uhr

    dafür haben wir die Auswahl zwischen fünf linken Multikulti-Blockparteien, von ganz links bis Irre-links, die Wähler der Mitte sind inzwischen mit Grauen ins Nichtwählerlager geflohen,
    das folgerichtig die stärkste Partei geworden ist

    • Buh
    • 30.04.2011 um 23:30 Uhr

    zu einer multikulturellen Gesellschaft?

  2. Porsche hin oder her. Die Grünen sollen nicht so tun als ob sie die Weisheit selber sind.
    Gut betuchte Bürger sitzen an reich gedeckten Tischen. Doch der arme Lazarus streckt vergeblich seine Hand aus für eine milde Gabe.

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    • Buh
    • 18.04.2011 um 21:32 Uhr

    Es ist ein Vorurteil, die Grünen wären sozial nicht ausreichend profiliert. Die grünen sind nach den Linken die sozialste Partei im Bundestag.

    "Die Grünen sollen nicht so tun als ob sie die Weisheit selber sind."

    Wenn das ein Ausschlusskriterium bei Wahlen wäre, dürften wohl alle zum Nichtwähler mutieren. Es ist die Aufgabe von Parteien Positionen zu finden und dies zu vertreten, und so Wähler zu representieren

    • Buh
    • 18.04.2011 um 21:32 Uhr

    Es ist ein Vorurteil, die Grünen wären sozial nicht ausreichend profiliert. Die grünen sind nach den Linken die sozialste Partei im Bundestag.

    "Die Grünen sollen nicht so tun als ob sie die Weisheit selber sind."

    Wenn das ein Ausschlusskriterium bei Wahlen wäre, dürften wohl alle zum Nichtwähler mutieren. Es ist die Aufgabe von Parteien Positionen zu finden und dies zu vertreten, und so Wähler zu representieren

  3. Wertigkeit für Liebhaber, das wären die Fahrzeuge-doch die Ing.-Leistungen dises Konzerns sind auch sehr wichtig für grüne Politik, deshalb wird es dort sicherlich die geringsten Probleme geben-eher dort wo grüne Aktivisten neue Netzleitungen behindern-dazu sprach ja bereits Tritin-

    2 Leserempfehlungen
  4. Ich persönlich kenne auch zwei "Arten" von Grünenwähler: die einen aus purem Idealismus, und die anderen weil diese es sich leisten können.
    Diesen Dualismus scheint auch der Artikel wiederzugeben. Nur persönlich habe ich auch das Gefühl, dass, was uns die Grünen als neue Bürgerlichkeit verkaufen wollen, schlichtes Scheitern an der Realität ist (damit sind die Grünen bei Gott nicht alleine, für alle die jetzt aufschreien).
    Persönlich finde ich das nichtmal schlimm, viel besser als Stur gegen Sinn und Verstand seine eigene Ideologie durchboxen. Zumal die Grünen ja auch keine absolute Mehrheit haben, ist es von der Bevölkerung auch anscheinend nicht gewollt.
    Meinetwegen können sich die Grünen auch weiterhin sich der Bürgerlichen Mitte nähern, denn gerade dort vermute ich ein Wählerpotential, dem Nachhaltigkeit und "Wertkonservativismus" sehr wichtig sind. Den Ruf eine ideologische Traumtänzerpartei zu sein, können und dürfen sich die Grünen bei diesen Wahlergebnissen nicht mehr leisten. Es stellt sich nämlich auch die Frage: Wieviel Grün verträgt Porsche?

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    Herzlichen Glückwunsch zur geglückten Pointe!;)

    Herzlichen Glückwunsch zur geglückten Pointe!;)

  5. Wenn der Porsche mit Brennstoffzelle betrieben wird oder als Plug-in-Hyrbid o.Ä. ;) Aber darum gehts doch in der Politik nicht. Ich wähle meine Partei danach, wie sie in den für mich wichtigen politischen Feldern aufgestellt ist und welche Meinungen sie vertritt. Und es tut mir Leid, auch wenn es ausgelutscht ist: CDU/CSU/FDP sind unwählbar geworden, spätestens seit Brüderle seinen Energiekollegen spitzbübisch erzählt hat, dass es nur um die Beruhigung der Wähler zur Wahl ging. Das hat für mich ein übles Geschmäckle.
    Für mich sind Themen entscheidend, die für die nächsten 20 - 50 Jahre wichtig sind: Energiewende, Mobilität, Bildung, Integration. Und da liefern mir derzeit CDU/CSU/FDP und die SPD nicht die Antworten, die ich für vernünftig erachte. Und es geht vielen meiner Freunde genauso. Die Linke und die Idioten von rechtsaußen sind per se raus. Bleiben also die Grünen, die Glaubwürdigkeit ausstrahlen, die einen Plan zu haben scheinen der die Probleme der nächsten Jahre im Blick hat und nicht die Interessen einiger weniger.
    Die Grünen machen weiß Gott nicht alles richtig, aber derzeit haben sie die richtigen Antworten auf die richtigen Fragen..

    13 Leserempfehlungen
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    voll unterschrieben, Ihren Kommentar - ich habe die Grünen lange gewählt.
    Allerdings sollte man nicht vergessen, daß Herr Fischer zusammen mit Herrn Schröder die neoliberale Deregulierung erst voll durchgesetzt hat, genauso wie Hartz IV, und damit geholfen hat, Deutschland ein ganzes Stück unsicherer zu machen. Das könnte ich noch verzeihen, wenn eine Rot-Grün-Regierung (oder Grün-Rot-Regierung) sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen würde und Maßnahmen ergreifen würde, die Deutschland etwas arbeitnehmerfreundlicher machen würden - und nicht nur unternehmerfreundlich.
    Was ich hingegen nicht verzeihe, ist die Tatsache, daß Rot-Grün als erste Regierungspartei nach dem Krieg (also in 60 Jahren!) dafür gesorgt hat, daß Deutschland wieder eine kriegführende Nation geworden ist; das hat nicht einmal Herr Kohl fertig gebracht.
    Solange sich da keine Wende vollzieht, bleiben Rot und Grün für mich unwählbar!, selbst wenn ich ansonsten mit den Ansichten der Grünen oft übereinstimme.

    • Zack34
    • 25.04.2011 um 12:09 Uhr

    "Bleiben also die Grünen, die Glaubwürdigkeit ausstrahlen, die einen Plan zu haben scheinen der die Probleme der nächsten Jahre im Blick hat und nicht die Interessen einiger weniger.
    Die Grünen machen weiß Gott nicht alles richtig, aber derzeit haben sie die richtigen Antworten auf die richtigen Fragen...
    "


    "strahlen Glaubwürdigkeit aus"?

    "scheinen, einen Plan zu haben"?
    "haben die richtigen Fragen"?

    ... und auch noch "die richtigen Antworten darauf"?


    Und was für Fragen, oder gar Antworte auf diese haben denn die Grünen zu Themen wie "Energiewende, Mobilität, Bildung, Integration", ... ? (Etwa, ganz aktuell, dass deutsche Autohersteller weniger Autos herstellen sollen? Oder "alle AKWs sofort abschalten!"? ... )


    Oder was für Antworte haben sie denn damals gegeben, z.B. auf die Fragen im Bereich Verbraucherschutz/Genfood, Verkehrs- oder - ja, auch - Außenpolitik?


    Offenbar alles nur eine Frage der gefühlten Fakten.


    ps. @Redaktion:

    "Wie bürgerlich soll die Partei werden?"

    Darin können die Grünen nichts mehr werden.

    voll unterschrieben, Ihren Kommentar - ich habe die Grünen lange gewählt.
    Allerdings sollte man nicht vergessen, daß Herr Fischer zusammen mit Herrn Schröder die neoliberale Deregulierung erst voll durchgesetzt hat, genauso wie Hartz IV, und damit geholfen hat, Deutschland ein ganzes Stück unsicherer zu machen. Das könnte ich noch verzeihen, wenn eine Rot-Grün-Regierung (oder Grün-Rot-Regierung) sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen würde und Maßnahmen ergreifen würde, die Deutschland etwas arbeitnehmerfreundlicher machen würden - und nicht nur unternehmerfreundlich.
    Was ich hingegen nicht verzeihe, ist die Tatsache, daß Rot-Grün als erste Regierungspartei nach dem Krieg (also in 60 Jahren!) dafür gesorgt hat, daß Deutschland wieder eine kriegführende Nation geworden ist; das hat nicht einmal Herr Kohl fertig gebracht.
    Solange sich da keine Wende vollzieht, bleiben Rot und Grün für mich unwählbar!, selbst wenn ich ansonsten mit den Ansichten der Grünen oft übereinstimme.

    • Zack34
    • 25.04.2011 um 12:09 Uhr

    "Bleiben also die Grünen, die Glaubwürdigkeit ausstrahlen, die einen Plan zu haben scheinen der die Probleme der nächsten Jahre im Blick hat und nicht die Interessen einiger weniger.
    Die Grünen machen weiß Gott nicht alles richtig, aber derzeit haben sie die richtigen Antworten auf die richtigen Fragen...
    "


    "strahlen Glaubwürdigkeit aus"?

    "scheinen, einen Plan zu haben"?
    "haben die richtigen Fragen"?

    ... und auch noch "die richtigen Antworten darauf"?


    Und was für Fragen, oder gar Antworte auf diese haben denn die Grünen zu Themen wie "Energiewende, Mobilität, Bildung, Integration", ... ? (Etwa, ganz aktuell, dass deutsche Autohersteller weniger Autos herstellen sollen? Oder "alle AKWs sofort abschalten!"? ... )


    Oder was für Antworte haben sie denn damals gegeben, z.B. auf die Fragen im Bereich Verbraucherschutz/Genfood, Verkehrs- oder - ja, auch - Außenpolitik?


    Offenbar alles nur eine Frage der gefühlten Fakten.


    ps. @Redaktion:

    "Wie bürgerlich soll die Partei werden?"

    Darin können die Grünen nichts mehr werden.

  6. Das letzte was Grün sein kann wäre ökologische Notwendigkeiten gegen mögliche Stimmen einzutauschen.
    Wir leben in einer Zeit die über die Zukunft unseres Planeten entscheiden wird und da braucht es nunmal klare Grüne Politik.
    Das ist vor allem bei jungen politischen Menschen zu hören, also wäre es fatal jetzt den klar Grünen Kurs zu ändern.

    12 Leserempfehlungen
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    • isualK
    • 18.04.2011 um 20:38 Uhr

    Also ob wirklich die Zukunft unseres Planeten davon abhängt, ob eine grüne Partei im relativ kleinen Deutschland an der Regierung beteiligt ist oder sogar den Kanzler stellt, das möchte ich bei aller Sympathie für die Ideen der Grünen doch bezweifeln. Haben Sie schon mal eine Landkarte der Welt angeschaut?
    Das in Richtung Umweltschutz mehr getan werden muss, als dass sich Frau Merkel als Klimakanzlerin bezeichnet und mit dem Hubschrauber in die Arktis fliegt, das ist ziemlich klar. Und auch dass es nicht geht, sich in Hinterzimmern von der Atomlobby Lauzeitverlängerung abkaufen zu lassen, das ist auch klar.
    Aber in meinen Augen gehört ins Programm der Grünen zur Zeit auf alle Fälle noch der Punkt: Mehr Hygiene und Umweltschutz in den Bereich der Finanzwirtschaft.
    Aber da haben sie es mit einem mächtigen Gegner zu tun, der zur Not auch über Leichen geht. Ob sie da mit Sitzblockaden was ausrichten, das ist noch zu beweisen.

    • isualK
    • 18.04.2011 um 20:38 Uhr

    Also ob wirklich die Zukunft unseres Planeten davon abhängt, ob eine grüne Partei im relativ kleinen Deutschland an der Regierung beteiligt ist oder sogar den Kanzler stellt, das möchte ich bei aller Sympathie für die Ideen der Grünen doch bezweifeln. Haben Sie schon mal eine Landkarte der Welt angeschaut?
    Das in Richtung Umweltschutz mehr getan werden muss, als dass sich Frau Merkel als Klimakanzlerin bezeichnet und mit dem Hubschrauber in die Arktis fliegt, das ist ziemlich klar. Und auch dass es nicht geht, sich in Hinterzimmern von der Atomlobby Lauzeitverlängerung abkaufen zu lassen, das ist auch klar.
    Aber in meinen Augen gehört ins Programm der Grünen zur Zeit auf alle Fälle noch der Punkt: Mehr Hygiene und Umweltschutz in den Bereich der Finanzwirtschaft.
    Aber da haben sie es mit einem mächtigen Gegner zu tun, der zur Not auch über Leichen geht. Ob sie da mit Sitzblockaden was ausrichten, das ist noch zu beweisen.

  7. Seit Otto Schily, das Gründungsmitglied der grünen Partei,die Grünen verlassen hat und zur SPD wechselte haben die Grünen nur noch drittklassiges Führungspersonal, (Claudia Roth, Özdemir, Trittin) .
    Für den früheren Außenminister Fischer muss man sich heute noch schämen. Wenigstens hat das die Roth erkannt.Den Pazifismus hat Fischer zur Unkenntlichkeit zerstört. Als er als Außenminister, mangels Analyse und Beurteilungfähigkeit politischer Vorgänge, unsere deutschen Soldaten als "Brunnenbohrer und Schülerlotsen" zu einem sinnlosen
    Kriegseinsatz nach Afghanistan schickte.

    16 Leserempfehlungen
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    • Buh
    • 18.04.2011 um 21:33 Uhr

    Merkel? Westerwelle? Entschuldigung, aber die Grünen haben mit das beste Personal.

    Der Sündenfall der Grünen war zweifellos die Zustimmung zum Kriegführen in Afghanistan. Zu meinem Entsetzen scheint das den Deutschen Wählern nicht einmal eine Reaktion bei den Wahlen wert zu sein.

    auch der Einäugige ist König unter den Blinden.

    • GDH
    • 19.04.2011 um 11:50 Uhr

    verlassen haben

    Zitat: "Seit Otto Schily, das Gründungsmitglied der grünen Partei,die Grünen verlassen hat und zur SPD wechselte haben die Grünen nur noch drittklassiges Führungspersonal,"

    Ihrer Interpretation kann ich schwer folgen. Es war doch gerade Rot-Grün mit Otty Schily als Innenminister, die das Bürgerrechtsprofil der Grünen so beschädigt haben, dass die FDP lange Zeit die einzige (halbwegs) glaubwürde Partei auf dem Gebiet war (die Koalitionsaussage zu Gunsten der CDU hat das natürlich konterkarriert). So weit kann also die Wahrnehmung der selben Person auseinandergehen.

    Daher würd' ich mich nicht so am Personal aufhängen. Leute, die Posten übernehmen, finden sich schon. Das inhaltliche Profil einer Partei hat (im Guten wie im Schlechten) eine sehr viel längere Halbwertszeit als das Personal.

    • Buh
    • 18.04.2011 um 21:33 Uhr

    Merkel? Westerwelle? Entschuldigung, aber die Grünen haben mit das beste Personal.

    Der Sündenfall der Grünen war zweifellos die Zustimmung zum Kriegführen in Afghanistan. Zu meinem Entsetzen scheint das den Deutschen Wählern nicht einmal eine Reaktion bei den Wahlen wert zu sein.

    auch der Einäugige ist König unter den Blinden.

    • GDH
    • 19.04.2011 um 11:50 Uhr

    verlassen haben

    Zitat: "Seit Otto Schily, das Gründungsmitglied der grünen Partei,die Grünen verlassen hat und zur SPD wechselte haben die Grünen nur noch drittklassiges Führungspersonal,"

    Ihrer Interpretation kann ich schwer folgen. Es war doch gerade Rot-Grün mit Otty Schily als Innenminister, die das Bürgerrechtsprofil der Grünen so beschädigt haben, dass die FDP lange Zeit die einzige (halbwegs) glaubwürde Partei auf dem Gebiet war (die Koalitionsaussage zu Gunsten der CDU hat das natürlich konterkarriert). So weit kann also die Wahrnehmung der selben Person auseinandergehen.

    Daher würd' ich mich nicht so am Personal aufhängen. Leute, die Posten übernehmen, finden sich schon. Das inhaltliche Profil einer Partei hat (im Guten wie im Schlechten) eine sehr viel längere Halbwertszeit als das Personal.

  8. Die GRÜNEN führten und führen vielfach Debatten, die eigentlich die ganze Gesellschaft führen müsste - Stichwort: Srbrenica.

    Eine solare und solidarische Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik haben die GRÜNEN angefangen auszubuchstabieren, da haben andere noch vornehmlich, nein ausschließlich, an Steuersenkungen gedacht.
    Die GRÜNEN, ob liberale Freidenker, Wertkonservative oder dezidierte Ökolinke - sie einte stets, dem gesellschaftlichen Zusammenhang verpflichtet zu sein, Verantwortung für heute und morgen übernehmen zu wollen.

    Wenn nicht Volkspartei werdend, so kann es den GRÜNEN doch zunehmend gelingen, für die demokratische Linke wie auch für das ökologisch bewusste und sozial verpflichtete Bürgertum erste Wahl zu sein.
    In der Krise ist das Konzept vom Green New Deal (s.Artikel) entwickelt worden, das GRÜN nun tatsächlich als Alternative zum Natur und Gesellschaft zerstörenden Neoliberalismus Brüderlescher und Westerwellescher Prägung ausweist.

    Die Analyse der linken GRÜNEN hat viel für sich, aber als Spaßverderber sollten sie nicht auftreten. Gerade die skizzierte Pluralität unterhalb des Green New Deal ist spannend und Grundlage innerparteilicher und gesamtgesellschaftlicher Diskussionen.

    Kretschmann in Ba-Wü, Künast in Berlin - bald Grüne OBs in Stuttgart, Frankfurt, Köln - gefallen mir gut. Die Aufgaben, die vor uns allen liegen, erfordern einen intelligenten Politikentwurf. GRÜN sollte viele Chancen bekommen, uns mitzunehmen.

    4 Leserempfehlungen
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    • wauzi
    • 19.04.2011 um 7:18 Uhr

    Die Analyse der linken GRÜNEN hat viel für sich, aber als Spaßverderber sollten sie nicht auftreten. Gerade die skizzierte Pluralität unterhalb des Green New Deal ist spannend und Grundlage innerparteilicher und gesamtgesellschaftlicher Diskussionen.

    das nette adjektiv wird gern bemüht, wenn sich eigentlich unvereinbare gegensätze ggü.stehen und das erkannt wird.

    hier z.b. umweltschonung und umweltzerstöerndes statussymbol.

    auch die 2klassengesellschaft in der medizin ist nicht spannend, sondern schlicht und ergreifend skandalös.

    • wauzi
    • 19.04.2011 um 7:18 Uhr

    Die Analyse der linken GRÜNEN hat viel für sich, aber als Spaßverderber sollten sie nicht auftreten. Gerade die skizzierte Pluralität unterhalb des Green New Deal ist spannend und Grundlage innerparteilicher und gesamtgesellschaftlicher Diskussionen.

    das nette adjektiv wird gern bemüht, wenn sich eigentlich unvereinbare gegensätze ggü.stehen und das erkannt wird.

    hier z.b. umweltschonung und umweltzerstöerndes statussymbol.

    auch die 2klassengesellschaft in der medizin ist nicht spannend, sondern schlicht und ergreifend skandalös.

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