Energiewende Die CSU will die Speerspitze des Atomausstiegs sein
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 CSU-Idol Franz-Josef Strauß war ein glühender Förderer der Kernenergie

Der CSU-Ausstieg rüttelt schließlich an einem Grundpfeiler der Partei. Ende der fünfziger Jahre hat sie die Kernkraft in Bayern forciert, wie es sonst in keinem anderen Bundesland geschehen ist. Der langjährige Ministerpräsident Franz-Josef Strauß, der noch heute auf jedem Parteitag beschworen wird, war ein glühender Förderer der Technologie.

Markus Söder allerdings meint nun, die Atomkraft sei nie ein Markenzeichen der CSU gewesen. Ein mögliches Endlager für radioaktiven Atommüll im Freistaat lehnt er aber strikt ab – Bayern sei dafür "geologisch" nicht geeignet.

Sein Parteichef Seehofer wiederum hat mit dem neuen Atomkurs sicherlich nicht nur die Jahre 2022 oder 2020 im Blick, sondern auch den Herbst 2013. Da wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. Die Regierungsmehrheit könnte vor allem wegen der äußerst schwachen und immer weiter bröckelnden FDP gefährdet sein. Denn die absolute Mehrheit ist der CSU schon lange nicht mehr sicher.

Durch das Vorantreiben des für die Partei geradezu revolutionären Atomausstiegs, so glaubt Seehofer, hat er endlich das lang gesuchte große Thema seiner Amtszeit gefunden, mit dem sich punkten lässt. Unumwunden sagt der CSU-Chef immer wieder, wo seiner Ansicht nach die Defizite der CSU liegen: bei jungen Leuten, Stadtbewohnern, Frauen und bei der Ökologie. Vor einigen Wochen, bei einer Moskau-Reise, stellte er die Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause gar als mögliche künftige Koalitionspartnerin vor – zum allergrößten Ärger von FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil.

 
Leser-Kommentare
  1. ...ist höchstens die Speerspitze der Unglaubwürdigkeit!

    Aber kämpft mal weiter "bis zur letzten Patrone".

    • fanta4
    • 20.05.2011 um 17:43 Uhr

    Speerspitze der Lächerlichkeit ist sie ja schon. Oder liegt die FDP noch vorn?
    Na ja, ist wohl ein Kopf an Kopf Rennen.

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    liefern sich jetzt ein Wettrennen und wollen so die anderen Probleme ausblenden. Die reden nur noch darüber, daß heist auf einem anderem Gebiet wollen diese Parteien die Sau raus lassen. Von unserer Politik bin ich nichts anderes gewöhnt!

    liefern sich jetzt ein Wettrennen und wollen so die anderen Probleme ausblenden. Die reden nur noch darüber, daß heist auf einem anderem Gebiet wollen diese Parteien die Sau raus lassen. Von unserer Politik bin ich nichts anderes gewöhnt!

  2. (...wenn nur damit Menschen geschützt werden können. Genau so, meint Söder, gehe es ihm nun auch mit seiner Abkehr von der Atomkraft. "Japan verändert alles", betont der CSU-Mann gerne immer wieder....)

    heraus lesen oder hinein interpretieren.

    Wäre dann doch intellektuel armselig wenn erst Japan den Funken lieferte nachzudenken? Harrisburg, Tschernobil und Norwegen. Wir standen schon vielfach an dieser Klippe.

    Sollte dieser Satz etwa Beweis dafür sein, dass bis zum Super-Gau von Japan die Bayerischen Gehirne diesbezüglich ausgeschaltet blieben? Hm.

    Ne ne, in Bayern wurde nicht wegen atomarer Vorfälle umgedacht, sondern wegen des Risikos von der Zeit per Wähler überholt zu werden und anschließend zur Marginalität zu verdampfen. Die CSU ist die Partei des konservativ Altbackenen, dort wird erst etwas dazugelernt, wenn es schmerzhaft wird. Wobei der einzig unerträgliche Schmerz der Großkopferten CSU-ler ist, nichts mehr zu vermelden zu haben.

    • greuel
    • 20.05.2011 um 17:51 Uhr

    Das ärgerliche an der CSU ist diese ausgeprägte Unglaubwürdigkeit. Man weiß nicht, was man morgen bekommt, wenn man heute die CSU wählt.

    Dass eine Partei umdenkt und Fehler eingesteht, ist eine gute Sache. Dass aber die Parteien, die beim Umweltschutz am meisten gebremst und die Atomkraft am meisten unterstützt haben, nun hysterisch das Ruder herumreißen, ist für niemanden nachvollziehbar und hat mit Glaubwürdigkeit nichts zu tun.

    Gerade wollte Herr Seehofer noch die Grünen mit einer Autobahnmaut überholen, jetzt diese Volte bei der Atomenergie. Wer die CSU wählt, kann sich nur sicher sein, dass er den Populismus und die Kurzatmigkeit wählt. Da ist nichts nachhaltig, wenn es vielleicht nächste Woche wieder in die andere Richtung geht.

    • spacko
    • 20.05.2011 um 17:52 Uhr

    Während der Rest Europas mit dem "Rechtspoulismus" kämpft, gibt's bei uns nur den linken.
    Grüne Blockflöten, Halme im Wind, allesamt.

  3. Überfällig, dass die CSU beide Trojaner aus der Partei AUSSSCHLIESST - und zwar so schnell wie möglich!!!
    Seehofer und Söder - sofort raus aus der CSU.
    Söder kann sich den Grünen anschliessen und Seehofer den Linken. In der CSU haben beide nichts verloren. Man kann über diese sich freimütig selbst enttarnten "Trojanischen Pferde" nur noch den Kopf schütteln.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. und unglaubwürdig.
    Der einzig schöne Nebeneffekt ist aber, dass es nun für manche schwerer wird, billig die "Ökoterroristen" der Grünen zu verteufeln, da ja nun die Erzkonservativen aus Bayern die Reise zum Automaustieg anführen wollen.

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