Bundeswehrreform De Maizière schmiedet die Allzweck-Kampftruppe
Rohstoffsicherung, Bündnispflichten, Geiselbefreiungen: Minister de Maizière hat im Bundestag die künftigen Aufgaben der Bundeswehr benannt. Ein Totalumbau steht an.
Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat vor dem Bundestag für Zustimmung zur geplanten Reform der Bundeswehr geworben. Der Minister plant eine drastische Verkleinerung der Streitkräfte von 220.000 auf 175.000 bis 185.000 Soldaten, unter ihnen 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten. Die Zahl der zivilen Mitarbeiter soll von 76.000 auf 55.000 gesenkt werden.
Gleichzeitig sollen aber mehr Soldaten in Auslandseinsätze geschickt werden können. Die Bundeswehr habe in den vergangenen Jahrzehnten einen "wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Friedens" geleistet, sagte der Minister. Jetzt müsse sie neu ausgerichtet werden, damit sie für die Herausforderungen von heute, aber auch für die noch nicht erkennbaren Herausforderungen von morgen gewappnet sei.
Über Auslandseinsätze der Bundeswehr werde künftig nicht nur nach nationalen Kriterien entschieden. Es müssten auch Einsätze aus reiner internationaler Verantwortung möglich sein. "Wir bleiben dabei zurückhaltend und verantwortungsvoll in jede Richtung", sagte de Maizière.
Als potenzielle Einsatzfelder bezeichnete der Minister Missionen im Rahmen der Vereinten Nationen, der Nato und der EU. Die Bundeswehr sei aber auch für Evakuierungen, Rettungseinsätze und Geiselbefreiungen im Ausland zuständig. Hinzu käme die Aufgabe des Heimatschutzes im Katastrophenfall.
Die Armee müsse 10.000 Soldaten bereithalten, um jederzeit zwei große und mehrere kleine Auslandseinsätze durchführen zu können. Dazu sei die Bundeswehr noch nicht in der Lage. Sie sei strukturell unterfinanziert; es fehle an Mitteln, Fähigkeiten und Führungsstrukturen. Derzeit sind etwa 7.000 Soldaten kampfbereit.
Der Minister stellte klar, dass der Bundestag weiterhin über Einsätze der Armee entscheide. "Dies stärkt auch die Soldaten im Einsatz", sagte er. Allerdings dürften die Parlamentsmandate "nicht zu speziell, nicht zu eng" sein, um den Soldaten Handlungsoptionen im Einsatz zu lassen. De Maizière warb für ein Einvernehmen zwischen Regierung und Opposition – das sei in Deutschland "gute Tradition". Gerade eine Armee ohne Wehrpflicht brauche die öffentliche Debatte.
Die SPD unterstützt die Pläne de Maizières. "Das ist knapp, das ist auf Kante genäht, das wissen alle. Aber wir können da mitgehen", sagte SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold. Allerdings äußerte er Zweifel an der Finanzierbarkeit der Reform. Der FDP hielt er vor, ihr sei "Sparen um jeden Preis wichtiger (...) als vernünftige Sicherheitspolitik". Arnold forderte auch, die Bemühungen zur Anwerbung von geeigneten Soldaten zu verstärken. "Die Bundeswehr braucht nicht nur eine große Zahl von Köpfen, sondern die richtigen Menschen." Ansonsten werde Deutschland in einigen Jahren "nicht mehr die Bundeswehr haben, auf die wir so stolz sein können".
Arnold griff zugleich de Maizières Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) an, der die Bundeswehrreform angestoßen hat, aber wegen Plagiatsvorwürfen gegen seine Doktorarbeit zurückgetreten ist. Es sei inzwischen deutlich geworden, wie oberflächlich unter Guttenberg mit der Reform umgegangen worden sei. De Maizière habe ein paar "gravierende Fehler" seines Vorgängers korrigiert, mit ihm sei "ein Stück weit Vernunft und Sachlichkeit in die Arbeit zurückgekehrt".
- Datum 27.05.2011 - 10:17 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 88
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Warum sollte sie auch nicht.
Kann doch jeder Jugend-Knästler beweisen, dass er doch für die Gemeinschaft von Nutzen sein kann.
Auch ein "Jugend-Knästler" hat in der Tat eine zweite Chance verdient. So wie ich, weil ich aus Versehen den Button 'Kommentar empfehlen' für diesen Nonsense gedrückt habe.
Die Menschen, die Sie jedoch vermutlich meinen - Ihre nur andeutende Stellungnahme lässt mich leider nur mutmaßen - haben als die sprichwörtlichen Staatsbürger in Uniform allerdings rein gar nichts in der zukünftigen Truppe zu suchen. Und ich denke nicht, dass wir uns diese notorischen Kriminellen in Einsätzen wünschen sollten, wo Ethik und Moral ohnehin stärker belastet werden als in allen anderen denkbaren Lebenssituationen.
Auch ein "Jugend-Knästler" hat in der Tat eine zweite Chance verdient. So wie ich, weil ich aus Versehen den Button 'Kommentar empfehlen' für diesen Nonsense gedrückt habe.
Die Menschen, die Sie jedoch vermutlich meinen - Ihre nur andeutende Stellungnahme lässt mich leider nur mutmaßen - haben als die sprichwörtlichen Staatsbürger in Uniform allerdings rein gar nichts in der zukünftigen Truppe zu suchen. Und ich denke nicht, dass wir uns diese notorischen Kriminellen in Einsätzen wünschen sollten, wo Ethik und Moral ohnehin stärker belastet werden als in allen anderen denkbaren Lebenssituationen.
Wie auch der Vorgänger Karl Theodor zu Guttenberg bereitet Herr de Maizière die Bevölkerung lediglich auf die Realität des nächsten Jahrzehnts vor. Die reine Verteidigungsarmee ist spätestens seit dem Ende des Kalten Krieges überholt.
Jeder hat das Recht, eine eigene Meinung zu dieser Aussage zu haben. Jedoch sollte man überlegen, ob die eigene Meinung nicht ein wenig an der Realität vorbeigeht...
Überhaupt dieses ganze Grundgesetz-Gesumse - das muss man sich doch erst einmal leisten können! In einer globalisierten Welt!
... ist eine durchaus entscheidungsoffene Angelegenheit. Wie auch sein Vorgänger rührt auch er vor allem die "Werbetrommel" und versucht mittels fadenscheiniger PR-Kampagnen Geld locker zu machen und die BR auf das vorzubereiten was droht, wenn sich die Politk weiter nur um eigene Interessen dreht.
Ich wiederhole mich gern: Die weltweiten Einsätze der Bundeswehr sind von Art. 87a (2) und 24(2) GG abgesichert.
....gesagt, dass sie die internationale Sicherheit alleine nicht mehr tragen würden (können). Damals hörte man hier nicht so ganz genau hin; vergegenwärtigte man sich nicht in der Bevölkerung, was das bedeutet.
Das hatte mich damals gewundert, war es doch keine besonders neue Erkenntnis. Das hatten die Amis ja schon in den mittleren 90er errechnet und publiziert. Die Zahlen waren eindeutig. Dennoch hat man hier den Zusammenhang ignoriert.
Das war besonders bemerkenswert, als Deutschland in besonderem Maße davon betroffen sein musste, da es bis dahin mit am meisten von jener Sicherheit profitierte aber gleichzeitig deren Kosten mit am meisten vermied. Man gab zwischen 0,8% und 1,2% aus im Vergleich zu weniger wohlhabenden und großen Ländern wie Frankreich (2,5%) oder England (2,75%). Man konnte lediglich ca 6.500 Tausend Truppen beitragen, während die Engländer 40.000 Mann ins Feld stellen konnte.
So sind wir hier nicht vorbereitet. Da muten die projizierten 10.000 Mann des Verteidigungsminister etwas krank an. Das ist ziemlich peinlich, selbst für einen egoistischen Kaufmann.
Überhaupt dieses ganze Grundgesetz-Gesumse - das muss man sich doch erst einmal leisten können! In einer globalisierten Welt!
... ist eine durchaus entscheidungsoffene Angelegenheit. Wie auch sein Vorgänger rührt auch er vor allem die "Werbetrommel" und versucht mittels fadenscheiniger PR-Kampagnen Geld locker zu machen und die BR auf das vorzubereiten was droht, wenn sich die Politk weiter nur um eigene Interessen dreht.
Ich wiederhole mich gern: Die weltweiten Einsätze der Bundeswehr sind von Art. 87a (2) und 24(2) GG abgesichert.
....gesagt, dass sie die internationale Sicherheit alleine nicht mehr tragen würden (können). Damals hörte man hier nicht so ganz genau hin; vergegenwärtigte man sich nicht in der Bevölkerung, was das bedeutet.
Das hatte mich damals gewundert, war es doch keine besonders neue Erkenntnis. Das hatten die Amis ja schon in den mittleren 90er errechnet und publiziert. Die Zahlen waren eindeutig. Dennoch hat man hier den Zusammenhang ignoriert.
Das war besonders bemerkenswert, als Deutschland in besonderem Maße davon betroffen sein musste, da es bis dahin mit am meisten von jener Sicherheit profitierte aber gleichzeitig deren Kosten mit am meisten vermied. Man gab zwischen 0,8% und 1,2% aus im Vergleich zu weniger wohlhabenden und großen Ländern wie Frankreich (2,5%) oder England (2,75%). Man konnte lediglich ca 6.500 Tausend Truppen beitragen, während die Engländer 40.000 Mann ins Feld stellen konnte.
So sind wir hier nicht vorbereitet. Da muten die projizierten 10.000 Mann des Verteidigungsminister etwas krank an. Das ist ziemlich peinlich, selbst für einen egoistischen Kaufmann.
Altenpflege ,Kinderbetreuung und als H4 Unterstützer
mißbraucht!
Und Waffen gehen dann garnicht!
Könnte sich doch ein Sodat verletzen ,oder noch
schlimmer vieleicht auch andere
Es ist wirklich äußerst seltsam, dass über die BW kaum anderes berichtet wird, als dass die Truppe nur "beschränkt einsatzbereit" ist. Und noch seltsamer ist es, dass die Einsatzbereitschaft regelmäßig an "äußere Einflüsse" bzw. finanzielle Mittel gekoppelt wird. Einsatzbereit oder nicht - in welcher Hinsicht eigentlich? Für was also? Und von was hängt diese eigenlich ab?
In Zeiten den kalten Krieges war die BRD durch "eine ständig einsatzbereite und mit modernsten Mitteln gerüstete Kampftruppe bestens geschützt". Meine Frage: warum ist das heute nicht mehr so? Die BW ist vom "Tiger" zum "Mäuschen" mutiert. Eine wirklich fadenscheinige Entwicklung. Mangelt es wohlmöglich an fähigen Führungskräften, die ihre Mittel effizient einzusetzen verstehen?
Man kann ja schlecht "zu Allem fähig" schreiben ...
Prinzipiell gestalten sich die Aufstellung, Größe, etc. der Streitkräfte nach dem Haushaltsplan (siehe Art. 87a GG).
Nach dem Kalten Krieg haben es die diversen Bundesregierungen nicht verstanden, auf neue Bedrohungen und Szenarien zu reagieren, finanzielle Mittel bereitzustellen und die Bundeswehr rechtzeitig umzustrukturieren. Also ja, insofern mangelt(e) es an fähigen Führungskräften...
...einsatzbereite und mit modernsten Mitteln gerüstete Kampftruppe bestens geschützt". Meine Frage: warum ist das heute nicht mehr so?"
Zum Einen war die Bundeswehr für eine andere Art Einsatz damals ausgerüstet. Zum Anderen man seither nichts getan um die Bundeswehr auf die neuen Umstände auszurichten. Das war Einem zu teuer und ging gegen die Mythen der Bevölkerung.
Man kann ja schlecht "zu Allem fähig" schreiben ...
Prinzipiell gestalten sich die Aufstellung, Größe, etc. der Streitkräfte nach dem Haushaltsplan (siehe Art. 87a GG).
Nach dem Kalten Krieg haben es die diversen Bundesregierungen nicht verstanden, auf neue Bedrohungen und Szenarien zu reagieren, finanzielle Mittel bereitzustellen und die Bundeswehr rechtzeitig umzustrukturieren. Also ja, insofern mangelt(e) es an fähigen Führungskräften...
...einsatzbereite und mit modernsten Mitteln gerüstete Kampftruppe bestens geschützt". Meine Frage: warum ist das heute nicht mehr so?"
Zum Einen war die Bundeswehr für eine andere Art Einsatz damals ausgerüstet. Zum Anderen man seither nichts getan um die Bundeswehr auf die neuen Umstände auszurichten. Das war Einem zu teuer und ging gegen die Mythen der Bevölkerung.
Überhaupt dieses ganze Grundgesetz-Gesumse - das muss man sich doch erst einmal leisten können! In einer globalisierten Welt!
Man kann ja schlecht "zu Allem fähig" schreiben ...
... ist eine durchaus entscheidungsoffene Angelegenheit. Wie auch sein Vorgänger rührt auch er vor allem die "Werbetrommel" und versucht mittels fadenscheiniger PR-Kampagnen Geld locker zu machen und die BR auf das vorzubereiten was droht, wenn sich die Politk weiter nur um eigene Interessen dreht.
Prinzipiell gestalten sich die Aufstellung, Größe, etc. der Streitkräfte nach dem Haushaltsplan (siehe Art. 87a GG).
Nach dem Kalten Krieg haben es die diversen Bundesregierungen nicht verstanden, auf neue Bedrohungen und Szenarien zu reagieren, finanzielle Mittel bereitzustellen und die Bundeswehr rechtzeitig umzustrukturieren. Also ja, insofern mangelt(e) es an fähigen Führungskräften...
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