Anti-Terror-Gesetze Bin Ladens Tod befeuert die Sicherheitsdebatte
Die CSU fordert nach dem Tod bin Ladens eine Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze. Die FDP müsse auch ihren Widerstand gegen die Vorratsdatenspeicherung aufgeben.
In der schwarz-gelben Koalition ist der Streit über die innere Sicherheit neu entbrannt. Es geht insbesondere um die Frage, ob die bis zum Jahresende befristeten Anti-Terror-Gesetze verlängert werden sollen. Die CSU forderte nach der Festnahme von drei mutmaßlichen Al-Qaida-Terroristen und dem Tod des Al-Qaida-Chefs Osama bin Laden, die Gesetze schnell weiter gelten zu lassen. "Es geht nicht um gesetzgeberischen Aktionismus, sondern um Schutz und Sicherheit der Bürger", sagte CSU-Chef Horst Seehofer.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann forderte die FDP auf, den Forderungen der Union zur Vorratsdatenspeicherung nun zuzustimmen. Es sei "absurd", dass in Deutschland nichts vorangehe, aber kleine Nachbarländer wie Österreich die Vorratsdatenspeicherung schon beschlossen hätten.
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte die FDP vor einer Blockade dieser Pläne. "Ich bin gegen jeden gesetzgeberischen Aktionismus, aber wir brauchen auch keine parteitaktischen Manöver, sondern Sicherheit und Schutz für unsere Bürger vor Anschlägen", sagte er in einem Interview der Financial Times Deutschland. "Zwei externe Gutachter haben die bestehenden Anti-Terror-Gesetze geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen: Das Gros der Vorschriften ist sinnvoll und wird von den Behörden maßvoll eingesetzt."
Die FDP lehnt hingegen eine pauschale Verlängerung ab. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte: "Keine der vom Bundeskriminalamt bei der Fahndung nach den drei Männern genutzten polizeilichen Befugnisse zur Terrorismusabwehr ist auf die gesetzlichen Normen gestützt, um die es in derzeitigen Gesprächen zur Verlängerung des Ergänzungsgesetzes zur Terrorismusbekämpfung geht", sagte sie der Süddeutschen Zeitung. Vielmehr stünden dort zusätzliche Befugnisse für die Nachrichtendienste im Mittelpunkt.
Auch die Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag, Birgit Homburger, betonte: "Es wird mit Sicherheit keine pauschale Verlängerung dieser Anti-Terror-Gesetze geben." Vielmehr müsse jede einzelne Maßnahme daraufhin untersucht werden, ob sie notwendig sei und sich bewährt habe. Ähnlich äußerte sich die innenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Gisela Piltz: "Verschärfungen der Anti-Terror-Gesetze wird die FDP auf keinen Fall mitmachen."
Es spricht alles dafür, das damals von Rot-Grün entworfene Maßnahmen-Paket nicht enden zu lassen.
SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz
Unterstützung bekam die CSU von der Polizeigewerkschaft (GdP). "Das ursprünglich von bin Laden begründete Terrornetz funktioniert seit Langem dezentral", sagte GdP-Chef Bernhard Witthaut. "Aktionsfähige Gruppen gibt es in vielen Ländern." Aus diesem Grund bräuchten die deutschen Sicherheitsbehörden jede politische und gesetzliche Unterstützung, um ihre Arbeit für die Sicherheit der Bürger leisten zu können.
Selbst SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz stelle sich hinter Bundesinnenminister Friedrich. "Es spricht alles dafür, das damals von Rot-Grün entworfene Maßnahmen-Paket nicht enden zu lassen", sagte er. Er sei aber dagegen, die Regelungen unbefristet zu verlängern. Sie müssten vielmehr immer wieder auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. "Das ist für uns eine Voraussetzung, um der Verlängerung der Gesetze zustimmen zu können."
Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel befürwortete die Vorratsdatenspeicherung und attackierte die Regierungskoalition, die sich nicht einigen könne. "Dabei geht es in diesem Streit nicht mehr um die Sache, sondern nur noch darum, dass sich Bundesminister gegeneinander öffentlich profilieren wollen."
- Datum 02.05.2011 - 14:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
- Kommentare 41
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Da will die Union die Terrorgesetzte verlängern/verschärfen und das BKA präsentiert drei mutmaßliche Terroristen auf dem Silbertablett. Passt doch gut, oder?
Mal ganz abgesehen davon hatten die drei Terror-Muppets anscheinend weder eine Bombe noch ein Anschlagsziel, aber waren brandgefährlich...
Noch interessanter ist in dem Zusammenhang, dass in der Atomkraft nicht halb so sehr auf strengere Auflagen und ihre Einhaltung gepocht wird. Dabei besteht hier ein tägliches Risiko mit potentiellen Langzeitschäden im Jahrtausendbereich.
Naja, Wirtschaftsparteien...letztlich arbeiten sie auf einen Überwachungsstaat hin. Denn nur kontrollierte Bürger sin eingeschüchterte Sklaven und begehren nicht auf und wenn doch, dann weiß man wo zugeschlagen werden muss.
Wieso durfte eigentlich bin Laden getötet werden, bei anderen Dikatoren, wie zum Beispiel Ghaddafi, wird aber gezögert?
Noch interessanter ist in dem Zusammenhang, dass in der Atomkraft nicht halb so sehr auf strengere Auflagen und ihre Einhaltung gepocht wird. Dabei besteht hier ein tägliches Risiko mit potentiellen Langzeitschäden im Jahrtausendbereich.
Naja, Wirtschaftsparteien...letztlich arbeiten sie auf einen Überwachungsstaat hin. Denn nur kontrollierte Bürger sin eingeschüchterte Sklaven und begehren nicht auf und wenn doch, dann weiß man wo zugeschlagen werden muss.
Wieso durfte eigentlich bin Laden getötet werden, bei anderen Dikatoren, wie zum Beispiel Ghaddafi, wird aber gezögert?
die herren abgeordneten mit ihrem terror machen mir angst.
Wäre Bin Laden noch am Leben, müsste man die Terrorgesetze unbedingt verschärfen und verlängern - schließlich würde die Bedrohung durch ihn fortbestehen.
Nun, da Bin Laden nicht mehr lebt, sind die Taliban wütend und die Gefahr wächst. Da muss man die Terrorgesetze unbedingt verschärfen und verlängern - denn jetzt ist es die Bedrohung durch den Toten die fortbesteht.
Oder sind unsere etablierten Parteien die eigentliche Bedrohung?
zur Verschärfung der Anti-Terror Gesetze laut. Aus den Reihen der SPD kommen ähnliche Laute. Wer wird hier eigentlich terrorisiert?
Es gibt genug Gesetze welche die Bürger gängeln. Die\der Terror wird durch eine Verschärfung der jetzt schon geltenden Gesetze nicht verhindert. Aber es ist bemerkenswert wie scharf die Merkel Regierung auf die Daten der Bürger aus ist. In manschen Parteien scheint es einen Erfassungs Wahn zu geben wenn es um die Daten der Bürger geht. Fragt sich nur warum.
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/ag
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Beitrag. Danke. Die Redaktion/ag
Sachlich formulierte Kritik können Sie an community@zeit.de senden. Der Kommentarbereich aber ist der Diskussion des Artikelthemas vorbehalten. Danke. Die Redaktion/ag
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Beitrag. Danke. Die Redaktion/ag
Sachlich formulierte Kritik können Sie an community@zeit.de senden. Der Kommentarbereich aber ist der Diskussion des Artikelthemas vorbehalten. Danke. Die Redaktion/ag
echt ist, oder nicht... er scheint gerade zu gewinnen!
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Beitrag. Danke. Die Redaktion/ag
Wenn bin Laden tot ist, könnten wir doch die Anti-Terror-Gesetze mal wieder etwas lockern.
Aber das würde uns ja verwundbar machen - PANIK.
Ich vermute, die Chance von einem Aktenschrank mit Verbindungsdaten erschlagen zu werden ist höher als die Chance bei einem Anschlag verletzt zu werden. Nur der Friedrich, der schnallt das nicht.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren