Steinkohlebergbau In den Gruben gehen die Lichter aus

Das Aus des Steinkohlebergbaus ist besiegelt: Der Bundestag hat den entsprechenden Ausstiegsbeschluss bestätigt. Damit geht die Förderung im Jahr 2018 definitiv zu Ende.

Der Bundestag hat die sogenannte Revisionsklausel gestrichen, mit der das Parlament den Ausstiegsbeschluss aus dem Jahr 2007 noch einmal hätte überprüfen können. Damit bleibt es dabei: Der traditionsreiche deutsche Steinkohlebergbau geht im Jahr 2018 zu Ende.

Bei der Abstimmung im Bundestag enthielten sich SPD und Linke. Die Grünen unterstützten den Gesetzentwurf der Bundesregierung. Die einzige Gegenstimme kam aus den Reihen der schwarz-gelben Koalition. Der nordrhein-westfälische CDU-Abgeordnete Dieter Jasper argumentierte, die Steinkohle werde als heimische Energiereserve benötigt. In Jaspers Wahlkreis Steinfurt liegt das Kohlerevier Ibbenbüren.

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Im SPD-regierten Nordrhein-Westfalen liegen derzeit noch vier der fünf verbliebenen deutschen Zechen, in denen allerdings nur noch rund 25.000 Bergleute arbeiten. In den Ausschussberatungen am Mittwoch hatten die Sozialdemokraten gefordert, für die Zeit nach 2018 müsse zumindest die Möglichkeit eines subventionsfreien Bergbaus gewahrt bleiben. Union und FDP argumentierten hingegen, deutsche Steinkohle sei auf absehbare Zeit nicht wettbewerbsfähig.

Der Bundesrat kann nun allenfalls noch Einspruch erheben und den Vermittlungsausschuss anrufen. Verhindern kann die Länderkammer die Streichung der Klausel aber nicht mehr. Nach dem Willen der EU sollten die Milliardensubventionen für die Steinkohleförderung eigentlich schon 2014 auslaufen. Brüssel lenkte jedoch im vergangenen Jahr ein, nachdem Deutschland die Streichung der Revisionsklausel zugesagt hatte und der Ausstieg zum Jahr 2018 damit unumkehrbar wird.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Irre!

    Neben der Braunkohle die einzige eigene Energie-Quelle
    wird sinnlos still gelegt.

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    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • aadam
    • 15.04.2011 um 8:26 Uhr

    Wir haben schon noch ein paar Energiequellen mehr ...

    • aadam
    • 15.04.2011 um 8:26 Uhr

    Wir haben schon noch ein paar Energiequellen mehr ...

    • Keiner
    • 15.04.2011 um 7:57 Uhr

    Subventionen mehr.

    Vielleicht lohnt sich der Abbau wieder irgendwann.

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    • ludna
    • 15.04.2011 um 8:24 Uhr
    3. Kupfer

    Nach Kupfer wird jetzt auch wieder gebuddelt in D. Nachdem man 1990 im Osten alles platt gemacht hatte.
    Und in Cornwall will man wieder die alten Zinnminen aufmachen, nachdem man auch dort alles platt gemacht hat und sich die Menschen, die in Cornwall geblieben sind, mühsam eine Tourismusindustrie aufgebaut haben.

    • aadam
    • 15.04.2011 um 8:26 Uhr

    Wir haben schon noch ein paar Energiequellen mehr ...

    Antwort auf "Irre!"
  2. Wenn man die Subventionen auf jeden Kumpel umrechnet, kann einem schlecht werden, was da zum Fenster rausgeworfen wird. Dabei steht noch nicht zu Buche, dass, wenn die Buddelei weiter geht, versinkt das Ruhrgebiet langsam aber stetig - wer bezahlt die Folgeschäden dann? Gebt jedem Kumpel 5.000 € jeden Monat damit er zu Hause bleibt und keinen Schadenweiter anrichtet - und wir sparen trotzdem alle mächtig.

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  3. wahrscheinlich sind wir schon bald ganz froh, wenn wir ein bisschen Kohle zum Heizen haben

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  4. An dieser Stelle gebe ich meinen Kommentar vom 27. Januar 2011 nochmals ein:
    "Die Aufgabe des Steinkohlebergbaus, der uns bislang wenigstens eine gewisse Sicherheit in der Energieversorgung gewährleistet, ist der reine Wahnsinn.
    Die Politiker, die das zu verantworten haben, sind Hochverräter.
    Ich hoffe weiter auf ein Wunder."

  5. Die Subventionen für den Bergbau sind nicht zu Ende.
    .
    Ahnlich wie ein AKW kann man eine Zeche nicht einfach abschalten. Die "Ewigkeitslasten", Bergschäden und Wasserhaltung, werden uns auf "unendliche" Zeit erhalten bleiben. Die Trennung dieser Dinge, der Haftung dafür, von der Produktion, Verlagerung auf eine Stiftung ist ein großer "Betrug" zu Gunsten der Kapitaleigner.
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    Die Stiftung wird auf Dauer NICHT die Bergbaufolgeschäden anfangen können. Mehrere 100 km/2 zwischen Hamm und dem Niederrhein müssen künstlich entwässert werden. IMMER!
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    Das Grubbenwasser darf NIE bis zur Oberfläche kommen, sonst wird das Grundwasser "GROßFLÄCHIG" unbenutzbar. Tagebrüche und Bergsenkungen kommen dazu.
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    Wenn diese Schäden nicht mehr durch die Stiftung aufgefangen werden können (Kapitaldeckung, im Gegensatz einer Bindung an die Produktion, ist endlich), muss die Allgemeinheit die Kosten übernehmen. Andernfalls haben wir eine "Südwestfälische Seenplatte" mit eine Fläche größer als der Bodensee, die Brandenburger Seen.
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    Zechen schließen OK, aber die Rest-RAG = Envion aus der Haftung zu entlassen ist unverantwortlich und die teuerste Lösung für den Steuerzahler!!!
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    Kopfschüttelnde Gruesse
    Sikasuu
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    Ps. Mal Googeln: Lippeverband, Wasserhaltung des Bergbaus, Polderflächen Ruhrgebiet, ... dann werden die Dimensionen etwas klarer!

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