Die Grünen sehen auch nach ihrem Wahlerfolg in Bremen keinen Anlass für eine Debatte über einen eigenen Kanzlerkandidaten. "Wir freuen uns über die Erfolge, aber wir sind gerade als Bremer bodenständig genug, um nicht abzuheben", sagte der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, im ZDF. Der gebürtige Bremer Trittin sieht in dem Ergebnis eine gute Vorlage für die Berliner Spitzenkandidatin Renate Künast, die bei der Landtagswahl in der Bundeshauptstadt im Herbst Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ablösen will.  

Die Grünen hätten bei allen Wahlen in den vergangenen Jahren zugelegt, sagte Trittin. Rot-Grün werde in immer mehr Ländern mehrheitsfähig. Die Zuwächse in Bremen seien auch Lohn dafür, dass die Grünen im finanzschwachen Bremen ein Risiko eingegangen und das Finanzressort übernommen hätten.

Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth äußerte sich begeistert über den Bremer Wahlausgang. Besonders erfreulich sei, dass die Grünen am Sonntag erstmals vor der CDU liegen, sagte Roth am Abend in einer ersten Reaktion in der ARD. Es sei gut, dass "die Atom-Parteien" Union und FDP nun ihren Kurs änderten, sagte Roth. "Nun müssen sie auch liefern." Dafür sei sie allerdings nicht sehr optimistisch, sagte sie mit Blick auf den Atomausstieg.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sieht im Ergebnis seiner Partei in Bremen einen "Riesenerfolg". 18 Mal in Folge hätten die Sozialdemokraten in der Hansestadt die Wähler überzeugt, sagte Gabriel in der SPD-Parteizentrale in Berlin und gratulierte den Parteifreunden in Bremen. Insgesamt sei seiner Partei "eine schöne Serie in den letzten 12 bis 15 Monaten" gelungen, sagte er der ARD unter Hinweis auf die Wahlen etwa in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Rheinland-Pfalz.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sieht im Wahlerfolg ihrer Partei ein gutes Zeichen. Die Stärke in Städten sei ein Markenzeichen der SPD, sagte sie in Berlin. "Das werden wir in diesem Jahr auch noch in Berlin beweisen." Derzeit profitierten die Grünen vor allem von den Diskussionen über Energiethemen, sagte Nahles. Wenn in den kommenden Monaten andere Themen wieder wichtiger würden, werde die SPD davon profitieren.