FDP-Chef Hinweise auf Rösler verdichten sich

Führende Liberale sind sicher: Gesundheitsminister Rösler soll Nachfolger von Westerwelle an der FDP-Spitze werden. Geklärt wird das voraussichtlich erst am Dienstag.

Die innere FDP-Führung hat über die Lage der Partei beraten, die Nachfolge des scheidenden Parteichefs Guido Westerwelle aber noch offen gelassen. Diese Frage entscheide sich erst in einer gemeinsamen Sitzung von Bundesvorstand und Bundestagsfraktion am Dienstag, sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner und bestätigte damit Informationen von ZEIT ONLINE aus Kreisen der Parteiführung. Dort geht man jedoch davon aus, dass Gesundheitsminister Philipp Rösler auf dem Parteitag der FDP im Mai in Rostock für den Parteivorsitz kandidieren wird, wenngleich dies auf der Sitzung des Parteipräsidiums kein Thema gewesen sein soll. Der Tagesspiegel berichtete hingegen, die Entscheidung für den 38-jährigen Rösler sei bereits gefallen. Martin Zeil, FDP-Politiker und Bayerns Wirtschaftsminister, sagte: "Ich gehe davon aus, dass Rösler es wird."

Lindner sagte, Meldungen, es gebe schon Festlegungen auf den Parteivorsitz, seien Spekulation. Das weitgehend ausscheidende FDP-Präsidium könne nicht über ein Antreten zur Wahl für den künftigen Parteivorsitz entscheiden. Am Dienstag werde es Kandidaturen dafür geben. "Ich ahne so etwas", sagte Lindner scherzhaft auf die Frage, wie es in der Tagung des Bundesvorstandes am Dienstag Bewerbungen geben könne, wenn das heute beim Präsidium kein Thema war. 

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Westerwelle hatte am Sonntagabend seinen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur als FDP-Chef beim Parteitag im Mai in Rostock erklärt. Damit zog er die Konsequenzen aus dem bundesweiten Verlust von Wählersympathie, den Wahlniederlagen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Beispiellose Kritik aus den eigenen Reihen war die Folge dieser Niederlagen gewesen. FDP-Vertreter der Länder haben nun nach Westerwelles Ankündigung eine Personalreform gefordert, die auch die weitere Parteiführung und die Spitze der Bundestagsfraktion nicht schonen dürfe. Die Fraktion führt Birgit Homburger, Landeschefin in Baden-Württemberg, wo die FDP vor einer Woche die Regierungsmacht verlor.

Lindner würdigte Westerwelles politische Arbeit. Während seiner Zeit als Bundesvorsitzender habe die FDP 33 Mal bei Wahlen zugelegt, nur 8 Mal Stimmen eingebüßt. Westerwelle stehe für das Eintreten für Bürgerrechte und die persönliche Freiheit und für die Öffnung der FDP von "einer Honoratiorenpartei" hin zur politischen Mitte, zu Mittelstand und Mittelschicht.

Westerwelle hatte die Partei über zehn Jahre weitgehend autark durch Oppositions- und Regierungszeiten geleitet. Die Liberalen regierten unter seiner Leitung in zahlreichen Ländern mit und fuhren zur Bundestagswahl 2009 ein Rekordergebnis ein, bevor die FDP  dramatisch abstürzte. "Die FDP wird im Team geführt werden", sagte Lindner zum künftigen Stil. Man wolle gemeinsam erfolgreich sein. Westerwelle werde weiter zur Mannschaft gehören. Man werde mit ihm als Außenminister noch viel zu tun haben.

Unter dem Druck der Parteibasis hatte Westerwelle Stunden nach seiner ersten Verzichtserklärung am Montag bereits seine Bereitschaft erklärt, auch den Vizekanzler-Posten im Bundeskabinett abzugeben. Sollte Rösler Parteichef werden und zugleich Minister bleiben, wäre er der kommende Vizekanzler. Wenn nicht, dann sei Westerwelle als Außenminister weiter Vizekanzler.

Zudem gilt unter Beobachtern als ausgemacht, dass Rösler sein Ministerium zugunsten eines prestigeträchtigeren und wichtigeren Ressorts abgeben müsste, um als Parteichef im Bundeskabinett größeres politisches Gewicht einzubringen. Denkbar wäre ein Wechsel an die Spitze des Wirtschaftsressorts, das die FDP derzeit mit Rainer Brüderle besetzt. Rösler hatte bereits in Niedersachsen das Wirtschaftsressort geleitet. Brüderle gilt nach dem Scheitern der FDP bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz als Abgangskandidat. Der amtierende Wirtschaftsminister hat allerdings erkennen lassen, dass er nicht kampflos gehen wird. Auch im Präsidium habe er seinen Gestaltungsanspruch  bekräftigt, sagte Lindner.

Nordrhein-Westfalens FDP-Landeschef Daniel Bahr ist als Gesundheitsminister im Gespräch, sofern Rösler in ein anderes Ressort wechseln sollte. Im Ministerium kennt sich Bahr aus, er ist dort Staatssekretär.

 
Leser-Kommentare
    • vril
    • 04.04.2011 um 12:28 Uhr

    ich wünsche Ihnen alles Gute. Aber leider sind Sie NICHT der richtige Kandidat. Die Inhalte der FDP sind das Problem !

    10 Leser-Empfehlungen
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    der ist genau richtig im sinne von kommentar 8!

    der ist genau richtig im sinne von kommentar 8!

  1. 2. Ähhmm

    Das verstehe ich nicht. Rösler ist in der Bevölkerung doch noch unbeliebter als Westerwelle.

    Genau die gleiche neoliberale Politik. Was ändert sich denn da eigentlich?

    21 Leser-Empfehlungen
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    • keox
    • 04.04.2011 um 12:50 Uhr

    "Rösler wäre auch kompetent, er hat in Niedersachsen bereits das Wirtschaftsressort geleitet."

    Und das immerhin sage und schreibe ein halbes Jahr lang, der Mann kann vor lauter Kompetenz kaum laufen.

    "Daniel Bahr ist als Gesundheitsminister im Gespräch, sofern Rösler in ein anderes Ressort wechseln sollte. Im Ministerium kennt sich Bahr aus, er ist dort Staatssekretär."

    Na prima, dann weiß er schon mal wo der Kaffee-Automat steht und kennt auch schon die großen Entscheider aus der Pharma-Industrie.

    Das wird schon.

    • mik28
    • 04.04.2011 um 14:30 Uhr

    eine(r) muss es eben werden... Mir würde sonst nur Brüderle einfallen.

    kann es niemand ausdrücken

    • keox
    • 04.04.2011 um 12:50 Uhr

    "Rösler wäre auch kompetent, er hat in Niedersachsen bereits das Wirtschaftsressort geleitet."

    Und das immerhin sage und schreibe ein halbes Jahr lang, der Mann kann vor lauter Kompetenz kaum laufen.

    "Daniel Bahr ist als Gesundheitsminister im Gespräch, sofern Rösler in ein anderes Ressort wechseln sollte. Im Ministerium kennt sich Bahr aus, er ist dort Staatssekretär."

    Na prima, dann weiß er schon mal wo der Kaffee-Automat steht und kennt auch schon die großen Entscheider aus der Pharma-Industrie.

    Das wird schon.

    • mik28
    • 04.04.2011 um 14:30 Uhr

    eine(r) muss es eben werden... Mir würde sonst nur Brüderle einfallen.

    kann es niemand ausdrücken

  2. dürften wenige Ministerien sein. Die Wähler sind nicht endlos bescheuert, meine Damen und Herren! Es geht wohl mehr darum, ein Ministerium zu finden, dem Rösler gewachsen ist und das die FDP als Koalitionsteilnehmer ohne großen Gesichtsverlust repräsentiert. Beim Verbleib im Gesundheitsministerium wäre Rösler noch vor Pfingsten am Ende. Das Wirtschaftsministerium ermöglicht der FDP vielleicht ein Überleben bis Weihnachten. Aber spätestens 2012 sind die Tage der FDP gezählt. Es sei denn, sie reaktiviert endlich Herrn Solms und findet einen Rest Kompetenz in ihrer Partei.

  3. Dann bitte 5 x Westerwelle !!

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    ... vorerst nicht vielleicht darauf beschränken, den Namen dieses Politikers korrekt zu schreiben, bevor Sie sich daran versuchen, ihn niederzumachen?

    ... vorerst nicht vielleicht darauf beschränken, den Namen dieses Politikers korrekt zu schreiben, bevor Sie sich daran versuchen, ihn niederzumachen?

  4. so steht ich hier und kann nicht anders: Im Ernst, dieser Milchbuby?

    Rösler? - die kleinen Hoffnungen, die mit FDP dann und wann in nicht so hoffnungslosen Zeiten verknüpft sind, schwinden noch mehr. Es gibt ja wirklich KämpferInnen in der Partei, die für sogar Werte stehen, ich meine hier die geistigen Werte, nicht finanziellen.

    Nun denn - was für Flügel die FDP auch immer in ihrer Friktion haben mag, derjenige, der sie so gegen die antiliberale Wand gefahren hat,ist mit Rösler wohl nicht ausgetauscht.
    Helau. Rösel.

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  5. ... vorerst nicht vielleicht darauf beschränken, den Namen dieses Politikers korrekt zu schreiben, bevor Sie sich daran versuchen, ihn niederzumachen?

    Antwort auf "Rößler ??"
  6. Ich gönne es der Partei.

    http://feynsinn.org/?p=7739

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    • keox
    • 04.04.2011 um 12:57 Uhr

    interessanter link

    • mik28
    • 04.04.2011 um 14:45 Uhr

    wäre ich ein Nutznießer (dann wohl auch Stammwähler) dieser Partei, wer wäre dann noch eine bessere Wahl? Vielleicht noch Brüderle, der nach seiner Protokollaffäre bei den Stammwählern wohl einige Pluspunkte sammeln konnte.
    Die FDP wird sich bei der Besetzung dieser Position sicher nicht nach den Wünschen der FDP-Nichtwähler richten. Und im Notfall kann jeder "mehr Netto vom Brutto" versprechen und gleichzeitig nicht sagen, wen er damit meint...

    • keox
    • 04.04.2011 um 12:57 Uhr

    interessanter link

    • mik28
    • 04.04.2011 um 14:45 Uhr

    wäre ich ein Nutznießer (dann wohl auch Stammwähler) dieser Partei, wer wäre dann noch eine bessere Wahl? Vielleicht noch Brüderle, der nach seiner Protokollaffäre bei den Stammwählern wohl einige Pluspunkte sammeln konnte.
    Die FDP wird sich bei der Besetzung dieser Position sicher nicht nach den Wünschen der FDP-Nichtwähler richten. Und im Notfall kann jeder "mehr Netto vom Brutto" versprechen und gleichzeitig nicht sagen, wen er damit meint...

  7. um der FDP den finalen Todesstoß zu versetzen. Nehmt ihn, nehmt ihn.

    23 Leser-Empfehlungen
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    Nach seinen peinlichen Einlassungen zum Atom-Moratorium.... hat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle "es sich nun auch noch mit christdemokratischen Europa- und Verbraucherpolitikern verdorben. Dem FDP-Mann und seinem Ressort sei es vor allem zuzuschreiben, dass die Verhandlungen über eine europaweite Kennzeichnung von Klonfleischprodukten gescheitert seien...man "wisse nicht, ob Brüderle „zu viel Appetit auf KLONFLEISCH“ oder „seine Beamten nicht unter Kontrolle“ habe..."
    http://www.tagesspiegel.d...

    Seitdem ihrem Regierungsantritt hat sämtliches FDP-Spitzenpersonal (bis auf die Justizsenatorin) nicht nur innerhalb sondern auch über Deutschlands Grenzen hinaus nur nachhaltigen Schaden, angerichtet, mindestens aber für gehörigen Ansehensverlust gesorgt!

    Oder kann jemand ein einziges Gegenbeispiel in den vergangenen 18 Koalitionsmonaten dafür nennen?

    Deshalb wäre Gesundheitsminister Rösler gut beraten, sich nicht als 13. Vorsitzender verheizen zu lassen, sondern sich mit voller Kraft voraus um seine den Wählern hochheilig versprochene und damit zum Erfolg verdammte Gesundheitsreform zu kümmern.

    Alle Partei-Funktionäre sollten sich eine ausgiebige lange Besinnungs-Kur verordnen - am besten in einem Trappisten-Kloster.

    Nach seinen peinlichen Einlassungen zum Atom-Moratorium.... hat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle "es sich nun auch noch mit christdemokratischen Europa- und Verbraucherpolitikern verdorben. Dem FDP-Mann und seinem Ressort sei es vor allem zuzuschreiben, dass die Verhandlungen über eine europaweite Kennzeichnung von Klonfleischprodukten gescheitert seien...man "wisse nicht, ob Brüderle „zu viel Appetit auf KLONFLEISCH“ oder „seine Beamten nicht unter Kontrolle“ habe..."
    http://www.tagesspiegel.d...

    Seitdem ihrem Regierungsantritt hat sämtliches FDP-Spitzenpersonal (bis auf die Justizsenatorin) nicht nur innerhalb sondern auch über Deutschlands Grenzen hinaus nur nachhaltigen Schaden, angerichtet, mindestens aber für gehörigen Ansehensverlust gesorgt!

    Oder kann jemand ein einziges Gegenbeispiel in den vergangenen 18 Koalitionsmonaten dafür nennen?

    Deshalb wäre Gesundheitsminister Rösler gut beraten, sich nicht als 13. Vorsitzender verheizen zu lassen, sondern sich mit voller Kraft voraus um seine den Wählern hochheilig versprochene und damit zum Erfolg verdammte Gesundheitsreform zu kümmern.

    Alle Partei-Funktionäre sollten sich eine ausgiebige lange Besinnungs-Kur verordnen - am besten in einem Trappisten-Kloster.

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