Interview mit Arvid Bell "Wir Grünen müssen radikal und provokant bleiben"

Arvid Bell gilt als junger Hoffnungsträger der linken Grünen. Er warnt davor, die Fehler von FDP und SPD zu wiederholen – und fordert eine kräftige Steuererhöhung.

ZEIT ONLINE: Winfried Kretschmann wird erster grüner Ministerpräsident – und manche Ihrer Parteifreunde murren bereits. Sie beklagen, dass Kretschmanns Agenda nicht grün genug ist. Sie auch?

Arvid Bell: Nein, die Grünen in Baden-Württemberg sind wegen klarer Aussagen im Wahlkampf gewählt worden. Beispielsweise wegen der Haltung zu Stuttgart 21, zur Schulreform und den Studiengebühren. Ich sehe einen großen Willen bei der Koalition, den Politikwechsel wirklich einzuläuten. Mit Winfried Hermann besetzt beispielsweise ein prominenter Stuttgart-21-Gegner eine Schlüsselposition im Kabinett.

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ZEIT ONLINE: Stört es Sie als Vertreter des linken Flügels nicht, dass sich bei vielen Spitzen-Grünen die Interpretation durchsetzt, dass Wahlen mit bürgerlichem Habitus zu gewinnen sind? Alle grünen Wahlkämpfer wären doch am liebsten so wie Kretschmann, der katholische Schützenkönig, der ständig Maß und Mitte betont.

Bell: Man sollte eine bürgerliche Anmutung nicht verwechseln mit einer bürgerlichen, konservativen Politik. Das trifft ja auch auf die Grünen in Baden-Württemberg nicht zu. Auf Bundesebene werben wir für Bürgerversicherung, Mindestlohn und höhere Steuern für Besserverdienende. Darin erkenne ich keine konservative oder reaktionäre Agenda. Es wäre aber falsch, wenn sich die Grünen künftig als ökologische CDU darstellen. Die Leute erwarten einen Gegenentwurf zur CDU. 

ZEIT ONLINE: In einer Wahl-Analyse haben Sie gefordert: Die Grünen müssten weiter dezidiert linke Politik machen. Verprellt man so nicht die vielen neuen bürgerlichen Wähler? 

Bell: Man muss sich die Wählerwanderungen in Baden-Württemberg genau anschauen. Zum ersten Mal ist es uns zwar gelungen, Wähler von CDU und FDP herüberzuziehen. Bedeutender aber ist die Mobilisierung der bisherigen Nichtwähler. Das zeigt: Es gibt eine Menge Menschen, die für soziale Gerechtigkeit und ökologische Modernisierung zu gewinnen sind. Den Grünen ist es gelungen, diese Menschen für die Wahl zu begeistern. Das darf aber nicht dazu führen, dass wir im Nachhinein, überrascht vom Erfolg, die eigenen Ziele über Bord werfen, mit denen dieser Erfolg überhaupt erst möglich wurde.

ZEIT ONLINE: Sehen Sie diese Gefahr bei Kretschmann?

Bell: Er wird ein guter Ministerpräsident sein, aber natürlich gab es Äußerungen von Winfried Kretschmann, bei denen ich klar widerspreche. Er hat beispielsweise in einem Interview sinngemäß gesagt, dass "linke Anwandlungen" störend fürs Regieren sein. Das ist eine merkwürdige Distanzierung: Denn linke Werte und Identität prägen die Grünen nun mal stark. Man darf nicht den Fehler wiederholen, an dem die SPD so krankt: Aus der Angst davor, womöglich etwas zu sagen, was die Leute verschreckt, gar nichts eigenes mehr zu sagen. Heute weiß doch keiner, wofür die SPD eigentlich steht. Es wäre gefährlich, wenn wir Grünen aus der Popularität den Schluss ziehen würden, provokante und radikale Anliegen besser künftig zu verschweigen.

ZEIT ONLINE: Nennen Sie doch mal ein paar provokante und radikale Anliegen, mit denen Sie 2013 in den Wahlkampf ziehen würden! Fünf Euro für den Liter Benzin?

Bell: Viele Menschen haben inzwischen erkannt, dass unser Wirtschaftssystem nicht nachhaltig ist. Ich will niemand aufschrecken. Aber tatsächlich wäre es angebracht, die alte 5-Mark-Forderung erneut durchzubuchstabieren und auf heute zu übertragen. Fatal wäre, wenn man sagt, Grün heißt: Alles kann so bleiben wie es ist, nur ein bisschen netter. Das wird nicht funktionieren. Wenn wir uns jetzt nicht trauen, einen ökologischen Umbau einzuleiten, obwohl wir erstmals das Vertrauen der Wähler dazu bekommen, wäre das die größte Ironie der Geschichte.

Leser-Kommentare
  1. ...wenn die Grünen mal ehrlicher werden würden. Denn radikal und provokant sein, dann aber immer wieder zurück- und mit den anderen mitziehen, das ist einfach lächerlich.

  2. ...wir erstmals das Vertrauen der Wähler dazu bekommen, wäre das die größte Ironie der Geschichte...

    Das Vertrauen wohl nicht, eher einen ganz bestimmten Auftrag. Wenn sie diesen nicht ausführen, dann sind sie ganz schnell wieder weg. Aber dieser Auftrag lautet nicht Vernichtung von Arbeitsplätzen, Gängelung der Bürger in Richtung Zwangsökologisierung oder die heimliche Einführung marxistischer Strukturen, sondern dauerhaftes Abschalten der AKWs. DIES ist der EINZIGE AUFTRAG an die Grünen!

    Die Grünen haben nur Glück gehabt, dass Fukushima geschah. Wenn sie jetzt ihre ideologisch gefärbte Politik dem Bürger nahezu gewaltsam überstülpen wollen, statt bei der Vernunft zu bleiben, dann war es das nach der nächsten Wahl. Es bleibt nur zu hoffen, dass der bis dahin angerichtete Schaden nicht zu groß ist. Man sollte eben kein High-Tec-Land in die Hände von Verblendeten geben. Die linke Philosophie hat unzählige Male beweisen dürfen, dass sie mit Menschen nicht kompatibel ist. Egal wie kurz oder wie lang, am Ende stand immer ein Zusammenbruch der Wirtschaft, begleitet von maßlosem Unglück für die betroffenen Völker. Es reicht, ich möchte nicht erleben müssen, dass die Grünen zur Wassermelonenpartei werden, aussen grün und innen rot!

    12 Leser-Empfehlungen
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    • Taha
    • 12.05.2011 um 11:39 Uhr

    "Man sollte eben kein High-Tec-Land in die Hände von Verblendeten geben. Die linke Philosophie hat unzählige Male beweisen dürfen, dass sie mit Menschen nicht kompatibel ist. Egal wie kurz oder wie lang, am Ende stand immer ein Zusammenbruch der Wirtschaft, begleitet von maßlosem Unglück für die betroffenen Völker."
    Wenn dies tatsächlich Ihre Meinung ist, dann darf man Sie wohl als den einzig wahren Verblendeten bezeichnen. Ein Blick in die Geschichte unseres und vieler andere Länder zeigt, dass diese Aussage unhaltbar ist, außer Sie setzen "Linke Philosophie" gleich mit Staatskommunismus / Stalinismus.
    Ähnlich undifferenziert und flasch wäre dann, jedes wertkonservative Gedankengut in einen Topf mit Nazipropaganda zu werfen.
    Ein bißchen weniger reflexhaftes Verhalten und verblendetes nachgeplappere der neoliberalen Propagandasprüche und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Ideen und Visionen wäre sicher produktiver und erfolgversprechender für die Zukunft des Landes und auch der EU.

    Ihr Beitrag ist wirklich ein Musterbeispiel für "Ewiggestrigkeit".

    Vernichtung von Arbeitsplätzen, Gängelung der Bürger in Richtung Zwangsökologisierung oder die heimliche Einführung marxistischer Strukturen,

    Ideologisch durchtränkte Vorurteile ohne Substanz...viel Gestänker ohne Inhalt...und dann das hier

    Wenn sie jetzt ihre ideologisch gefärbte Politik dem Bürger nahezu gewaltsam überstülpen wollen

    Der Vorteil bei den Grünen ist, dass Ihre "Ideologie" Sinn machen könnte. Es steckt ein Plan dahinter, der funktionieren könnte. Ihre, offensichtlich gegenseitige Ideologie hat seine Chance auch gehabt. Die Menschen haben entschieden, dass mal jemand anderes sein Konzept vortragen darf.

    Man sollte eben kein High-Tec-Land in die Hände von Verblendeten geben. Die linke Philosophie hat unzählige Male beweisen dürfen, dass sie mit Menschen nicht kompatibel ist...

    Aha...die Grünen sind also Low-Tec? Ist die grüne Energie nicht DIE Zukunftstechnik, in die gerade jeder investieren will?

    Auf den Rest Ihres Beitrags brauche ich garnicht eingehen. Mehr tiefschwarzen und stumpfsinnigen Mief bekomme ich sonst nur im Vollrausch am Stammtisch der schwäbischen Provinz...

    was sollen solche Saetze?: "dauerhaftes Abschalten der AKWs. DIES ist der EINZIGE AUFTRAG an die Grünen!" Es klingt fast so als waeren sie ein Fan des eher im wirtschaftskriminellen Bereich angesiedelten Herrn Mappus. High-Tech spielt sich nicht nur im Laendle ab, ich bin auch dort geboren, aber nicht so arrogant, zumal die Zukunfstmusik z.Zt. woanders spielt. Die links und rechst Spielchen des vorigen Jahrhunderts interessieren die Menschen nicht, sie wollen eine nachhaltige, kluge Politik, integerer Politiker, die einen offenen Dialog suchen. Ein Mappus, der mit seinem Kumpel am Landesparlament vorbei, zu einem ueberhoehten Preis, Anteile an alten AKW's kauft, ist weder high-tech, noch intelligent oder gar integer. Wachen Sie mal auf Mann, wir schreiben 2011 und die Zukunfsttechnologien haben mehr denn je mit Oekologie, Nachhaltigkeit und effektiver und schonender Resourcennutzung in vielen Bereichen zu tun. Genau da entstehen dier Arbeitsplaetze der Zukunft. Dass Menschen, meist noch allein, in schweren Kisten mit ueber 400 PS durch die Gegend fahren hat hat auch wenig high-tech zu tun, eher mit ueberholter Uneinsichtigleit.

    • M_P
    • 12.05.2011 um 12:37 Uhr

    Entfernt. Bitte setzen Sie sich respektvoll mit anderen Usern auseinander und verzichten Sie auf beleidigende Bemerkungen. Die Redaktion/cs

    Was sollen die Grünen schon groß Kaputt machen? Müll ansammeln, für den es bisher kein umsetzbares Entsorgungskonzept gibt? Staatsgelder an Reiche verschenken? Das Volk mit komischen Klischees verdummen, damit es die Geschichte möglichst ideologisch sieht und unfähig ist verschiedene Ursachen voneinander zu trennen?
    Sie haben doch keine Ahnung, Grüne sollen die AKW abschalten und danach wieder die Leute regieren lassen, die sich jahrelang für die AKW eingesetzt haben? Die Grünen sollen also die Fehler der anderen ausbessern, nur um sogleich wieder an diese anderen ab zu geben? Es tut mir ja leid, wenn Sie nicht wollen, dass die Ökodiktatur in Ihr dekadentes Weltbild eingreift und Ihnen verbieten möchte, Benzin zu verschleudern, Recourcen zu vernichten und die Umwelt zu zerstören, aber denken Sie doch mal nach, was genau die Grünen eigentlich wollen (ungeachtet dessen, ob sie es auch umsetzen) und dann wird Ihnen auffallen, dass dazu eine Welt gehört, welche in absehbarer Zeit noch bewohnbar ist (wenngleich ein wenig viel Schwarzmalerei). Die Volksparteien, die Klientele bedienen und nur auf Wahlen hinorientiert denken, sind zweifellos nicht fähig, eine gute Politik zu machen. Ob die Grünen da besser sind, kann man man im Vorhinein nicht sagen, aber sie direkt verurteilen, weil Ihre geschichtliche Bildung von antilinken Ideologien getragen wurde, ist eine mehr als peinliche Ausgangsposition.

    Aber "links" und "rechts" sind sowieso solch Wischiwaschi-Begriffe.

    Grüne sind... "Öko-Liberale". Wobei sowohl "Öko" als auch "Liberal" in "" gesetzt werden muss, genauso wie bei der FDP.

    Mich erstaunt es sowieso immer, warum die FDP nicht kritischer beachtet wird als die KPD. Schließlich haben Liberalismus und Kommunismus eines gemeinsam: Beides braucht weitaus bessere Menschen, als sie heute existieren. Der Unterschied ist, dass Kommunismus davon ausgeht, dass alle Menschen gemeinsam auf alle Menschen achten müssen, wöhrend Liberalismus davon ausgeht, dass jeder einzelne schon das richtige machen wird.

    Wohlgemerkt bleibt davon bei der FDP nicht mehr viel übrigt, denn die grundgesetzwidrige Haltung, dass Menschenleben nach Vermögen und Gehalt bewertet wird, ist bei denen genauso verbreitet, wie eben auch in der Politik (nicht unbedingt den Äußerungen) von Grünen, SPD und CDU/CSU.

    Eigentlich unterscheiden sich die vier Parteien nur in der Art des Belügen des Öffentlichkeit, das politische Handeln ist zu 95% gleich.

    In BW kann Rot/Grün ja mal zeigen, ob sich etwas geändert hat, aber nach ihrem Verhalten in diesem Jahr im Bund bleibt da eigentlich wenig Hoffnung.

    • Taha
    • 12.05.2011 um 11:39 Uhr

    "Man sollte eben kein High-Tec-Land in die Hände von Verblendeten geben. Die linke Philosophie hat unzählige Male beweisen dürfen, dass sie mit Menschen nicht kompatibel ist. Egal wie kurz oder wie lang, am Ende stand immer ein Zusammenbruch der Wirtschaft, begleitet von maßlosem Unglück für die betroffenen Völker."
    Wenn dies tatsächlich Ihre Meinung ist, dann darf man Sie wohl als den einzig wahren Verblendeten bezeichnen. Ein Blick in die Geschichte unseres und vieler andere Länder zeigt, dass diese Aussage unhaltbar ist, außer Sie setzen "Linke Philosophie" gleich mit Staatskommunismus / Stalinismus.
    Ähnlich undifferenziert und flasch wäre dann, jedes wertkonservative Gedankengut in einen Topf mit Nazipropaganda zu werfen.
    Ein bißchen weniger reflexhaftes Verhalten und verblendetes nachgeplappere der neoliberalen Propagandasprüche und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Ideen und Visionen wäre sicher produktiver und erfolgversprechender für die Zukunft des Landes und auch der EU.

    Ihr Beitrag ist wirklich ein Musterbeispiel für "Ewiggestrigkeit".

    Vernichtung von Arbeitsplätzen, Gängelung der Bürger in Richtung Zwangsökologisierung oder die heimliche Einführung marxistischer Strukturen,

    Ideologisch durchtränkte Vorurteile ohne Substanz...viel Gestänker ohne Inhalt...und dann das hier

    Wenn sie jetzt ihre ideologisch gefärbte Politik dem Bürger nahezu gewaltsam überstülpen wollen

    Der Vorteil bei den Grünen ist, dass Ihre "Ideologie" Sinn machen könnte. Es steckt ein Plan dahinter, der funktionieren könnte. Ihre, offensichtlich gegenseitige Ideologie hat seine Chance auch gehabt. Die Menschen haben entschieden, dass mal jemand anderes sein Konzept vortragen darf.

    Man sollte eben kein High-Tec-Land in die Hände von Verblendeten geben. Die linke Philosophie hat unzählige Male beweisen dürfen, dass sie mit Menschen nicht kompatibel ist...

    Aha...die Grünen sind also Low-Tec? Ist die grüne Energie nicht DIE Zukunftstechnik, in die gerade jeder investieren will?

    Auf den Rest Ihres Beitrags brauche ich garnicht eingehen. Mehr tiefschwarzen und stumpfsinnigen Mief bekomme ich sonst nur im Vollrausch am Stammtisch der schwäbischen Provinz...

    was sollen solche Saetze?: "dauerhaftes Abschalten der AKWs. DIES ist der EINZIGE AUFTRAG an die Grünen!" Es klingt fast so als waeren sie ein Fan des eher im wirtschaftskriminellen Bereich angesiedelten Herrn Mappus. High-Tech spielt sich nicht nur im Laendle ab, ich bin auch dort geboren, aber nicht so arrogant, zumal die Zukunfstmusik z.Zt. woanders spielt. Die links und rechst Spielchen des vorigen Jahrhunderts interessieren die Menschen nicht, sie wollen eine nachhaltige, kluge Politik, integerer Politiker, die einen offenen Dialog suchen. Ein Mappus, der mit seinem Kumpel am Landesparlament vorbei, zu einem ueberhoehten Preis, Anteile an alten AKW's kauft, ist weder high-tech, noch intelligent oder gar integer. Wachen Sie mal auf Mann, wir schreiben 2011 und die Zukunfsttechnologien haben mehr denn je mit Oekologie, Nachhaltigkeit und effektiver und schonender Resourcennutzung in vielen Bereichen zu tun. Genau da entstehen dier Arbeitsplaetze der Zukunft. Dass Menschen, meist noch allein, in schweren Kisten mit ueber 400 PS durch die Gegend fahren hat hat auch wenig high-tech zu tun, eher mit ueberholter Uneinsichtigleit.

    • M_P
    • 12.05.2011 um 12:37 Uhr

    Entfernt. Bitte setzen Sie sich respektvoll mit anderen Usern auseinander und verzichten Sie auf beleidigende Bemerkungen. Die Redaktion/cs

    Was sollen die Grünen schon groß Kaputt machen? Müll ansammeln, für den es bisher kein umsetzbares Entsorgungskonzept gibt? Staatsgelder an Reiche verschenken? Das Volk mit komischen Klischees verdummen, damit es die Geschichte möglichst ideologisch sieht und unfähig ist verschiedene Ursachen voneinander zu trennen?
    Sie haben doch keine Ahnung, Grüne sollen die AKW abschalten und danach wieder die Leute regieren lassen, die sich jahrelang für die AKW eingesetzt haben? Die Grünen sollen also die Fehler der anderen ausbessern, nur um sogleich wieder an diese anderen ab zu geben? Es tut mir ja leid, wenn Sie nicht wollen, dass die Ökodiktatur in Ihr dekadentes Weltbild eingreift und Ihnen verbieten möchte, Benzin zu verschleudern, Recourcen zu vernichten und die Umwelt zu zerstören, aber denken Sie doch mal nach, was genau die Grünen eigentlich wollen (ungeachtet dessen, ob sie es auch umsetzen) und dann wird Ihnen auffallen, dass dazu eine Welt gehört, welche in absehbarer Zeit noch bewohnbar ist (wenngleich ein wenig viel Schwarzmalerei). Die Volksparteien, die Klientele bedienen und nur auf Wahlen hinorientiert denken, sind zweifellos nicht fähig, eine gute Politik zu machen. Ob die Grünen da besser sind, kann man man im Vorhinein nicht sagen, aber sie direkt verurteilen, weil Ihre geschichtliche Bildung von antilinken Ideologien getragen wurde, ist eine mehr als peinliche Ausgangsposition.

    Aber "links" und "rechts" sind sowieso solch Wischiwaschi-Begriffe.

    Grüne sind... "Öko-Liberale". Wobei sowohl "Öko" als auch "Liberal" in "" gesetzt werden muss, genauso wie bei der FDP.

    Mich erstaunt es sowieso immer, warum die FDP nicht kritischer beachtet wird als die KPD. Schließlich haben Liberalismus und Kommunismus eines gemeinsam: Beides braucht weitaus bessere Menschen, als sie heute existieren. Der Unterschied ist, dass Kommunismus davon ausgeht, dass alle Menschen gemeinsam auf alle Menschen achten müssen, wöhrend Liberalismus davon ausgeht, dass jeder einzelne schon das richtige machen wird.

    Wohlgemerkt bleibt davon bei der FDP nicht mehr viel übrigt, denn die grundgesetzwidrige Haltung, dass Menschenleben nach Vermögen und Gehalt bewertet wird, ist bei denen genauso verbreitet, wie eben auch in der Politik (nicht unbedingt den Äußerungen) von Grünen, SPD und CDU/CSU.

    Eigentlich unterscheiden sich die vier Parteien nur in der Art des Belügen des Öffentlichkeit, das politische Handeln ist zu 95% gleich.

    In BW kann Rot/Grün ja mal zeigen, ob sich etwas geändert hat, aber nach ihrem Verhalten in diesem Jahr im Bund bleibt da eigentlich wenig Hoffnung.

  3. In einer demokratischen Partei geht es nicht darum, was "wir" sein müssen, sondern es geht darum, was wir, die Parteimitglieder, wollen, in welcher Weise wir an der "Meinungsbildung des Volkes" mitwirken.

    Wenn die Grünen links sind, dann müssen sie linke Politik machen. Wenn sie konservativ sind dann werden sie bürgerliche Politik machen etc. Wenn sie eher rechts sind, dann werden sie feldgrüne Politik machen. Das bestimmt sich alles danach, was sie sind, nicht was sie sein sollten.

    Der größte Fehler wäre eine Spaltung zwischen Basiswillen und Wahlkampftaktik. Wenn sich die Grünen als-ob-links positionieren.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Elite7
    • 12.05.2011 um 16:07 Uhr

    Dieser Herr gehört dem Linken Flügel der Partei an. Das heißt nicht, dass alle anderen das auch so haben wollen.

    • Elite7
    • 12.05.2011 um 16:09 Uhr

    Da bekommt der Deutsche es ja mit der Angst zu tun wenn er so was liest. Anscheinend begreifen die Leute nicht, was wirklich damit gemeint ist. Damit ist gemeint, dass der Spitzensteuersatz mal wieder kräftig angehoben wird. Davon werden die meißten Deutschen gar nichts mitbekommen.

    • Elite7
    • 12.05.2011 um 16:07 Uhr

    Dieser Herr gehört dem Linken Flügel der Partei an. Das heißt nicht, dass alle anderen das auch so haben wollen.

    • Elite7
    • 12.05.2011 um 16:09 Uhr

    Da bekommt der Deutsche es ja mit der Angst zu tun wenn er so was liest. Anscheinend begreifen die Leute nicht, was wirklich damit gemeint ist. Damit ist gemeint, dass der Spitzensteuersatz mal wieder kräftig angehoben wird. Davon werden die meißten Deutschen gar nichts mitbekommen.

  4. Mal wieder ein jugendlicher grüner Vordenker, der vom Arbeitsleben keine Ahnung hat.Und dank seiner Partei sicher sein kann, dass er eine Karriere machen wird ohne Kontakt mit der Realität.Solche Leute bestimmen Deutschlands Zukunft.Was bin ich froh, dass ich dank der " frühen Geburt" diese Entwicklung nur noch zeitlich beschränkt miterleben werde.

    Bitte achten Sie auf einen sachlichen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/er

    16 Leser-Empfehlungen
  5. Die Grünen stehen wofür nochmal? Kriegseinsätze, Hartz4, Arbeitsmarktderegulierung, Niedriglohnsektor, esoterisches Gedankengut, Steuergeschenke für Besserverdienende usw.
    Grün war doch mal zusammen mit Schlüpferrosa an der Regierung.
    Die Grünen sind nicht reaktionär oder auch nur konservativ? Da war wohl eine andere Partei damals in der Bundesregierung als jetzt in der Oppostion.

  6. Mein radikaler und provokanter Freund. Was halten Sie davon, mal statt einer kräftigen Steuererhöhung eine kräftige Ausgabenkürzung unseres aufgeblähten Staatswesens zu fordern? Auch so könnte man nämlich Gelder für wichtige Vorhaben gewinnen, ohne Leute wie mich endgültig finanziell zu strangulieren.

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    14 Leser-Empfehlungen
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    Nun aber 'mal langsam mit den Besserverdienenden. (So ihr Bekenntnis)

    Ich habe noch 54% EK-Steuer bezahlt; und auch gerne.

    Löhne reichten zum Leben und die Gehalts- und Boni-Eskapaden der Vorstände wurden noch durch Scham und Sinn für Anstand verhindert.

    Wie skrupellos war den die 11%ige Absenkung des EK-Steuer Höchstsatzes unter unserem Ruslanddeutschen, trotz explodierender Staatsverschuldung?

    Die Körperschaftssteuer von 45% auf 15% - in Worten: fünfzehn!!! - gesenkt; fast abgeschafft.

    Wieviel Steuern zahlen Sie denn auf Kapitalerträge?

    Auf Kunstgegenstände und Rennpferde zahlen Vermögende den gleichen MWST-Satz, wie alleinerziehende Hartz-IV Opfer auf Babynahrung.

    Wie wäre es mit etwas Zurückhaltung?

    Nun aber 'mal langsam mit den Besserverdienenden. (So ihr Bekenntnis)

    Ich habe noch 54% EK-Steuer bezahlt; und auch gerne.

    Löhne reichten zum Leben und die Gehalts- und Boni-Eskapaden der Vorstände wurden noch durch Scham und Sinn für Anstand verhindert.

    Wie skrupellos war den die 11%ige Absenkung des EK-Steuer Höchstsatzes unter unserem Ruslanddeutschen, trotz explodierender Staatsverschuldung?

    Die Körperschaftssteuer von 45% auf 15% - in Worten: fünfzehn!!! - gesenkt; fast abgeschafft.

    Wieviel Steuern zahlen Sie denn auf Kapitalerträge?

    Auf Kunstgegenstände und Rennpferde zahlen Vermögende den gleichen MWST-Satz, wie alleinerziehende Hartz-IV Opfer auf Babynahrung.

    Wie wäre es mit etwas Zurückhaltung?

    • Taha
    • 12.05.2011 um 11:39 Uhr

    "Man sollte eben kein High-Tec-Land in die Hände von Verblendeten geben. Die linke Philosophie hat unzählige Male beweisen dürfen, dass sie mit Menschen nicht kompatibel ist. Egal wie kurz oder wie lang, am Ende stand immer ein Zusammenbruch der Wirtschaft, begleitet von maßlosem Unglück für die betroffenen Völker."
    Wenn dies tatsächlich Ihre Meinung ist, dann darf man Sie wohl als den einzig wahren Verblendeten bezeichnen. Ein Blick in die Geschichte unseres und vieler andere Länder zeigt, dass diese Aussage unhaltbar ist, außer Sie setzen "Linke Philosophie" gleich mit Staatskommunismus / Stalinismus.
    Ähnlich undifferenziert und flasch wäre dann, jedes wertkonservative Gedankengut in einen Topf mit Nazipropaganda zu werfen.
    Ein bißchen weniger reflexhaftes Verhalten und verblendetes nachgeplappere der neoliberalen Propagandasprüche und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Ideen und Visionen wäre sicher produktiver und erfolgversprechender für die Zukunft des Landes und auch der EU.

    Antwort auf "Verblendet"
  7. wie leicht es dem Herrn Bell über die Lippen geht, daß es gerecht sei, wenn der Staat seine Bürger ausnimmt.

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    ... dass sie für diese "Ausnehmerei" ja auch entsprechendes zurück bekommen. In den skandinavischen Ländern funktioniert dies ja auch entsprechend und dort beschwert man sich nicht in dem Maße wie bei uns.

    Ich bin zwar auch nicht dafür, dass der Staat alles regelt und überall eingreift, wenn mit höheren Steuern aber die Lebensqualität vieler, insb. der unterpriviligierten Teile der Bevölkerung verbessert wird, dann stärkt das unser Land als Ganzes und dann profitieren auch wir besser gestellten (Akademiker z.B.) langfristig davon.

    ... dass sie für diese "Ausnehmerei" ja auch entsprechendes zurück bekommen. In den skandinavischen Ländern funktioniert dies ja auch entsprechend und dort beschwert man sich nicht in dem Maße wie bei uns.

    Ich bin zwar auch nicht dafür, dass der Staat alles regelt und überall eingreift, wenn mit höheren Steuern aber die Lebensqualität vieler, insb. der unterpriviligierten Teile der Bevölkerung verbessert wird, dann stärkt das unser Land als Ganzes und dann profitieren auch wir besser gestellten (Akademiker z.B.) langfristig davon.

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